Eruvin 59

Kapitel 59

א אבל בגדי עשירים לעניים לא
1 es braucht aber für Arme kein Gewand der Reichen zu sein.
ב וכי תימא הכא לחומרא והכא לחומרא והתניא רבי שמעון בן אלעזר אומר מערבין לחולה ולזקן כדי מזונו ולרעבתן בסעודה בינונית של כל אדם קשיא
2 Wolltest du sagen, da erschwerend und dort erschwerend, so wird ja gelehrt, R.Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, man bereite den E͑rub für einen Kranken oder einen Greis aus [zwei] für ihn ausreichenden Mahlzeiten, und für einen Gefräßigen aus [zwei] für einen Durchschnittsmenschen ausreichenden Mahlzeiten!? – Das ist ein Einwand. –
ג ומי אמר ר"ש בן אלעזר הכי והתניא רבי שמעון בן אלעזר אומר עוג מלך הבשן פיתחו כמלואו
3 Kann R.Šimo͑n b. Elea͑zar dies denn gesagt haben, es wird ja gelehrt, R.Šimo͑n b.Elea͑zar sagt, für O͑g, den König von Basan, sei eine seinem Umfange entsprechende Tür erforderlich!? –
ד ואביי התם היכי ליעביד הדומי נהדמיה [ונפקיה]
4 Und Abajje!? – Wie sollte man es denn da anders machen, etwa ihn zerstückeln und hinausbringen!?
ה איבעיא להו פליגי רבנן עליה דרבי שמעון בן אלעזר או לא ת"ש דאמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן עוג מלך הבשן פיתחו בארבעה
5 Sie fragten: Streiten die Rabbanan gegen R.Šimo͑n b. Elea͑zar oder nicht!? – Komm und höre: Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R.Joḥanans, für O͑g, den König von Basan sei eine Tür von vier [Handbreiten] erforderlich. –
ו התם דאיכא פתחים קטנים טובא ואיכא חד דהוי ארבעה דודאי כי קא מרוח בההוא קא מרוח
6 Dies in dem Falle, wenn viele kleinere Öffnungen vorhanden sind und darunter eine von vier [Handbreiten], da man bei einer Erweiterung bestimmt diese er weitern würde.
ז אמר רב חייא בר רב אשי אמר רב מערבין בבשר חי אמר רב שימי בר חייא מערבין בביצים חיות וכמה אמר רב נחמן בר יצחק (אחת) סיני אמר שתים:
7 R.Ḥija b.R.Aši sagte im Namen Rabhs: Man darf einen E͑rub aus rohem Fleische bereiten. R.Šimi b.Ḥija sagte: Man darf einen E͑rub aus rohen Eiern bereiten. – Wieviel? – R.Naḥman b. Jiçḥaq sagte: eines; Sinaj sagte, zwei.
ח הנודר מן המזון מותר במים כו': מלח ומים הוא דלא איקרי מזון הא כל מילי איקרי מזון לימא תיהוי תיובתא דרב ושמואל דרב ושמואל דאמרי תרוייהו אין מברכין בורא מיני מזונות אלא על חמשת המינין בלבד
8 W<small>ER SICH</small> S<small>PEISEN ABGELOBT, DEM SIND</small> W<small>ASSER</small> &amp;<small>C</small>. <small>ERLAUBT</small>. Demnach heißen nur Wasser und Salz nicht ‘Speise’, wohl aber heißt alles andere ‘Speise’, somit wäre dies eine Widerlegung Rabhs und Šemuéls, denn Rabh und Šemuél sagen beide, daß man den Segen ‘Der allerlei Speisen erschafft’ nur über die fünf Getreidearten spreche!? –
ט ולא אותביניה חדא זימנא לימא תיהוי תיובתייהו נמי מהא
9 Sind sie denn nicht bereits widerlegt worden!? Mag auch dies eine Widerlegung sein.
י אמר רב הונא באומר כל הזן עלי מים ומלח הוא דלא זייני הא כל מילי זייני
10 R.Hona erwiderte: Wenn er sich alles, was nährt, abgelobt hat. – Nur Wasser und Salz nähren nicht, wohl aber nährt alles andere,
יא והאמר רבה בר בר חנה כי הוה אזילנא בתריה דרבי יוחנן למיכל פירי דגינוסר כי הוינן בי מאה הוה מנקטינן לכל חד וחד עשרה עשרה כי הוינן בי עשרה הוה מנקטינן לכל חד וחד מאה מאה וכל מאה מינייהו (לא) הוי מחזיק להו צנא בת תלתא סאוי והוה אכיל להו לכולהון ואמר שבועתא דלא טעים לי זיונא אימא מזונא
11 dagegen erzählte ja Rabba b.Bar Ḥana: Als wir R.Joḥanan folgten, um genezaretische Früchte zu essen, pflegten wir jeder, wenn wir hundert waren, je zehn zu nehmen, und wenn wir zehn waren, je hundert zu nehmen; und obgleich ein Korb von drei Seá keine hundert von diesen fassen konnte, aß er sie alle und schwor, daß er noch keine Nahrung gekostet habe!? – Sage: Speise.
יב אמר רב הונא אמר רב שבועה שלא אוכל ככר זו מערבין לו בה ככר זו עלי אין מערבין לו בה
12 R.Hona sagte im Namen Rabhs: [Sagt jemand:] ‘ich schwöre, diesen Laib nicht zu essen’, so darf er für ihn als E͑rub verwendet werden, [wenn aber:] ‘dieser Laib sei mir [verboten]’, so darf er für ihn nicht als E͑rub verwendet werden.
יג מיתיבי הנודר מן הככר מערבין לו בה מאי לאו דאמר עלי לא דאמר זו
13 Man wandte ein: Wenn jemand sich den Genuß eines Laibes abgelobt hat, so darf er für ihn als E͑rub verwendet werden. Doch wohl, wenn er gesagt hat: ‘sei mir [verboten]’!? – Nein, wenn er gesagt hat: ‘diesen [nicht zu essen]’.
יד הכי נמי מסתברא דקתני סיפא אימתי בזמן שאמר שבועה שלא אטעמנה
14 Dies ist auch einleuchtend, denn es heißt im Schlußsätze: Nur dann, wenn er gesagt hat: ‘ich schwöre von diesem nichts zu kosten’. –
טו אבל אמר עלי מאי הכי נמי דאין מערבין לו בה א"ה אדתני ככר זו הקדש אין מערבין לו בה לפי שאין מערבין בהקדשות ליפלוג וליתני בדידה במה דברים אמורים דאמר זו אבל אמר עלי אין מערבין לו בה
15 Wenn er demnach nicht als E͑rub verwendet werden darf, falls er gesagt hat: ‘sei mir [verboten]’, wozu heißt es weiter, daß er für ihn nicht als E͑rub verwendet werden dürfe, falls er gesagt hat: ‘dieser Laib sei heilig’, weil Geheiligtes nicht als E͑rub verwendet werden darf, er sollte ja beim [Profanen] unterscheiden: dies nur wenn er gesagt hat: ‘diesen [nicht zu essen]’, wenn er aber gesagt hat: ‘sei mir [verboten]’, so darf er für ihn nicht als E͑rub verwendet werden!? –
טז אמר לך רב הונא אלא מאי כל היכא דאמר עלי מערבין קשיא רישא
16 R.Hona kann dir erwidern: wenn er für ihn als E͑rub verwendet werden darf, falls er gesagt hat: ‘sei mir [verboten]’, ist ja dagegen vom Anfangssatze ein Einwand zu erheben. –
יז חסורי מיחסרא והכי קתני הנודר מן הככר מערבין לו בה ואפילו אמר עלי נעשה כאומר שבועה שלא אטעמנה
17 [Die Lehre] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: Wenn jemand sich den Genuß eines Laibes abgelobt hat, so darf er für ihn als E͑rub verwendet werden, und selbst wenn er gesagt hat: ‘sei mir [verboten]’, ist es ebenso, als würde er gesagt haben: ‘ich schwöre, von diesem nichts zu kosten’. –
יח מכל מקום קשיא לרב הונא הוא דאמר כרבי אליעזר דתניא רבי אליעזר אומר שבועה שלא אוכל ככר זו מערבין לו בה ככר זו עלי אין מערבין לו בה
18 Immerhin ist dies ein Einwand gegen R.Hona!? – Er ist der Ansicht R.Elie͑zers, denn es wird gelehrt: R.Elie͑zer sagte: [Sagt jemand:] ‘ich schwöre, diesen Laib nicht zu essen’, so darf er für ihn als E͑rub verwendet werden; [wenn aber:] ‘dieser Laib sei mir [verboten]’, so darf er für ihn nicht als E͑rub verwendet werden. –
יט ומי אמר רבי אליעזר הכי והתניא זה הכלל אדם אוסר עצמו באוכל מערבין לו בה אוכל הנאסר לו לאדם אין מערבין לו בה רבי אליעזר אומר ככר זו עלי מערבין לו בה ככר זו הקדש אין מערבין לו בה לפי שאין מערבין לו בהקדשות
19 Kann R.Elie͑zer denn dies gesagt haben, es wird ja gelehrt: Die Regel hierbei ist: bezieht er das Verbot des Genießens von der Speise auf seine Person, so darf sie für ihn als E͑rub verwendet werden, ist ihm aber die Speise an sich verboten, so darf sie für ihn nicht als E͑rub verwendet werden. R. Elie͑zer sagte: [Sagt jemand:] ‘dieser Laib sei mir [verboten]’, so darf er für ihn als E͑rub verwendet werden; [wenn aber:] ‘dieser Laib sei heilig’, so darf er für ihn nicht als E͑rub verwendet werden, weil Geheiligtes nicht als E͑rub verwendet werden darf!? –
כ תרי תנאי ואליבא דרבי אליעזר:
20 Zwei Tannaím streiten über die Ansicht R.Elie͑zers.
כא מערבין לנזיר ביין כו': מתני' דלא כב"ש דתניא ב"ש אומרים אין מערבין לנזיר ביין ולישראל בתרומה ב"ה אומרים מערבין לנזיר ביין ולישראל בתרומה אמרו להן ב"ה לב"ש אי אתם מודים
21 M<small>AN DARF EINEN</small> E͑<small>RUB BEREITEN FÜR EINEN</small> N<small>AZIRÄER AUS</small> W<small>EIN</small> &amp;<small>C.</small> Unsere Mišna vertritt somit nicht die Ansicht der Schule Šammajs, denn es wird gelehrt: Die Schule Šammajs sagt, man dürfe keinen E͑rub bereiten für einen Naziräer aus Wein und für einen Jisraéliten aus Hebe; die Schule Hillels sagt, man dürfe einen E͑rub bereiten für einen Naziräer aus Wein und für einen Jisraéliten aus Hebe. Die Schule Hillels sprach zur Schule Šammajs: Pflichtet ihr etwa nicht bei,