Eruvin 138

Kapitel 138

א עד דהוי מומר לעבודת כוכבים
1 es sei denn, daß er durch Götzendienst abtrünnig ist!?
ב אמר רב נחמן בר יצחק ליתן רשות ולבטל רשות וכדתניא ישראל מומר משמר שבתו בשוק מבטל רשות שאינו משמר שבתו בשוק אינו מבטל רשות
2 R.Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Bezüglich der Abtretung und der Aufgabe seines Besitzrechtes. Wie gelehrt wird: Ein abtrünniger Jisraélit, der auf der Straße den Šabbath beobachtet, kann sein Besitzrecht aufgeben, der auf der Straße den Šabbath nicht beobachtet, kann sein Besitzrecht nicht aufgeben.
ג מפני שאמרו ישראל נוטל רשות ונותן רשות ובנכרי עד שישכיר כיצד אומר לו רשותי קנויה לך רשותי מבוטלת לך קנה ואין צריך לזכות
3 Sie sagten nämlich, ein Jisraélit könne [am Šabbath] das Besitzrecht empfangen und das Besitzrecht abtreten, ein Nichtjude aber nur, wenn er vermietet. – Auf welche Weise? – Er spreche zu ihm: Mein Gebiet sei dir abgetreten; mein Gebiet sei zu deinen Gunsten aufgegeben. Dieser erwirbt es, ohne einer Übereignung zu benötigen.
ד רב אשי אמר האי תנא הוא דחמירא עליה שבת כע"ז
4 R.Aši erwiderte: Nach dem folgenden Tanna, der es mit dem Šabbath ebenso streng nimmt, wie mit dem Götzendienste.
ה כדתניא (ויקרא א, ב) מכם ולא כולכם פרט למומר מכם בכם חלקתי ולא באומות
5 Es wird nämlich gelehrt: <i>Von euch</i>, nicht aber von euch allen, ausgenommen der Abtrünnige; <i>von euch</i>, bei euch habe ich diesen Unterschied gemacht, nicht aber bei den weltlichen Völkern;
ו מן הבהמה להביא בני אדם הדומין לבהמה מכאן אמרו מקבלין קרבנות מפושעי ישראל כדי שיחזרו בתשובה חוץ מן המומר והמנסך יין והמחלל שבתות בפרהסיא
6 <i>vom Vieh</i>, dies schließt Leute ein, die dem Vieh gleichen. Hieraus folgerten sie, daß man Opfer von jisraélitischen Frevlern annehme, damit sie Buße tun, nicht aber von einem Abtrünnigen, einem, der [den Götzen] Wein libiert, und einem, der den Šabbath öffentlich entweiht.
ז הא גופא קשיא אמרת מכם ולא כולכם להוציא את המומר והדר תני מקבלין קרבנות מפושעי ישראל הא לא קשיא רישא במומר לכל התורה כולה מציעתא במומר לדבר אחד
7 Dies widerspricht sich ja selbst; zuerst heißt es: <i>von euch</i>, nicht aber von euch allen, ausgenommen der Abtrünnige, und darauf heißt es, daß man von jisraélitischen Frevlern Opfer annehme!? Dies ist jedoch kein Widerspruch, wenn man den Anfangssatz auf einen Abtrünnigen bezüglich der ganzen Tora und den Mittelsatz auf einen Abtrünnigen bezüglich einer Sache bezieht.
ח אימא סיפא חוץ מן המומר והמנסך יין האי מומר היכי דמי אי מומר לכל התורה היינו רישא אי לדבר אחד קשיא מציעתא
8 Wie ist aber demnach der Schlußsatz zu erklären: nicht aber von einem Abtrünnigen und einem, der [den Götzen] Wein libiert. Was heißt Abtrünniger: wenn ein Abtrünniger bezüglich der ganzen Tora, so lehrt dies ja der Anfangssatz, und wenn bezüglich einer Sache, so widerspricht dies ja dem Mittelsatze!?
ט אלא לאו הכי קאמר חוץ מן המומר לנסך ולחלל שבתות בפרהסיא אלמא ע"ז ושבת כי הדדי נינהו שמע מינה:
9 Wahrscheinlich meint er es wie folgt: nicht aber von einem Abtrünnigen bezüglich des Libierens [für die Götzen] und bezüglich der öffentlichen Entweihung des Šabbaths. Der Götzendienst und die [Entweihung des] Šabbaths gleichen somit einander. Schließe hieraus.
י <big><strong>מתני׳</strong></big> אנשי חצר ששכח אחד מהן ולא עירב ביתו אסור מלהכניס ומלהוציא לו ולהם ושלהם מותרין לו ולהם נתנו לו רשותן הוא מותר והן אסורין
10 <b>W</b><small>ENN VON DEN</small> A<small>NWOHNERN DES</small> H<small>OFES EINER VERGESSEN HAT, SICH AM</small> E͑<small>RUB ZU BETEILIGEN, SO IST ES IHM UND IHNEN VERBOTEN, ETWAS IN SEIN</small> H<small>AUS ODER AUS DIESEM ZU BRINGEN, IHRE ABER SIND IHM UND IHNEN ERLAUBT; HABEN SIE IHM IHR</small> B<small>ESITZRECHT ABGETRETEN, SO IST ES IHM ERLAUBT UND IHNEN VERBOTEN; </small>
יא היו שנים אוסרין זה על זה שאחד נותן רשות ונוטל רשות שנים נותנין רשות ואין נוטלין רשות
11 SIND ES <small>ZWEI, SO MACHEN SIE ES EINANDER VERBOTEN; EINER KANN NÄMLICH DAS</small> B<small>ESITZRECHT SOWOHL ABTRETEN ALS AUCH EMPFANGEN, ZWEI ABER KÖNNEN DAS</small> B<small>ESITZRECHT ABTRETEN, NICHT ABER EMPFANGEN</small>.
יב מאימתי נותנין רשות ב"ש אומרים מבעוד יום וב"ה אומרים משחשיכה מי שנתן רשותו והוציא בין בשוגג בין במזיד ה"ז אוסר דברי ר' מאיר ר' יהודה אומר במזיד אוסר בשוגג אינו אוסר:
12 W<small>ANN KANN MAN DAS</small> B<small>ESITZRECHT ABTRETEN</small>? D<small>IE</small> S<small>CHULE</small> Š<small>AMMAJS SAGT, SOLANGE ES NOCH</small> T<small>AG</small> <small>IST, UND DIE</small> S<small>CHULE</small> H<small>ILLELS SAGT, AUCH NACH</small> E<small>INBRUCH DER</small> D<small>UNKELHEIT</small>. W<small>ER SEIN</small> B<small>ESITZRECHT ABGETRETEN HAT UND DA ETWAS HINAUSBRINGT, OB VERSEHENTLICH ODER ABSICHTLICH, MACHT ES VERBOTEN – SO</small> R.M<small>EÍR</small>; R.J<small>EHUDA SAGT, WENN ABSICHTLICH, MACHE ER VERBOTEN, WENN VERSEHENTLICH, MACHE ER NICHT VERBOTEN</small>.
יג <big><strong>גמ׳</strong></big> ביתו הוא דאסור הא חצירו שריא
13 GEMARA. Nur sein Haus ist verboten, sein [Anteil am] Hofe ist erlaubt.
יד היכי דמי אי דבטיל ביתו אמאי אסור אי דלא בטיל חצירו אמאי שריא הכא במאי עסקינן כגון שביטל רשות חצירו ולא ביטל רשות ביתו וקא סברי רבנן המבטל רשות חצירו רשות ביתו לא ביטל דדייר איניש בבית בלא חצר
14 In welchem Falle: hat er sein Besitzrecht aufgegeben, wieso ist sein Haus verboten, und hat er sein Besitzrecht nicht aufgegeben, wieso ist sein Hof erlaubt!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn er das Besitzrecht seines Hofes aufgegeben hat und das Besitzrecht seines Hauses nicht aufgegeben hat; die Rabbanan sind der Ansicht, wer das Besitzrecht seines Hofes aufgibt, gebe das Besitzrecht seines Hauses nicht auf, weil man auch in einem Hause ohne Hof zu wohnen pflegt.
טו ושלהן מותר לו ולהן מאי טעמא דהוי אורח לגבייהו:
15 I<small>HRE ABER SIND IHM UND IHNEN ERLAUBT</small>. Aus welchem Grunde? – Weil er ihr Gast ist.
טז נתנו לו רשותן הוא מותר והן אסורין: ונהוי אינהו לגביה כי אורחין חד לגבי חמשה הוי אורח חמשה לגבי חד לא הוי אורח
16 H<small>ABEN SIE IHM IHR</small> B<small>ESITZRECHT ABGETRETEN, SO IST ES IHM ERLAUBT UND IHNEN VERBOTEN</small>. Sollten auch sie als seine Gäste betrachtet werden!? – Einer bei fünf gilt als Gast, fünf bei einem gelten nicht als Gäste. –
יז ש"מ מבטלין וחוזרין ומבטלין
17 Hieraus wäre also zu entnehmen, man könne sein Besitzrecht abtreten und zurück [an sich] abtreten lassen!? –
יח הכי קאמר נתנו לו רשותן מעיקרא הוא מותר והן אסורין:
18 Er meint es wie folgt: wenn sie ihm von vornherein ihr Besitzrecht abgetreten haben, so ist es ihm erlaubt und ihnen verboten.
יט היו שנים אוסרין זה על זה פשיטא לא צריכא דהדר חד מינייהו ובטיל ליה לחבריה מהו דתימא לישתרי קמ"ל דכיון דבעידנא דבטיל לא הוה ליה שריותא בהאי חצר:
19 S<small>IND ES ZWEI, SO MACHEN SIE ES EINANDER VERBOTEN</small>. Selbstverständlich!? – Dies ist für den Fall nötig, wenn darauf einer sein Besitzrecht seinem Nächsten abtritt; man könnte glauben, es sei ihm dann erlaubt, so lehrt er uns, [daß es ihm verboten sei,] weil der Hof zur Zeit, da jener das Besitzrecht aufgab, ihm nicht erlaubt war.
כ שאחד נותן רשות הא תו למה לי אי נותן תנינא אי נוטל תנינא
20 E<small>INER KANN NÄMLICH DAS</small> B<small>ESITZRECHT ABTRETEN</small>. Wozu dies wiederum, es wurde ja bereits sowohl von der Abtretung als auch vom Empfange gelehrt!? –
כא סיפא איצטריכא ליה שנים נותנין רשות הא נמי פשיטא מהו דתימא
21 Nötig ist der Schlußsatz: zwei können ihr Besitzrecht abtreten. – Auch dies ist ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben,