Eruvin 55

Kapitel 55

א אכל פוטיתא לוקה ארבע נמלה לוקה חמש צירעה לוקה שש ואם איתא פוטיתא נמי לילקי משום השרץ השורץ על הארץ
1 daß, wer eine Putitha gegessen hat, viermal, wer eine Ameise, fünfmal, wer eine Hornis, sechsmal Geißelhiebe erhalte, wenn dem so wäre, so sollte er wegen einer Puṭitha auch wegen [Essens] eines (auf der Erde kriechenden) Kriechtieres Geißelhiebe erhalten!?
ב אלא אמר רבינא עופות איכא בינייהו למאן דאמר פרי מפרי וגידולי קרקע הני נמי גידולי קרקע נינהו למאן דאמר ולד ולדות הארץ הני עופות מן הרקק נבראו
2 Vielmehr, sagte Rabina, besteht ein Unterschied zwischen ihnen beim Geflügel; nach dem, der Frucht aus Frucht, was seine Nahrung aus dem Boden zieht, sagt, auch dieses, da seine Nahrung vom Boden kommt, und nach dem, der Erdgeborenes sagt, Geflügel [nicht], da es aus dem Schlamme erschaffen wurde. –
ג מאן דמרבי עופות מאי טעמיה ומאן דממעיט עופות מאי טעמיה
3 Was ist der Grund dessen, der Geflügel einschließt, und was ist der Grund dessen, der Geflügel ausschließt? –
ד מאן דמרבי עופות קסבר כללא בתרא דוקא פרט וכלל נעשה כלל מוסף על הפרט ואיתרבו להו כל מילי ואהני כללא קמא למעוטי כל דלא דמי ליה משני צדדין
4 Wer Geflügel einschließt, ist der Ansicht, die zweite Generalisierung sei die Hauptsache, und wenn auf die Spezialisierung eine Generalisierung folgt, so ist die Generalisierung eine Hinzufügung zur Spezialisierung, somit ist alles einbegriffen, und die erste Generalisierung dient dazu, das auszuschließen, was nicht in zwei Hinsichten gleich ist.
ה ומאן דממעט עופות קסבר כללא קמא דווקא כלל ופרט ואין בכלל אלא מה שבפרט הני אין מידי אחרינא לא ואהני כללא בתרא לרבויי כל דדמי ליה משלשה צדדין:
5 Und wer Geflügel ausschließt, ist der Ansicht, die erste Generalisierung sei die Hauptsache, und wenn auf die Generalisierung eine Spezialisierung folgt, so enthält die Generalisierung nur das, was die Spezialisierung nennt, nur dieses, anderes aber nicht, und die zweite Generalisierung dient dazu, das einzuschließen, was in allen drei Hinsichten gleich ist.
ו א"ר יהודה משמיה דרב שמואל בר שילת משמיה דרב מערבין בפעפועין ובחלגלוגות ובגודגדניות אבל לא בחזיז ולא בכפניות
6 R.Jehuda sagte im Namen des R.Šemuél b. Šilath im Namen Rabhs: Man darf einen E͑rub bereiten aus Kardamom, Portulak und Melilotenklee, nicht aber aus Getreidegras und schlechten Datteln. –
ז ובגודגדניות מי מערבין והתניא גודגדניות מרובי בנים יאכלו חשוכי בנים לא יאכלו ואם הוקשו לזרע אף מרובי בנים לא יאכלו
7 Darf man denn einen E͑rub aus Melilotenklee bereiten, es wird ja gelehrt, Melilotenklee mögen nur diejenigen essen, die viele Kinder haben, nicht aber diejenigen, die keine haben, und wenn er hart zur Saat ist, auch diejenigen nicht, die viele Kinder haben!? –
ח תרגמא אשלא הוקשו לזרע ומרובי בנים
8 Dies ist auf den zu beziehen, der nicht hart zur Saat ist, für solche, die viele Kinder haben.
ט ואיבעית אימא לעולם לחשוכי בנים דהא חזו למרובי בנים מי לא תנן מערבין לנזיר ביין ולישראל בתרומה אלמא אע"ג דלא חזי להאי חזי להאי הכא נמי אע"ג דלא חזי להאי חזי להאי
9 Wenn du willst, sage ich: tatsächlich auch für solche, die keine Kinder haben, da er verwendbar ist für solche, die viele Kinder haben. Wir haben ja auch gelernt, daß man einen E͑rub für einen Naziräer aus Wein und für einen Jisraéliten aus Hebe bereiten dürfe; also deshalb, weil er, wenn auch nicht für diesen, für einen anderen verwendbar ist, ebenso ist er hierbei wenn auch nicht für diesen, für einen anderen verwendbar.
י ואיבעית אימא כי קאמר רב בהנדקוקי מדאי
10 Wenn da aber willst, sage ich: Rabh spricht vom medischen Melilotenklee. –
יא ובחזיז לא והאמר רב יהודה א"ר כשות וחזיז מערבין בהן ומברכין עליהן בורא פרי האדמה
11 Darf man es denn nicht aus Getreidegras, R.Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, man dürfe aus Hopfen und Getreidegras einen E͑rub bereiten, und man spreche über sie den Segen ‘Der die Bodenfrucht erschafft’!? –
יב לא קשיא הא מקמי דאתא רב לבבל הא לבתר דאתא רב לבבל
12 Das ist kein Einwand; eines sagte Rabh, bevor er nach Babylonien kam, und eines sagte er, nachdem er nach Babylonien gekommen war. –
יג ובבל הויא רובא דעלמא והתניא הפול והשעורה והתילתן שזרען לירק בטלה דעתו אצל כל אדם לפיכך זרען חייב וירקן פטור השחליים והגרגיר שזרען לירק מתעשרין ירק וזרע זרען לזרע מתעשרין זרע וירק
13 Ist Babylonien denn Mehrheit der Welt!? Es wird ja gelehrt: Wenn jemand Bohnen, Gerste und Bockshornklee als Grünkraut gesäet hat, so ist seine Absicht gegenüber dem Verfahren der ganzen Welt bedeutungslos; daher ist die Saat zehntpflichtig und das Kraut zehntfrei. Wenn jemand Kresse und Rauke als Grünkraut gesäet hat, so sind sie als Kraut und als Saat zu verzehnten; wenn jemand sie wegen der Saat gesäet hat, so sind sie als Saat und als Kraut zu verzehnten. –
יד כי קאמר רב
14 Rabh spricht von solchen,