Chullin 70

Kapitel 70

א שמא תשב עליהן אשתו נדה אבל בפירי לא אמרינן ורבי יצחק בפירי נמי אמר
1 hierbei ist es anders, da zu berücksichtigen ist, seine menstruierende Frau könnte darauf gesessen haben, bei Früchten aber gilt dies nicht.
ב מתיב רבי ירמיה מדיפתי ומי אמרינן בפירי והתנן אם אמר הפרשתי לתוכה רביעית קדש נאמן ולא קא מטמא ליה תרומה לקדש ואי אמרת טהרתה טומאה היא אצל הקדש תטמא תרומה לקדש
2 R. Jirmeja aus Diphte wandte ein: Gilt dies denn von Früchten, wir haben ja gelernt, wenn er sagt, er habe darin ein Viertel[log] als Heiliges bestimmt, sei er glaubwürdig. Die Hebe macht somit das Heilige nicht unrein. Wenn du nun sagst, deren Reinheit gelte dem Heiligen gegenüber als Unreinheit, sollte doch die Hebe das Heilige unrein machen!?
ג א"ל טומאה בחבורין קאמרת טומאה בחבורין שאני דמגו דמהימן אקדש מהימן נמי אתרומה
3 (Jener erwiderte:) Von der Unreinheit bei Verbundenem ist nichts zu beweisen; da er hinsichtlich des Heiligen glaubwürdig ist, ist er auch hinsichtlich der Hebe glaubwürdig.
ד מתיב רב הונא בר נתן השני שבחולין מטמא משקה חולין ופוסל אוכלי תרומה והשלישי מטמא משקה קדש ופוסל אוכלי קדש בחולין שנעשו על טהרת הקדש
4 R. Hona b. Nathan wandte ein: Das zweitgradig [Unreine] macht bei Profanem Flüssigkeiten unrein, und Personen, die Hebe essen, hierfür untauglich, und das drittgradige macht bei Heiligem Flüssigkeiten unrein, und Personen, die Heiliges essen, hierfür untauglich; dies gilt von Profanem, das in Reinheit des Heiligen zubereitet worden ist!? –
ה תנאי היא דתניא חולין שנעשו על טהרת קדש הרי הן כחולין
5 Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Profanes, das in Reinheit des Heiligen zubereitet worden ist, gleicht Profanem;
ו ר"א ברבי צדוק אומר הרי הן כתרומה לטמא שנים ולפסול אחד:
6 R. Elie͑zer b. Çadoq sagt, es gleiche der Hebe, indem es zweimal unrein und einmal untauglich macht.
ז ר"ש אומר הוכשרו בשחיטה: אמר רב אסי אומר היה ר"ש שחיטתו מכשרת ולא דם
7 R. Š<small>IMO͑N SAGT, SIE SEIEN DURCH DIE</small> S<small>CHLACHTUNG BEFÄHIGT WORDEN.</small> R. Asi sagte: R. Šimo͑n ist der Ansicht, nur die Schlachtung mache es befähigt und nicht das Blut.
ח לימא מסייע ליה ר"ש אומר הוכשרו בשחיטה מאי לאו בשחיטה ולא בדם לא אף בשחיטה
8 Ihm wäre eine Stütze zu erbringen: R. Šimo͑n sagt, sie seien durch die Schlachtung befähigt worden. Doch wohl nur durch die Schlachtung und nicht durch das Blut. – Nein, auch durch die Schlachtung. –
ט ת"ש אמר להן ר"ש וכי הדם מכשיר והלא שחיטה מכשרת ה"ק להן וכי דם בלבד מכשיר אף שחיטה נמי מכשרת
9 Komm und höre: R. Šimo͑n sprach zu ihnen: Macht denn das Blut befähigt, die Schlachtung macht es ja befähigt!? – Er meint es wie folgt: macht es denn das Blut allein befähigt, auch die Schlachtung macht es befähigt. –
י ת"ש ר"ש אומר דם המת אינו מכשיר מאי לאו הא דם שחיטה מכשיר לא הא דם חללים מכשיר אבל דם שחיטה מאי לא מכשיר
10 Komm und höre: R. Šimo͑n sagt, das Blut eines Toten mache nicht befähigt. Wahrscheinlich macht das Blut der Schlachtung wohl befähigt!? – Nein, das Blut eines Erschlagenen macht befähigt. –
יא לישמעינן דם שחיטה וכ"ש דם המת דם המת איצטריכא ליה ס"ד אמינא מה לי קטליה איהו מה לי קטליה מלאך המות קמ"ל
11 Wenn demnach das Blut der Schlachtung nicht befähigt macht, so sollte er es doch vom Blute der Schlachtung lehren, und um so mehr würde dies vom Blute eines Toten gelten!? – Vom Blute eines Toten ist dies [zu lehren] nötig; man könnte glauben, es sei einerlei, ob [ein Mensch] oder der Würgengel es getötet hat, so lehrt er uns. –
יב ת"ש ר"ש אומר דם מגפתו אינו מכשיר מאי לאו הא דם שחיטה מכשיר לא הא דם חללים מכשיר אבל דם שחיטה מאי לא מכשיר
12 Komm und höre: R. Šimo͑n sagt, das Blut einer Verletzung mache nicht befähigt. Wahrscheinlich macht das Blut der Schlachtung wohl befähigt!? – Nein, das Blut eines Erschlagenen macht befähigt. – Wenn demnach das Blut der Schlachtung nicht befähigt macht,
יג לשמעינן דם שחיטה וכ"ש דם מגפתו דם מגפתו איצטריכא ליה ס"ד אמינא מה לי קטליה כולה מה לי קטליה פלגא
13 so sollte er es doch vom Blute der Schlachtung lehren, und um so mehr würde dies vom Blute einer Verletzung gelten!? – Vom Blute einer Verletzung ist dies [zu lehren] nötig; man könnte glauben, es sei einerlei, ob man es vollständig oder nur zur Hälfte getötet hat. –
יד ומאי שנא דם חללים דמכשיר דכתיב (במדבר כג, כד) ודם חללים ישתה
14 Das Blut eines Erschlagenen macht wohl deshalb befähigt, weil es heißt: <i>und das Blut der Erschlagenen wird er trinken,</i>
טו דם שחיטה נמי כתיב (דברים יב, טז) על הארץ תשפכנו כמים ההוא למישרי דמן דפסולי המוקדשין בהנאה הוא דאתא
15 und auch vom Blute der Schlachtung heißt es ja: <i>auf die Erde gieße es wie Wasser</i>!? – Dies deutet darauf, daß das Blut der untauglichen Opfer zur Nutznießung erlaubt sei.