Gittin 23

Kapitel 23

א דלמא לא היא עד כאן לא קאמר ר' אליעזר התם אלא דמיגו דאי בעי מפקר להו לנכסיה והוי עני וחזי ליה ומיגו דזכי ליה לנפשיה זכי לחבריה אבל הכא לא
1 Vielleicht ist dem nicht so; R. Elie͑zer sagt dies nur da, weil er, wenn er sein Vermögen freigeben will, Armer sein und ihn für sich selber erwerben kann, und da er ihn für sich selber erwerben kann, kann er es auch für einen anderen, hierbei aber nicht.
ב ועד כאן לא קאמרי רבנן התם אלא דכתיב (ויקרא כג, כב) לא תלקט לעני לא תלקט לו לעני אבל הכא לא
2 Ferner vertreten die Rabbanan ihre Ansicht nur da, weil es heißt: <i>du sollst nicht aufklauben, für den Armen</i>, du sollst für den Armen nicht aufklauben, nicht aber hierbei. –
ג ור"א האי לא תלקט מאי עביד ליה מיבעי ליה להזהיר לעני על שלו:
3 Wofür verwendet R. Elie͑zer [den Vers:] <i>da sollst nicht aufklauben</i>? – Dies ist ein Verbot für den Armen bezüglich des eigenen.
ד שאם ירצה שלא לזון כו': שמעת מינה יכול הרב לומר לעבד עשה עמי ואיני זנך
4 W<small>ENN ER &amp;C. DIE</small> E<small>RNÄHRUNG VERWEIGERN WILL</small>. Hieraus wäre also zu entnehmen, daß der Herr zum Sklaven sagen darf: arbeite für mich und ich ernähre dich nicht? –
ה הכא במאי עסקינן דא"ל צא מעשה ידיך למזונותיך
5 Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihm gesagt hat: rechne deine Händearbeit für deine Ernährung auf. –
ו דכוותה גבי אשה דאמר לה צאי מעשה ידיך במזונותיך אשה אמאי לא אשה בדלא ספקה
6 Dem entsprechend bei einer Frau, wenn er zu ihr gesagt hat: rechne deine Händearbeit für deine Ernährung auf; wieso sollte er es nicht [dürfen]!? – Bei einer Frau, wenn es nicht reicht. –
ז עבד נמי בדלא ספיק עבדא דנהום כרסיה לא שויא למריה ולמרתיה למאי מיתבעי
7 Auch bei einem Sklaven, wenn es nicht reicht!? – Was soll der Herr oder die Herrin mit einem Sklaven, der das Brot seines Bauches nicht wert ist!? –
ח תא שמע עבד שגלה לערי מקלט אין רבו חייב לזונו ולא עוד אלא שמעשה ידיו לרבו ש"מ יכול הרב לומר לעבד עשה עמי ואיני זנך הכא במאי עסקינן דאמר לו צא מעשה ידיך למזונותיך
8 Komm und höre: Wenn ein Sklave in eine Asylstadt verbannt worden ist, so braucht sein Herr ihn nicht zu ernähren; und noch mehr: sogar seine Händearbeit gehört seinem Herrn. Schließe hieraus, daß der Herr zu seinem Sklaven sagen darf: arbeite für mich und ich ernähre dich nicht. –
ט אי הכי מעשה ידיו אמאי לרבו להעדפה
9 Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihm gesagt hat: rechne deine Händearbeit für deine Ernährung auf. – Wieso gehört demnach seine Händearbeit seinem Herrn!? – Der Überschuß. –
י העדפה פשיטא מהו דתימא כיון דכי לית ליה לא יהיב ליה כי אית ליה נמי לא לישקול מיניה קמ"ל
10 Vom Überschusse ist es ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben, da er, wenn dieser nichts hat, ihm nichts gibt, er auch, wenn dieser einen Überschuß hat, ihn nicht erhalte, so lehrt er uns. –
יא ומ"ש לערי מקלט סד"א (דברים ד, מב) וחי עביד ליה חיותא טפי קמ"ל
11 Weshalb gerade in einer Asylstadt!? – Man könnte glauben [die Worte] <i>er bleibe leben</i> besagen, daß er für seinen Lebensunterhalt sorge, so lehrt er uns. –
יב והא מדקתני סיפא אבל אשה שגלתה לערי מקלט בעלה חייב במזונותיה מכלל דלא אמר לה דאי אמר לה בעלה אמאי חייב
12 Wenn es aber im Schlußsatze heißt, daß, wenn eine Frau in eine Asylstadt verbannt worden ist, ihr Ehemann sie ernähren müsse, so wird ja von dem Falle gesprochen, wenn er es ihr nicht gesagt hat, denn wenn er es ihr gesagt hätte, brauchte er es nicht,
יג ומדסיפא דלא אמר לה רישא נמי דלא אמר ליה
13 und wenn der Schlußsatz von dem Falle spricht, wenn er es nicht gesagt hat, so spricht wohl auch der Anfangsatz von dem Falle, wenn er es nicht gesagt hat!? –
יד לעולם דאמר ליה ואשה בדלא ספקה
14 Tatsächlich, wenn er es zu ihm gesagt hat, nur gilt dies von einer Frau, wenn es nicht reicht. –
טו והא מדקתני סיפא ואם אמר לה צאי מעשה ידיך במזונותיך רשאי מכלל דרישא דלא אמר לה ה"ק ואם מספקת ואמר לה צאי מעשה ידיך במזונותיך רשאי
15 Wenn es aber im Schlußsatze heißt, daß, wenn er ihr sagt, sie möge ihre Händearbeit für ihre Ernährung aufrechnen, er dies dürfe, so spricht ja der Anfangsatz von dem Falle, wenn er es ihr nicht gesagt hat!? – Er meint es wie folgt: wenn sie auskommt, und er zu ihr sagt, sie möge ihre Händearbeit für ihre Ernährung aufrechnen, so darf er dies. –
טז מספקת מאי למימרא מהו דתימא (תהלים מה, יד) כל כבודה בת מלך פנימה קמ"ל
16 Wenn sie auskommt, so ist es ja selbstverständlich!? – Man könnte glauben: <i>In Herrlichkeit weilt die Königstochter drinnen</i>, so lehrt er uns.
יז לימא כתנאי רבן שמעון בן גמליאל אומר יכול העבד לומר לרבו בשני בצורת או פרנסני או הוציאני לחירות וחכמים אומרים הרשות ביד רבו
17 Es wäre anzunehmen, daß hierüber Tannaím streiten: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: In den Jahren der Dürre kann der Sklave zu seinem Herrn sagen: entweder unterhalte mich oder laß mich frei. Die Weisen sagen, dies bleibe seinem Herrn überlassen.
יח מאי לאו בהא קמיפלגי דמר סבר יכול ומר סבר אינו יכול
18 Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: einer ist der Ansicht, er dürfe es, und einer ist der Ansicht, er dürfe es nicht. –
יט ותיסברא האי או פרנסני או הוציאני לחירות או פרנסני או תן לי מעשה ידי בפרנסתי מיבעי ליה ועוד מאי שנא בשני בצורת
19 Glaubst du? Wieso heißt es demnach: entweder unterhalte mich oder lasse mich frei, es sollte doch heißen: entweder unterhalte mich oder lasse mir meine Händearbeit für meinen Unterhalt!? Und weshalb wird dies ferner gerade von Jahren der Dürre gelehrt!?
כ אלא הכא במאי עסקינן דאמר לו צא מעשה ידיך למזונותיך ובשני בצורת לא ספק
20 Hier wird vielmehr von dem Falle gesprochen, wenn er zu ihm gesagt hat: rechne deine Händearbeit für deine Ernährung auf, und in den Jahren der Dürre reicht sie nicht aus.
כא רשב"ג סבר או פרנסני או הוציאני לחירות כי היכי דחזו לי אינשי ומרחמין עלי ורבנן סברי מאן דמרחם אבני חרי אעבד נמי רחומי מרחם
21 R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, [er könne sagen:] entweder unterhalte mich oder lasse mich frei, damit die Leute dies sehen und sich meiner erbarmen, und die Rabbanan sind der Ansicht, wer sich der Freien erbarmt, erbarmt sich auch der Sklaven. –
כב ת"ש דאמר רב המקדיש ידי עבדו אותו העבד לוה ואוכל ועושה ופורע ש"מ יכול הרב לומר לעבד עשה עמי ואיני זנך
22 Komm und höre: Rabh sagte: Wenn jemand die Hände seines Sklaven dem Heiligtume geweiht hat, so kann dieser Sklave borgen und essen, arbeiten und bezahlen. Hieraus ist somit zu entnehmen, daß der Herr zum Sklaven sagen dürfe: arbeite für mich und ich ernähre dich nicht. –
כג הכא במאי עסקינן במעלה לו מזונות א"ה למאי
23 Hier wird von dem Falle gesprochen, wenn er ihm Ernährung gewährt. – Weshalb soll