Chullin 219

Kapitel 219

א שבשלה בחלבה אסורה דאפילו דיעבד נמי לא תנא נמי רישא שבשלה
1 daß, wenn man ihn mit Milch gekocht hat, er verboten sei, auch wenn bereits erfolgt, so lehrt er auch im Anfangsatze den Fall, wenn man es gekocht hat.
ב כי סליק רבי אלעזר אשכחיה לזעירי אמר ליה איכא תנא דאתנייה לרב כחל אחוייה לרב יצחק בר אבודימי אמר ליה אני לא שניתי לו כחל כל עיקר ורב בקעה מצא וגדר בה גדר
2 Als R. Elea͑zar hinaufkam, traf er Zee͑ri und sprach zu ihm: Ist hier jemand, der Rabh die Lehre vom Euter lehrte? Da zeigte er ihm R. Jiçḥaq b. Evdämi. Dieser aber sprach: Ich lehrte ihn nichts hinsichtlich des Euters. Rabh fand eine Ebene und versah sie mit einem Zaune.
ג דרב איקלע לטטלפוש שמעה לההיא איתתא דקאמרה לחבירתה ריבעא דבשרא כמה חלבא בעי לבשולי אמר לא גמירי דבשר בחלב אסור איעכב וקאסר להו כחלי
3 Rabh kam nämlich einst nach Ṭaṭalpus und hörte, wie eine Frau zu ihrer Gefährtin sprach: Wieviel Milch ist zum Kochen eines Viertels Fleisch nötig? Da sprach er: Sie haben nicht einmal gelernt, daß Fleisch mit Milch verboten sei. Hierauf blieb er da und verbot ihnen sogar das Euter.
ד רב כהנא מתני הכי רבי יוסי בר אבא מתני אנא כחל של מניקה שניתי לו ומפלפולו של רבי חייא שנה ליה כחל סתם
4 So trug es R. Kahana vor; R. Jose b. Abba trug es wie folgt vor: Ich lehrte es vom Euter eines säugenden [Viehs]. Sich auf den Scharfsinn R. Ḥijasstützend, lehrte er es sie vom Euter schlechthin.
ה רבין ורב יצחק בר יוסף איקלעו לבי רב פפי אייתו לקמייהו תבשילא דכחל רב יצחק בר יוסף אכל רבין לא אכל אמר אביי רבין תכלא אמאי לא אכל מכדי דביתהו דרב פפי ברתיה דר' יצחק נפחא הואי ור"י נפחא מריה דעובדא הוה אי לאו דשמיע לה מבי נשא לא הוה עבדא
5 Einst kamen Rabin und R. Jiçḥaq b. Joseph zu R. Papi, und man setzte ihnen eine Euterspeise vor. R. Jiçḥaq b. Joseph aß sie und Rabin aß sie nicht. Da sprach Abajje: Weshalb aß der kinderlose Rabin nicht? Die Frau R. Papis ist ja eine Tochter R. Jiçḥaqs des Schmiedes, und R. Jiçḥaq der Schmied war ein Mann [frommer] Taten; hätte sie es nicht im Hause ihrer Eltern gesellen, so würde sie es nicht getan haben.
ו בסורא לא אכלי כחלי בפומבדיתא אכלי כחלי רמי בר תמרי דהוא רמי בר דיקולי מפומבדיתא איקלע לסורא במעלי יומא דכפורי אפקינהו כולי עלמא לכחלינהו שדינהו אזל איהו נקטינהו אכלינהו
6 In Sura aßen sie kein Euter, in Pumbeditha aßen sie Euter. – Einst kam Rami b. Tamari, das ist Rami b. Diquli, aus Pumbeditha an einem Vorabende des Versöhnungstages nach Sura, und die Leute brachten da ihre Euter hinaus und warfen sie fort. Da ging er hin, las sie auf und aß sie.
ז אייתוה לקמיה דרב חסדא אמר ליה אמאי תעביד הכי אמר ליה מאתרא דרב יהודה אנא דאכיל אמר ליה ולית לך נותנין עליו חומרי המקום שיצא משם וחומרי המקום שהלך לשם אמר ליה חוץ לתחום אכלתינהו
7 Als man ihn hierauf vor R. Ḥisda brachte, fragte ihn dieser: Weshalb tust du dies? Jener erwiderte: Ich bin aus der Ortschaft R. Jehudas, der es ißt. Dieser fragte: Weißt du denn nicht, daß man einem die Erschwerungen der Ortschaft, aus der er kommt, und die Erschwerungen der Ortschaft, in der er sich befindet, auferlege? Jener erwiderte: Ich aß sie außerhalb des [Stadt]gebietes. –
ח ובמה טויתינהו אמר ליה בפורצני ודלמא מיין נסך הויא אמר ליה לאחר שנים עשר חדש הוו
8 Womit hast du sie gebraten? Jener erwiderte: Mit Traubenkernen. – Vielleicht waren sie von libiertem Weine? Jener erwiderte: Sie lagen da mehr als zwölf Monate. –
ט ודלמא דגזל הוה אמר ליה יאוש בעלים הוה דקדחו בהו חילפי
9 Vielleicht war es Raub? Jener erwiderte: Der Eigentümer hatte sich davon losgesagt, denn Moos wuchs auf ihnen.
י חזייה דלא הוה מנח תפילין אמר ליה מאי טעמא לא מנחת תפילין אמר ליה חולי מעיין הוא ואמר רב יהודה חולי מעיין פטור מן התפילין
10 Hierauf bemerkte er, daß er keine Tephillin anlegte, und er fragte ihn: Weshalb legst du keine Tephillin an? Jener erwiderte: Ich leide an Leibschmerzen, und R. Jehuda sagte, wer an Leibschmerzen leidet, sei von den Tephillin befreit.
יא חזייה דלא הוה קא רמי חוטי אמר ליה מאי טעמא לית לך חוטי אמר ליה טלית שאולה היא ואמר רב יהודה
11 Ferner beobachtete er, daß er keine Çiçith anhatte, und er fragte ihn: Weshalb hast du keine Çiçith an? Jener erwiderte: Es ist ein entliehenes Gewand, und R. Jehuda sagte,