Gittin 127

Kapitel 127

א או אחד מן הראשונים ואחד מן האחרונים ואחד מצטרף עמהן:
1 ODER EINER VON DER ERSTEN UND EINER VON DER ANDEREN MIT EINEM [<small>DRITTEN</small>] <small>VEREINIGT</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> איתמר בעל אומר לפקדון ושליש אומר לגירושין מי נאמן רב הונא אמר בעל נאמן ורב חסדא אמר שליש נאמן
2 GEMARA. Es wurde gelehrt: Wer ist, wenn der Ehemann sagt: zur Aufbewahrung, und der Vertrauensmann sagt: zur Scheidung, glaubhaft? R. Hona sagt, der Ehemann sei glaubhaft, und R. Ḥisda sagt, der Vertrauensmann sei glaubhaft.
ג רב הונא אמר בעל נאמן דאם איתא דלגירושין יהביה ניהליה לדידה הוה יהיב לה ניהלה ורב חסדא אמר שליש נאמן דהא הימניה
3 R. Hona sagt, der Ehemann sei glaubhaft, denn wenn man sagen wollte, daß er ihn ihm zur Scheidung gegeben hat, so würde er ihn ihr gegeben haben. R. Ḥisda sagt, der Vertrauensmann sei glaubhaft, denn jener selbst traute ihm.
ד מתיב ר' אבא הודאת בעל דין כמאה עדים דמי ושליש נאמן משניהם כיצד זה אומר כך וזה אומר כך שליש נאמן
4 R. Abba wandte ein: Das Geständnis des Prozeßbeteiligten gilt wie hundert Zeugen, und der Vertrauensmann ist glaubwürdiger als beide; wenn der eine so und der andere so sagt, so ist der Vertrauensmann glaubhaft!? –
ה שאני ממון דאיתיהיב למחילה
5 Anders verhält es sich bei einer Geldangelegenheit, da darauf Verzicht geleistet werden kann. –
ו והא תניא וכן לגיטין גיטי ממון והתניא וכן לשטרות
6 Es wird ja aber gelehrt, dasselbe gelte auch bei Urkunden!? – Bei Verkehrsurkunden. – Es wird ja aber gelehrt, dasselbe gelte auch von Verkehrsscheinen!? –
ז מידי גבי הדדי תניא
7 Wird denn beides neben einander gelehrt!? –
ח תנן האשה שאמרה התקבל לי גיטי צריכה שתי כיתי עדים שנים שיאמרו בפנינו אמרה ושנים שיאמרו בפנינו קבל וקרע ואמאי ליהמניה לשליש
8 Wir haben gelernt: Wenn eine Frau [zu einem] gesagt hat: nimm für mich meinen Scheidebrief in Empfang, so benötigt sie zweier Zeugenpartien: zwei [Zeugen], die bekunden, daß sie es vor ihnen gesagt hat, und zwei, die bekunden, daß er ihn vor ihnen in Empfang genommen und zerrissen hat. Wozu denn, sollte man doch dem Vertrauensmanne glauben!? –
ט מי קא נפיק גיטא מתותי ידיה דליהמניה
9 Kommt denn der Scheidebrief aus seiner Hand, daß man ihm glauben sollte!? –
י תינח אמרה קיבל למה לי אמר רבה הא מני ר"א היא דאמר עדי מסירה כרתי
10 Allerdings, daß sie es gesagt hat, wozu aber, daß er ihn in Empfang genommen hat!? Raba erwiderte: Hier ist die Ansicht R. Elea͑zars vertreten, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe. –
יא קרע למה לי אמר רב יהודה א"ר בשעת הגזירה שנו
11 Wozu, daß er ihn zerrissen hat!? R. Jehuda erwiderte im Namen Rabhs: Dies wurde zur Zeit der Religionsverfolgung gelehrt.
יב אמר רבה ומודה רב הונא דאי אמרה איהי לדידי אמר לי שליש דלגירושין יהביה ניהליה מהימנא מי איכא מידי דשליש גופיה לא מהימן ואיהי מהימנא
12 Rabba sagte: R. Hona pflichtet bei, daß sie, wenn sie sagt, der Vertrauensmann habe ihr gesagt, jener habe ihn ihm zur Scheidung gegeben, glaubhaft sei. – Ist denn der Fall möglich, daß der Vertrauensmann selbst nicht glaubhaft, sie aber glaubhaft ist!? –
יג אלא אי אמרה קמאי דידי לגרושין יהביה ניהליה מהימנא מיגו דאי בעיא אמרה לדידה יהביה ניהליה בעל
13 Vielmehr, wenn sie sagt, er habe ihn ihm in ihrer Gegenwart zur Scheidung gegeben, so ist sie glaubhaft, denn wenn sie wollte, könnte sie sagen, der Ehemann habe ihn ihr selber gegeben.
יד בעל אמר לגירושין ושליש אומר לגירושין והיא אומרת נתן לי ואבד אמר רבי יוחנן הוה דבר שבערוה ואין דבר שבערוה פחות משנים
14 Wenn der Ehemann sagt: zur Scheidung, und der Vertrauensmann ebenfalls sagt: zur Scheidung, und sie sagt, er habe ihn ihr gegeben und er sei ihr abhanden gekommen, so ist dies, wie R. Joḥanan sagt, eine Inzestangelegenheit, und bei einer Inzestangelegenheit sind mindestens zwei [Zeugen] erforderlich. –
טו ואמאי וליהימניה לשליש מי קא נפיק גיטא מתותי ידיה דלהימניה
15 Weshalb denn, man sollte doch dem Vertrauensmanne glauben!? – Kommt denn der Scheidebrief aus seiner Hand, daß man ihm glauben sollte!? –
טז ולהימניה לבעל דאמר רב חייא בר אבין א"ר יוחנן בעל שאמר גירשתי את אשתי נאמן מי קאמר גירשתי
16 Sollte man doch dem Ehemanne glauben, denn R. Ḥija b. Abin sagte im Namen R. Joḥanans, wenn der Ehemann sagt, er habe sich von seiner Frau geschieden, sei er glaubhaft!? – Sagt er denn, er habe sich geschieden!? –
יז ולימא חזקה שליח עושה שליחותו דאמר רבי יצחק האומר לשלוחו צא וקדש לי אשה סתם ומת שלוחו אסור בכל הנשים שבעולם חזקה שליח עושה שליחותו
17 Sollte man doch sagen, es sei feststehend, daß ein Beauftragter seinen Auftrag ausführe!? R. Jiçḥaq sagte nämlich: Wenn jemand zu seinem Beauftragten gesagt hat, daß er gehe und für ihn irgend eine Frau antraue, und der Beauftragte gestorben ist, so sind ihm alle Frauen der Welt verboten, denn es gilt als feststehend, ein Beauftragter führe seinen Auftrag aus. –