Gittin 87

Kapitel 87

א ואי בעית אימא בשלוה על מנת למשכנו ולא משכנו:
1 Wenn du aber willst, sage ich: wenn er von ihm mit Pfändungsrecht geborgt, ihn aber nicht gepfändet hat.
ב ת"ר גבאו בחובו או שלקחו סיקריקון לא יצא לחירות ובחובו לא
2 Die Rabbanan lehrten: Wenn [ein Nichtjude] ihn für eine Schuld eingefordert oder ein Plünderer ihn ihm abgenommen hat, so wird er nicht frei. – Etwa nicht, wenn für eine Schuld,
ג ורמינהי הרי שאנסו בית המלך גורנו אם בחובו חייב לעשר אם באנפרות פטור מלעשר
3 ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn einem die Regierung seine Tenne abgenommen hat, so ist er, falls es wegen einer Schuld erfolgt ist, zur Verzehntung verpflichtet, und falls als Konfiskation, von der Verzehntung frei. –
ד שאני התם דקא משתרשי ליה
4 Anders ist es da, wo es ihm zugute kommt. –
ה תא שמע דאמר רב המוכר עבדו לפרהנג עובד כוכבים יצא לחירות התם הוה ליה לפייס ולא פייס
5 Komm und höre: Rabh sagte: Wenn jemand seinen Sklaven an einen nichtjüdischen Erpresser verkauft hat, so wird er frei. Was sollte er tun!? – Er sollte ihn befriedigen und hat dies nicht getan.
ו גופא אמר רב המוכר עבדו לפרהנג עובד כוכבים יצא לחירות מאי הוה ליה למעבד הוה ליה לפייס ולא פייס
6 Der Text. Rabh sagte: Wenn jemand seinen Sklaven an einen nichtjüdischen Erpresser verkauft hat, so wird er frei. – Was sollte er tun!? – Er sollte ihn befriedigen und hat dies nicht getan.
ז בעי ר' ירמיה מכרו לשלשים יום מהו תא שמע דאמר רב המוכר עבדו לפרהנג עובד כוכבים יצא לחירות התם בפרהנג עובד כוכבים שאינה חוזרת
7 R. Jirmeja fragte: Wie ist es, wenn er ihn auf dreißig Tage verkauft hat? – Komm und höre: Rabh sagte: Wenn jemand seinen Sklaven an einen nicht jüdischen Erpresser verkauft hat, so wird er frei. – Da wird von einem nichtjüdischen Erpresser gesprochen, der ihn nicht mehr zurückgibt. –
ח מכרו חוץ ממלאכתו מהו חוץ מן המצות מהו חוץ משבתות וימים טובים מהו לגר תושב לישראל מומר מהו לכותי מהו פשוט מיהא חדא גר תושב הרי הוא כעובד כוכבים כותי וישראל מומר אמרי לה כעובד כוכבים ואמרי לה כישראל:
8 Wie ist es, wenn er ihn mit Ausschluß seiner Arbeit verkauft hat? Mit Ausnahme der Gebote? Mit Ausnahme der Šabbathe und der Feiertage? Wenn an einen Beisaßproselyten oder an einen abtrünnigen Jisraéliten? Wenn an einen Samaritaner? – Eines davon ist aus folgendem zu entscheiden: Der Beisaßproselyt gleicht einem Nichtjuden; der Samaritaner und der abtrünnige Jisraélit gleichen, wie manche sagen, einem Nichtjuden, und wie manche sagen, einem Jisraéliten.
ט בעו מיניה מרבי אמי עבד שהפיל עצמו לגייסות ואין רבו יכול להוציאו לא בדיני ישראל ולא בדיני עובדי כוכבים מהו שיטול את דמיו
9 Man fragte R. Ami: Darf der Herr, dessen Sklave sich von Truppen einfangen ließ und der ihn weder durch das jisraélitische Gericht noch durch das Gericht der weltlichen Völker herauskriegen kann, Zahlung für ihn nehmen?
י א"ל ר' ירמיה לרבי זריקא פוק עיין במכילתיך נפק דק ואשכח דתניא המוכר ביתו לעובד כוכבים דמיו אסורין ועובד כוכבים שאנס ביתו של ישראל ואין בעליו יכול להוציאו לא בדיני ישראל ולא בדיני עובדי כוכבים מותר ליטול את דמיו וכותב ומעלה בערכאות שלהן מפני שהוא כמציל מידם
10 Da sprach R. Jirmeja zu R. Zeriqa: Geh, schaue in deinem Kompendium nach. Hierauf ging er fort, suchte und fand folgende Lehre: Wenn jemand sein Haus an einen Nichtjuden verkauft hat, so ist der Erlös verboten. Wenn aber ein Nichtjude einem Jisraéliten sein Haus geraubt hat und er es weder durch das jisraélitische Gericht noch durch das Gericht der weltlichen Völker herauskriegen kann, so darf er das Geld dafür nehmen und [den Kaufschein] schreiben und auf ihre Ämter bringen, weil er es aus ihren Händen rettet. –
יא ודילמא ה"מ בית דכיון דלא סגי ליה בלא בית לא אתי לזבוניה אבל עבדא דסגי ליה בלא עבדא אתי לזבוניה או לא
11 Vielleicht gilt dies nur von einem Hause, das man, da man ohne Haus nicht auskommen kann, nicht zu verkaufen verleitet wird, einen Sklaven aber könnte man, da man auch ohne Sklaven auskommen kann, zu verkaufen verleitet werden. Oder aber ist nicht [zu unterscheiden]?
יב שלח להו ר' אמי מיני אמי בר נתן תורה יוצאה לכל ישראל עבד שהפיל עצמו לגייסות ואין רבו יכול להוציאו לא בדיני ישראל ולא בדיני עובדי כוכבים מותר ליטול את דמיו וכותב ומעלה בערכאות של עובדי כוכבים מפני שהוא כמציל מידם
12 R. Ami ließ ihnen erwidern: Von mir Ami b. Nathan gehe dies als Lehre für ganz Jisraél aus. Wenn ein Sklave sich von Truppen einfangen ließ und sein Herr ihn weder durch das jisraélitische Gericht noch durch das Gericht der weltlichen Völker herauskriegen kann, so darf er Zahlung für ihn nehmen, [den Kauf schein] schreiben und auf die nichtjüdischen Ämter bringen, weil er es aus ihrer Hand rettet.
יג א"ר יהושע בן לוי המוכר עבדו לעובד כוכבים קונסים אותו עד מאה בדמיו
13 R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer seinen Sklaven an Nichtjuden verkauft, den maßregle man bis zum Hundertfachen seines Wertes.
יד דוקא או לאו דוקא ת"ש דאמר ריש לקיש המוכר בהמה גסה לעובד כוכבים קונסים אותו עד עשר' בדמיה
14 Genau oder nicht genau? – Komm und höre: Reš Laqiš sagte: Wer ein Großvieh an einen Nichtjuden verkauft, den maßregle man bis zum Zehnfachen seines Wertes. –
טו ודלמא שאני עבד דכל יומא ויומא מפקע ליה ממצות
15 Vielleicht ist es bei einem Sklaven anders, da er ihn jeden Tag den Geboten entzieht.
טז ואיכא דאמרי אמר רבי יהושע בן לוי המוכר עבדו לעובד כוכבים קונסין אותו עד עשרה בדמיו דוקא או לאו דוקא תא שמע דאמר ריש לקיש המוכר בהמה גסה לעובד כוכבים קונסין אותו עד מאה בדמיה
16 Manche lesen: R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer seinen Sklaven an einen Nichtjuden verkauft, den maßregle man bis zum Zehnfachen seines Wertes. Genau oder nicht genau? – Komm und höre: Reš Laqiš sagte: Wer ein Großvieh an einen Nichtjuden verkauft, den maßregle man bis zum Hundertfachen seines Wertes. –
יז שאני עבד דלא הדר ליה
17 Anders ist es bei einem Sklaven, der nicht mehr zu ihm zurückkehrt.
יח אלא בהמה טעמא מאי משום דהדרא ליה לקנסיה טפי חד אלא עבד מילתא דלא שכיחא ומלתא דלא שכיחא לא גזרי בה רבנן
18 Wenn dies beim Vieh aus dem Grunde erfolgt, weil es zu ihm zurückkehrt, so sollte man ihn nur um eines mehr maßregeln!? – Vielmehr, bei einem Sklaven ist dies selten, und bei Seltenem haben die Rabbanan es nicht angeordnet.
יט בעא מיניה רבי ירמיה מרבי אסי מכר עבדו ומת מהו שיקנסו את בנו אחריו אם תימצי לומר צרם אוזן בכור ומת קנסו בנו אחריו משום דאיסורא דאורייתא היא אבל הכא איסורא דרבנן
19 R. Jirmeja fragte R. Asi: Wird, wenn jemand seinen Sklaven verkauft hat und gestorben ist, sein Sohn nach ihm gemaßregelt? Wenn du entscheidest [aus der Lehre], daß, wenn jemand das Ohr eines Erstgeborenen abgestutzt hat und gestorben ist, man seinen Sohn nach ihm maßregle, [so ist zu erwidern:] weil dies ein Verbot der Tora ist, während es hierbei nur ein rabbanitisches Verbot ist.