Chullin 61

Kapitel 61

א גידפי דמיפרמי
1 Man sah, daß die Federn durchgeschnitten waren. –
ב והא בעי כסוי וכי תימא דמכסו ליה והאמר רבי זירא אמר רב השוחט צריך שיתן עפר למטה ועפר למעלה שנאמר (ויקרא יז, יג) וכסהו בעפר עפר לא נאמר אלא בעפר מלמד שהשוחט צריך שיתן עפר למטה ועפר למעלה
2 [Das Blut] muß ja bedeckt werden!? Wolltest du erwidern, sie hatten es bedeckt, so sagte ja R. Zera im Namen Rabhs, der Schlachtende müsse unten und oben Erde streuen, denn es heißt: <i>er bedecke es in</i> <i>Erde;</i> es heißt nicht ‘[mit] Erde’, sondern ‘in Erde’, und dies lehre, daß der Schlachtende unten und oben Erde streuen müsse!? –
ג דמזמין ליה לעפר דכולה פתקא:
3 Er hatte Erde über das ganze Tal gestreut.
ד היה שוחט והתיז [וכו']: אמר רבי זירא מלא צואר וחוץ לצואר
4 H<small>AT MAN BEIM</small> S<small>CHLACHTEN</small> &amp;<small>C</small>. <small>ABGETRENNT.</small> R. Zera sagte: Eine Halslänge außer dem Halse.
ה איבעיא להו מלא צואר וחוץ לצואר כמלא צואר דהוו לה תרי צוארי או דלמא מלא צואר וחוץ לצואר משהו
5 Sie fragten: Eine Halslänge und noch eine Halslänge außer dem Halse, das sind somit zwei Halslängen, oder eine Halslänge und etwas über die Halslänge? –
ו תא שמע היה שוחט והתיז שני ראשין בבת אחת אם יש לסכין מלא צואר אחד כשר מאי מלא צואר אחד אילימא מלא צואר אחד ותו לא השתא בבהמה אחת בעינן מלא צואר וחוץ לצואר בשתי בהמות סגי להו כמלא צואר אחד אלא פשיטא מלא צואר חוץ לשני צוארין
6 Komm und höre: Hat man beim Schlachten mit einem Zuge zwei Köpfe abgetrennt, so ist es, wenn das Messer eine Halslänge hat, gültig. Was heißt ‘eine Halslänge’: wollte man sagen, eine Halslänge und nicht mehr, wieso sollte, wenn bei einem Vieh eine Halslänge und etwas darüber erforderlich ist, bei zweien eine Halslänge ausreichen!? Vielmehr ist darunter eine Halslänge außer den beiden Hälsen zu verstehen,
ז ש"מ מלא צואר חוץ לצואר ש"מ:
7 hieraus ist zu entnehmen, daß eine Halslänge außer der Hals[breite] zu verstehen sei. Schließe hieraus.
ח בד"א בזמן שהוליך ולא הביא וכו': אמר רב מנשה באיזמל שאין לו קרנים
8 D<small>IES NUR IN DEM</small> F<small>ALLE, WENN MAN HIN- UND NICHT HERGEFAHREN IST</small> &amp;<small>C</small>. R. Menaše sagte: Mit einem Schnitzmesserchen, das keine Parierspitzen hat.
ט אמר ליה רב אחא בריה דרב אויא לרב מנשה מחטא מאי אמר ליה מחטא מבזע בזע
9 R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, fragte R. Menaše: Wie ist es mit einer Nadel? Dieser erwiderte: Eine Nadel reißt ja. –
י מחטא דאושכפי מאי אמר ליה תנינא אפילו כל שהוא מאי לאו מחטא דאושכפי לא איזמל איזמל בהדיא קתני לה פרושי קא מפרש מאי כל שהו איזמל
10 Wie ist es mit einer Schusterahle? Dieser erwiderte: Wir haben gelernt: womit es auch ist, doch wohl auch eine Schusterahle. – Nein, ein Schnitzmesserchen. – Von einem Schnitzmesserchen lehrt er es ja ausdrücklich!? – Dies ist eine Erklärung: womit es auch ist, nämlich ein Schnitzmesserchen.
יא ה"נ מסתברא דאי ס"ד מחטא דאושכפי השתא מחטא דאושכפי שריא איזמל מיבעיא איזמל אצטריכא ליה ס"ד אמינא ליגזר איזמל שאין לו קרנים אטו איזמל שיש לו קרנים קא משמע לן:
11 Dies ist auch einleuchtend; wollte man sagen, auch eine Schusterahle, so brauchte es ja, wenn sogar eine Schusterahle tauglich ist, nicht von einem Schnitzmesserchen gelehrt zu werden. – Von einem Schnitzmesserchen ist dies [zu lehren] nötig; man könnte glauben, es sei mit einem Schnitzmesserchen ohne Parierspitzen verboten, mit Rücksicht auf ein solches mit Parierspitzen, so lehrt er uns.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> נפלה סכין ושחטה אע"פ ששחטה כדרכה פסולה שנאמר (דברים כז, ז) וזבחת ואכלת מה שאתה זובח אתה אוכל:
12 <b>H</b><small>AT EIN</small> M<small>ESSER IM</small> H<small>ERABFALLEN GESCHLACHTET, SO IST ES, SELBST WENN ES RICHTIG GESCHLACHTET HAT, UNGÜLTIG, DENN ES HEISST</small>: <i>sollst du schlachten und essen,</i> <small>WAS</small> <i>du</i> <small>SCHLACHTEST, DARFST DU ESSEN</small>.
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> טעמא דנפלה הא הפילה הוא כשרה ואע"ג דלא מיכוין
13 GEMARA. Nur wenn es herabgefallen ist, hat man es herabgeworfen, so ist es gültig, obgleich man [die Schlachtung] nicht beabsichtigt hat;
יד מאן תנא דלא בעינן כוונה לשחיטה אמר רבא ר' נתן היא דתני אושעיא זעירא דמן חבריא זרק סכין לנועצה בכותל והלכה ושחטה כדרכה ר' נתן מכשיר וחכמים פוסלים הוא תני לה והוא אמר לה הלכה כר' נתן
14 wer ist der Autor, welcher sagt, beim Schlachten sei die Absicht nicht erforderlich? Raba erwiderte: Es ist R. Nathan. Oša͑ja, der kleinste unter den Genossen, lehrte nämlich: Wenn man ein Messer geworfen hat, um es in die Wand zu stecken, und es im Fluge die Schlachtung richtig vollzogen hat, so ist es nach R. Nathan gültig und nach den Weisen ungültig. Er lehrte es, und er sagte auch, die Halakha sei wie R. Nathan. –
טו והא אמרה רבא חדא זימנא דתנן וכולן ששחטו ואחרים רואין אותן שחיטתן כשרה ואמרינן מאן תנא דלא בעי כוונה לשחיטה ואמר רבא רבי נתן היא
15 Dies sagte ja Raba bereits einmal!? – Wir haben nämlich gelernt: Wenn sie alle geschlachtet und andere sie beobachtet haben, so ist ihre Schlachtung gültig. Und auf unsre Frage, wer der Autor sei, welcher sagt, beim Schlachten sei die Absicht nicht erforderlich, erwiderte Raba, er sei R. Nathan!? –
טז צריכא דאי אשמועינן התם משום דקא מיכוין לשום חתיכה בעולם אבל הכא דלא קא מיכוין אימא לא
16 Beides ist nötig. Würde er es nur dort gelehrt haben, so könnte man glauben, dies gelte nur dort, wo er das Schneiden beabsichtigt hat, nicht aber hierbei, wo er es nicht beabsichtigt hat.
יז ואי אשמעינן הכא משום דקאתי מכח בן דעת אבל התם דלא קאתי מכח בן דעת אימא לא צריכא:
17 Und würde er es nur hierbei gelehrt haben, so könnte man glauben, weil es durch einen Verständigen erfolgt ist, nicht aber dort, wo es nicht durch einen Verständigen erfolgt ist. Daher ist beides nötig.
יח אתמר נדה שנאנסה וטבלה אמר רב יהודה אמר רב טהורה לביתה ואסורה לאכול בתרומה ור' יוחנן אמר אף לביתה לא טהרה
18 Es wurde gelehrt: Ist eine Menstruierende zwangsweise untergetaucht, so ist sie, wie R. Jehuda im Namen Rabhs sagt, rein für ihren Mann, darf aber keine Hebe essen, und wie R. Joḥanan sagt, auch nicht rein für ihren Mann.
יט א"ל רבא לר"נ לרב דאמר טהורה לביתה ואסורה לאכול בתרומה עון כרת הותרה איסור מיתה מיבעיא
19 Raba sprach zu R. Naḥman: Wenn nach Rabh, welcher sagt, sie sei rein für ihren Mann, dürfe aber keine Hebe essen, das mit der Ausrottungsstrafe belegte Verbot aufgehoben wird, um wieviel mehr sollte dies vom mit der Todesstrafe belegten Verbote gelten!?
כ אמר ליה בעלה חולין הוא וחולין לא בעי כוונה ומנא תימרא דתנן גל שנתלש ובו ארבעים סאה ונפל על האדם ועל הכלים טהורין מאי לאו אדם דומיא דכלים מה כלים דלא מיכווני אף אדם נמי לא בעי כוונה
20 Dieser erwiderte: Ihr Mann ist eine profane Person, und bei Profanem ist die Absicht nicht erforderlich..– Woher entnimmst du dies? – Wir haben gelernt: Wenn eine Welle von vierzig Seá sich löst und auf einen Menschen oder auf Geräte fällt, so sind sie rein. Dies gilt wohl vom Menschen ebenso wie von Geräten: wie bei Geräten die Absicht fehlt, ebenso ist auch bei einem Menschen die Absicht nicht erforderlich. –
כא ממאי דלמא ביושב ומצפה עסקינן אימתי יתלש הגל
21 Wieso denn, vielleicht in dem Falle, wenn man dasitzt und wartet, daß die Welle sich löse.