Eruvin 90

Kapitel 90

א ובלבד שלא יוציא זה מתוך שלו לתוך של חברו
1 NUR DARF DER EINE NICHTS AUS SEINEM G<small>EBIETE IN DAS</small> G<small>EBIET DES ANDEREN HINÜBERSCHAFFEN</small>.
ב היו שלשה והאמצעי מובלע ביניהן הוא מותר עמהן והן מותרין עמו ושנים החיצונים אסורין זה עם זה
2 W<small>ENN ES DREI SIND UND DAS</small> G<small>EBIET DES</small> M<small>ITTELSTEN SICH VOLLSTÄNDIG IN DEM DER BEIDEN</small> A<small>NDEREN BEFINDET, SO DARF ER MIT DIESEN UND DIESE DÜRFEN MIT IHM</small> [<small>ESSEN</small>]<small>, NICHT ABER DIE BEIDEN ÄUSSEREN MITEINANDER</small>.
ג אמר רבי שמעון למה הדבר דומה לשלש חצירות הפתוחות זו לזו ופתוחות לרשות הרבים עירבו שתים עם האמצעית היא מותרת עמהן והם מותרות עמה ושתים החיצונות אסורות זו עם זו:
3 R.Š<small>IMO͑N SAGTE</small>: D<small>IES IST EBENSO, ALS WENN DREI</small> H<small>ÖFE</small> A<small>USGÄNGE ZU EINANDER UND</small> A<small>USGÄNGE NACH ÖFFENTLICHEM</small> G<small>EBIETE HABEN; SIND DIE ZWEI</small> [<small>ÄUSSEREN</small>]<small> MIT DEM MITTELSTEN DURCH EINEN E͑RUB VERBUNDEN, SO IST DIESEM MIT JENEN UND JENEN MIT DIESEM</small> [<small>ZU VERKEHREN</small>] <small>ERLAUBT, BEIDEN ÄUSSEREN MIT EINANDER ABER VERBOTEN</small>.
ד <big><strong>גמ׳</strong></big> בעי רבא מאי קסבר ר' יוחנן בן נורי מסבר קא סבר חפצי הפקר קונין שביתה
4 GEMARA. Raba fragte: Welcher Ansicht ist R.Joḥanan b. Nuri: ist er der Ansicht, herrenlose Sachen erwerben ihren Platz für den Šabbath,
ה ובדין הוא דליפלוג בכלים והא דקמיפלגי באדם להודיעך כוחן דרבנן דאע"ג דאיכא למימר הואיל וניעור קנה ישן נמי קנה קמ"ל דלא
5 somit sollten sie eigentlich über Geräte streiten, und nur deshalb streiten sie über einen Menschen, um dir die weitergehende Ansicht der Rabbanan hervorzuheben, daß sogar ein Schlafender [den Platz] nicht erwerbe, obgleich man sagen sollte, wenn ein Wachender ihn erwirbt, erwerbe ihn auch dieser;
ו או דילמא קסבר ר' יוחנן בן נורי בעלמא חפצי הפקר אין קונין שביתה והכא היינו טעמא הואיל וניעור קנה ישן נמי קנה
6 oder aber ist R.Joḥanan b. Nuri der Ansicht, herrenlose Sachen erwerben sonst nicht ihren Platz für den Šabbath, hierbei aber erwerbe ihn ein Schlafender aus dem Grunde, weil ein Wachender ihn erwirbt?
ז אמר רב יוסף ת"ש גשמים שירדו מעי"ט יש להן אלפים אמה לכל רוח בי"ט הרי הן כרגלי כל אדם
7 R.Joseph erwiderte: Komm und höre: Wenn Regen am Vorabend des Festes herniedergefallen ist, so hat er zweitausend Ellen nach jeder Richtung; wenn aber am Feste, so gleicht er den Füßen jedermanns.
ח אי אמרת בשלמא קסבר רבי יוחנן בן נורי חפצי הפקר קונין שביתה הא מני ר' יוחנן היא
8 Allerdings ist hier, wenn du sagst, R.Joḥanan b. Nuri sei der Ansicht, herrenlose Sachen erwerben ihren Platz für den Šabbath, die Ansicht R.Joḥanans vertreten;
ט אלא אי אמרת חפצי הפקר אין קונין שביתה הא מני לא רבי יוחנן ולא רבנן
9 wessen Ansicht aber ist hier vertreten, wenn du sagst, herrenlose Sachen erwerben nicht ihren Platz für den Šabbath, weder die des R.Joḥanan noch die der Rabbanan!?
י יתיב אביי וקאמר לה להא שמעתא א"ל רב ספרא לאביי ודילמא בגשמים הסמוכין לעיר עסקינן ואנשי אותה העיר דעתם עילייהו
10 Abajje saß und trug diese Lehre vor, da sprach R.Saphra zu ihm: Vielleicht handelt es sich hier um einen Regen nahe der Stadt, auf den die Einwohner dieser Stadt gerechnet haben!?
יא אמר ליה לא ס"ד דתנן בור של יחיד כרגלי יחיד ושל אותה העיר כרגלי אותה העיר ושל עולי בבל כרגלי הממלא
11 Dieser entgegnete: Dies ist nicht einleuchtend. Wir haben gelernt, der Brunnen eines einzelnen gleiche den Füßen des Einzelnen, der der Stadtleute den Füßen der Stadtleute, und der der Auswanderer aus Babylonien den Füßen des Schöpfenden,
יב ותניא בור של שבטים יש להן אלפים אמה לכל רוח קשיין אהדדי
12 und [dem widersprechend] wird gelehrt, der Brunnen der Stämme habe zweitausend Ellen nach jeder Richtung. Da nun [diese Lehren] einander widersprechen,
יג אלא לאו ש"מ הא רבי יוחנן בן נורי הא רבנן
13 so lehrt wohl die eine nach R.Joḥanan b. Nuri und die andere nach den Rabbanan.
יד כי אתא לקמיה דרב יוסף א"ל הכי קאמר רב ספרא והכי אהדרי ליה אמר ליה ואמאי לא תימא ליה מגופה אי סלקא דעתך גשמים הסמוכין לעיר עסקינן האי יש להן אלפים אמה לכל רוח
14 Als [Abajje] zu R.Joseph kam, erzählte er ihm: Dies sagte R.Saphra, und dies erwiderte ich ihm. Da sprach dieser: Weshalb hast du ihm nicht aus derselben Lehre erwidert: wieso heißt es, wenn man sagen wollte, es handle sich um einen Regen nahe der Stadt, er habe zweitausend Ellen nach jeder Richtung,
טו הא כרגלי אנשי אותה העיר מיבעיא ליה:
15 es sollte ja heißen, er gleiche den Füßen der Stadtbewohner!?
טז אמר מר ביום טוב הרי הן כרגלי כל אדם ואמאי ליקני שביתה באוקיינוס
16 Der Meister sagte: Wenn aber am Feste, so gleicht er den Füßen jedermanns. Weshalb denn, [der Regen] sollte ja den Platz für den Šabbath im Ocean erwerben!?
יז לימא דלא כרבי אליעזר דאי כר' אליעזר הא אמר כל העולם כולו ממי אוקיינוס הוא שותה
17 Also nicht nach R.Elie͑zer, denn R.Elie͑zer sagte ja, die ganze Welt trinke aus dem Wasser des Oceans.
יח אמר ר' יצחק הכא בעבים שנתקשרו מערב יום טוב עסקינן
18 R.Jiçḥaq erwiderte: Hier handelt es sich um den Fall, wenn die Wolken sich bereits am Vorabend des Festes zusammengezogen haben. —
יט ודילמא הנך אזלי והנך אחריני נינהו דאית להו סימנא בגוייהו
19 Vielleicht sind jene fort und diese sind andere!? — Wenn man sie an einem Zeichen erkennt.
כ ואיבעית אימא הוי ספק דדבריהם וספק דדבריהם להקל
20 Wenn du willst, sage ich: dies ist ein Zweifel bei einem rabbanitischen Gesetze, und bei einem rabbanitischen Gesetze ist in einem Zweifel erleichternd zu entscheiden. —
כא וליקני שביתה בעבים תיפשוט מינה דאין תחומין למעלה מי' דאי יש תחומין ליקני שביתה בעבים
21 [Der Regen] sollte doch den Platz für den Šabbath in den Wolken erwerben, somit ist hieraus zu entnehmen, daß oberhalb zehn [Handbreiten das Gesetz] vom Šabbathgebiete nicht gelte, denn wenn man sagen wollte, es gelte wohl, sollte er doch den Platz für den Šabbath in den Wolken erwerben!? —
כב לעולם אימא לך יש תחומין ומיא בעיבא מיבלע בליעי
22 Tatsächlich, kann ich dir erwidern, gilt [das Gesetz] vom Šabbathgebiete wohl, das Wasser aber ist in den Wolken eingesogen.—