Chullin 214

Kapitel 214

א עבדין כדין אמר ליה דעתי קצרה עלי
1 Tut man dies!? Da erwiderte dieser: Ich bin empfindlich.
ב כי סליק ר' זירא אשכחינהו לר' אמי ור' אסי דקאכלי בבלאי חמתות אמר תרי גברי רברבי כוותייכו ליטעו בדרב ושמואל הא דעתי קצרה קאמר
2 Als R. Zera hinaufkam, traf er R. Ami und R. Asi mit Lappen von Schläuchen essen. Da sprach er: Zwei bedeutende Männer wie ihr irren sich in einer Lehre Rabhs und Šemuéls! Er sagte, er sei empfindlich.
ג אשתמיטתיה הא דאמר רב תחליפא בר אבימי אמר שמואל התירו מפה לאוכלי תרומה ולא התירו מפה לאוכלי טהרות ורבי אמי ורבי אסי כהנים הוו
3 Ihm war das entgangen, was R. Taḥlipha b. Abimi im Namen Šemuéls sagte: man erlaubte es mit einem Tuche für diejenigen, die Hebe essen, nicht aber erlaubte man es mit einem Tuche für diejenigen, die in Reinheit Zubereitetes essen; R. Ami und R. Asi waren Priester.
ד איבעיא להו אוכל מחמת מאכיל צריך נטילת ידים או לא ת"ש דרב הונא בר סחורה הוה קאי קמיה דרב המנונא בלם ליה אומצא ואכיל אמר ליה אי לאו דרב המנונא את לא ספינא לך
4 Sie fragten: Benötigt derjenige, der von einem anderen gefüttert wird, des Händewaschens oder nicht? – Komm und höre: Einst stand R. Hona b. Seḥora vor R. Hamnuna und steckte ihm eine Fleischschnitte in den Mund, und dieser aß sie. Jener sprach: Wärest du nicht R. Hamnuna, so würde ich es dir nicht in den Mund gesteckt haben.
ה מאי טעמא לאו משום דזהיר ולא נגע לא דזריז קדים ומשי ידיה מעיקרא
5 Doch wohl aus dem Grunde, weil er vorsichtig war und es nicht berührte. – Nein, weil er achtsam war und vorher die Hände gewaschen hatte. –
ו תא שמע דאמר רבי זירא אמר רב לא יתן אדם פרוסה לתוך פיו של שמש אא"כ יודע בו שנטל ידיו והשמש מברך על כל כוס וכוס ואינו מברך על כל פרוסה ופרוסה ור' יוחנן אמר מברך על כל פרוסה ופרוסה
6 Komm und höre: R. Zera sagte im Namen Rabhs: Man darf nicht dem Tischdiener ein Stück in den Mund stecken, es sei denn, daß man von ihm weiß, daß er die Hände gewaschen hat. Der Tischdiener spreche den Segen über jeden Becher besonders, nicht aber über jedes Stück besonders. R. Joḥanan aber sagt, er spreche ihn über jedes Stück besonders.
ז אמר רב פפא בשלמא דרב ורבי יוחנן לא קשיא הא דאיכא אדם חשוב הא דליכא אדם חשוב
7 Hierzu sagte R. Papa: Allerdings besteht hier kein Widerspruch zwischen Rabh und R. Joḥanan, denn eines gilt von dem Falle, wenn ein bedeutender Mann anwesend ist, und eines von dem Falle, wenn kein bedeutender Mann anwesend ist,
ח מכל מקום הא קאמר אא"כ יודע שנטל ידיו שאני שמש דטריד
8 aber immerhin heißt es ja: es sei denn, daß man von ihm weiß, daß er die Hände gewaschen hat. – Anders verhält es sich bei einem Tischdiener, da er beschäftigt ist.
ט תנו רבנן לא יתן אדם פרוסה לשמש בין שהכוס בידו בין שהכוס בידו של בעל הבית שמא יארע דבר קלקלה בסעודה והשמש שלא נטל ידיו אסור ליתן פרוסה לתוך פיו
9 Die Rabbanan lehrten: Man verabreiche kein Stück an den Tischdiener, einerlei, ob der Becher sich in seiner Hand oder in der Hand des Hausherrn befindet, weil bei der Mahlzeit ein Unfall passieren könnte. Einem Tischdiener, der die Hände nicht gewaschen hat, darf man nicht ein Stück in den Mund stecken.
י איבעיא להו מאכיל צריך נטילת ידים או אינו צריך
10 Sie fragten: Benötigt der Fütternde des Händewaschens oder nicht? –
יא ת"ש דתני דבי מנשה רבן שמעון בן גמליאל אומר אשה מדיחה את ידה אחת במים ונותנת פת לבנה קטן אמרו עליו על שמאי הזקן שלא רצה להאכיל בידו אחת וגזרו עליו שיאכיל בשתי ידיו
11 Komm und höre: In der Schule Menašes wurde gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Eine Frau darf eine Hand im Wasser abspülen und ihrem minderjährigen Sohne Brot geben. Man erzählt von Šammaj dem Älteren, daß er nicht mit einer Hand [einem Kinde] zu essen geben wollte, und sie geboten ihm, mit beiden Händen zu geben.
יב אמר אביי התם משום שיבתא
12 Abajje erwiderte: Da erfolgte es wegen der Šibta. –
יג ת"ש דאבוה דשמואל אשכחיה לשמואל דקא בכי אמר ליה אמאי קא בכית דמחיין רבאי אמאי דאמר לי קא ספית לבראי ולא משית ידיה ואמאי לא משית א"ל הוא אכיל ואנא משינא
13 Komm und höre: Der Vater Šemuéls traf einst Šemuél weinen und fragte ihn: Weshalb weinst du? – Weil der Lehrer mich geschlagen hat. – Weshalb? – Er sagte zu mir: du fütterst meinen Sohn, ohne die Hände gewaschen zu haben. – Weshalb hast du sie nicht gewaschen? Dieser erwiderte: Er aß und ich sollte sie waschen!?
יד א"ל לא מיסתייה דלא גמיר מימחא נמי מחי והלכתא אוכל מחמת מאכיל צריך נטילת ידים מאכיל אינו צריך נטילת ידים:
14 Hierauf sprach jener: Nicht genug, daß er nicht gelernt hat, auch schlagen tut er noch! Die Halakha ist: wer aus der Hand eines Fütternden ißt, benötigt des Händewaschens, der Fütternde benötigt nicht des Händewaschens.
טו <big><strong>מתני׳</strong></big> צורר אדם בשר וגבינה במטפחת אחת ובלבד שלא יהו נוגעין זה בזה רבן שמעון בן גמליאל אומר שני אכסנאין אוכלין על שלחן אחד זה בשר וזה גבינה ואין חוששין:
15 <b>M</b><small>AN DARF</small> F<small>LEISCH UND</small> K<small>ÄSE IN EIN</small> T<small>UCH EINWICKELN, NUR DÜRFEN SIE EINANDER NICHT BERÜHREN</small>. R. Š<small>IMO͑N B.</small> G<small>AMLIÉL SAGT, ZWEI</small> G<small>ÄSTE</small> <small>DÜRFEN OHNE</small> B<small>EDENKEN AN EINEM</small> T<small>ISCHE ESSEN, EINER</small> F<small>LEISCH UND EINER</small> K<small>ÄSE</small>.
טז <big><strong>גמ׳</strong></big> וכי נוגע זה בזה מאי הוי צונן בצונן הוא אמר אביי נהי דקליפה לא בעי הדחה מי לא בעי:
16 GEMARA. Was ist denn dabei, wenn sie auch einander berühren, es ist ja Kaltes mit Kaltem!? Abajje erwiderte: Zugegeben, daß das Abkratzen nicht erforderlich ist, aber ist etwa das Abspülen nicht erforderlich!?
יז רשבג"א שני אכסנאין אוכלין על שולחן וכו': אמר רב חנן בר אמי אמר שמואל לא שנו אלא שאין מכירין זה את זה אבל מכירין זה את זה אסור
17 R. Š<small>IMO͑N B.</small> G<small>AMLIÉL SAGT, ZWEI</small> G<small>ÄSTE DÜRFEN AN EINEM</small> T<small>ISCHE ESSEN &amp;C</small>. R. Ḥanan b. Ami sagte im Namen Šemuéls: Dies lehrten sie nur von dem Falle, wenn sie einander nicht kennen, kennen sie aber einander, so ist es verboten.
יח תניא נמי הכי רבן שמעון בן גמליאל אומר ב' אכסנאים שנתארחו לפונדק אחד זה בא מן הצפון וזה בא מן הדרום זה בא בחתיכתו וזה בא בגבינתו אוכלין על שלחן אחד זה בשר וזה גבינה ואין חוששין
18 Ebenso wird auch gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Wenn zwei Gäste in einem Gasthause zusammentreffen, der eine aus dem Norden und der andere aus dem Süden kommend, einer mit seinem Stükke [Fleisch] und einer mit seinem Käse, so dürfen sie ohne Bedenken an einem Tische essen, einer Fleisch und einer Käse;
יט ולא אסרו אלא בתפיסה אחת תפיסה אחת סלקא דעתך אלא כעין תפיסה אחת
19 verboten ist es nur bei einem Bündel. – ‘Bei einem Bündel’, wie kommst du darauf!? – Vielmehr, wie bei einem Bündel.
כ א"ל רב יימר בר שלמיא לאביי שני אחין ומקפידין זה על זה מהו
20 R. Jemar b. Šelemja fragte Abajje: Wie ist es bei zwei Brüdern, die es miteinander genau nehmen?
כא אמר ליה יאמרו כל הסריקין אסורין וסריקי בייתוס מותרין
21 Dieser erwiderte: Man würde dann sagen: alle Kuchen sind verboten, die Kuchen des Boëthos aber sind erlaubt. –
כב ולטעמיך הא דאמר רבי אסי אמר רבי יוחנן מי שאין לו אלא חלוק אחד מותר לכבסו בחולו של מועד יאמרו
22 R. Asi sagte ja aber im Namen R. Joḥanans, wer nur ein Hemd hat, dürfe es am Halbfeste waschen,