Gittin 122

Kapitel 122

א טוחנין ומפקידין אצל אוכלי שביעית ואצל אוכלי פירותיהן בטומאה אבל לא לאוכלי שביעית ולא לאוכלי פירותיהן בטומאה
1 Man darf [Getreide] mahlen und es bei Leuten, die Siebentjahrsfrüchte essen, oder die ihre Früchte in Unreinheit essen, verwahren, nicht aber darf man dies für Leute, die Siebentjahrsfrüchte essen, oder ihre Früchte in Unreinheit essen!?
ב אמר אביי התם בכהן החשוד לאכול תרומה בטומאה עסקינן דהוה ליה טומאה דאורייתא
2 Abajje erwiderte: Dies gilt von einem Priester, der verdächtig ist, Hebe in Unreinheit zu essen, eine nach der Tora [verbotene] Unreinheit. –
ג אי הכי מפקידין ורמינהו מפקידין תרומה אצל ישראל עם הארץ ולא אצל כהן ע"ה מפני שלבו גס בה
3 Wieso darf man es demnach bei ihm verwahren, dem widersprechend wird ja gelehrt, daß man Hebe bei einem Jisraéliten aus dem gemeinen Volke verwahren dürfe, nicht aber bei einem Priester aus dem gemeinen Volke, weil er sich damit frei benimmt!?
ד א"ר אילעא הכא במאי עסקינן בכלי חרש המוקף צמיד פתיל
4 R. Ilea͑ erwiderte: Hier wird von einem mit einem Deckel versehenen Tongefäße gesprochen. –
ה וליחוש שמא תסיטנו אשתו נדה
5 Es ist ja zu berücksichtigen, seine Frau könnte es während ihrer Menstruation schütteln!?
ו אלא א"ר ירמיה לא קשיא כאן בפירות שהוכשרו כאן בפירות שלא הוכשרו
6 Vielmehr, erklärte R. Jirmeja, dies ist kein Widerspruch; das eine gilt von empfänglichen Früchten, und das andere gilt von unempfänglichen Früchten. –
ז ורמינהו המוליך חטין לטוחן כותי או לטוחן ע"ה הרי אלו בחזקתן למעשר ולשביעית אבל לא לטומאה
7 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand Weizen zu einem Müller bringt, der Samaritaner oder ein Mann aus dem gemeinen Volke ist, so bleibt er in seinem Zustande hinsichtlich der Verzehntung und des Siebentjahres, nicht aber hinsichtlich der Unreinheit!? –
ח האי מאי רומיא לאו אוקימנא בפירות שלא הוכשרו
8 Was ist dies für ein Widerspruch; haben wir es etwa nicht auf unempfängliche Früchte bezogen!? –
ט ודקארי לה מאי קארי לה משום דקא בעי למירמי אחריתי עלה הרי אלו בחזקתן למעשר ולשביעית ולחלופי לא חיישינן
9 Was dachte der, der auf diesen Widerspruch hinwies? – Er wollte auf einen anderen Widerspruch hinweisen: So bleibt er in seinem Zustande hinsichtlich der Verzehntung und des Siebentjahres. Demnach wird das Umtauschen nicht berücksichtigt;
י ורמינהו הנותן לחמותו מעשר את שהוא נותן לה ואת שהוא נוטל הימנה מפני שחשודה מחלפת המתקלקל
10 ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wer seiner Schwiegermutter etwas gibt, verzehnte, was er ihr gibt, und was er von ihr erhält, weil sie verdächtig ist, das Verdorbene umzutauschen!? –
יא התם כדקתני טעמא אמר רבי יהודה רוצה היא בתקנת בתה ובושה מחתנה
11 Da erfolgt dies aus dem angegebenen Grunde: R. Jehuda sagte: Weil sie auf den Vorteil ihrer Tochter bedacht ist und sich vor ihrem Schwiegersohne schämt. –
יב ולעלמא לא חיישינן והתנן הנותן לפונדקית מעשר את שהוא נותן לה ואת שהוא נוטל הימנה מפני שמחלפת התם מוריא ואמרה בר בי רב ליכול חמימא ואנא איכול קרירא
12 Ist dies etwa sonst nicht zu berücksichtigen, wir haben ja gelernt, wer etwas seiner Hauswirtin gibt, verzehnte, was er ihr gibt, und was er von ihr erhält, weil sie es umtauscht!? – Auch hierbei erlaubt sie sich dies, indem sie sagt: soll lieber der Gelehrtenjünger das Warme essen, ich werde Kaltes essen. –
יג ואכתי לעלמא לא חיישינן והתניא אשת חבר טוחנת עם אשת עם הארץ בזמן שהיא טמאה אבל לא בזמן שהיא טהורה ר"ש בן אלעזר אומר אף בזמן שהיא טמאה לא תטחון מפני שחברתה
13 Ist dies etwa sonst nicht zu berücksichtigen, es wird ja gelehrt: Die Frau eines Gelehrten darf mahlen zusammen mit der Frau eines Menschen aus dem gemeinen Volke, wenn sie unrein ist, nicht aber, wenn sie rein ist. R. Šimo͑n b. Elea͑zar sagt, auch wenn sie unrein ist, dürfe sie mit ihr nicht mahlen, weil diese