Chullin 78

Kapitel 78

א מקום שאין מחשבה פוסלת בחולין אלא בשתי עבודות אינו דין שלא יהא הכל הולך אלא אחר השוחט
1 einem Falle, wo die Absicht nur bei zwei Verrichtungen untauglich macht, bei Profanem, nur nach dem Schlachtenden.
ב תניא כוותיה דרבי יוחנן השוחט את הבהמה לזרוק דמה לעבודת כוכבים ולהקטיר חלבה לעבודת כוכבים הרי אלו זבחי מתים שחטה ואח"כ חישב עליה זה היה מעשה בקיסרי ולא אמרו בה לא איסור ולא היתר
2 Es gibt eine Lehre übereinstimmend mit R. Joḥanan: Hat man ein Vieh geschlachtet in der Absicht, das Blut für einen Götzen zu sprengen oder das Fett für einen Götzen auf zuräuchern, so ist es ein Totenopfer. Hat man geschlachtet und dies nachher beabsichtigt, so ist dies ein Fall, wie er sich einst in Cäsarea ereignete, und sie sagten hierzu weder ‘erlaubt’ noch ‘verboten’.
ג אמר רב חסדא לא אמרו בה איסור משום כבודן דרבנן לא היתר משום כבודו דרבי אליעזר
3 R. Ḥisda sagte: Sie sagten nicht ‘verboten’, wegen der Ehrung der Rabbanan, und nicht ‘erlaubt’, wegen der Ehrung R. Elie͑zers. —
ד ממאי דלמא עד כאן לא קאמרי רבנן התם אלא דלא שמענא דחשיב אבל הכא דשמענא דחשיב הוכיח סופו על תחלתו
4 Wieso dies, vielleicht sind die Rabbanan dieser Ansicht nur in jenem Falle, wo man von ihm nicht weiß, daß er es beabsichtigt, hierbei aber, wo man von ihm weiß, daß er es beabsichtigt, sei der Schluß für den Anfang entscheidend!?
ה אי נמי ע"כ לא קאמר ר"א התם אלא גבי עובד כוכבים דסתם מחשבת עובד כוכבים לעבודת כוכבים אבל ישראל הוכיח סופו על תחלתו לא אמרינן
5 Oder auch: R. Elie͑zer ist dieser Ansicht nur in jenem Falle, bei einem Nichtjuden, weil ein Nichtjude gewöhnlich an seinen Götzen denkt, bei einem Jisraéliten aber sage man nicht, der Schluß sei für den Anfang entscheidend!?
ו אלא אמר רב שיזבי לא אמרו בה היתר משום כבודו דרשב"ג הי רשב"ג
6 Vielmehr, erklärte R. Šezbi, sie sagten nicht ‘erlaubt’, wegen der Ehrung des R. Šimo͑n b. Gamliél. — Welche [Lehre des] R. Šimo͑n b. Gamliél ist hier gemeint,
ז אילימא רשב"ג דגיטין דתנן הבריא שאמר כתבו גט לאשתי רצה לשחק בה
7 wollte man sagen, die Lehre des R. Šimo͑n b. Gamliél vom Scheidebriefe, denn wir haben gelernt: Wenn ein Gesunder gesagt hat, daß man ihm für seine Frau einen Scheidebrief schreibe, so wollte er sie nur anführen.
ח ומעשה בבריא שאמר כתבו גט לאשתי ועלה לגג ונפל ומת אמר רשב"ג אם מעצמו נפל ה"ז גט ואם הרוח דחתו אינו גט
8 Einst sagte ein Gesunder, daß man ihm für seine Frau einen Scheidebrief schreibe, und als er später auf ein Dach stieg, stürzte er ab, und starb. Da entschied R. Šimo͑n b. Gamliél: Ist er mit Absicht abgestürzt, so ist der Scheidebrief gültig, wenn aber der Wind ihn hinabgestoßen hat, so ist der Scheidebrief ungültig.
ט והוינן בה מעשה לסתור
9 Und auf unseren Einwand, es sei ja ein Tatfall zur Widerlegung, [wurde erwidert, die Mišna] sei lückenhaft und müsse wie folgt lauten: ist aber der Ausgang für den Anfang entscheidend, so ist der Scheidebrief gültig.
י חסורי מיחסרא והכי קתני אם הוכיח סופו על תחלתו ה"ז גט ומעשה נמי בבריא שאמר כתבו גט לאשתי ועלה לגג ונפל ומת אמר רשב"ג אם מעצמו נפל ה"ז גט ואם הרוח דחתו אינו גט
10 Einst sagte ein Gesunder, daß man ihm für seine Frau einen Scheidebrief schreibe, und als er später auf ein Dach stieg, stürzte er ab und starb. Da entschied R. Šimo͑n b. Gamliél: Ist er mit Absicht abgestürzt, so ist der Scheidebrief gültig, wenn aber der Wind ihn hinabgestoßen hat, so ist der Scheidebrief ungültig.
יא ודלמא שאני התם דקאמר כתבו
11 Aber vielleicht ist es hierbei anders, denn er sagte ja, daß man ihn schreibe!?
יב אלא אמר רבינא משום כבודו דרשב"ג דהכא דתניא הכותב נכסיו לאחרים והיו בהן עבדים ואמר הלה אי אפשי בהן אם היה רבו שני כהן הרי אלו אוכלין בתרומה רבן שמעון בן גמליאל אומר כיון שאמר הלה אי אפשי בהן כבר זכו בהן יורשין
12 Vielmehr, erklärte Rabina, wegen der Ehrung des R. Šimo͑n b. Gamliél in folgender Lehre: Wenn jemand sein Vermögen, worunter sich Sklaven befinden, einem anderen verschrieben hat, und dieser sagt, er wolle sie nicht haben, so dürfen diese, wenn der zweite Herr ein Priester ist, Hebe essen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, da dieser sagt, er wolle sie nicht haben, so hatten die Erben sie längst geeignet.
יג והוינן בה לת"ק אפילו עומד וצווח
13 Dagegen wandten wir ein: Sollte dies nach dem ersten Autor auch von dem Falle gelten, wenn dieser dasteht und protestiert!?
יד אמר רבה ואיתימא רבי יוחנן בצווח מעיקרא דכ"ע לא פליגי דלא קנה בשותק ובסוף צווח דכ"ע לא פליגי דקנה
14 Und Rabba, nach anderen R. Joḥanan erwiderte: Hat er von Anfang an protestiert, so stimmen alle überein, daß er sie nicht geeignet habe, hat er geschwiegen und erst nachher protestiert, so stimmen alle überein, daß er sie geeignet habe,
טו כי פליגי שזיכה לו ע"י אחר ושתק ולבסוף צווח ת"ק סבר מדשתיק קננהו והאי דקא צווח מיהדר קא הדר ביה
15 sie streiten nur über den Fall, wenn jener sie ihm durch einen anderen zugeeignet und er anfangs geschwiegen und später protestiert hat. Der erste Autor ist der Ansicht, da er geschwiegen hat, habe er sie geeignet, und wenn er später protestiert, will er zurücktreten,
טז ורשב"ג סבר הוכיח סופו על תחילתו והא דלא צווח מעיקרא סבר כי לא אתי לידיה אמאי אצווח
16 und R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, der Ausgang sei für den Anfang entscheidend, nur protestierte er vorher deshalb nicht, weil er dachte: wozu protestieren, bevor sie in meinen Besitz kommt.
יז אמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבי יוסי
17 R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Die Halakha ist wie R. Jose.
יח הנהו טייעי דאתו לציקוניא יהיב דיכרי לטבחי ישראל אמרו להו דמא ותרבא לדידן משכא ובישרא לדידכו שלחה רב טובי בר רב מתנה לקמיה דרב יוסף כי האי גוונא מאי שלח ליה הכי א"ר יהודה אמר שמואל הלכה כרבי יוסי
18 Einst kamen Araber in Çiqonja, übergaben den jisraélitischen Schlächtern Widder und sprachen zu ihnen: das Blut und das Fett für uns, die Haut und das Fleisch für euch. Da ließ R. Ṭobi b. R. Mathna R. Joseph fragen: Wie ist es in einem solchen Falle? Dieser ließ ihm erwidern: Folgendes sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls: die Halakha ist wie R. Jose.
יט א"ל רב אחא בריה דרב אויא לרב אשי לר"א יהיב ליה זוזא לטבח ישראל מאי אמר ליה חזינן אי איניש אלמא הוא דלא מצי מדחי ליה אסור ואי לא א"ל רישיך והר:
19 R. Aḥa, Sohn des R. Ivja, sprach zu R. Aši: Wie ist es nach R. Elie͑zer, wenn [ein Nichtjude] einem jisraélitischen Schlächter Geld gegeben hat? Dieser erwiderte: Wir richten uns danach: ist er ein mächtiger Mann, den er nicht abweisen kann, so ist es verboten, wenn aber nicht, so kann er zu ihm sagen: hier dein Kopf und hier der Berg.
כ <big><strong>מתני׳</strong></big> השוחט לשם הרים לשם גבעות לשם ימים לשם נהרות לשם מדברות שחיטתו פסולה
20 <b>H</b><small>AT JEMAND AUF DEN</small> N<small>AMEN VON</small> B<small>ERGEN</small>, H<small>ÜGELN</small>, S<small>EEN</small>, F<small>LÜSSEN ODER</small> W<small>ÜSTEN</small> <small>GESCHLACHTET, SO IST SEINE</small> S<small>CHLACHTUNG UNGÜLTIG</small>.