Horayot 20

Kapitel 20

א עבדות אני נותן לכם שנאמר (מלכים א יב, ז) וידברו אליו לאמר אם היום תהיה עבד לעם הזה:
1 ich will euch vielmehr eine Knechtschaft antragen, denn es heißt:<i>und sie redeten zu ihm also: Wenn du heute ein Knecht dieses Volkes sein willst.</i>
ב ת"ר (ויקרא ד, כב) אשר נשיא יחטא אמר ריב"ז אשרי הדור שהנשיא שלו מביא קרבן על שגגתו אם נשיא שלו מביא קרבן צריך אתה לומר מהו הדיוט ואם על שגגתו מביא קרבן צריך אתה לומר מהו זדונו
2 Die Rabbanan lehrten: <i>Wenn ein Fürst sich vergeht.</i> R. Joḥanan b. Zakkaj sagte: Heildem Zeitalter, dessen Fürst ein Opfer wegen seines Versehens darbringt; wenn der Fürst ein Opfer darbringt, um wieviel mehr ein Gemeiner, und wenn er wegen eines Versehens ein Opfer dar bringt, um wieviel mehr wegen eines vorsätzlichen Vergehens.
ג מתקיף לה רבא בריה דרבה אלא מעתה דכתי' (ויקרא ה, טז) ואת אשר חטא מן הקדש ישלם ובירבעם בן נבט דכתיב ביה (מלכים א יד, טז) אשר חטא ואשר החטיא הכי נמי דאשרי הדור הוא שאני הכא דשני קרא בדבוריה
3 Raba, der Sohn Rabbas, wandte ein: Es heißt ja auch:<i>und was</i><i>er vom Heiligen veruntreut hat, bezahle er,</i> und ferner heißt es von Jerobea͑m, dem Sohne Nebats:<i>Wodurch</i><i>er gesündigt hat und wodurch</i><i>er verfährt hat,</i> ist etwa auch da zu erklären: heil dem Zeitalter!? – Anders ist es hierbei, wo die Schrift einen anderen Ausdruckgebraucht.
ד דרש רב נחמן בר רב חסדא מאי דכתיב (קהלת ח, יד) יש הבל אשר נעשה על הארץ וגו' אשריהם לצדיקים שמגיע אליהם כמעשה הרשעים של עולם הבא בעולם הזה אוי להם לרשעים שמגיע אליהם כמעשה הצדיקים של עולם הבא בעולם הזה
4 R. Naḥman b. Ḥisda trug vor: Es heißt:<i>es ist etwas Eitles, das</i><i>auf Erden geschieht &amp;c.</i> Heil den Frommen, denen es auf dieser Welt wie den Gottlosen in der zukünftigen Welt ergeht, und wehe den Gottlosen, denen es auf dieser Welt wie den Frommen in der zukünftigen Welt ergeht.
ה אמר רבא אטו צדיקי אי אכלי תרי עלמי מי סני להו אלא אמר רבא אשריהם לצדיקים שמגיע אליהם כמעשה הרשעים של עולם הזה בעולם הזה אוי להם לרשעים שמגיע אליהם כמעשה הצדיקים של עולם הזה בעולם הזה
5 Raba entgegnete: Ist es denn den Frommen unangenehm, wenn sie von beiden Welten genießen!? Vielmehr, erklärte Raba, heil den Frommen, denen es auf dieser Welt gleich den Gottlosen auf dieser Welt ergeht, und wehe den Gottlosen, denen es auf dieser Welt gleich den Frommen auf dieser Welt ergeht.
ו רב פפא ורב הונא בריה דרב יהושע אתו לקמיה דרבא אמר להו אוקימתון מסכתא פלן ומסכתא פלן אמרו ליה אין איעתריתו פורתא אמרו ליה אין דזבנן קטינא דארעא קרי עלייהו אשריהם לצדיקים שמגיע אליהם כמעשה הרשעים שבעולם הזה בעולם הזה
6 R. Papa und R. Hona, Sohn des R. Jehošua͑, kamen einst zu Raba; da fragte er sie: Seid ihr bewandert in diesem und jenem Traktate? Sie erwiderten ihm: Jawohl. – Seid ihr ein wenig wohlhabend? Sie erwiderten ihm: Jawohl, wir haben etwas Land gekauft. Da sprach er über sie: Heil den Frommen, denen es auf dieser Welt gleich den Gottlosen auf dieser Welt ergeht.
ז אמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן מאי דכתיב (הושע יד, י) כי ישרים דרכי ה' וצדיקים ילכו בם ופושעים יכשלו בם משל לשני בני אדם שצלו פסחיהם אחד אכלו לשום מצוה ואחד אכלו לשום אכילה גסה זה שאכלו לשום מצוה צדיקים ילכו בם זה שאכלו לשום אכילה גסה ופושעים יכשלו בם
7 Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Es heißt:<i>gerade sind die Wege des Herrn, die Frommen wandeln auf ihnen, aber die Frevler kommen auf ihnen zu Fall;</i> dies ist zu vergleichen mit dem Falle, wenn zwei Personen ihr Pesaḥlamm gebraten, und der eine es zur Ausübung des Gebotes und der andere es zur Völlerei gegessen hat. Über den, der es zur Ausübung des Gebotes gegessen hat, heißt es: <i>die Frommen wandeln auf ihnen,</i> und über den, der es zur Völlerei gegessen hat, heißt es: <i>und die Frevler kommen auf ihnen zu Fall.</i>
ח א"ל ריש לקיש רשע קרית ליה נהי דלא עביד מצוה מן המובחר פסח מי לא קאכיל אלא משל לשני בני אדם זה אשתו ואחותו עמו בבית וזה אשתו ואחותו עמו בבית אחד נזדמנה לו אשתו ואחד נזדמנה לו אחותו זה שנזדמנה לו אשתו צדיקים ילכו בם וזה שנזדמנה לו אחותו ופושעים יכשלו בם
8 Reš Laqiš sprach zu ihm: Wieso nennst du ihn einen Frevler, zugegeben, daß er das Gebot nicht auf das Vorzüglichste ausgeübt hat, aber hat er etwa nicht das Pesaḥopfer gegessen!? Vielmehr ist es mit dem Falle zu vergleichen, wenn zwei Personen Frau und Schwester bei sich im Hause hatten, und eine zu seiner Frau und die andere zu seiner Schwester geraten ist. Über den, der zu seiner Frau geraten ist, heißt es: <i>die Frommen wandeln auf ihnen,</i> und über den, der zu seiner Schwester geraten ist, heißt es: <i>und die Frevler kommen auf ihnen zu Fall</i>. –
ט מי דמי אנן קאמרינן חדא דרך והכא שני דרכים אלא משל ללוט ושתי בנותיו הן שנתכוונו לשם מצוה צדיקים ילכו בם הוא שנתכוון לשם עבירה ופושעים יכשלו בם
9 Ist es denn gleich, wir sprechen von einem Wege, hierbei aber sind es zweiWege!? Vielmehr, dies ist mit Loṭ und seinen beiden Töchtern zu vergleichen; über sie, die eine gute Handlung bezweckten, heißt es: <i>die Frommen wandeln auf ihnen,</i> über ihn, der eine Sünde bezweckte, heißt es: <i>und die Frevler kommen auf ihnen zu Fall</i>. –
י ודלמא הוא נמי לשם מצוה הוא מכוין א"ר יוחנן כל הפסוק הזה לשם עבירה נאמר
10 Vielleicht hatte er ebenfalls eine gute Handlung bezweckt!? R. Joḥanan erwiderte: Der ganze Schriftvers deutet darauf, daß er nur eine Sünde bezweckt hatte.
יא (בראשית יג, י) וישא לוט (בראשית לט, ז) ותשא אשת אדניו את עיניה את עיניו (בראשית לד, ד) ויאמר שמשון [וגו'] אותה קח לי כי היא ישרה בעיני וירא (בראשית לד, ב) וירא אותה שכם בן חמור את כל ככר הירדן (משלי ו, כו) כי בעד אשה זונה עד ככר לחם כי כלה משקה (הושע ב, ז) אלכה אחרי מאהבי נותני לחמי ומימי צמרי ופשתי שמני ושקויי
11 <i>Loṭ erhob (seine Augen).</i> [und es heißt:]<i>da erhob die Frau seines Herrn ihre Augen.</i><i>Seine Augen,</i> [und es heißt:]<i>da sprach Šimšon &amp;c. diese nimm mir, denn sie ist recht in meinen Augen</i>.<i>Und sah,</i> [und es heißt:]<i>da sah sie Šekhem, der Sohn Ḥamors</i>.<i>Den ganzen Umkreis [kikar] des Jarden,</i> [und es heißt:] <i>denn durch ein Hurenweib [kommt man herunter] bis auf einen Laib [kikar] Brot</i>.<i>Daß er ganz durchtränkt war,</i> [und es heißt:]<i>ich will meinen Buhlen folgen, die mir Brot und Wasser, Wolle und Flachs, Öl und Getränke spenden.</i> –
יב והא מינס אניס תנא משום רבי יוסי בר רבי חוני למה נקוד על וי"ו שבקומה של בכירה לומר לך שבשכבה לא ידע אבל בקומה ידע ומאי ה"ל למעבד מאי דהוה הוה נפקא מינה דלפניא אחרינא לא איבעי ליה למישתי
12 Bei ihmwar es ja ein Zwangsfall!? – Im Namen des R. Jose b. R. Ḥoni wurde gelehrt: Auf dem <i>u</i> im [Worte] <i>bequma,</i> das bei der älteren [Tochtergebraucht wird], befindet sich deshalb ein Punkt, um anzudeuten, daß er es zwar bei ihrem Sichniederlegen nicht gemerkt hatte, wohl aber hatte er es bei ihrem Aufstehen gemerkt. – Was sollte er dannmachen, was geschehen, war ja bereits geschehen!? – Er sollte am folgenden Abend nichts mehr trinken.
יג דרש רבה מאי דכתיב (משלי יח, יט) אח נפשע מקרית עוז ומדינים כבריח ארמון אח נפשע מקרית עוז זה לוט שפירש מאברהם ומדינים כבריח ארמון שהטיל מדינים בין ישראל לעמון שנאמר (דברים כג, ד) לא יבא עמוני ומואבי בקהל ה'
13 Rabba trug vor: Es heißt:<i>Ein Bruder, der treulos wird der festen Stadt, und Streitigkeiten wie des Palastes Riegel. Ein Bruder, der treulos wird der festen Stadt,</i> das ist Lot, der sich von Abraham getrennt hatte; <i>und Streitigkeiten wie des Palastes Riegel,</i> denn er rief Zwistigkeiten zwischen Jisraél und A͑mmonhervor, denn es heißt:<i>Ein A͑mmoniter und ein Moábiter soll nicht in die Gemeinde des Herrn kommen.</i>
יד דרש רבא ואיתימא ר' יצחק מאי דכתיב (משלי יח, א) לתאוה יבקש נפרד (ובכל) [בכל] תושיה יתגלע לתאוה יבקש נפרד זה לוט שנפרד מאברהם (ובכל) [בכל] תושיה יתגלע שנתגלה קלונו בבתי כנסיות ובבתי מדרשות דתנן עמוני ומואבי אסורין איסור עולם
14 Raba, nach anderen R. Jiçḥaq, trug vor: Es heißt:<i>nach der Wollust strebt, wer sich trennt, und gegen jeglichen Rat wälzt er sich einher. Nach der Wollust strebt, wer sich trennt,</i> das ist Loṭ, der sich von Abraham getrennt hatte; <i>gegen jeglichen Rat wälzt er sich einher,</i> dessen Schande in den Bet- und Lehrhäusern auf gedecktwurde, denn wir haben gelernt, das Verbot betreffend die A͑mmoniter und der Moábiter bestehe ewig.
טו ואמר עולא תמר זנתה וזימרי זינה תמר זנתה יצאו ממנה מלכים ונביאים זימרי זינה נפלו כמה רבבות מישראל אמר רב נחמן בר יצחק גדולה עבירה לשמה ממצוה שלא לשמה שנאמר (שופטים ה, כד) תבורך מנשים יעל אשת חבר הקיני מנשים באהל תבורך מאן נינהו נשים באהל שרה רבקה רחל ולאה
15 U͑la sagte: Tamar hurte und Zimri hurte; Tamar hurte und Könige und Propheten kamen aus ihr hervor, Zimri hurte und viele Myriaden von Jisraél fielen durch ihn. R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Besser ist eine gutgemeinte Sünde als ein nicht gut gemeintes gutes Werk, denn es heißt:<i>gepriesen vor anderen Weibern sei Jae͑l</i>, <i>das Weib Ḥebers, des Qeniters, vor den Weibern im Zelte sei sie gepriesen,</i> und unter ‘Weibern im Zelte’ sind Sara, Ribqa, Rahel und Lea zu verstehen. –
טז איני והאמר רב יהודה אמר רב לעולם יעסוק אדם בתורה ובמצות אפילו שלא לשמה שמתוך שלא לשמה בא לשמה אימא כמצוה שלא לשמה
16 Dem ist ja aber nicht so, R. Jehuda sagte ja im Namen Rabhs, daß man sich stets mit der Tora und guten Werken befasse, auch nicht um ihrer selbst willen, denn dadurch kommt man dazu, es um ihrer selbst willen zu tun!? – Sage: [sie sei] wie ein nicht gutgemeintes gutes Werk.
יז אמר רבי יוחנן שבע בעילות בעל אותו רשע באותה שעה שנאמר (שופטים ה, כז) בין רגליה כרע נפל שכב וגו' והא קא מיתהניא מעבירה אמר רבי יוחנן משום רבי שמעון בן יוחאי אפילו טובתם של רשעים רעה היא אצל צדיקים
17 R. Joḥanan sagte: Sieben Beschlafungen vollzog dieser Frevler in jener Stunde, denn es heißt:<i>zwischen ihren Füßen kniete er, fiel hin, lag da</i><i>&amp;c.</i> – Sie hatte ja aber einen Genuß von der Sünde!? R. Joḥanan erwiderte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Selbst die Wohltat der Frevler ist ein Übel für die Frommen.
יח אמר רב יהודה אמר רב לעולם יעסוק אדם בתורה ובמצות אפילו שלא לשמה שמתוך שלא לשמה בא לשמה שבשכר מ"ב קרבנות שהקריב בלק הרשע זכה ויצתה ממנו רות דאמר רבי יוסי ברבי חנינא רות בת בנו של עגלון בן בנו של בלק מלך מואב
18 R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Stets befasse man sich mit der Tora und guten Werken, auch nicht um ihrer selbst willen, denn dadurch kommt man dazu, es um ihrer selbst willen zu tun. Als Belohnung für die zweiundvierzig Opfer, die Balaq auf dem Altar darbrachte, war es ihm beschieden, daß aus ihm Ruth hervorging. R. Jose b. R. Ḥanina sagte nämlich, Ruth war eine Tochter E͑glons, des Enkelsohnes Balaqs, des Königs von Moáb.
יט א"ר חייא בר אבא א"ר יוחנן מנין שאין הקב"ה מקפח אפילו שכר שיחה נאה מהכא דאילו בכירה דקרייה מואב אמר ליה רחמנא למשה (דברים ב, ט) אל תצר את מואב ואל תתגר בם מלחמה מלחמה
19 R. Ḥija b. Abba sagte im Namen R. Joḥanans: Woher daß der Heilige, gepriesen sei er, nicht einmal den Lohn für ein gutes Wort kürze? Von der Tochter Loṭs; die ältere nannte [ihren Sohn] Moáb, daher sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu ihm:<i>befehde die Moábiter nicht und lasse dich in keinen Krieg mit ihnen ein,</i> nur in einen Krieg sollte er sich mit ihnen nicht einlassen,