Eruvin 163

Kapitel 163

א גברא אגברא קא רמית מר סבר פליגי ומר סבר לא פליגי
1 auf einen Widerspruch zwischen zwei Personen hin!? Einer ist der Ansicht, sie streiten, und einer ist der Ansicht, sie streiten nicht.
ב גופא א"ר יהושע בן לוי כל מקום שאמר ר' יהודה אימתי ובמה במשנתינו אינו אלא לפרש דברי חכמים ור' יוחנן אמר אימתי לפרש ובמה לחלוק
2 Der Text. R.Jehošua͑ b.Levi sagte: Überall, wo R.Jehuda in unserer Mišna ‘nur dann’ oder ‘dies nur’ sagt, erklärt er nur die Worte der Weisen. R.Joḥanan sagte: Mit ‘nur dann’ erklärt er [die Worte jener], mit ‘dies nur’ streitet er gegen sie. –
ג ואימתי לפרש הוא והא תנן ואלו הן הפסולים המשחק בקוביא ומלוה בריבית ומפריחי יונים וסוחרי שביעית
3 Ist denn ‘nur dann‘ erklärend, wir haben ja gelernt: Folgende sind unzulässig: Würfelspieler, Wucherer, die Tauben fliegen lassen, und die mit [Erzeugnissen] des Siebentjahrs handeln.
ד אמר ר' יהודה אימתי בזמן שאין לו אומנות אלא היא אבל יש לו אומנות שלא היא הרי זה כשר
4 R.Jehuda sagte: Nur dann, wenn sie weiter keinen anderen Beruf haben, wenn sie aber noch einen anderen Beruf haben, so sind sie zulässig.
ה ותני עלה בברייתא וחכ"א בין שאין לו אומנות אלא היא ובין שיש לו אומנות שלא היא הרי זה פסול
5 Hierzu wurde in einer Barajtha gelehrt: Die Weisen sagen, diese seien unzulässig, einerlei ob sie weiter keinen anderen Beruf haben oder noch einen anderen Beruf haben!? –
ו ההיא דרבי יהודה א"ר טרפון היא
6 Diese Lehre ist von R.Jehuda im Namen R.Tryphons.
ז דתניא א"ר יהודה משום ר"ט לעולם אין אחד מהן נזיר לפי שאין נזירות אלא להפלאה
7 Es wird nämlich gelehrt: R.Jehuda sagte im Namen R.Tryphons: Keiner von beiden ist Naziräer, weil das Nazirat bestimmt ausgesprochen werden muß.
ח אלמא כיון דמספקא ליה אי נזיר אי לא נזיר הוא לא משעביד נפשיה הכא נמי כיון דלא ידע אי קני אי לא קני לא גמר ומקנה:
8 Wir sehen also, daß man sich, weil es ihm zweifelhaft ist, ob er Naziräer wird oder nicht, [seinem Versprechen] nicht unterwirft, ebenso auch hierbei: da man nicht weiß, ob man gewinnen oder verlieren wird, tritt man [den Verlust] nicht ab.
ט <br><br><big><strong>הדרן עלך חלון</strong></big><br><br>
9 
י מתני׳ <big><strong>כיצד</strong></big> משתתפין בתחומין מניח את החבית ואומר הרי זה לכל בני עירי לכל מי שילך לבית האבל או לבית המשתה וכל שקיבל עליו מבע"י מותר משתחשך אסור שאין מערבין משתחשך:
10 <b>A</b>UF <small>WELCHE</small> W<small>EISE ERFOLGT DIE</small> V<small>ERBINDUNG FÜR DAS</small> Š<small>ABBATHGEBIET</small>? M<small>AN LEGE DAS</small> F<small>ASS</small> [W<small>EIN</small>] <small>NIEDER UND SPRECHE</small>: D<small>IES SEI FÜR ALLE</small> E<small>INWOHNER MEINER</small> S<small>TADT, FÜR JEDEN, DER DAS</small> H<small>AUS EINES</small> L<small>EIDTRAGENDEN ODER EIN</small> G<small>ASTMAHL BESUCHEN WILL</small>. W<small>ER NOCH AM</small> T<small>AGE</small> <small>DAMIT GERECHNET HAT, DEM IST ES ERLAUBT, WER NACH</small> A<small>NBRUCH DER</small> D<small>UNKELHEIT, DEM IST ES VERBOTEN, WEIL MAN NACH</small> A<small>NBRUCH DER</small> D<small>UNKELHEIT KEINEN</small> E͑<small>RUB MACHEN KANN</small>.
יא <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רב יוסף שאין מערבין אלא לדבר מצוה מאי קמ"ל תנינא לכל מי שילך לבית האבל או לבית המשתה
11 GEMARA. R.Joseph sagte: Man darf einen E͑rub nur zu einer gottgefälligen Handlung machen. – Was lehrt er uns da, wir haben ja gelernt: für jeden, der das Haus eines Leidtragenden oder ein Gastmahl besuchen will!? –
יב מהו דתימא אורחא דמלתא קתני קמ"ל
12 Man könnte glauben, [die Mišna] lehre das Gewöhnliche, so lehrt er uns.
יג וכל שקיבל עליו מבע"י שמעת מינה אין ברירה דאי יש ברירה תיגלי מילתא למפרע דמבעוד יום הוה ניחא ליה
13 W<small>ER NOCH AM</small> T<small>AGE DAMIT GERECHNET HAT</small>. Hieraus wäre also zu entnehmen, daß es keine fiktive Feststellung gebe, denn wenn es eine fiktive Feststellung geben würde, müßte ja rückwirkend festgestellt sein, daß dies bereits am Tage sein Wille war!?
יד אמר רב אשי הודיעוהו ולא הודיעוהו קתני
14 R.Aši erwiderte: Er meint: ihm dies mitgeteilt, beziehungsweise nicht mitgeteilt worden ist.
טו אמר רב אסי קטן בן שש יוצא בעירוב אמו מיתיבי קטן שצריך לאמו יוצא בעירוב אמו ושאין צריך לאמו אין יוצא בעירוב אמו
15 R.Aši sagte: Ein sechsjähriges Kind genügt seiner Pflicht mit dem E͑rub seiner Mutter. Man wandte ein: Ein Kind, das noch seiner Mutter bedarf, genügt seiner Pflicht mit dem E͑rub seiner Mutter, das seiner Mutter nicht mehr bedarf, genügt seiner Pflicht nicht mehr mit dem E͑rub seiner Mutter.
טז ותנן נמי גבי סוכה כי האי גוונא קטן שאין צריך לאמו חייב בסוכה
16 Ähnlich haben wir auch von der Festhütte gelernt: Ein Kind, das seiner Mutter nicht mehr bedarf, ist zur Festhütte verpflichtet.
יז והוינן בה ואיזהו קטן שאין צריך לאמו אמרי דבי ר' ינאי כל שנפנה ואין אמו מקנחתו
17 Hierzu fragten wir: Welches heißt ein Kind, das seiner Mutter nicht mehr bedarf? In der Schule R.Jannajs erklärten sie: Das seine Notdurft verrichtet, und das seine Mutter nicht abzuwischen braucht.
יח ר"ש בן לקיש אמר כל שניעור ואינו קורא אימא אימא ס"ד גדולים נמי קרו אלא אימא כל שניעור משנתו ואינו קורא אימא אימא
18 R.Šimo͑n b.Laqiš erklärte: Das beim Erwachen nicht ‘Mutter’ ruft. – ‘Mutter’ wie kommst du darauf, auch Erwachsene rufen ja so!? – Sage vielmehr: das vom Schlafe erwacht und nicht ruft: ‘Mutter, Mutter’!
יט וכמה כבר ארבע כבר חמש
19 Bei welchem [Alter]? Ungefähr im Alter von vier oder fünf Jahren!?