Chullin 210

Kapitel 210

א סולדת בהן אבל היד סולדת בהן אין נוטלין בהן
1 daran nicht verbrüht werden, werden sie aber daran verbrüht, so darf man sie damit nicht waschen.
ב ואיכא דמתני לה אסיפא אחרונים אין נוטלין אלא בצונן אבל בחמין לא אמר רב יצחק בר יוסף אמר רבי ינאי לא שנו אלא שהיד סולדת בהן אבל אין היד סולדת בהן נוטלין מכלל דראשונים אף על פי שהיד סולדת בהן מותר
2 Manche beziehen dies auf den Schlußsatz: das nachher nur mit kaltem, aber nicht mit warmem. R. Jiçḥaq b. Joseph sagte im Namen R. Jannajs: Dies lehrten sie nur von dem Fall, wenn die Hände daran verbrüht werden, werden sie aber daran nicht verbrüht, so darf man sie damit waschen. Demnach ist es [zum Waschen] vorher brauchbar, auch wenn die Hände daran verbrüht werden.
ג אמצעיים רשות אמר רב נחמן לא שנו אלא בין תבשיל לתבשיל אבל בין תבשיל לגבינה חובה
3 «Das in der Mitte ist freigestellt.» R. Naḥman sagte: Dies lehrten sie nur [vom Waschen] zwischen Geköch und Geköch, zwischen Geköch und Käse aber ist es Pflicht
ד אמר רב יהודה בריה דרבי חייא מפני מה אמרו מים אחרונים חובה שמלח סדומית יש שמסמא את העינים אמר אביי ומשתכח כי קורטא בכורא אמר ליה רב אחא בריה דרבא לרב אשי כל מלחא מאי אמר ליה לא מבעיא
4 R. Jehuda, Sohn des R. Ḥija, sagte: Weshalb sagten sie, das Waschen nachher sei Pflicht? Weil es ein feines Salz gibt, das die Augen erblinden macht. Abajje sagte: Davon befindet sich ein Körnchen in einem Kor. R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Wie ist es, wenn man Salz gemessen hat? Dieser erwiderte: Erst recht.
ה אמר אביי מריש הוה אמינא האי דלא משו מיא בתראי על ארעא משום זוהמא אמר לי מר משום דשריא רוח רעה עלייהו
5 Abajje sagte: Früher glaubte ich, das Waschen nachher erfolge nicht auf die Erde wegen der Schmutzigkeit, der Meister aber erklärte mir, weil darauf ein böser Geist ruhe.
ו ואמר אביי מריש הוה אמינא האי דלא שקיל מידי מפתורא כי נקיט איניש כסא למשתי שמא יארע דבר קלקלה בסעודה אמר לי מר משום דקשי לרוח צרדא
6 Ferner sagte Abajje: Früher glaubte ich, man nehme, wenn jemand einen Becher zum trinken hält, deshalb nichts vom Tische fort, weil ein Unfall bei der Mahlzeit passieren könnte, der Meister aber erklärte mir, weil dies zur Starrsucht bringen kann.
ז ולא אמרן אלא דשקיל ולא מהדר אבל משקל ואהדורי לית לן בה ולא אמרן אלא חוץ לארבע אמות אבל תוך ארבע אמות לית לן בה ולא אמרן אלא מידי דצריך לסעודתא אבל מידי דלא צריך לסעודתא לית לן בה
7 Dies nur dann, wenn man fortnimmt und nicht zurücklegt, wenn man aber fortnimmt und zurücklegt, so ist nichts dabei. Ferner nur dann, wenn außerhalb vier Ellen, wenn aber innerhalb vier Ellen, so ist nichts dabei. Ferner gilt dies nur von einer Sache, die man zur Mahlzeit braucht, ist es aber eine Sache, die man nicht zur Mahlzeit braucht, so ist nichts dabei.
ח מר בר רב אשי קפיד אפילו אאסיתא ובוכנא דתבלי מידי דצריכי לסעודתא
8 Mar, Sohn des R. Aši, achtete sogar auf Mörser und Keule von Gewürzen, weil es Dinge sind, die man zur Mahlzeit braucht.
ט ואמר אביי מריש הוה אמינא האי דכנשי נשווראה משום מנקירותא אמר לי מר משום דקשי לעניותא
9 Ferner sagte Abajje: Früher glaubte ich, das Fortfegen der Brocken erfolge wegen der Reinlichkeit, der Meister aber erklärte mir, weil dies zur Armut bringt.
י ההוא גברא דהוה מהדר עליה שרא דעניותא ולא הוה יכיל ליה דקא זהיר אנשוורא טובא יומא חד כרך ליפתא איבלי אמר השתא ודאי נפל בידאי בתר דאכיל אייתי מרא עקרינהו ליבלי שדינהו לנהרא שמעיה דקאמר ווי דאפקיה ההוא גברא מביתיה
10 Einst verfolgte der Geist der Armut einen Menschen; er vermochte aber nichts gegen ihn, weil er mit den Brocken sehr behutsam war. Eines Tages speiste er auf einem Rasen; da dachte jener: Nun ist er sicher in meine Hand geraten. Nachdem er gegessen hatte, holte er eine Schaufel, grub den Rasen ab und warf ihn in den Fluß. Da hörte er jenen rufen: Wehe, dieser hat mich aus seinem Hause gejagt!
יא ואמר אביי מריש הוה אמינא האי דלא שתי אופיא משום מאיסותא אמר לי מר משום דקשי לכרסם מישתיה קשה לכרסם מינפח ביה קשיא לרישא מדחייה קשיא לעניותא מאי תקנתיה לשקעיה שקועי
11 Ferner sagte Abajje: Früher glaubte ich, man trinke den Schaum nicht wegen der Ekelhaftigkeit, der Meister aber erklärte mir, weil dies Nasenfluß verursacht. Das Trinken bringt Nasenfluß, das Fortblasen bringt Kopfschmerzen, das Beiseite schieben bringt Armut. – Was mache man? – Man lasse ihn abstehen.
יב לכרסם דחמרא שיכרא דשיכרא מיא דמיא לית ליה תקנתא והיינו דאמרי אינשי בתר עניא אזלא עניותא
12 Gegen Nasenfluß durch Wein ist Met wirksam, gegen den des Mets ist Wasser wirksam, und gegen den des Wassers gibt es kein Mittel. Das ist es, was die Leute sagen: dem Armen folgt die Armut.
יג ואמר אביי מריש הוה אמינא האי דלא אכלי ירקא מכישא דאסר גינאה משום דמיחזי כרעבתנותא אמר לי מר משום דקשי לכשפים
13 Ferner sagte Abajje: Früher glaubte ich, man esse Kräuter von einem Gärtnerbündel deshalb nicht, weil dies den Anschein der Gefräßigkeit hat, der Meister aber erklärte mir, weil dies wegen Zauberei schädlich ist.
יד רב חסדא ורבה בר רב הונא הוו קאזלי בארבא אמרה להו ההיא מטרוניתא אותבן בהדייכו לא אותבוה אמרה מלתא אסרתה לארבא אמרו אינהו מילתא שריוה אמרה להו מאי איעביד לכו דלא מקנח לכו בחספא ולא קטיל לכו כינה אמנייכו ולא אכיל לכו ירקא מכישא דאסר גינאה
14 Einst reisten R. Ḥisda und Rabba b. R. Hona zu Schiff. Da sprach eine Matrone zu ihnen: Nehmet mich mit. Sie nahmen sie aber nicht mit. Da sprach sie etwas und bannte das Schiff. Hierauf sprachen sie etwas, und machten es flott. Da sprach sie zu ihnen: Was kann ich gegen euch, die ihr euch nicht mit einer Scherbe reiniget, keine Laus auf den Gewändern tötet, und nicht Kräuter von einem Gärtnerbündel esset.
טו ואמר אביי מריש הוה אמינא האי דלא אכלי ירקא דנפל אתכא משום מאיסותא אמר לי מר משום דקשה לריח הפה ואמר אביי מריש הוה אמינא האי דלא יתבי תותי מרזיבא משום שופכים אמר לי מר משום דשכיחי מזיקין
15 Ferner sagte Abajje: Früher glaubte ich, man esse keine vom Tische gefallenen Kräuter wegen Unsauberkeit, der Meister aber erklärte mir, weil dies üblen Mundgeruch verursacht. Ferner sagte Abajje: Früher glaubte ich, man sitze nicht unter der Traufe wegen des Abflußwassers, der Meister aber erklärte mir, weil Dämonen sich da aufhalten.
טז הנהו שקולאי דהוו דרו חביתא דחמרא בעו לאיתפוחי אותבוה תותי מרזיבא פקעה אתו לקמיה דמר בר רב אשי אפיק שיפורי שמתיה אתא לקמיה אמר ליה אמאי תעביד הכי אמר ליה היכי אעביד כי אותביה באונאי
16 Einst stellten Träger, die ein Faß Wein trugen und ausruhen wollten, dieses unter einer Traufe hin; da platzte es. Als sie hierauf vor Mar b. R. Aši kamen, holte er eine Posaune und tat ihn in den Bann. Als dieser hierauf zu ihm kam, fragte er ihn: Weshalb hast du es getan? Dieser erwiderte: Was konnte ich machen, sie hatten es auf mein Ohr hingestellt.
יז אמר ליה את בדוכתא דשכיחי רבים מאי בעית את הוא דשנית זיל שלים אמר ליה השתא נמי ליקבע לי מר זימנא ואפרע קבע ליה זימנא כי מטא זימנא איעכב כי אתא אמר ליה אמאי לא אתית בזמנך אמר ליה כל מילי דצייר וחתים וכייל ומני לית לן רשותא למשקל מיניה עד דמשכחינן מידי דהפקרא
17 Jener erwiderte: Was hast du in einem Orte zu suchen, wo das Publikum verkehrt? Du hast ungehörig gehandelt, geh nun und leiste Ersatz. Da sprach er: Möge mir der Meister eine Frist gewähren, und ich werde Ersatz leisten. Da setzte er ihm eine Frist, und als die Frist herangereicht war, blieb er aus. Später kam er, und jener fragte ihn, weshalb er nicht innerhalb der Frist gekommen sei. Dieser erwiderte: Wir dürfen von dem, was verbunden, versiegelt, gemessen oder gezählt ist, nichts nehmen, sondern nur von dem, was wir herrenlos finden.
יח ואמר אביי מריש הוה אמינא האי דשדי מיא מפומא דחצבא משום ציבתא אמר לי מר משום דאיכא מים הרעים
18 Ferner sagte Abajje: Früher glaubte ich, daß man etwas Wasser vom Rande des Kruges abgießt, erfolge wegen der Schnippsel, der Meister aber erklärte mir, wegen des bösen Wassers.
יט ההוא בר שידא דהוה בי רב פפא אזל לאתויי מיא מנהרא איעכב כי אתא אמרו ליה אמאי איעכבת אמר להו עד דחלפי מים הרעים אדהכי
19 Im Hause R. Papas war ein junger Dämon, und als er einst Wasser holen ging und lange ausblieb, fragte man ihn, weshalb er solange ausgeblieben sei. Dieser erwiderte: Bis das böse Wasser vorüber war.