Gittin 123

Kapitel 123

א נותנת לה ואוכלת השתא מיגנב גנבא חלופי לא מיחלפא
1 ihr etwas geben und sie es essen könnte. Wenn sie des Stehlens verdächtig ist, um wieviel mehr des Umtauschens!?
ב אמר רב יוסף התם נמי מוריא ואמרה תורא מדישיה קאכיל
2 R. Joseph erwiderte: Auch hierbei erlaubt sie sich dies, indem sie sagt, der Ochs esse von dem, was er drischt.
ג העיד ר' יוסי בן המשולם משום ר' יוחנן אחיו שאמר משום ר"א בן חסמא אין עושין חלת עם הארץ בטהרה אבל עושין עיסת חוליו בטהרה ונוטל הימנה כדי חלה ומניחה בכפישא או באנחותא וכשבא ע"ה ליטול נוטל את שתיהן ואינו חושש
3 R. Jose b. Hamešullam bekundete, daß sein Bruder Joḥanan im Namen des R. Elea͑zar Ḥasma folgendes gelehrt habe: Man darf nicht für einen Menschen aus dem gemeinen Volke die Teighebe in Reinheit zubereiten, wohl aber bereite man anstandslos seinen profanen Teig in Reinheit zu, nehme davon das Quantum der Teighebe ab und lege es in einen Korb oder auf ein Brett, und der Mann aus dem gemeinen Volke kann dann beides nehmen.
ד ואין עושין תרומת זיתיו בטהרה אבל עושין זיתים חוליו בטהרה ונוטל הימנה כדי תרומה ומניחה בכליו של חבר וכשבא עם הארץ ליטול נוטל את שתיהן ואינו חושש
4 Man darf die Hebe seiner Oliven nicht in Reinheit zubereiten, wohl aber bereite man anstandslos seine profanen Oliven in Reinheit zu, nehme davon das Quantum der Hebe ab und lege es in ein Gefäß eines Genossen, und der Mann aus dem gemeinen Volke kann dann beides nehmen.
ה וטעמא מאי א"ר יוחנן משום כדי חייו דגבל ומשום כדי חייו דבדד
5 Aus welchem Grunde? R. Joḥanan erwiderte: Wegen des Lebensunterhaltes des Kneters und wegen des Lebensunterhaltes des Oliventreters.
ו וצריכא דאי אשמועינן גבל משום דלא נפיש אגריה אבל בדד דנפיש אגריה אימא לא ואי אשמועינן בדד משום דלא שכיח ליה אבל גבל דשכיח ליה אימא לא צריכא
6 Und beide Lehren sind nötig. Würde er es nur vom Kneter gelehrt haben, so könnte man glauben, weil er keinen hohen Lohn erhält, nicht aber gelte dies vom Oliventreter, der einen hohen Lohn erhält. Und würde er es nur vom Oliventreter gelehrt haben, so könnte man glauben, weil es bei ihm selten ist, nicht aber gelte dies vom Kneter, bei dem es häufig ist. Daher ist beides nötig.
ז אמר מר נוטל הימנה כדי חלה ומניחה בכפישא או באנחותא וכשבא ע"ה ליטול נוטל את שתיהן ואינו חושש וליחוש דילמא נגע בה דאמרי' ליה חזי אי נגעת בה הדרא לטיבלא
7 Der Meister sagte: Er nehme anstandslos davon das Quantum der Teighebe ab und lege es in einen Korb oder auf ein Brett, und der Mann aus dem gemeinen Volke kann dann beides nehmen. Es ist ja zu berücksichtigen, er kann es berühren!? – Man sage ihm: Paß auf, wenn du es berührst, wird es wieder hebepflichtig. –
ח וליחוש דילמא לא איכפת ליה השתא לתקוני קא מיכוין מיכפת לא איכפת ליה
8 Es ist ja zu berücksichtigen, vielleicht achtet er darauf nicht!? – Wenn er sogar die Hebe absondert, wie sollte er darauf nicht achten!?
ט אמר מר נוטל הימנה כדי תרומה ומניחה בכליו של חבר וכשבא ע"ה ליטול נוטל את שתיהן ואינו חושש וליחוש דילמא נגע בה בשלמא התם אית ליה היכרא הכא מאי היכרא אית ליה דמנח ליה בכלי גללים בכלי אבנים בכלי אדמה
9 Der Meister sagte: Er nehme anstandslos davon das Quantum der Hebe ab und lege es in ein Gefäß eines Genossen, und der Mann aus dem gemeinen Volke kann dann beides nehmen. Es ist ja zu berücksichtigen, er kann es berühren!? Allerdings kann er es in jenem Falle merken, woran aber soll er es in diesem Falle merken!? – Er lege es in ein Gefäß aus Kot, Stein oder Ton. –
י א"ה מאי איריא דחבר אפי' דעם הארץ נמי ה"נ קאמר בכלים של עם הארץ הראויין להשתמש בהן חבר:
10 Wieso muß es demnach das eines Genossen sein, dies gilt ja auch von einem eines Menschen aus dem gemeinen Volke!? – Dies sagt er auch: in das Gefäß eines Menschen aus dem gemeinen Volke, das für einen Genossen verwendbar ist.
יא מחזיקין ידי עכו"ם בשביעית: מחזיקין והאמר רב דימי בר שישנא משמיה דרב אין עודרין עם העכו"ם בשביעית ואין כופלין שלום לעובד כוכבים לא צריכא למימרא להו אחזוקו בעלמא כי הא דרב יהודה אמר להו אחזוקו רב ששת אמר להו אשרתא:
11 M<small>AN DARF IM</small> S<small>IEBENTJAHRE</small> N<small>ICHTJUDEN UNTERSTÜTZEN</small>. Wieso unterstützen, R. Dimi b. Šišana sagte ja im Namen Rabhs, daß man nicht im Siebentjahre einem Nichtjuden graben helfe, und daß man einem Nichtjuden nicht den Gruß wiederhole!? – Nur insofern, als man ihnen zurufe: viel Kraft! So pflegte ihnen R. Jehuda zuzurufen: viel Kraft! R. Šešeth pflegte ihnen zuzurufen: Heil!
יב ואין כופלין שלום לעובד כוכבים: רב חסדא מקדים ויהיב להו שלמא רב כהנא א"ל שלמא למר:
12 «Daß man einem Nichtjuden nicht den Gruß wiederhole.» R. Ḥisda kam ihnen mit dem Gruße zuvor. R. Kahana sagte: Friede dem Herrn.
יג ושואלין בשלומן: השתא אחזוקי מחזקינן שואלין בשלומן מיבעיא אמר רב ייבא לא נצרכא אלא ליום חגם דתניא לא יכנס אדם לביתו של עובד כוכבים ביום חגו ויתן לו שלום מצאו בשוק נותן לו בשפה רפה ובכובד ראש
13 B<small>EGRÜSSE MAN SIE</small>. Wenn man sie sogar unterstütze, so ist es ja selbstverständlich, daß man sie begrüße!? R. Jeba erwiderte: Auch an ihrem Feste. Es wird nämlich gelehrt: Man soll nicht einen Nichtjuden an seinem Feste besuchen und ihn begrüßen; wenn man ihn auf der Straße trifft, so grüße man ihn mit träger Lippe und schwerfällig.
יד רב הונא ורב חסדא הוו יתבי חליף ואזיל גניבא א"ל חד לחבריה ניקום מקמיה דבר אוריין הוא אמר לו ומקמי פלגאה ניקום אדהכי אתא איהו לגבייהו אמר להו שלמא עלייכו מלכי שלמא עלייכו מלכי אמרו ליה מנא לך דרבנן איקרו מלכים אמר להו דכתיב (משלי ח, טו) בי מלכים ימלוכו וגו'
14 R. Hona und R. Ḥisda saßen beisammen und Geniba ging an ihnen vorüber. Da sprach der eine zum anderen: Wollen wir vor ihm aufstehen, denn er ist ein Gelehrter. Der andere erwiderte: Vor diesem Zänker sollen wir aufstehen!? Inzwischen kam er zu ihnen heran und sprach zu ihnen: Friede mit euch, ihr Könige, Friede mit euch, ihr Könige. Sie sprachen zu ihm: Woher entnimmst du, daß die Gelehrten Könige genannt werden? Dieser erwiderte: Es heißt: <i>durch mich regieren Könige &amp;c</i>.
טו אמרו ליה ומנא לך דכפלינן שלמא למלכי אמר להו דאמר רב יהודה אמר רב מנין שכופלין שלום למלך שנאמר (דברי הימים א יב, יט) ורוח לבשה את עמשי ראש השלישים וגו'
15 Sie fragten weiter: Woher entnimmst du, daß man Königen den Gruß wiederhole? Dieser erwiderte: R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Woher, daß man Königen den Gruß wiederhole? Es heißt: <i>und ein Geist ergriff A͑masaj, den Obersten der Anführer</i> <i>&amp;c.</i>
טז אמרי ליה ליטעום מר מידי אמר להו הכי אמר רב יהודה אמר רב אסור לו לאדם שיטעום כלום עד שיתן מאכל לבהמתו שנאמר (דברים יא, טו) ונתתי עשב בשדך לבהמתך והדר ואכלת ושבעת:
16 Hierauf sprachen sie: Mag der Meister etwas genießen. Dieser erwiderte: Folgendes sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Man darf nichts genießen, bevor man seinem Vieh Futter gereicht hat, denn es heißt: <i>ich werde Gras auf deinen Fluren für dein Vieh gehen</i>, und erst nachher: <i>du sollst essen und satt werden</i>.
יז <br><br><big><strong>הדרן עלך הניזקין:</strong></big><br><br>
17