Gittin 165

Kapitel 165

א מאי דאסר שרא לראובן מהו לראובן והוא הדין לשמעון והאי דקאמר לראובן משום דפתח ביה או דלמא לראובן דוקא
1 wenn du entscheidest, er habe das erlaubt, was er verboten hatte, [wenn er gesagt hat:] sei Reúben [erlaubt]; meinte er Reúben und ebenso Šimo͑n, nur nannte er deshalb Reúben, weil er mit ihm begonnen hatte, oder aber nur Reúben?
ב ואם תמצא לומר לראובן דוקא לשמעון מהו לשמעון וה"ה לראובן והאי דקאמר שמעון משום דסליק מיניה או דלמא לשמעון דוקא
2 Und wie ist es ferner, wenn du nur Reúben entscheidest, [wenn er gesagt hat:] sei Šimo͑n [erlaubt]; meinte er Šimo͑n und ebenso Reúben, nur nannte er deshalb Šimo͑n, weil er mit ihm beendet hatte, oder aber nur Šimo͑n.
ג בעי רב אשי אף לשמעון מהו אף אראובן קאי או דלמא אף אעלמא קאי תיקו:
3 R. Aši fragte: Wie ist es, [wenn er gesagt hat:] auch Šimo͑n; bezieht sich das ‘auch’ auf Reúben oder bezieht es sich auf alle Welt? – Dies bleibt unentschieden.
ד ת"ר לאחר פטירתו של ר"א נכנסו ארבעה זקנים להשיב על דבריו אלו הן רבי יוסי הגלילי ור"ט ורבי אלעזר בן עזריה ור"ע
4 Die Rabbanan lehrten: Nach dem Tode R. Elie͑zers traten vier Älteste zusammen, um seine Worte zu widerlegen; folgende sind es: R. Jose der Galiläer, R. Tryphon, R. Elea͑zar b. A͑zarja und R. A͑qiba.
ה נענה ר"ט ואמר הרי שהלכה זו ונישאת לאחיו של זה שנאסרה עליו ומת בלא בנים לא נמצא זה עוקר דבר מן התורה הא למדת שאין זה כריתות
5 R. Tryphon begann und sprach: Wenn diese geht und den Bruder dessen, dem sie verboten ist, heiratet und dieser kinderlos stirbt, so ergibt es sich, daß jener ein Gebot der Tora aufgehoben hat. Du lernst also, daß dies keine Trennung ist.
ו נענה רבי יוסי הגלילי ואמר היכן מצינו אסור לזה ומותר לזה האסור אסור לכל והמותר מותר לכל הא למדת שאין זה כריתות
6 Hierauf begann R. Jose der Galiläer und sprach: Wo finden wir, daß etwas diesem verboten und jenem erlaubt wäre!? Das Verbotene ist jedem verboten und das Erlaubte ist jedem erlaubt. Du lernst also, daß dies keine Trennung ist.
ז נענה רבי אלעזר בן עזריה ואמר כריתות דבר הכורת בינו לבינה הא למדת שאין זה כריתות
7 Hierauf begann R. Elea͑zar b. A͑zarja und sprach: <i>Trennung</i>, etwas, das zwischen ihm und ihr trennt. Du lernst also, daß dies keine Trennung ist.
ח נענה ר"ע ואמר הרי שהלכה זו ונשאת לאחד מן השוק והיו לה בנים ונתארמלה או נתגרשה ועמדה ונישאת לזה שנאסרה עליו לא נמצא גט בטל ובניה ממזרים הא למדת שאין זה כריתות
8 Hierauf begann R. A͑qiba und sprach: Wenn diese geht und jemand von der Straße heiratet, von dem sie Kinder bekommt, und nachdem sie verwitwet oder geschieden worden ist, jenen heiratet, dem sie verboten war, so ergibt es sich, daß die Scheidung nichtig war und ihre Kinder Hurenkinder sind. Du lernst also, daß dies keine Trennung ist.
ט דבר אחר הרי שהיה זה שנאסרה עליו כהן ומת המגרש לא נמצאת אלמנה אצלו וגרושה אצל כל אדם
9 Eine andere Erklärung. Wenn jener, dem sie verboten ist, Priester ist, so ist sie, wenn der, der sich von ihr scheiden ließ, stirbt, für jenen Witwe und für jeden anderen Geschiedene.
י וק"ו מה גרושה שהיא קלה אסורה בשביל צד גירושין שבה אשת איש שהיא חמורה לא כ"ש הא למדת שאין זה כריתות
10 Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn diese wegen ihrer Eigenschaft als Geschiedene jenem verboten ist, obgleich es ein leichtes Verbot ist, um wieviel mehr ist [sie in ihrer Eigenschaft] als Ehefrau anderen verboten, wo doch dieses Verbot ein schweres ist. Du lernst also, daß dies keine Trennung ist.
יא אמר להן רבי יהושע אין משיבין את הארי לאחר מיתה
11 R. Jehošua͑ sprach zu ihnen: Man widerlegt nicht den Löwen nach seinem Tode.
יב אמר רבא כולהו אית להו פירכא לבר מדר' אלעזר בן עזריה דלית ליה פירכא תניא נמי הכי א"ר יוסי רואה אני את דברי ר' אלעזר בן עזריה מדברי כולן:
12 Raba sprach: all diese [Einwände] sind zu widerlegen, außer dem des R. Elea͑zar b. A͑zarja, der nicht zu widerlegen ist. Ebenso wird auch gelehrt: R. Jose sagte: Mir leuchten die Worte des R. Elea͑zar b. A͑qiba mehr ein als die Worte der anderen.
יג אמר מר נענה ר"ט ואמר הרי שהלכה זו ונשאת לאחיו של זה שנאסרה עליו ומת בלא בנים לא נמצא זה עוקר דבר מן התורה עוקר איהו עקר אלא מתנה לעקור דבר מן התורה
13 Der Meister sagte: Da begann R. Tryphon und sprach: Wenn diese geht und den Bruder dessen, dem sie verboten ist, heiratet und dieser kinderlos stirbt, so ergibt es sich, daß jener ein Gebot der Tora aufgehoben hat. ‘Aufgehoben’, hat er es denn aufgehoben!? – Vielmehr, er traf eine Vereinbarung zur Aufhebung eines Gebotes der Tora. –
יד מתנה מי קאמר לה לא סגי לה דלא מינסבא ליה לאחוה דההוא גברא אלא גורם לעקור דבר מן התורה
14 Wieso dies, sagte er es ihr denn, sie brauchte ja nicht den Bruder jenes Mannes zu heiraten!? – Vielmehr, er verursachte die Aufhebung eines Gebotes der Tora. –
טו גורם אלא מעתה בת אחיו לא ישא שמא ימות בלא בנים ונמצא גורם לעקור דבר מן התורה היינו פירכא
15 Demnach sollte niemand die Tochter seines Bruders heiraten dürfen, denn er könnte kinderlos sterben und die Aufhebung eines Gebotes der Tora verursachen!? – Das ist die Widerlegung. –
טז ובמאי אילימא בחוץ משרא שרא ר"א
16 In welchem Falle: [sagte er] ‘ausgenommen’, so ist dies ja nach R. Elie͑zer erlaubt!?
יז דתניא מודה ר"א במגרש את אשתו ואמר לה הרי את מותרת לכל אדם חוץ מפלוני והלכה וניסת לאחד מן השוק ונתארמלה או נתגרשה שמותרת לזה שנאסרה עליו
17 Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer pflichtet bei, daß, wenn jemand sich von seiner Frau scheiden ließ und zu ihr sagte: sei jedermann erlaubt, ausgenommen jenem, und sie geht und einen von der Straße heiratet und darauf verwitwet oder geschieden wird, sie jenem, dem sie verboten war, erlaubt sei. –
יח אלא בעל מנת
18 Vielmehr, wenn er ‘mit der Bedingung’ gesagt hat.
יט נענה ר' יוסי הגלילי ואמר היכן מצינו אסור לזה ומותר לזה האסור אסור לכל והמותר מותר לכל ולא והרי תרומה וקדשים שאסורה לזה ומותרת לזה באיסור אשה קא אמרינן
19 « Da begann R. Jose der Galiläer und sprach: Wo finden wir, daß etwas diesem erlaubt und jenem verboten wäre!? Das Verbotene ist jedem verboten und das Erlaubte ist jedem erlaubt.» Etwa nicht, dies ist ja bei Hebe und Geheiligtem der Fall, sie sind diesem verboten und jenem erlaubt!? – Wir sprechen von Ehesachen. –
כ והרי עריות באישות קאמרינן
20 Dies ist ja bei Inzestuösen der Fall!? – Wir sprechen von der Ehelichung. –
כא הרי אשת איש היינו פירכא
21 Dies ist ja bei der Ehefrau der Fall!? – Das ist die Widerlegung. –
כב ובמאי אילימא בעל מנת הרי הותרה אצלו בזנות אלא בחוץ
22 In welchem Falle: [sagte er] ‘mit der Bedingung’, so ist sie ihm ja außerehelich erlaubt!? – Vielmehr, wenn er ‘ausgenommen’ gesagt hat.
כג נענה ר"ע ואמר הרי שהלכה זו ונישאת לאחד מן השוק והיו לה בנים ונתארמלה או נתגרשה ועמדה ונשאת לזה שנאסרה עליו לא נמצא גט בטל ובניה ממזרין
23 «Hierauf begann R. A͑qiba und sprach: Wenn diese geht und jemand von der Straße heiratet, von dem sie Rinder bekommt, und nachdem sie verwitwet oder geschieden worden ist, jenen heiratet, dem sie verboten war, so ergibt es sich, daß die Scheidung nichtig war und ihre Kinder Hurenkinder sind.»
כד אי הכי בכולה תנאי דעלמא נמי לא תנסיב דלמא לא מקיימא ליה לתנאיה ונמצא גט בטל ובניה ממזרין היינו פירכא
24 Demnach sollte sie auch bei jeder anderen Bedingung nicht heiraten dürfen, denn sie könnte die Bedingung übertreten, sodann würde ihre Scheidung nichtig sein und ihre Kinder Hurenkinder!? – Das ist die Widerlegung. –
כה ובמאי אילימא בחוץ משרא שרא ר"א
25 In welchem Falle: [sagte er] ‘ausgenommen’, so ist dies ja nach R. Elie͑zer erlaubt!?
כו דתניא מודה היה ר"א במגרש את אשתו ואמר לה הרי את מותרת לכל אדם חוץ מפלוני והלכה ונשאת לאחד מן השוק ונתארמלה או נתגרשה שמותרת לזה שנאסרה עליו אלא בעל מנת
26 Es wird nämlich gelehrt: R. Elie͑zer pflichtet bei, daß, wenn jemand sich von seiner Frau scheiden ließ und zu ihr sagte: sei jedermann erlaubt, ausgenommen jenem, und sie geht und einen von der Straße heiratet und darauf verwitwet oder geschieden wird, sie jenem, dem sie verboten war, erlaubt sei. – Vielmehr, wenn er ‘mit der Bedingung’ gesagt hat.
כז דבר אחר הרי שהיה זה שנאסרה עליו כהן ומת המגרש לא נמצאת אלמנה אצלו וגרושה אצל כל אדם וקל וחומר ומה גרושה שהיא קלה אסורה משום צד גירושין שבה אשת איש חמורה לא כל שכן
27 «Eine andere Erklärung: Wenn jener, dem sie verboten ist, Priester ist, so ist sie, wenn der, der sich von ihr scheiden ließ, stirbt, für jenen Witwe und für jeden anderen Geschiedene. Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn diese wegen ihrer Eigenschaft als Geschiedene jenem verboten ist, obgleich es ein leichtes Verbot ist, um wieviel mehr ist [sie in ihrer Eigenschaft] als Ehefrau anderen verboten, wo doch dieses Verbot ein schweres ist.»
כח ובמאי אילימא בעל מנת
28 In welchem Falle: [sagte er] ‘mit der Bedingung’,