Gittin 95

Kapitel 95

א בזמן שהיובל נוהג ר' יוחנן אמר מביא וקורא ר"ל אמר מביא ואינו קורא
1 so muß [der Käufer], wie R. Joḥanan sagt, [die Erstlinge] darbringen und [den Abschnitt] lesen, und wie Reš Laqiš sagt, darbringen und nicht lesen.
ב רבי יוחנן אמר מביא וקורא קנין פירות כקנין הגוף דמי ר"ל אמר מביא ואינו קורא קנין פירות לאו כקנין הגוף דמי
2 R. Joḥanan sagt, darbringen und lesen, denn der Besitz der Früchte gleicht dem Besitze des Kapitals; Reš Laqiš sagt, darbringen und nicht lesen, denn der Besitz der Früchte gleicht nicht dem Besitze des Kapitals.
ג וצריכא דאי איתמר בההיא בההיא קאמר ריש לקיש דכי קא נחית אדעתא דפירא קא נחית אבל בהך דאדעתא דגופיה קא נחית אימא מודי ליה לר' יוחנן
3 Und beides ist nötig. Würde nur jenes gelehrt worden sein, so könnte man glauben, Reš Laqiš vertrete seine Ansicht nur da, wo [der Käufer] nur wegen der Früchte den Besitz angetreten hat, hierbei aber, wo er den Besitz des Kapitals angetreten hat, pflichte er R. Joḥanan bei.
ד ואי איתמר בהא בהא קאמר רבי יוחנן אבל בהך אימא מודי ליה לריש לקיש צריכא
4 Und würde nur dieses gelehrt worden sein, so könnte man glauben, R. Joḥanan vertrete seine Ansicht nur hierbei, da aber pflichte er Reš Laqiš bei. Daher ist beides nötig. –
ה ת"ש הקונה אילן וקרקעו מביא וקורא הכא במאי עסקינן בזמן שאין היובל נוהג
5 Komm und höre: Wenn jemand einen Baum samt dem dazu gehörenden Boden gekauft hat, so bringe er [die Erstlinge] dar und lese [den Abschnitt]!? – Hier wird von der Zeit gesprochen, wo das Gesetz vom Jobeljahre keine Geltung hat. –
ו ת"ש הקונה שני אילנות בתוך שדהו של חבירו מביא ואינו קורא הא שלשה מביא וקורא ה"נ בזמן שאין היובל נוהג
6 Komm und höre: Wenn jemand zwei Bäume im Felde eines anderen gekauft hat, so bringe er [die Erstlinge] dar und lese [den Abschnitt] nicht. Wenn aber drei, so bringe er sie und lese!? – Dies gilt ebenfalls von der Zeit, wo das Gesetz vom Jobeljahre keine Geltung hat.
ז והשתא דאמר רב חסדא מחלוקת ביובל שני אבל ביובל ראשון דברי הכל מביא וקורא דאכתי לא סמך דעתייהו ל"ק הא ביובל ראשון הא ביובל שני
7 Jetzt aber, wo R. Ḥisda erklärt hat, der Streit bestehe nur über den zweiten Jobelzyklus, während hinsichtlich des ersten Jobelzyklus alle übereinstimmen, daß er sie bringe und lese, da er damit nicht gerechnet hatte, ist hieraus kein Einwand zu erheben, denn das eine gilt vom ersten Jobelzyklus und das andere vom zweiten Jobelzyklus.
ח לימא כתנאי מנין ללוקח שדה מאביו והקדישה ואח"כ מת אביו מניין שתהא לפניו כשדה אחוזה
8 Es wäre anzunehmen, daß hierüber folgende Tannaím streiten: Woher, daß, wenn jemand von seinem Vater ein Feld gekauft und es geweiht hat, und sein Vater darauf gestorben ist, es als Erbbesitzfeld gilt?
ט ת"ל (ויקרא כז, כב) אם את שדה מקנתו אשר לא משדה אחוזתו שדה שאינה ראויה להיות שדה אחוזה יצתה זו שראויה להיות שדה אחוזה דברי ר' יהודה ור"ש
9 Es heißt: <i>wenn aber ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu seinem erblichen Grundbesitze gehört</i>; ein Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitz seinwürde, ausgenommen dieses, das sein erblicher Grundbesitz sein würde – so R. Jehuda und R. Šimo͑n.
י ר"מ אומר מניין ללוקח שדה מאביו ומת אביו ואח"כ הקדישה מניין שתהא לפניו כשדה אחוזה ת"ל אם את שדה מקנתו אשר לא משדה אחוזתו שדה שאינה שדה אחוזה יצתה זו שהיא שדה אחוזה ואילו לרבי יהודה ור"ש מת אביו ואח"כ הקדישה לא צריכא קרא
10 R. Meír sagte: Woher, daß, wenn jemand ein Feld von seinem Vater gekauft und, nachdem dieser gestorben ist, es geweiht hat, dieses als Erbbesitzfeld gilt? Es heißt: <i>wenn aber ein von ihm gekauftes Feld, das nicht zu seinem erblichen Grundbesitze gehört</i>; ein Feld, das nicht sein erblicher Grundbesitz ist. Nach R. Jehuda und R. Šimo͑n aber ist hinsichtlich des Falles, wenn zuerst der Vater gestorben ist und er es nachher geweiht hat, ein Schriftvers nicht nötig.
יא מאי לאו בהא קמיפלגי דר"מ סבר קנין פירות כקנין הגוף דמי ובהא במיתת אביו הוא דלא ירית ולא מידי והלכך מת אביו ואח"כ הקדישה צריך קרא
11 Ihr Streit besteht wahrscheinlich in folgendem: R. Meír ist der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche dem Besitze des Kapitals, somit hat er durch den Tod des Vaters nichts geerbt, daher ist wegen des Falles, wenn der Vater zuerst gestorben ist und er es nachher geweiht hat, ein Schriftvers nötig;
יב רבי יהודה ור"ש סברי קנין פירות לאו כקנין הגוף דמי ובהא במיתת אביו השתא הוא דקא ירית והלכך מת אביו ואח"כ הקדישה לא צריכא קרא וכי איצטריך קרא להקדישה ואח"כ מת אביו הוא דאיצטריך
12 R. Jehuda und R. Šimo͑n aber sind der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche nicht dem Besitze des Kapitals, somit hat er es erst beim Tode des Vaters geerbt; daher ist wegen des Falles, wenn zuerst der Vater gestorben ist und er es nachher geweiht hat, ein Schriftvers nicht nötig, sondern nur wegen des Falles, wenn er es zuerst geweiht hat und der Vater nachher gestorben ist.
יג אמר רב נחמן בר יצחק לעולם אימא לך בעלמא קסברי ר' יהודה ור"ש קנין פירות כקנין הגוף דמי והכא רבי יהודה ור"ש קרא אשכחו ודרוש לכתוב רחמנא אם את שדה מקנתו אשר לא אחוזתו מאי משדה אחוזתו שדה שאינה ראויה להיות שדה אחוזה יצתה זו שראויה להיות שדה אחוזה
13 R. Naḥman b. Jiçḥaq erwiderte: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, sind R. Jehuda und R. Šimo͑n sonst der Ansicht, der Besitz der Früchte gleiche dem Besitze des Kapitals, hierbei aber fanden sie einen Schriftvers und legten ihn aus. Der Allbarmherzige sollte doch geschrieben haben: wenn ein von ihm gekauftes Feld, das nicht sein Erbbesitz ist, wenn es aber heißt: zu seinem erblichen Grundbesitze gehört, so bezeichnet dies ein Feld, das nicht geeignet war, sein erblicher Grundbesitz zu sein, ausgenommen dieses, das geeignet war, sein erblicher Grundbesitz zu sein.
יד א"ר יוסף אי לאו דא"ר יוחנן קנין פירות כקנין הגוף דמי לא מצא ידיו ורגליו בבית המדרש דא"ר אסי א"ר יוחנן האחין שחלקו לקוחות הן ומחזירין זה לזה ביובל
14 R. Joseph sagte: Wenn R. Joḥanan nicht gesagt hätte, der Besitz der Früchte gleiche dem Besitze des Kapitals, würde er im Lehrhause Hände und Füße nicht gefunden haben. R. Asi sagte im Namen R. Joḥanans, daß Brüder, die geteilt haben, als Käufer gelten und einander im Jobeljahre zurückerstatten müssen,
טו ואי ס"ד לאו כקנין הגוף דמי לא משכחת דמייתי ביכורים אלא חד בר חד עד יהושע בן נון
15 und wenn man sagen wollte, er gleiche nicht dem Besitze des Kapitals, so konnte nur ein einziger [Sohn], Sohn eines einzigen [Sohnes], bis auf die Tage Jehošua͑s, des Sohnes Nuns, die Erstlinge darbringen.
טז אמר רבא קרא ומתניתא מסייעי ליה לר"ל קרא
16 Raba sagte: Es gibt einen Schriftvers und eine Barajtha als Stütze für Reš Laqiš: Einen Schriftvers: