Gittin 166

Kapitel 166

א הרי גרושה אצלו בזנות אלא בחוץ
1 so gilt sie ihm ja für den außerehelichen Verkehr als Geschiedene!? – Vielmehr, wenn er ‘ausgenommen’ gesagt hat. –
ב ור"ע אי חוץ סבירא ליה לותיב חוץ ואי על מנת ס"ל לותיב על מנת
2 Sollte doch R. A͑qiba, wenn er der Ansicht ist, dies gelte von [der Einschränkung] ‘ausgenommen’, nur den bezüglichen Einwand erhoben haben, und wenn er der Ansicht ist, dies gelte von [der Einschränkung] ‘mit der Bedingung’, nur den bezüglichen Einwand erhoben haben!? –
ג ר"ע שמיע ליה דאיכא דאמר חוץ ואיכא דאמר על מנת מ"ד חוץ האי פירכא ומ"ד על מנת האי פירכא
3 R. A͑qiba hörte manche sagen, es gelte von [der Einschränkung] ‘ausgenommen’, und manche sagen, es gelte von [der Einschränkung] ‘mit der Bedingung’, und er erhob nach der Ansicht, es gelte von [der Einschränkung] ‘ausgenommen’, diesen Einwand, und nach der Ansicht, es gelte von [der Einschränkung] ‘mit der Bedingung’, jenen Einwand. –
ד ומאי פירכא אי נימא איסור כהונה שאני הא ר"א נמי מאיסור כהונה קא מייתי ליה
4 Welche Widerlegung gibt es dagegen; wenn etwa, beim Verbote für Priester verhalte es sich anders, so folgert ja auch R. Elie͑zer [seine Ansicht] vom Verbote für Priester!? –
ה רבא כרבי ינאי משום זקן אחד קא מתני:
5 Raba lehrte es wie R. Jannaj im Namen eines Greisen.
ו אמר להן ר' יהושע אין משיבין את הארי לאחר מיתה למימרא דר' יהושע כוותיה סבירא ליה והא איהו נמי מיפרך קפריך
6 «R. Jehošua͑ sprach zu ihnen: Man widerlegt nicht den Löwen nach seinem Tode.» Demnach wäre R. Jehošua͑ seiner Ansicht, und auch er selbst erhob ja einen Einwand gegen ihn!? –
ז ה"ק להו לדידי נמי אית לי פירכא מיהו בין לדידי בין לדידכו אין משיבין את הארי לאחר מיתה
7 Er sprach zu ihnen wie folgt: auch ich habe gegen ihn einen Einwand zu erheben, aber sowohl nach mir als auch nach euch widerlegt man nicht den Löwen nach seinem Tode. –
ח ומאי פירכא דר' יהושע דתניא א"ר יהושע מקיש קודמי הויה שניה לקודמי הויה ראשונה מה קודמי הויה ראשונה דלא אגידא באיניש אחרינא אף קודמי הויה שניה דלא אגידא באיניש אחרינא
8 Was ist dies für ein Einwand R. Jehošua͑s? – Es wird gelehrt: R. Jehošua͑ sagte: Er vergleicht die Zeit vor der zweiten Heirat mit der Zeit vor der ersten Heirat; wie sie während der Zeit vor der ersten Heirat mit einem anderen nicht verbunden war, ebenso darf sie während der Zeit vor der zweiten Heirat mit einem anderen nicht verbunden sein.
ט גופא מודה ר"א במגרש אשתו ואמר לה הרי את מותרת לכל אדם חוץ מפלוני והלכה ונישאת לאחד מן השוק ונתארמלה או נתגרשה שמותרת לזה שנאסרה עליו
9 Der Text. R. Elie͑zer pflichtet bei, daß, wenn jemand sich von seiner Frau scheiden ließ und zu ihr sagte: sei jedermann erlaubt, ausgenommen jenem, und sie geht und einen von der Straße heiratet und darauf verwitwet oder geschieden wird, sie jenem, dem sie verboten war, erlaubt sei.
י השיב ר"ש בר אלעזר תשובה לדברי ר"א היכן מצינו שזה אוסר וזה מתיר
10 R. Šimo͑n b. Elea͑zar erhob gegen die Worte R. Elie͑zers folgenden Einwand: Wo finden wir, daß, wenn einer etwas verboten macht, ein anderer es erlaubt machen könne!? –
יא ולא והרי יבמה דבעל אוסר ויבם מתיר
11 Etwa nicht, dies erfolgt ja bei der Eheschwägerin; der Ehemann macht sie verboten und der Eheschwager macht sie erlaubt!? –
יב התם יבם הוא קא אסר לה דאי מבעל הא שריא וקיימא
12 Bei dieser ist es der Eheschwager, der sie verboten macht, denn von ihrem Ehemanne aus ist sie erlaubt. –
יג הרי נדרים דנודר אוסר וחכם מתיר הא א"ר יוחנן אין חכם מתיר כלום אלא בחרטה
13 Dies erfolgt ja bei den Gelübden; der Gelobende macht es verboten und der Gelehrte macht es erlaubt!? – R. Joḥanan erklärte, nicht der Gelehrte mache es erlaubt, vielmehr erfolge es durch die Reue. –
יד הרי הפרת הבעל דאשה נודרת ובעל מיפר התם כדרב פנחס משמיה דרבא דאמר רב פנחס משמיה דרבא כל הנודרת על דעת בעלה היא נודרת
14 Dies erfolgt ja bei der Aufhebung durch den Ehemann; die Frau gelobt und der Ehemann hebt es auf!? – Hierbei ist es nach einer Lehre des R. Pinḥas im Namen Rabas zu erklären. R. Pinḥas sagte nämlich im Namen Rabas, jede Gelobende gelobe im Sinne ihres Ehemannes.
טו נענה רבי אלעזר בן עזריה ואמר כריתות דבר הכורת בינו לבינה הא למדת שאין זה כריתות
15 «Hierauf begann R. Elea͑zar b. A͑zarja und sprach: <i>Trennung</i>, etwas, das zwischen ihm und ihr trennt. Du lernst also, daß dies keine Trennung ist.»
טז ורבנן האי כריתות מאי עבדי ליה מיבעי להו לכדתניא ה"ז גיטך ע"מ שלא תשתי יין ע"מ שלא תלכי לבית אביך לעולם אין זה כריתות שלשים יום ה"ז כריתות
16 Wofür verwenden die Rabbanan [das Wort] <i>Trennung</i>? – Dieses verwenden sie für folgende Lehre: [Sagte er:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du niemals Wein trinkest, oder: mit der Bedingung, daß du niemals in das Haus deines Vaters gehst, so ist dies keine Trennung; wenn aber: dreißig Tage, so ist dies eine Trennung. –
יז ואידך מכרת כריתות נפקא ואידך כרת כריתות לא דרשי
17 Und jener!? – Dies geht aus [dem Worte] <i>Trennung</i> hervor. – Und die anderen!? – Sie deuten [das Wort] <i>Trennung</i> nicht.
יח אמר רבא ה"ז גיטך ע"מ שלא תשתי יין כל ימי חיי אין זה כריתות כל ימי חיי פלוני ה"ז כריתות
18 Raba sagte: [Sagte er:] da ist dein Scheidebrief mit der Bedingung, daß du während meines ganzen Lebens keinen Wein trinkest, so ist dies keine Trennung; wenn aber: während des ganzen Lebens von jenem, so ist dies eine Trennung.
יט מאי שנא חיי פלוני דדלמא מאית ומקיימא ליה לתנאיה חיי דידיה נמי דלמא מאית ומקיימא ליה לתנאיה
19 Falls [er gesagt hat:] während des ganzen Lebens von jenem, wohl aus dem Grunde, weil jener sterben und sie die Bedingung erfüllen kann, und auch [falls er gesagt hat:] während meines ganzen Lebens, kann er ja sterben und sie die Bedingung erfüllen!? –
כ אלא אימא כל ימי חייכי אין זה כריתות כל ימי חיי או חיי פלוני ה"ז כריתות:
20 Lies vielmehr: [sagte er:] während deines ganzen Lebens, so ist dies keine Trennung, wenn aber: während meines ganzen Lebens, oder: während des ganzen Lebens von jenem, so ist dies eine Trennung.
כא בעא מיניה רבא מרב נחמן היום אי את אשתי ולמחר את אשתי מהו תיבעי לר' אליעזר תיבעי לרבנן
21 Raba fragte R. Naḥman: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] heute sei nicht meine Frau, morgen sei meine Frau? Dies ist nach R. Elie͑zer fraglich und dies ist nach den Rabbanan fraglich.
כב תיבעי לרבי אליעזר עד כאן לא קאמר רבי אליעזר התם אלא דלמאן דקא שרי קא שרי לעולם אבל הכא לא או דלמא לא שנא
22 Dies ist nach R. Elie͑zer fraglich, denn R. Elie͑zer vertritt seine Ansicht vielleicht nur da, wo er sie für die, denen er sie erlaubt macht, für immer erlaubt macht, nicht aber hierbei, oder macht er keinen Unterschied.
כג תיבעי לרבנן עד כאן לא קאמרי רבנן התם אלא דלא פסקה מיניה לגמרי אבל הכא כיון דפסקה פסקה
23 Dies ist nach den Rabbanan fraglich, denn die Rabbanan vertreten ihre Ansicht vielleicht nur da, wo sie von ihm nicht vollständig getrennt ist, hierbei aber ist sie, da die Trennung eine vollständige ist, vollständig getrennt.
כד בתר דבעיא הדר פשטה
24 Nachdem er es gefragt hatte, entschied er es: