Eruvin 74

Kapitel 74

א אלא אי בלקיחת בעלים אי בעשיית כהן
1 werden nur beim Kaufen durch den Eigentümer und bei der Darbringung durch den Priester bezeichnet. —
ב ואכתי סבר ר' יוסי אין ברירה והתניא עם הארץ שאמר לחבר קח לי אגודה אחת של ירק או גלוסקא אחת אינו צריך לעשר דברי רבי יוסי
2 Aber ist denn R.Jose der Ansicht, es gebe keine fiktive Feststellung, es wird ja gelehrt: Wenn ein Mann aus dem gemeinen Volke zu einem Genossen spricht: kaufe mir ein Bündel Kräuter, kaufe mir eine Semmel, so braucht er sie nicht zu verzehnten — so R.Jose;
ג וחכ"א צריך לעשר איפוך
3 die Weisen sagen, er müsse sie verzehnten!? — Wende es um. —
ד תא שמע האומר מעשר שיש לי בביתי מחולל על סלע שתעלה בידי מן הכיס רבי יוסי אומר מחולל
4 Komm und höre: Wenn jemand sagt: ‘der Zehnt, den ich zuhause habe, sei durch den Sela͑ ausgeweiht, der mir aus dem Beutel in die Hand kommen wird’, so ist er, wie R.Jose sagt, ausgeweiht!? —
ה איפוך אימא ר' יוסי אומר לא חילל ומאי חזית דאפכת תרתי מקמי חדא איפוך חדא מקמי תרתי
5 Wende es um und lies: R.Jose sagt, er sei nicht ausgeweiht. — Was veranlaßt dich, zwei Lehren wegen einer umzuwenden, wende die eine wegen zweier um!? —
ו הא ודאי איפכא תניא דקתני סיפא ומודה רבי יוסי באומר מעשר שיש לי בתוך ביתי יהא מחולל על סלע חדשה שתעלה בידי מן הכיס שחילל מדקאמר הכא שחילל מכלל דהתם לא חילל
6 Diese ist entschieden verkehrt, denn im Schlußsatze heißt es: R.Jose pflichtet jedoch bei, daß, wenn er gesagt hat: ‘der Zehnt, den ich zuhause habe, sei durch den neuen Sela͑ ausgeweiht, der mir aus dem Beutel in die Hand kommen wird’, er ausgeweiht sei. Wenn es nun hier heißt, er sei ausgeweiht, so muß es ja dort heißen, er sei nicht ausgeweiht. —
ז האי סלע חדשה ה"ד אי דאיכא תרתי תלת דיש ברירה היינו קמייתא אלא דליכא אלא חדא מאי תעלה
7 Von welchem neuen Sela͑ gilt dies: sind solche zwei oder drei vorhanden, sodaß eine fiktive Feststellung erfolgt, so ist dies ja der erste Fall, ist nur einer vorhanden, wieso heißt es: der kommen wird!? —
ח איידי דתני רישא תעלה תנא סיפא נמי תעלה
8 Da er im Anfangssatze lehrt: kommen wird, so lehrt er auch im Schlußsatze: kommen wird.
ט א"ל רבא לרב נחמן מאן האי תנא דאפילו בדרבנן לית ליה ברירה דתניא אמר לחמשה הריני מערב על איזה מכם שארצה רציתי ילך לא רציתי לא ילך רצה מבעו"י עירובו עירוב משחשיכה אין עירובו עירוב
9 Raba fragte R.Naḥman: Wer ist der Tanna, welcher lehrte, daß es auch beim Rabbani tischen keine fiktive Feststellung gebe? Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand zu fünf [Personen] spricht: ‘ich bereite den E͑rub für einen von euch, der mir belieben wird, wenn es mir belieben sollte, soll er gehen dürfen, und wenn es mir nicht belieben sollte, soll er nicht gehen dürfen’, so ist, wenn er noch am Tage gewählt hat, der E͑rub gültig, wenn aber nach Anbruch der Dunkelheit, der E͑rub ungültig.
י אישתיק ולא א"ל ולא מידי ולימא ליה תנא דבי איו הוא לא שמיע ליה
10 Da schwieg er und erwiderte nichts. — Sollte er ihm doch erwidert haben, es sei Ajo!? — Er hatte es nicht gehört.
יא רב יוסף אמר תנאי שקלת מעלמא תנאי היא דתניא הריני מערב לשבתות של כל השנה רציתי אלך לא רציתי לא אלך רצה מבעוד יום עירובו עירוב משחשיכה רבי שמעון אומר עירובו עירוב וחכמים אומרים אין עירובו עירוב
11 R.Joseph erwiderte: Willst du [den Streit zwischen] Tannaím aus der Welt schaffen? [Hierüber streiten] Tannaím, denn es wird gelehrt: [Sagte jemand:] ‘ich bereite einen E͑rub für die Šabbathe des ganzen Jahres, wenn es mir belieben sollte, will ich gehen, und wenn es mir nicht belieben sollte, will ich nicht gehen’, so ist sein E͑rub, wenn er noch am Tage beschlossen hat, gültig, wenn aber nach Anbruch der Dunkelheit, wie R.Šimo͑n sagt, gültig, und wie die Weisen sagen, ungültig.
יב והא שמעינן לרבי שמעון דלית ליה ברירה קשיא דרבי שמעון אדר"ש אלא איפוך
12 Wir wissen ja aber von R.Šimo͑n, daß er von der fiktiven Feststellung nichts hält, somit befindet sich ja R.Šimo͑n mit sich selbst im Widersprüche!? — Vielmehr, man wende [diese Lehre] um. —
יג מאי קשיא דילמא כי לית ליה לר' שמעון ברירה בדאורייתא אבל בדרבנן אית ליה
13 Wieso ein Widerspruch, vielleicht gibt es nach R.Šimo͑n nur bei Geboten der Tora keine fiktive Feststellung, wohl aber bei rabbanitischen!? —
יד קסבר רב יוסף מאן דאית ליה ברירה ל"ש בדאורייתא ל"ש בדרבנן אית ליה ומאן דלית ליה ברירה ל"ש בדאורייתא ול"ש בדרבנן לית ליה
14 R.Joseph ist der Ansicht, wer von der fiktiven Feststellung hält, nach dem gelte sie bei Gesetzen der Tora und bei rabbanitischen, und wer von der fiktiven Feststellung nichts hält, nach dem gilt sie weder bei Gesetzen der Tora noch bei rabbanitischen.
טו רבא אמר שאני התם דבעינן ראשית ששיריה ניכרין
15 Raba erwiderte: Hierbei ist es anders, weil durch die Erstlinge der Rest kenntlich sein muß.
טז א"ל אביי אלא מעתה היו לפניו שני רמונים של טבל ואמר אם ירדו גשמים היום יהא זה תרומה על זה ואם לא ירדו גשמים היום יהא זה תרומה על זה ה"נ בין ירדו בין לא ירדו דאין בדבריו כלום
16 Abajje sprach zu ihm: Demnach sollten, wenn jemand zwei unverzehntete Granatäpfel vor sich liegen hat und sagt: ‘falls es heute regnet, sei dieser Hebe für jenen, und falls es heute nicht regnet, sei jener Hebe für diesen’, seine Worte ungültig sein, einerlei ob es regnet oder nicht regnet!?
יז וכ"ת הכי נמי והתנן תרומת הכרי הזה ומעשרותיו בתוכו ותרומת מעשר זה בתוכו ר"ש אומר קרא השם
17 Wolltest du sagen, dem sei auch so, so haben wir ja gelernt: [Wenn jemand sagt:] ‘die Hebe dieses Haufens und seine Zehnte seien in der Mitte enthalten’, oder: ‘die Zehnthebe sei in der Mitte enthalten’, so hat er, wie R.Šimo͑n sagt, einen Namen genannt!? —
יח שאני התם דאיכא סביביו
18 Hierbei ist es anders, weil [das Übrige] sich ringsum befindet.
יט ואב"א כדקתני טעמא אמרו לו לר"מ אי אתה מודה שמא יבקע הנוד ונמצא זה שותה טבלים למפרע אמר להן לכשיבקע
19 Wenn du aber willst, sage ich: wie er auch den Grund lehrt: Sie sprachen zu R.Meír: Pflichtest du etwa nicht bei, daß, wenn der Schlauch platzt, er rückwirkend Unverzehntes getrunken haben wird!? Er erwiderte ihnen: Wenn er platzt. —
כ ולמאי דסליק אדעתין מעיקרא דבעינן ראשית ששיריה ניכרין מאי קאמרי ליה
20 Wie sind ihre Worte nach unserer vorherigen Auffassung zu verstehen, daß durch die Erstlinge der Rest kenntlich sein müsse? —
כא הכי קאמרי ליה לדידן בעינן ראשית ששיריה ניכרין לדידך
21 Sie meinten es wie folgt: Nach unserer Ansicht muß durch die Erstlinge der Rest kenntlich sein, aber auch du