Chullin 231

Kapitel 231

א חדא מחדא קולא וחומרא פרכינן כל דהו לא פרכינן חדא מתרתי אפילו כל דהו פרכינן
1 wird eines von einem [gefolgert, so ist dies durch einen Hinweis auf] eine erleichternde oder erschwerende Eigenheit zu widerlegen, nicht aber, wenn sie unwesentlich ist, wenn eines von zwei, so ist dies durch jeden möglichen Einwand zu widerlegen,
ב חדא מתלת אי הדר דינא ואתי במה הצד פרכינן כל דהו ואי לא קולא וחומרא פרכינן כל דהו לא פרכינן
2 wenn eines von dreien, so ist, wenn die Replikation sich wiederholen läßt und vom Gemeinsamen gefolgert wird, dies durch jeden möglichen Einwand zu widerlegen, wenn aber nicht, so ist dies nur durch einen Hinweis auf eine erleichternde oder erschwerende Eigenheit zu widerlegen, nicht aber, wenn sie unwesentlich ist. –
ג ולפרוך מה לכלאי הכרם שכן לא היתה להן שעת הכושר אמר רב אדא בר אהבה זאת אומרת כלאי הכרם עיקרן נאסר והיתה להן שעת הכושר קודם השרשה
3 Es ist ja zu erwidern: wohl gilt dies von der Mischfrucht des Weinberges, da sie keine Zeit der Tauglichkeit hatte!? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Dies besagt eben, daß von der Mischfrucht des Weinberges auch die Wurzel verboten ist, und diese hatte vor dem Keimen eine Zeit der Tauglichkeit.
ד מתיב רב שמעיה בר זעירא המעביר עציץ נקוב בכרם אם הוסיף מאתים אסור הוסיף אין לא הוסיף לא
4 R. Šema͑ja b. Zee͑ra wandte ein: Wenn jemand einen durchlochten Pflanzentopf durch einen Weinberg getragen hat, so ist er, wenn er um ein Zweihundertstel gewachsen ist, verboten. Nur wenn er gewachsen ist, sonst aber nicht!?
ה אמר אביי תרי קראי כתיבי כתיב (דברים כב, ט) פן תקדש המלאה וכתיב הזרע
5 Abajje erwiderte: Es sind zwei Schriftverse vorhanden; es heißt: <i>daß der Ertrag nicht heilig würde</i>, und es heißt: <i>die Saat</i>;
ו הא כיצד זרוע מעיקרו בהשרשה זרוע ובא הוסיף אין לא הוסיף לא
6 wie ist dies nun zu erklären? Ist von vornherein da gesät worden, so erfolgt es beim Keimen, ist das Gesäte da hineingebracht worden, so erfolgt es nur dann, wenn es gewachsen ist, nicht aber, wenn es nicht gewachsen ist.
ז מתני' דלא כי האי תנא דתניא רבי שמעון בן יהודה אומר משום רבי שמעון בשר בחלב אסור באכילה ומותר בהנאה שנאמר (דברים יד, ב) כי עם קדוש אתה ונאמר להלן (שמות כב, ל) ואנשי קדש תהיון לי
7 Unsre Mišna vertritt nicht die Ansicht des Autors der folgenden Lehre: R. Šimo͑n b. Jehuda sagte im Namen R. Šimo͑ns: Fleisch mit Milch ist zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt, denn hierbei heißt es: <i>du bist ein geheiligtes Volk</i>, und dortheißt es: <i>heilige Leute sollt ihr mir sein</i>;
ח מה להלן אסור באכילה ומותר בהנאה אף כאן אסור באכילה ומותר בהנאה:
8 wie es dort zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt ist, ebenso ist es auch hierbei zum Essen verboten und zur Nutznießung erlaubt.
ט רבי עקיבא אומר חיה ועוף וכו': הני הא אפקינהו לכדשמואל
9 R. A͑<small>QIBA SAGTE:</small> B<small>EI</small> W<small>ILD UND</small> G<small>EFLÜGEL</small> &amp;<small>C</small>. Diese sind ja für die Lehre Šemuéls verwandt worden!? –
י קסבר רבי עקיבא איסור חל על איסור חלב ומתה לא צריכי קרא שליל גדי מעליא הוא אייתרו להו כולהו פרט לחיה ועוף ולבהמה טמאה:
10 R. A͑qiba ist der Ansicht, ein Verbot erstrecke sich auf Verbotenes, somit sind wegen des Talges und des Verendeten keine besonderen Schriftverse nötig, auch gilt der Embryo als richtiges Böckchen; demnach sind sie überflüssig und schließen Wild, Geflügel und unreines Vieh aus.
יא רבי יוסי הגלילי אומר נאמר לא תאכלו: מאי איכא בין רבי יוסי הגלילי לרבי עקיבא
11 R. J<small>OSE DER</small> G<small>ALILÄER SAGTE:</small> E<small>S HEISST</small>: <i>ihr sollt keinerlei</i> [<i>Aas</i>] <i>essen</i>. Welchen Unterschied gibt es zwischen R. Jose dem Galiläer und R. A͑qiba? –
יב איכא בינייהו חיה רבי יוסי הגלילי סבר חיה דאורייתא ור' עקיבא סבר חיה דרבנן
12 Ein Unterschied besteht zwischen ihnen hinsichtlich eines Wildes; R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, das Wild sei nach der Tora, und R. A͑qiba ist der Ansicht, das Wild sei rabbanitisch [mit Milch verboten].
יג איבעית אימא עוף איכא בינייהו ר' עקיבא סבר חיה ועוף אינן מן התורה הא מדרבנן אסירי ור' יוסי הגלילי סבר עוף אפילו מדרבנן נמי לא אסיר
13 Wenn du aber willst, sage ich, ein Unterschied bestehe zwischen ihnen hinsichtlich des Geflügels; R. A͑qiba ist der Ansicht, Wild und Geflügel seien zwar nicht nach der Tora, jedoch rabbanitisch verboten, und R. Jose der Galiläer ist der Ansicht, das Geflügel sei auch rabbanitisch nicht verboten.
יד תניא נמי הכי במקומו של רבי אליעזר היו כורתין עצים לעשות פחמין לעשות ברזל במקומו של רבי יוסי הגלילי היו אוכלין בשר עוף בחלב
14 Ebenso wird auch gelehrt: In der Ortschaft R. Elie͑zers fällte man Holz zur Bereitung von Kohlen zur Bearbeitung des Eisens. In der Ortschaft R. Jose des Galiläers aß man Geflügel mit Milch.
טו לוי איקלע לבי יוסף רישבא אייתו לקמיה רישא דטיוסא בחלבא ולא אמר להו ולא מידי כי אתא לקמיה דרבי אמר ליה אמאי לא תשמתינהו
15 Einst kam Levi zu Joseph dem Jäger und man setzte ihm einen Pfauenkopf in Milch vor, und er sagte ihnen nichts. Als er hierauf zu Rabbi kam, sprach dieser zu ihm: Weshalb hast du sie nicht in den Bann getan?
טז אמר ליה אתריה דרבי יהודה בן בתירא הוא ואמינא דרש להו כרבי יוסי הגלילי דאמר יצא עוף שאין לו חלב אם:
16 Er erwiderte: Es ist die Ortschaft des R. Jehuda b. Bethera, und ich dachte, er habe ihnen nach R. Jose dem Galiläer entschieden, der lehrt: ausgenommen das Geflügel, das keine Muttermilch hat.
יז <big><strong>מתני׳</strong></big> קבת עובד כוכבים ושל נבלה הרי זו אסורה המעמיד בעור של קבה כשרה
17 <b>D</b><small>AS</small> L<small>AB</small> [<small>VON EINEM</small> V<small>IEH</small>] <small>EINES</small> N<small>ICHTJUDEN UND VON</small> A<small>AS IST VERBOTEN</small>. L<small>ÄSST MAN</small> [M<small>ILCH</small>] <small>MIT DER</small> L<small>ABHAUT</small> (<small>EINES TAUGLICHEN</small> V<small>IEHS</small>) <small>GERINNEN, </small>