Chullin 28

Kapitel 28

א התם כדקתני טעמא אמרו לו לרבי מאיר אי אתה מודה שמא יבקע הנוד ונמצא שותה טבלים למפרע אמר להן לכשיבקע
1 Aber da wird ja auch der Grund angegeben: Sie sprachen zu R. Meír: Pflichtest du etwa nicht bei, daß, wenn der Schlauch platzt, er rückwirkend Unverzehntetes getrunken haben wird? Er erwiderte ihnen: Wenn der Schlauch platzt. –
ב אלא מדתני איו
2 Vielmehr, dies ist aus einer Lehre Ajos zu entnehmen,
ג דתני איו רבי יהודה אומר אין אדם מתנה על שני דברים כאחד אלא אם בא חכם למזרח עירובו למזרח למערב עירובו למערב ואילו לכאן ולכאן לא
3 denn Ajo lehrte: R. Jehuda sagt, niemand könne sich bedingungsweise zwei Eventualitäten gleichzeitig vorbehalten; kommt vielmehr der Gelehrte aus der Ostseite, so ist sein E͑rub nach Osten gültig, und wenn aus der Westseite, so ist sein E͑rub nach Westen gültig, jedoch nicht da und dort. –
ד והוינן בה מאי שנא לכאן ולכאן דלא דאין ברירה מזרח ומערב נמי אין ברירה
4 Dagegen wandten wir ja aber ein: Da und dort wohl deshalb nicht, weil es keine fiktive Feststellung gibt, ebenso sollte es keine fiktive Feststellung geben, auch wenn nach Osten oder Westen!?
ה ואמר רבי יוחנן וכבר בא חכם
5 Und R. Joḥanan erwiderte: Wenn der Gelehrte bereits eingetroffen war!?
ו אלא אמר רב יוסף רבי יהודה דכלים היא דתנן כל הכלים הניטלין בשבת שבריהן ניטלין ובלבד שיהו עושין מעין מלאכה שברי עריבה לכסות בהן פי חבית שברי זכוכית לכסות בהן פי הפך
6 Vielmehr, erklärte R. Joseph, es ist [die Lehre] R. Jehudas von den Gefäßen. Wir haben nämlich gelernt: Von Gefäßen, die man am Šabbath fortbewegen darf, darf man auch Bruchstücke fortbewegen, nur müssen sie irgend eine Verwendung haben: Bruchslücke einer Mulde, zum Zudecken eines Fasses, Glasscherben, zum Zudecken eines Krügleins.
ז רבי יהודה אומר ובלבד שיהו עושין מעין מלאכתן שברי עריבה לצוק לתוכן מקפה שברי זכוכית לצוק לתוכן שמן
7 R. Jehuda sagt, nur wenn sie eine ähnliche Verwendung haben: Bruchstücke einer Mulde, zum Hieneingießen von Brei, Glasscherben, zum Hineingießen von Öl.
ח מעין מלאכתן אין מעין מלאכה אחרת לא אלמא כיון דלא איתכן מאתמול להך מלאכה אסירי הכא נמי כיון דלא איתכן מאתמול אסורה
8 Nur eine ähnliche Verwendung, nicht aber, wenn eine andere Verwendung. Sie sind also verboten, weil sie am Tage vorher für diese Verwendung nicht bestimmt waren, ebenso ist es auch hierbei verboten, weil es am Tage vorher nicht dafür bestimmt war.
ט אמר ליה אביי מי דמי התם מעיקרא כלי והשתא שבר כלי והוה ליה נולד ואסור הכא מעיקרא אוכלא ולבסוף אוכל אוכלא דאיפרת הוא
9 Abajje sprach zu ihm: Es ist ja nicht gleich, da war es vorher ein Gefäß und nachher ist es ein Bruchstück eines Gefäßes, also Neuentstandenes, und daher verboten, hierbei aber war es vorher eine Speise und nachher ist es eine Speise, eine Speise, die getrennt worden ist,
י ושמעינן ליה לרבי יהודה דאמר אוכלא דאיפרת שפיר דמי דתנן אין סוחטין את הפירות להוציא מהן משקין ואם יצאו מעצמן אסורין
10 und wir wissen von R. Jehuda, daß er der Ansicht ist, die [am Šabbath] getrennte Speise sei erlaubt!? Wir haben nämlich gelernt: Man darf [am Šabbath] keine Früchte ausdrücken, um den Saft zu gewinnen, und auch wenn er von selbst abfließt, ist er verboten.
יא רבי יהודה אומר אם לאוכלין היוצא מהן מותר ואם למשקין היוצא מהן אסור
11 R. Jehuda sagt, sind sie zum Essen bestimmt, sei das, was abfließt, erlaubt, und wenn zur [Gewinnung von] Saft, sei das, was abfließt, verboten. –
יב לאו אתמר עלה אמר רב יהודה אמר שמואל מודה היה רבי יהודה לחכמים בסלי זיתים וענבים
12 Hierzu wurde ja gelehrt: R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls, R. Jehuda pflichte den Weisen bei Oliven und Trauben bei.
יג אלמא כיון דלסחיטה קיימי יהיב דעתיה הכא נמי כיון דלשחיטה קיימא יהיב דעתיה
13 Wir sehen also, daß man mit dem, was zum Auspressen bestimmt ist, rechnet, ebenso rechnet man damit auch hierbei, da [das Vieh] zum Schlachten bestimmt ist. –
יד מידי הוא טעמא אלא לרב האמר רב חלוק היה רבי יהודה אפילו בסלי זיתים וענבים
14 Dies gilt ja nur nach Rabh, und Rabh sagt ja, R. Jehuda streite auch bei Oliven und Trauben!?
טו אלא אמר רב ששת בריה דרב אידי רבי יהודה דנרות היא דתניא מטלטלין נר חדש אבל לא ישן דברי רבי יהודה
15 Vielmehr, erklärte R. Šešeth, Sohn des R. Idi, es ist [die Lehre] R. Jehudas von der Leuchte. Es wird nämlich gelehrt: Man darf [am Šabbath] eine neue Leuchte umhertragen, nicht aber eine gebrauchte – so R. Jehuda. –
טז אימר דשמעת ליה לרבי יהודה במוקצה מחמת מיאוס מוקצה מחמת איסור מי שמעת ליה אין דתנן רבי יהודה אומר
16 Allerdings sagt dies R. Jehuda vom aus Schmutzigkeit Abgesonderten, ist er dieser Ansicht, etwa auch beim des Verbotes wegen Abgesonderten!? – Allerdings, denn wir haben gelernt: R. Jehuda sagte,