Gittin 148

Kapitel 148

א והתניא מהיום ולאחר מיתה גט ואינו גט דברי חכמים רבי אומר כזה גט
1 Es wird auch gelehrt: [Sagte er:] von heute ab nach meinem Tode, so ist der Scheidebrief gültig und nicht gültig – so die Weisen; Rabbi sagt, dieser Scheidebrief sei gültig. –
ב ולרב יהודה דאמר בעל מנת פליגי אדמיפלגי במהיום ולאחר מיתה ליפלגי בעל מנת להודיעך כחו דרבי
2 Weshalb streiten sie nach R. Jehuda, welcher sagt, ihr Streit bestehe auch über [die Fassung] ‘mit der Bedingung’, über [die Fassung] ‘von heute ab, nach meinem Tode’, sollten sie doch über [die Fassung] ‘mit der Bedingung’ streiten!? – Um die Ansicht Rabbis hervorzuheben. –
ג וליפלגו בעל מנת ולהודיעך כחן דרבנן כח דהיתירא עדיף ליה:
3 Sollten sie doch über [die Fassung] ‘mit der Bedingung’ streiten, um die Ansicht der Rabbanan hervorzuheben!? – Die erleichternde Ansicht ist bedeutender.
ד על מנת שתתני לי מכאן ועד שלשים יום וכו': פשיטא מהו דתימא קפידיה לאו קפידא ולזרזה קאתי קא משמע לן:
4 M<small>IT DER</small> B<small>EDINGUNG, DASS DU MIR VON JETZT AB BINNEN DREISSIG</small> T<small>AGEN GIBST &amp;C</small>. Selbstverständlich!? – Man könnte glauben, er habe es nicht genau genommen und wollte sie nur anspornen, so lehrt er uns.
ה אמר רבן שמעון בן גמליאל מעשה בצידן כו: מאי תנא דקתני מעשה
5 R. Š<small>IMO͑N B</small>. G<small>AMLIE͑L SAGTE</small>: E<small>INST SAGTE JEMAND IN</small> Ç<small>AJDAN &amp;C</small>. Was lehrte er, worauf das Ereignis sich beziehen könnte!? –
ו חסורי מיחסרא והכי קתני אם אמר לה ע"מ שתתני לי איצטליתי ואבדה איצטליתו איצטליתי דוקא קאמר לה רבן שמעון בן גמליאל אומר תתן לו את דמיה ואמר רבן שמעון בן גמליאל מעשה נמי בצידן באחד שאמר לאשתו הרי זה גיטך על מנת שתתני לי אצטליתי ואבדה אצטליתו ואמרו חכמים תתן לו את דמיה
6 [Die Mišna] ist lückenhaft und muß wie folgt lauten: wenn er zu ihr gesagt hat, mit der Bedingung, daß du mir mein Gewand gibst, und das Gewand abhanden gekommen ist, so meinte er durchaus das Gewand; R. Šimo͑n b. Gamlie͑l sagt, sie gebe ihm den Geldwert. Hierzu sagte R. Šimo͑n b. Gamlie͑l: Einst sagte jemand in Çajdan zu seiner Frau: da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir mein Gewand gibst, und das Gewand kam abhanden; da entschieden die Weisen, daß sie ihm den Geldwert gebe.
ז בעא מיניה רבי אסי מרבי יוחנן הרי זה גיטך על מנת שתתני לי מאתים זוז וחזר ואמר לה מחולים לך מהו
7 R. Asi fragte R. Joḥanan: Wie ist es, wenn [er gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, und darauf zu ihr sagt: sie seien dir geschenkt?
ח תיבעי לרבנן תיבעי לרשב"ג
8 Dies ist fraglich sowohl nach den Rabbanan als auch nach R. Šimo͑n b. Gamlie͑l.
ט תיבעי לרבנן עד כאן לא קאמרי רבנן התם אלא דלא אחלה גבה אבל הכא הא קאמר לה מחולים לך או דלמא אפילו רשב"ג לא קאמר אלא דקא מפייסה ליה בדמי אבל לגמרי לא אמר ליה אינה מגורשת
9 Dies ist fraglich nach den Rabbanan, denn die Rabbanan vertreten ihre Ansicht vielleicht nur da, wo er darauf nicht verzichtet hat, hierbei aber sagte er ihr ja, er verzichte darauf, oder aber, auch R. Šimo͑n b. Gamlie͑l vertritt seine Ansicht nur da, wo sie ihn mit Geld abfindet, hierbei aber nicht.
י איתיביה האומר לחבירו קונם שאתה נהנה לי אם אי אתה נותן לבני כור אחד של חטין ושתי חביות של יין ר"מ אומר אסור עד שיתן וחכמים אומרים אף זה יכול להתיר את נדרו שלא ע"פ חכם ואומר הריני כאילו התקבלתי
10 Dieser erwiderte: Sie ist nicht geschieden. Er wandte gegen ihn ein: Wenn jemand zu seinem Nächsten gesagt hat: Qonam sei dir jeder Genuß von mir, wenn du meinem Sohne nicht ein Kor Weizen und zwei Faß Wein gibst, so ist es ihm, wie R. Meír sagt, verboten, bis er sie ihm gegeben hat; die Weisen sagen, dieser könne sein Gelübde auch ohne Gelehrten auflösen, wenn er sagt: es sei ebenso, als hätte ich sie erhalten!? –
יא הכי השתא התם לצעורה קא מכוין ולא ציערה הכא משום הרווחה הוא והא לא איצטריך
11 Es ist ja nicht gleich; hierbei wollte er sie kränken, hat sie aber nicht gekränkt, da aber sollte es für seinen Bedarf erfolgen, und er brauchte es nicht.
יב ההוא גברא דאמר ליה לאריסיה כולי עלמא דלו תלת דלוותא ואכלי ריבעא את דלי ארבעה ואכול תילתא לסוף אתא מיטרא
12 Einst sagte jemand zu seinem Pächter: Alle anderen [Pächter] bewässern dreimal und erhalten ein Viertel, bewässere du viermal, so erhältst du ein Drittel. Später kam Regen.
יג אמר רב יוסף הא לא דלה רבה אמר הא לא איצטריכא
13 Da entschied R. Joseph: Er hat ja nicht bewässert. Rabba aber sagte: Es war ja nicht nötig.
יד לימא רב יוסף דאמר כרבנן ורבה דאמר כרבן שמעון בן גמליאל
14 Es wäre anzunehmen, daß R. Joseph der Ansicht der Rabbanan und Rabba der Ansicht des R.Šimo͑n b. Gamlie͑l ist. –
טו ותיסברא והא קיימא לן הילכתא כוותיה דרבה ובהא אין הלכה כרבן שמעון בן גמליאל
15 Glaubst du; es ist uns ja bekannt, daß die Halakha wie Rabba sei, während hierbei die Halakha nicht wie R. Šimo͑n b. Gamlie͑l ist!?
טז אלא לעולם כרבנן רב יוסף כרבנן ורבה אמר לך אנא דאמרי אפילו לרבנן עד כאן לא קאמרי רבנן התם אלא דלצעורה קא מיכוין אבל הכא משום הרווחה הוא והא לא איצטריך
16 Vielmehr sind beide der Ansicht der Rabbanan; R. Joseph ist entschieden der Ansicht der Rabbanan, und Rabba kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach den Rabbanan, denn die Rabbanan vertreten ihre Ansicht nur da, wo er sie kränken wollte, hierbei aber sollte es für seinen Bedarf erfolgen, und er brauchte es nicht.
יז תנן התם בראשונה היה נטמן יום שנים עשר חדש כדי שיהא חלוט לו התקין הלל הזקן שיהא חולש את מעותיו ללשכה ויהא שובר את הדלת ונכנס ואימתי שירצה הלה יבוא ויטול את מעותיו
17 Dort haben wir gelernt: Vormals pflegte er sich am [letzten] Tage der zwölf Monate zu verstecken, damit [das Haus] ihm verfalle, da ordnete Hillel der Ältere an, daß [der Verkäufer] das Geld in der Kammer einzahle, die Tür einbreche und hineingehe; jener kann dann zu jeder beliebigen Zeit kommen und sein Geld holen.
יח ואמר רבא מתקנתו של הלל נשמע הרי זה גיטך על מנת שתתני לי מאתים זוז ונתנה לו מדעתו מגורשת על כורחו אינה מגורשת
18 Raba sagte: Aus der Anordnung Hillels ist zu entnehmen, daß, [wenn jemand gesagt hat:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du mir zweihundert Zuz gibst, und sie sie ihm mit seinem Willen gegeben hat, sie geschieden, und wenn gegen seinen Willen, sie nicht geschieden sei.
יט מדאיצטריך ליה להלל לתקוני נתינה בעל כורחיה דהויא לה נתינה
19 Da Hillel anordnen mußte, daß die auf gezwungene Zahlung als Zahlung gelte,