Chullin 260

Kapitel 260

א אי אגואי קא מעייל חולין לעזרה הלכך לא אפשר
1 und wenn innerhalb, so bringt man ja Profanes in den Tempelhof. Wozu ist nun, wo dies nicht möglich ist, [das Wort] <i>dies</i> nötig!? –
ב אלא זה למה לי לכדרב חסדא דאמר רב חסדא המזיק מתנות כהונה או שאכלן פטור מלשלם
2 Wegen einer Lehre R. Ḥisdas, denn R. Ḥisda sagte, wer die Priestergaben beschädigt oder aufgegessen hat, sei ersatzfrei.
ג גופא אמר רב חסדא המזיק מתנות כהונה או שאכלן פטור מלשלם מאי טעמא איבעית אימא דכתיב זה ואיבעית אימא משום דהו"ל ממון שאין לו תובעים
3 Der Text. R. Ḥisda sagte: Wer die Priestergaben beschädigt oder aufgegessen hat, ist ersatzfrei. – Aus welchem Grunde? – Wenn du willst, sage ich: weil es <i>dies</i> heißt, und wenn du willst, sage ich: weil es Geld ist, das keine Kläger hat.
ד מיתיבי (דברים יח, ג) וזה יהיה משפט הכהנים מלמד שהמתנות דין למאי הלכתא לאו להוציאן בדיינין לא לחולקן בדיינין
4 Man wandte ein: <i>dies ist das Recht der Priester</i>, dies lehrt, daß die Priestergaben Rechtskraft haben. Doch wohl in der Beziehung, daß sie durch Richter einklagbar sind!? – Nein, daß sie durch Richter zu verteilen sind.
ה וכדרב שמואל בר נחמני דאמר רב שמואל בר נחמני אמר רבי יונתן מנין שאין נותנין מתנה לכהן ע"ה שנאמר (דברי הימים ב לא, ד) ויאמר לעם ליושבי ירושלים לתת מנת לכהנים וללוים למען יחזקו בתורת ה' כל המחזיק בתורת ה' יש לו מנת ושאינו מחזיק בתורת ה' אין לו מנת
5 Dies nach R. Šemuél b. Naḥmani, denn R. Šemuél b. Naḥmani sagte im Namen R. Jonathans: Woher, daß man einem Priester aus dem gemeinen Volke keine Gabe verabreiche? Es heißt: <i>und er gebot dem Volke, den Bewohnern Jerušalems, den Priestern und den Leviten den ihnen gebührenden Anteil zu liefern, damit sie am Gesetze des Herrn festhalten</i>; wer am Gesetze des Herrn festhält, erhält einen Anteil, und wer am Gesetze des Herrn nicht festhält, erhält keinen Anteil. –
ו ת"ש ר' יהודה בן בתירא אומר משפט מלמד שהמתנות דין יכול אפי' חזה ושוק דין ת"ל זה
6 Komm und höre: R. Jehuda b. Bethera sagte: <i>Recht</i>, dies lehrt, daß die Priestergaben Rechtskraft haben; man könnte glauben, auch Brust und Schenkel haben Rechtskraft, so heißt es <i>dies</i>.
ז למאי אילימא לחולקו בדיינין אטו חזה ושוק לאו בדיינין מיחלקו אלא לאו להוציא בדיינין
7 In welcher Hinsicht: wollte man sagen, daß sie durch Richter zu verteilen sind, so werden ja auch Brust und Schenkel durch Richter verteilt; doch wohl, daß sie durch Richter einklagbar sind!? –
ח הכא במאי עסקינן דאתו לידיה אי דאתו לידיה מאי למימרא דאתו לידיה בטבלייהו וקסבר האי תנא מתנות שלא הורמו כמי שהורמו דמיין
8 Hier handelt es sich um den Fall, wenn sie bereits in seinen Besitz gekommen sind. – Wozu braucht es von dem Falle, wenn sie bereits in seinen Besitz gekommen sind, gelehrt zu werden!? – Wenn sie ungesondert in seinen Besitz gekommen sind, und dieser Autor ist der Ansicht, die noch nicht abgehobenen Gaben gelten als bereits abgehoben. –
ט תא שמע בעל הבית שהיה עובר ממקום למקום וצריך ליטול לקט שכחה ופאה ומעשר עני נוטל ולכשיחזור ישלם דברי רבי אליעזר
9 Komm und höre: Wenn ein Besitzender von Ort zu Ort wandert und genötigt ist, Nachlese, Vergessenes, Eckenlaß und Armenzehnten zu nehmen, so nehme er, und wenn er heimkehrt, ersetze er es – so R. Elie͑zer!?
י אמר רב חסדא מדת חסידות שנו כאן אמר רבא תנא תני ישלם ואת אמרת מדת חסידות שנו כאן ועוד מדרבי אליעזר ליקום וליתוב
10 R. Ḥisda erwiderte: Hier lehrten sie einen Akt der Frömmigkeit. Raba sprach: Der Autor lehrt, er müsse ersetzen und du sagst, hier lehrten sie einen Akt der Frömmigkeit!? Ferner wird der Einwand nicht aus der Ansicht R. Elie͑zers erhoben,
יא אלא מסיפא וחכמים אומרים עני היה באותה שעה טעמא דעני הא עשיר משלם
11 sondern aus dem Schlußsätze: die Weisen sagen, er war dann arm. Nur aus dem Grunde, weil er arm war, ein Reicher aber muß ersetzen;
יב אמאי ליהוי כמזיק מתנות כהונה או שאכלן אמר רב חסדא מדת חסידות שנו כאן
12 weshalb denn, dies ist ja ebenso, als wenn jemand Priestergaben beschädigt oder auf gegessen hat!? R. Ḥisda erwiderte: Hier lehrten sie einen Akt der Frömmigkeit. –
יג תא שמע מנין לבעל הבית שאכל פירותיו טבלין וכן לוי שאכל מעשרותיו טבלים מנין שפטור מן התשלומין ת"ל (ויקרא כב, טו) ולא יחללו את קדשי בני ישראל אשר ירימו אין לך בהן אלא משעת הרמה ואילך
13 Komm und höre: Woher, daß der Eigentümer, wenn er seine Früchte unverzehntet gegessen hat, desgleichen ein Levite, wenn er seinen Zehnten unverzehntet gegessen hat, ersatzfrei ist? Es heißt: <i>sie sollen nicht entweihen die heiligen Gaben der Kinder Jisraél, die sie abheben</i>; sie haben Anspruch darauf erst nach dem Abheben.
יד הא משעת הרמה ואילך מיהא משלם אמאי ליהוי כמזיק מתנות כהונה או שאכלן הכא נמי
14 Demnach ist er, wenn nach dem Abheben, ersatzpflichtig; weshalb denn, dies ist ja ebenso, als wenn jemand Priestergaben beschädigt oder gegessen hat!? – Hier ebenfalls