Eruvin 29

Kapitel 29

א איתמר לחי העומד מאליו אביי אמר הוי לחי רבא אמר לא הוי לחי
1 Es wurde gelehrt: Ein Pfosten, der bereits steht, ist, wie Abajje sagt, ein [rituell brauchbarer] Pfosten, und wie Raba sagt, kein Pfosten.
ב היכא דלא סמכינן עליה מאתמול כולי עלמא לא פליגי דלא הוי לחי כי פליגי היכא דסמכינן עליה מאתמול אביי אמר הוי לחי דהא סמכינן עליה מאתמול רבא אמר לא הוי לחי כיון דמעיקרא לאו אדעתיה דהכי עבידי לא הוי לחי
2 Wenn man am Tage vorher mit ihm überhaupt nicht gerechnet hat, stimmen alle überein, daß er kein Pfosten ist, sie streiten nur über den Fall, wenn man am Tage vorher mit ihm gerechnet hat: Abajje sagt, er sei ein Pfosten, da man am Tage vorher mit ihm gerechnet hat, und Raba sagt, er sei keiner, da er von vornherein nicht zu diesem Zwecke aufgestellt wurde, (so gilt er nicht als Pfosten).
ג קא סלקא דעתך כי היכי דפליגי בלחי פליגי נמי במחיצה
3 Man glaubte [im Lehrhause], daß sie, wie sie bezüglich eines Pfostens streiten, auch bezüglich einer Wand streiten.
ד ת"ש העושה סוכתו בין האילנות ואילנות דפנות לה כשירה הכא במאי עסקינן שנטען מתחילה לכך אי הכי פשיטא מהו דתימא ליגזור דילמא אתי לאישתמושי באילן קמ"ל
4 Komm und höre: Wenn jemand seine Festhütte zwischen Bäumen errichtet, sodaß die Bäume die Wände bilden, so ist sie brauchbar!? – Hier handelt es sich um den Fall, wenn er sie von vornherein zu diesem Zwecke gepflanzt hat. – Demnach ist dies ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, es sei zu berücksichtigen, er könnte sich des Baumes bedienen, so lehrt er uns. –
ה ת"ש היה שם אילן או גדר או חיצת הקנים נידון משום דיומד
5 Komm und höre: Befindet sich da ein Baum, eine Steinwand oder eine Strauchhecke, so wird er als Doppelpfeiler betrachtet!? –
ו הכא נמי במאי עסקינן שעשאן מתחילה לכך אי הכי מאי קמ"ל [קמ"ל] חיצת הקנים קנה קנה פחות משלשה טפחים כדבעא מיניה אביי מרבה
6 Hier handelt es sich um den Fall, wenn man sie von vornherein zu diesem Zwecke errichtet hat. – Was lehrt er uns demnach damit!? – Er lehrt uns, daß die Strauchhecke aus Stäben bestehen kann, die weniger als drei Handbreiten von einander entfernt sind, worüber Abajje den Rabba befragte. –
ז ת"ש אילן המסיך על הארץ אם אין נופו גבוה מן הארץ ג' טפחים מטלטלין תחתיו הכא נמי במאי עסקינן שנטעו מתחילה לכך
7 Komm und höre: Wenn das Geäst eines Baumes zur Erde herabhängt, so darf man, falls es keine drei Handbreiten von der Erde absteht, darunter [am Šabbath] tragen!? – Hier handelt es sich ebenfalls um den Fall, wenn er von vornherein zu diesem Zwecke gepflanzt wurde. –
ח אי הכי ליטלטל בכולו אלמה אמר רב הונא בריה דרב יהושע אין מטלטלין בו אלא בית סאתים
8 Demnach sollte man doch unter dem ganzen umhertragen dürfen, wieso sagte nun R.Hona, Sohn des R.Jehošua͑, man dürfe darunter nur auf dem Raume von zwei Seáflächen umhertragen!? –
ט משום דהוי דירה שתשמישה לאויר וכל דירה שתשמישה לאויר אין מטלטלין בה אלא בית סאתים
9 Weil dieser ein Wohnraum ist, der wegen des Luftraumes [außerhalb] benutzt wird, und in einem Wohnraume, der wegen des Luftraumes [außerhalb] benutzt wird, darf man am Šabbath umhertragen, nur wenn er nicht mehr als zwei Seáflächen hat. –
י ת"ש שבת בתל שהוא גבוה עשרה והוא מארבע אמות ועד בית סאתים וכן בנקע שהוא עמוק עשרה והוא מארבע אמות ועד בית סאתים וקמה קצורה ושיבולות מקיפות אותה מהלך את כולה וחוצה לה אלפים אמה
10 Komm und höre: Wenn jemand den Šabbath auf einem zehn [Handbreiten] hohen Hügel feiert, der von vier Ellen bis zwei Seáflächen groß ist, oder in einer Vertiefung von zehn [Handbreiten], die von vier Ellen bis zwei Seáflächen groß ist, oder auf einem Stoppelfelde, das von Halmen umgeben ist, so darf er innerhalb dieses Raumes und zweitausend Ellen außerhalb desselben gehen.
יא וכי תימא הכא נמי שעשה מתחילה לכך בשלמא קמה לחיי אלא תל ונקע מאי איכא למימר
11 Wolltest du erwidern, hier handle es sich ebenfalls um den Fall, wenn sie von vornherein zu diesem Zwecke errichtet worden sind, so kann dies allerdings vom Stoppelfelde gelten, wie ist es aber hinsichtlich des Hügels und der Vertiefung zu erklären!? –
יב אלא במחיצות כולי עלמא לא פליגי דהויא מחיצה כי פליגי בלחי אביי לטעמיה דאמר לחי משום מחיצה ומחיצה העשויה מאליה הויא מחיצה ורבא לטעמיה דאמר לחי משום היכר אי עבידא בידים הויא היכר ואי לא לא הוי היכר
12 Vielmehr, hinsichtlich einer solchen Wand stimmen alle überein, daß sie als Wand gilt, sie streiten nur über den Pfosten. Abajje vertritt seine Ansicht, daß nämlich der Pfosten als Wand dient, und die bereits bestehende Wand gilt als Wand, und Raba vertritt seine Ansicht, daß nämlich der Pfosten nur als Kennzeichen dient, und ein Kennzeichen ist er nur dann, wenn er von vornherein zu diesem Zwecke aufgestellt wird, sonst aber nicht. –
יג ת"ש אבני גדר היוצאות מן הגדר מובדלות זו מזו פחות משלשה אין צריך לחי אחר שלשה צריך לחי אחר
13 Komm und höre: Wenn Steine aus einer Steinwand herausragen und von einander weniger als drei [Handbreiten] entfernt sind, so ist kein anderer Pfosten nötig, sind sie aber von einander drei [Handbreiten] entfernt, so ist ein anderer Pfosten nötig!? –
יד הכא נמי שבנאן מתחילה לכך אי הכי פשיטא מהו דתימא למיסר בניינא הוא דעבידא קמ"ל
14 Hier handelt es sich ebenfalls um den Fall, wenn man sie von vornherein zu diesem Zwecke eingebaut hat. – Demnach ist dies ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, diese dienen nur als Verbindung mit einem neuen Bauwerke, so lehrt er uns. –
טו ת"ש דתני ר' חייא כותל שצידו אחד כנוס מחברו בין שנראה מבחוץ ושוה מבפנים ובין שנראה מבפנים ושוה מבחוץ נדון משום לחי
15 Komm und höre: R.Ḥija lehrte: Wenn eine Wand an einer Seite eine Vertiefung hat, einerlei, ob dies von außen zu merken ist und von innen nicht, oder von innen zu merken ist und von außen nicht, so gilt dies als Pfosten!? –
טז הכא נמי שעשאו מתחילה לכך אי הכי מאי קמ"ל הא קמ"ל נראה מבחוץ ושוה מבפנים נדון משום לחי
16 Hier handelt es sich ebenfalls um den Fall, wenn sie von vornherein zu diesem Zwecke gemacht worden ist. – Was lehrt er uns demnach damit!? – Er lehrt uns, daß, wenn es von außen zu merken ist und von innen nicht, es als Pfosten gelte! –
יז תא שמע דרב הוה יתיב בההוא מבואה הוה יתיב רב הונא קמיה אמר ליה לשמעיה זיל אייתי לי כוזא דמיא עד דאתא נפל לחיא אחוי ליה בידיה קם אדוכתיה אמר ליה רב הונא לא סבר לה מר לסמוך אדיקלא אמר דמי האי מרבנן כמאן דלא פרשי אינשי שמעתא מי סמכינן עליה מאתמול
17 Komm und höre: Rabh saß einst in einer Durchgangsgasse, und R.Hona saß vor ihm und sprach zu seinem Diener: Geh, hole mir einen Krug Wasser. Während er zurückkam, stürzte der Pfosten ein. Da winkte er ihm mit der Hand, und dieser blieb auf seinem Platze stehen. R.Hona sprach zu ihm: Will der Meister nicht mit der Dattelpalme rechnen? Dieser erwiderte: Dieser Jünger glaubt, die Leute hätten keine Halakha gelernt; haben wir denn gestern mit dieser gerechnet!?
יח טעמא דלא סמכינן הא סמכינן הוי לחי
18 Nur deshalb, weil sie mit dieser nicht gerechnet hatten, wenn aber wohl, so würde sie als Pfosten gegolten haben!? –
יט לימא אביי ורבא בדלא סמכינן עליה פליגי הא סמכינן עליה הוה לחי לא ס"ד דההוא ברקא דהוה בי בר חבו דהוו פליגי בה אביי ורבא כולי שנייהו:
19 Man könnte glauben, daß Abajje und Raba über den Fall streiten, wenn man damit nicht gerechnet hat, wenn man aber damit gerechnet hat, gelte er als Pfosten. Dies kann aber nicht sein. Am Hause des Bar Habo befand sich ein Balkonträger, und Abajje und Raba stritten über ihn während ihres ganzen Lebens.
כ <big><strong>מתני׳</strong></big> בכל עושין לחיין אפילו בדבר שיש בו רוח חיים ורבי מאיר אוסר ומטמא משום גולל
20 A<small>LLES KANN ALS</small> P<small>FOSTEN VERWENDET WERDEN, SELBST EIN LEBENDES</small> W<small>ESEN</small>; R.M<small>EÍR VERBIETET DIES</small>. E<small>IN SOLCHES IST FERNER, WENN ES ALS</small> R<small>OLLSTEIN</small> <small>VERWENDET WIRD, VERUNREINIGEND; </small>