Eruvin 56

Kapitel 56

א בדגנונייתא
1 die im Garten wachsen. –
ב זרע גרגיר למאי חזי א"ר יוחנן שכן ראשונים שלא היה להן פלפלין שוחקין אותו ומטבילין בו את הצלי
2 Wofür sind Raukenkörner verwendbar? R.Joḥanan erwiderte: Die Früheren, die keinen Pfeffer hatten, zerstießen es und tunkten darin den Braten.
ג ר' זירא כי הוה חליש מגרסיה הוה אזיל ויתיב אפיתחא דרב יהודה בר אמי אמר כי נפקי ועיילי רבנן איקום מקמייהו ואקבל בהו אגרא
3 Wenn R.Zera von seinem Studium müde war, pflegte er hinzugehen und sich an die Tür des R.Jehuda b. Ami zu setzen; er sagte nämlich, wenn die Rabbanan herauskommen und hineingehen, werde ich vor ihnen aufstehen und dafür Belohnung erhalten.
ד נפק אתא ינוקא דבי רב א"ל מאי אגמרך רבך א"ל כשות בורא פרי האדמה חזיז שהכל נהיה בדברו אמר ליה אדרבה איפכא מיסתברא האי מארעא קא מרבי והאי מאוירא קא מרבי
4 Einst kam ein Schulknabe heraus, und er fragte ihn: Was lehrte dich dein Meister? Dieser erwiderte: Daß man über Hopfen [den Segen] ‘Der die Bodenfrucht erschafft’ und über Getreidegras [den Segen] ‘Alles entsteht durch sein Wort’ spreche. Da sprach er: Im Gegenteil, das Umgekehrte leuchtet ein; dieses hat ja seine Nahrung vom Boden, jener aber von der Luft!?
ה והלכתא כינוקא דבי רב מ"ט האי גמר פירי והאי לאו גמר פירי ומאי דקאמרת האי מארעא קא רבי והאי מאוירא קא רבי לא היא כשות נמי מארעא קא רבי דהא קא חזינן דקטלינן לה להיזמתא ומייתא כשותא
5 Die Halakha ist, wie der Schulknabe [gesagt hat], denn jener ist eine fertige Frucht, dieses aber nicht. Und das, was du sagst, dieses habe seine Nahrung vom Boden und jener von der Luft, ist nichts; auch der Hopfen hat seine Nahrung vom Boden, denn wir sehen ja, daß, wenn man die Rispen abschneidet, der Hopfen abstirbt.
ו ובכפניות אין מערבין והתניא קור ניקח בכסף מעשר ואין מטמא טומאת אוכלין וכפניות נקחות בכסף מעשר ומטמאות טומאת אוכלים
6 Darf man denn aus schlechten Datteln keinen E͑rub bereiten, es wird ja gelehrt: Palmkohl darf für Geld vom [zweiten] Zehnten gekauft werden und ist als Speise nicht verunreinigungsfähig; schlechte Datteln dürfen für Geld vom [zweiten] Zehnten gekauft werden und sind auch als Speise verunreinigungsfähig.
ז רבי יהודה אומר קור הרי הוא כעץ לכל דבריו אלא שניקח בכסף מעשר וכפניות הרי הן כפרי לכל דבריהם אלא שפטורות מן המעשר
7 R.Jehuda sagt, Palmkohl gelte in jeder Hinsicht als Holz, nur dürfe er für Geld vom [zweiten] Zehnten gekauft werden; schlechte Datteln gelten in jeder Hinsicht als Frucht, nur brauchen sie nicht verzehntet zu werden. –
ח התם בדניסחני
8 Hier handelt es sich um Frühlingsdatteln. –
ט אי הכי בהא לימא רבי יהודה פטורות מן המעשר והתניא אמר רבי יהודה לא הוזכרו פגי ביתיוני אלא לענין מעשר בלבד פגי ביתיוני ואהיני דטובינא חייבין במעשר
9 Wieso sagt R. Jehuda von solchen, sie seien zehntfrei, es wird ja gelehrt: R. Jehuda sagte: Die bethjonischen Feigen werden nur hinsichtlich der Verzehntung genannt; die bethjonischen Feigen und die tobinischen Datteln sind zehntpflichtig!? –
י אלא לעולם לאו בניסחני ולענין טומאת אוכלין שאני כדאמר רבי יוחנן הואיל וראוי למתקן ע"י האור הכא נמי הואיל ויכול למתקן ע"י האור
10 Vielmehr, tatsächlich handelt es sich nicht um Frühlingsdatteln, nur ist es bei der Unreinheit (von Speisen) anders; wie R.Joḥanan erklärt hat, man könne sie mittelst des Feuers süß machen, ebenso ist auch hierbei zu erklären, weil man sie mittelst des Feuers süß machen kann. –
יא והיכא אתמר דרבי יוחנן אהא דתניא שקדים המרים קטנים חייבין גדולים פטורין מתוקים גדולים חייבין קטנים פטורין רבי שמעון ברבי יוסי אומר משום אביו זה וזה לפטור ואמרי לה זה וזה לחיוב א"ר אילעא הורה רבי חנינא בציפורי כדברי האומר זה וזה לפטור
11 Worauf bezieht sich die Erklärung R.Joḥanans? – Auf folgende Lehre: Bittere Mandeln sind klein zehntpflichtig, groß zehntfrei; süße sind groß zehntpflichtig, klein zehntfrei. R.Šimo͑n b.R.Jose sagt im Namen seines Vaters, [die bitteren seien] ob so oder so zehntfrei, manche lesen: ob so oder so zehntpflichtig. R.Ilea͑ erzählte: R.Ḥanina entschied in Sepphoris nach dem, welcher sagt, ob so oder so zehntfrei.
יב ולמאן דאמר זה וזה לחיוב למאי חזי א"ר יוחנן הואיל וראוי למתקן ע"י האור
12 Wozu sind sie brauchbar nach dem, welcher sagt, ob so oder so zehntpflichtig? Hierzu sagte R.Joḥanan, man könne sie durch das Feuer süß machen.
יג אמר מר רבי יהודה אומר קור הרי הוא כעץ לכל דבריו אלא שניקח בכסף מעשר היינו תנא קמא
13 Der Meister sagte: R.Jehuda sagt, Palmkohl gilt in jeder Hinsicht als Holz, nur darf er für Geld vom [zweiten] Zehnten gekauft werden. Dies sagt ja auch der erste Tanna!?
יד אמר אביי שלקו וטגנו איכא בינייהו
14 Abajje erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen, wenn man ihn kocht oder schmort.
טו מתקיף לה רבא מי איכא למאן דאמר שלקו וטגנו לא והתניא העור והשיליא אין מטמאין טומאת אוכלין עור ששלקו ושיליא שחישב עליה מטמאין טומאת אוכלין
15 Raba wandte ein: Gibt es denn jemand, welcher sagt, er sei auch gekocht oder geschmort keine [Speise], es wird ja gelehrt: Die Haut und die Eihaut sind nicht als Speise verunreinigungsfähig; hat man die Haut gesotten oder die Eihaut [zu essen] gedacht, so sind sie als Speisen verunreinigungsfähig!?
טז אלא אמר רבא איכא בינייהו ברכה דאתמר קור רב יהודה אמר בורא פרי האדמה ושמואל אמר שהכל נהיה בדברו
16 Vielmehr, erklärte Raba, besteht ein Unterschied zwischen ihnen hinsichtlich des Segensspruches. Es wird nämlich gelehrt: Über Palmkohl [spreche man], wie R.Jehuda sagt, ‘Der die Bodenfrucht erschafft’, und wie Šemuél sagt, ‘Alles entsteht durch sein Wort’.
יז רב יהודה אמר בורא פרי האדמה אוכלא הוא ושמואל אמר שהכל נהיה בדברו כיון שסופו להקשות לא מברכינן עילויה בורא פרי האדמה
17 R.Jehuda sagt, ‘Der die Bodenfrucht erschafft’, denn er ist eine Speise; Šemuél sagt, ‘Alles entsteht durch sein Wort’, denn da er später hart wird, spreche man über ihn nicht den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’.
יח א"ל שמואל לרב יהודה שיננא כוותיך מסתברא דהא צנון שסופו להקשות ומברכינן עליה בורא פרי האדמה
18 Šemuél sprach zu R.Jehuda: Scharfsinniger, deine Ansicht ist einleuchtend, denn der Rettich wird ja später ebenfalls hart, dennoch sprechen wir über ihn [den Segen] ‘Der die Bodenfrucht erschafft’.
יט ולא היא צנון נטעי אינשי אדעתא דפוגלא דיקלא לא נטעי אינשי אדעתא דקורא ואע"ג דקלסיה שמואל לרב יהודה הלכתא כוותיה דשמואל:
19 Das ist aber nichts; wohl pflanzt man den Rettich wegen des jungen Rettichs; man pflanzt aber nicht die Palme wegen des Palmkohls. Und obgleich Šemuél R.Jehuda lobte, ist die Halakha dennoch wie Šemuél.
כ גופא אמר רב יהודה אמר רב כשות וחזיז מערבין בהן ומברכין עליהם בורא פרי האדמה כשות בכמה כדאמר רב יחיאל כמלא היד הכא נמי כמלא היד
20 Der Text. R.Jehuda sagte im Namen Rabhs: Aus Hopfen und Getreidegras darf man einen E͑rub bereiten und man spricht über sie ‘Der die Bodenfrucht erschafft’. Mit welchem Quantum Hopfen? – Wie R. Jeḥiél gesagt hat, eine Hand voll, ebenso hierbei, eine Hand voll. —
כא חזיז בכמה אמר רבה בר טוביה בר יצחק אמר רב כמלא אוזילתא דאיכרי
21 Mit welchem Quantum Getreidegras? Rabba b. Ṭobija b. Jiçḥaq erwiderte im Namen Rabhs: Mit einem Bauernbündel.
כב אמר רב חלקיה בר טוביה מערבין בקליא בקליא ס"ד אלא בירקא דקליא וכמה אמר רב יחיאל כמלא היד
22 R.Ḥilqija b. Ṭobija sagte: Man darf einen E͑rub aus Laugenwurzel bereiten. – Aus Laugenwurzel, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: aus dem Kraut der Laugenwurzel. – Mit welchem Quantum? R.Jeḥiel erwiderte: Eine Hand voll.
כג רבי ירמיה נפק לקירייתא בעו מיניה מהו לערב בפולין לחין לא הוה בידיה כי אתא לבי מדרשא אמרו ליה הכי אמר רבי ינאי מערבין בפולין לחין וכמה אמר רב יחיאל כמלא היד
23 R.Jirmeja ging in die Dörfer, und man fragte ihn, ob man einen E͑rub aus frischen Bohnen bereiten dürfe. Er wußte es nicht. Als er ins Lehrhaus kam, sprachen sie zu ihm: So sagte R.Jannaj: man darf einen E͑rub aus frischen Bohnen bereiten. – Mit welchem Quantum? R.Jeḥiél erwiderte: Eine Hand voll.
כד אמר רב המנונא מערבין בתרדין חיין איני והאמר רב חסדא סילקא חייא קטיל גברא חייא
24 R.Hamnuna sagte: Man darf einen E͑rub aus rohem Mangold bereiten. – Dem ist aber nicht so, R.Ḥisda sagte ja, roher Mangold töte einen gesunden Menschen!? –