Chullin 29

Kapitel 29

א כל נרות של מתכת מטלטלין חוץ מן הנר שהדליקו בו באותה שבת
1 man dürfe jede Leuchte aus Metall umhertragen, ausgenommen eine am selben Šabbath benutzte. –
ב ודלמא שאני התם דהוא דחי ליה בידים
2 Vielleicht ist es da anders, weil man sie mit Vorsatz verdrängt hat!?
ג אלא אמר רב אשי רבי יהודה דמבשל היא דתנן המבשל בשבת בשוגג יאכל במזיד לא יאכל דברי רבי מאיר
3 Vielmehr, erklärte R. Aši, es ist [die Lehre] R. Jehudas vom Kochen. Wir haben nämlich gelernt: Hat jemand unvorsätzlich am Šabbath gekocht, so darf er es essen, wenn aber vorsätzlich, so darf er es nicht essen – so R. Meír.
ד רבי יהודה אומר בשוגג יאכל במוצאי שבת במזיד לא יאכל עולמית
4 R. Jehuda sagt, wenn unvorsätzlich, dürfe er es nach dem Šabbath essen, wenn vorsätzlich, dürfe er es niemals essen.
ה רבי יוחנן הסנדלר אומר בשוגג יאכל למוצאי שבת לאחרים ולא לו במזיד לא יאכל עולמית לא לו ולא לאחרים
5 R. Joḥanan der Schuster sagt, wenn unvorsätzlich, dürfen andere es nach dem Šabbath essen, er selber aber nicht, wenn vorsätzlich, dürfe man es niemals essen, weder er selber noch andere. –
ו ונוקמה במזיד ורבי מאיר
6 Sollten sie sie doch auf den Fall der Vorsätzlichkeit beziehen, nach R. Meír!? –
ז לא סלקא דעתך דקתני דומיא דיום הכפורים מה יום הכפורים לא שנא בשוגג ולא שנא במזיד לא אכיל אף הכא נמי לא שנא בשוגג ולא שנא במזיד לא אכיל
7 Dies ist nicht einleuchtend, denn er lehrt es [vom Šabbat] ebenso wie vom Versöhnungstage: wie man es am Versöhnungstage nicht essen darf, einerlei ob es unvorsätzlich oder vorsätzlich erfolgt ist, ebenso darf man es [am Šabbath] nicht essen, einerlei ob es unvorsätzlich oder vorsätzlich erfolgt ist. –
ח ומי מצית מוקמת לה בשוגג ורבי יהודה והא אף על פי שמתחייב בנפשו קתני הכי קאמר אע"פ דבמזיד מתחייב בנפשו הוא הכא דבשוגג שחיטתו כשרה
8 Wieso kannst du es auf den Fall der Unvorsätzlichkeit beziehen, nach R. Jehuda, er lehrt ja: obgleich man das Leben verwirkt hat!? – Er meint es wie folgt: obgleich man, wenn es vorsätzlich erfolgt, das Leben verwirkt, dennoch ist unvorsätzlich die Schlachtung gültig. –
ט ונוקמה כרבי יוחנן הסנדלר דאמר לא שנא בשוגג ולא שנא במזיד לא אכיל רבי יוחנן הסנדלר קמפליג במוצאי שבת לאחרים ולא לו תנא דידן שחיטתו כשרה קתני לא שנא לו ולא שנא לאחרים
9 Sollten sie sie R. Joḥanan dem Schuster addizieren, welcher sagt, er dürfe es nicht essen, einerlei ob es unvorsätzlich oder vorsätzlich erfolgt ist!? – R. Joḥanan der Schuster unterscheidet zwischen ihm selbst und anderen hinsichtlich [des Essens] nach dem Šabbath, unser Autor aber lehrt, die Schlachtung sei gültig, einerlei ob für ihn selbst oder für andere.
י תני תנא קמיה דרב המבשל בשבת בשוגג יאכל במזיד לא יאכל ומשתיק ליה רב
10 Ein Jünger lehrte vor Rabh: Hat jemand am Šabbath unvorsätzlich gekocht, so darf er es essen, wenn vorsätzlich, so darf er es nicht essen. Da hieß Rabh ihn schweigen. –
יא מאי טעמא משתיק ליה אילימא משום דסבירא ליה כרבי יהודה ותנא תני כרבי מאיר משום דסבירא ליה כרבי יהודה מאן דתני כרבי מאיר משתיק ליה
11 Weshalb hieß er ihn schweigen: wollte man sagen, weil er der Ansicht R. Jehudas ist, während der Jünger nach R. Meír lehrte, so sollte er denn, weil er der Ansicht R. Jehudas ist, jeden, der nach R. Meír lehrt, schweigen heißen!?
יב ועוד מי סבר לה כרבי יהודה והאמר רב חנן בר אמי כי מורי להו רב לתלמידיה מורי להו כר' מאיר וכי דריש בפירקא דריש כרבי יהודה משום עמי הארץ
12 Und ist er denn ferner der Ansicht R. Jehudas, R. Ḥanan b. Ami sagte ja, wenn Rabh seinen Schülern eine Entscheidung traf, entschied er ihnen nach R. Meír, und wenn er den öffentlichen Vortrag hielt, trug er nach R. Jehuda vor, wegen der Leute aus dem gemeinen Volke!?
יג וכי תימא תנא בפירקיה תנא קמיה אטו כולי עלמא לתנא צייתי לאמורא צייתי
13 Wolltest du erwidern, der Jünger habe es vor ihm öffentlich vorgetragen, so hört ja das Publikum nicht auf den Jünger, sondern auf den Dolmetsch!?
יד אמר רב נחמן בר יצחק תנא שוחט תנא קמיה דרב השוחט בשבת בשוגג יאכל במזיד לא יאכל אמר ליה מאי דעתיך כרבי מאיר עד כאן לא קשרי רבי מאיר אלא במבשל דראוי לכוס אבל שוחט דאין ראוי לכוס לא
14 R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Der Jünger lehrte es vor Rabh vom Schlachten: hat jemand am Šabbath unvorsätzlich geschlachtet, so darf er es essen, wenn vorsätzlich, so darf er es nicht essen. Dieser aber erwiderte ihm: Wohl nach R. Meír, aber R. Meír erlaubt es nur beim Kochen, weil es auch vorher zum Kauen geeignet war, nicht aber beim Schlachten, wo es vorher auch zum Kauen ungeeignet war. –
טו והא מתניתין דשוחט הוא ואמר רב הונא דרש חייא בר רב משמיה דרב אסורה באכילה ליומא ונסבין חבריא למימר רבי יהודה היא הא רבי מאיר שרי
15 Unsere Mišna spricht ja vom Schlachten, dennoch sagte R. Hona, Ḥija b. Rabh trug im Namen Rabhs vor, es sei am selben Tage zum Essen verboten, und die Genossen sagten, dies gelte nach R. Jehuda, demnach ist es nach R. Meír erlaubt!? –
טז כי שרי רבי מאיר
16 R. Meír erlaubt es nur in dem Falle,