Chullin 233

Kapitel 233

א מועלין בו וחייבין עליו משום פיגול ונותר וטמא מה שאין כן בדם
1 V<small>ERUNTREUUNG</small> <small>UND MAN IST WEGEN DESSEN SCHULDIG WEGEN</small> V<small>ERWERFLICHEM</small>, Ü<small>BRIGGEBLIEBENEM UND</small> U<small>NREINHEIT, WAS ABER BEIM</small> B<small>LUTE NICHT DER</small> F<small>ALL IST</small>.
ב וחומר בדם שהדם נוהג בבהמה וחיה ועוף בין טמאים ובין טהורים וחלב אינו נוהג אלא בבהמה טהורה בלבד:
2 S<small>TRENGER IST ES BEIM</small> B<small>LUTE, DENN</small> [<small>DAS</small> V<small>ERBOT</small>] <small>DES</small> B<small>LUTES HAT</small> G<small>ELTUNG BEIM</small> V<small>IEH, BEIM</small> W<small>ILD UND BEIM</small> G<small>EFLÜGEL, SOWOHL BEI UNREINEN ALS AUCH BEI REINEN, WÄHREND DAS DES</small> T<small>ALGES NUR BEIM REINEN</small> V<small>IEH</small>G<small>ELTUNG HAT</small>.
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> מנא הני מילי אמר ר' ינאי דאמר קרא (ויקרא ד, י) כאשר יורם משור זבח השלמים וכי מה למדנו משור זבח השלמים מעתה
3 GEMARA. Woher dies? R. Jannaj erwiderte: Die Schrift sagt: <i>wie es vom Rinde der Heilsopferschlachtung abgehoben wird</i>; was ist von jetzt ab vom Rinde der Heilsopferschlachtung zu lernen?
ד הרי זה בא ללמד ונמצא למד מקיש שור זבח השלמים לפר כהן משיח מה פר כהן משיח יש בו מעילה אף שור זבח השלמים יש בו מעילה
4 Was lehren sollte, lernt nun; er vergleicht das Rind der Heilsopferschlachtung mit dem Farren des gesalbten Priesters: wie es beim Farren des gesalbten Priesters eine Veruntreuung gibt, ebenso gibt es beim Rind der Heilsopferschlachtung eine Veruntreuung.
ה א"ל ר' חנינא כעורה זו ששנה רבי (ויקרא ג, טז) כל חלב לה' לרבות אימורי קדשים קלים למעילה
5 R. Ḥanina sprach zu ihm: Mißfällt dir denn das, was Rabbi lehrte!? <i>Aller Talg gehört dem Herrn</i>, dies schließt die Opferteile der minderheiligen Opfer hinsichtlich der Veruntreuung ein.
ו אמר אביי איצטריך דאי כתב רחמנא חלב הוה אמינא חלב אין יותרת ושתי כליות לא כתב רחמנא כאשר יורם
6 Abajje erwiderte: Beides ist nötig. Würde der Allbarmherzige nur <i>Talg</i> geschrieben haben, so könnte man glauben, dies gelte nur vom Talge, nicht aber vom Leberlappen und den beiden Nieren, daher schrieb er auch: <i>wie abgehoben wird</i>.
ז ואי כתב רחמנא כאשר יורם הוה אמינא חלב אליה דליתא בשור לא כתב רחמנא כל חלב
7 Und würde der Allbarmherzige nur geschrieben haben: <i>wie abgehoben wird</i>, so könnte man glauben, dies gelte nicht vom Fettschwanze, da ein Rind einen solchen nicht hat, daher schrieb er auch: <i>aller Talg</i>.
ח א"ל רב מרי לרב זביד אי אליה איקראי חלב תיתסר באכילה א"ל עליך אמר קרא (ויקרא ז, כג) כל חלב שור וכשב ועז דבר השוה בשור וכשב ועז
8 R. Mari sprach zu R. Zebid: Wenn der Fettschwanz Talg heißt, so sollte er zum Essen verboten sein!? Dieser erwiderte: Deinetwegen sagt die Schrift: <i>aller Talg von Rind. Schaf und Ziege</i>, das, was bei Rind, Schaf und Ziege gleich ist.
ט רב אשי אמר (ויקרא ג, ט) חלבו האליה איקראי חלב סתמא לא איקראי אלא מעתה לא ימעלו בה אלא מחוורתא כדרב זביד:
9 R. Aši erwiderte: Dieses heißt wohl Schwanzfett, nicht aber schlechthin Fett. – Demnach sollte es dabei keine Veruntreuung geben!? – Am richtigsten ist vielmehr die Erwiderung R. Zebids.
י משא"כ בדם: מנה"מ אמר עולא דאמר קרא (ויקרא יז, יא) לכם שלכם יהא דבי רבי ישמעאל תנא (ויקרא יז, יא) לכפר לכפרה נתתיו ולא למעילה
10 W<small>AS ABER BEIM</small> B<small>LUTE NICHT DER</small> F<small>ALL IST</small>. Woher dies? U͑la erwiderte: Die Schrift sagt <i>euch, </i>es gehört euch. In der Schule R. Jišma͑éls wurde gelehrt: <i>Zur Sühne</i>, ich habe es zur Sühne bestimmt, nicht aber zur Veruntreuung.
יא ורבי יוחנן אמר אמר קרא (ויקרא יז, יא) הוא הוא לפני כפרה כלאחר כפרה מה לאחר כפרה אין בו מעילה אף לפני כפרה אין בו מעילה
11 R. Joḥanan erklärte: Die Schrift sagt es, es ist vor der Sühne ebenso wie nach der Sühne: wie es dabei nach der Sühne keine Veruntreuung gibt, ebenso gibt es dabei vor der Sühne keine Veruntreuung. –
יב ואימא הוא לאחר כפרה כלפני כפרה מה לפני כפרה יש בו מעילה אף לאחר כפרה יש בו מעילה אין לך דבר שנעשה מצותו ומועלין בו
12 Vielleicht nach der Sühne wie vor der Sühne: wie es dabei vor der Sühne eine Veruntreuung gibt, ebenso gibt es dabei nach der Sühne eine Veruntreuung!? – Du hast nichts, wobei es eine Veruntreuung gibt, nachdem damit das Gebot ausgeübt worden ist. –
יג ולא והרי תרומת הדשן דנעשה מצותו ומועלין בו דכתיב (ויקרא ו, ג) ושמו אצל המזבח
13 Etwa nicht, dies ist ja bei der abgehobenen Asche der Fall: damit ist das Gebot ausgeübt worden, und es gibt dabei eine Veruntreuung, denn es heißt: <i>er lege sie neben den Altar</i>!? –
יד משום דהואי תרומת הדשן ובגדי כהונה שני כתובין הבאין כאחד וכל שני כתובין הבאין כאחד אין מלמדין
14 Vom Abheben der Asche und von den Priestergewändern lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern.
טו הניחא לרבנן דאמרי (ויקרא טז, כג) והניחם שם מלמד שטעונין גניזה אלא לר' דוסא דאמר שלא ישתמש בהן ליום הכפורים אחר מאי איכא למימר
15 Allerdings nach den Rabbanan, welche sagen, [die Worte] <i>und lege sie da nieder</i> lehren, daß sie verwahrt werden müssen, wie ist es aber nach R. Dosa zu erklären, welcher sagt, nur er dürfe sie nicht an einem folgenden Versöhnungstage benutzen!? –
טז אלא משום דהואי תרומת הדשן ועגלה ערופה שני כתובים הבאין כאחד וכל שני כתובים הבאין כאחד אין מלמדין
16 Vielmehr, vom Abheben der Asche und vom genickbrochenen Kalbe lehren zwei Schriftverse dasselbe, und wenn zwei Schriftverse dasselbe lehren, so ist von diesen nichts zu folgern. –
יז הניחא למ"ד אין מלמדין אלא למאן דאמר מלמדין מאי איכא למימר תרי
17 Allerdings nach demjenigen, welcher sagt, es sei nicht zu folgern, wie ist es aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, es sei wohl zu folgern!? –