Horayot 21

Kapitel 21

א הוא דלא הא צעורי צערינהו ואילו צעירה דקרייה בן עמי א"ל (דברים ב, יט) אל תצורם ואל תתגר בם כלל אפילו צעורי לא
1 wohl aber durfte er ihnen Frondienst auferlegen; die jüngere aber nannte [ihren Sohn] Ben A͑mmi, daher sprach der Heilige, gepriesen sei er, zu Moše:<i>befehde sie nicht und streite nicht mit ihnen,</i> ganz und gar nicht.
ב א"ר חייא בר אבין א"ר יהושע בן קרחה לעולם יקדים אדם לדבר מצוה שבשכר לילה אחת שקדמה בכירה לצעירה זכתה וקדמתה ארבע דורות למלכות
2 R. Ḥija b. Abin sagte im Namen des R. Jehošua͑ b. Qorḥa: Man beeile sich stets zu einem guten Werke, denn als Belohnung für die eine Nacht, um die die ältere der jüngeren zuvorgekommen war, ward es ihr beschieden, vier Generationen früher zur Königswürde zu gelangen.
ג תנו רבנן (ויקרא ד, כז) מעם הארץ פרט למשיח מעם הארץ פרט לנשיא
3 Die Rabbanan lehrten:<i>Von den Leuten des Volkes,</i> ausgenommen der Gesalbte; <i>von den Leuten des Volkes,</i> ausgenommen der Fürst.
ד והלא כבר יצאו משיח לידון בפר נשיא לידון בשעיר שיכול משיח על העלם דבר עם שגגת מעשה מביא פר על שגגת מעשה לחודיה מביא כשבה ושעירה ת"ל מעם הארץ פרט למשיח מעם הארץ פרט לנשיא
4 Sie sind ja bereits ausgeschieden worden, der Gesalbte, indem er einen Farren darzubringen hat, und der Fürst, indem er einen Ziegenbock darzubringen hat!? Man könnte glauben, der Gesalbte bringe bei Unkenntnis der Sache und Unvorsätzlichkeit der Handlung einen Farren und bei Unvorsätzlichkeit der Handlung allein ein Schaf oder eine Ziegedar, so heißt es: <i>von den Leuten des Volkes,</i> ausgenommen der Gesalbte; <i>von den Leuten des Volkes,</i> ausgenommen der Fürst. –
ה תינח משיח אלא נשיא בשגגת מעשה הוא דמייתי
5 Erklärlich ist dies hinsichtlich des Gesalbten, der Fürst aber bringt ja auch bei Unvorsätzlichkeit der Handlung [ein Opfer]dar!?
ו אמר רב זביד משמיה דרבא הכא במאי עסקינן כגון שאכל כזית חלב כשהוא הדיוט ונתמנה ואח"כ נודע לו סלקא דעתך אמינא נייתי כשבה או שעירה קמ"ל הניחא לר"ש דאזל בתר ידיעה אלא לרבנן דאזלו בתר חטאה מאי איכא למימר
6 R. Zebid erwiderte im Namen Rabas: Dies gilt von dem Falle, wenn er ein olivengroßes Stück Talg gegessen hat, als er noch Gemeiner war, und nachdem er [zum Fürsten] eingesetzt worden ist, sich bewußt wird; man könnte glauben, er bringe ein Schaf oder eine Ziegedar, so lehrt er uns. – Allerdings nach R. Šimo͑n, nach dem man sich nach dem Bewußtwerden richte, wie ist es aber nach den Rabbanan zu erklären, nach welchen man sich nach der Sündenbegehung zu richtenhat!?
ז אלא אמר רב זביד משמיה דרבא הכא במאי עסקינן כגון שאכל חצי כזית חלב כשהוא הדיוט ונתמנה והשלימו ואח"כ נודע לו סלקא דעתך אמינא נצטרף ונייתי כשבה או שעירה קמ"ל
7 Vielmehr, erklärte R. Zebid im Namen Rabas, dies gilt von dem Falle, wenn er Talg im Quantum einer halben Olive gegessen hat, als er noch Gemeiner war, und nachdem er [zum Fürsten] eingesetzt worden ist, es ergänzt hat und sich bewußt wird; man könnte glauben, sie seien zu vereinigen und er bringe ein Schaf oder eine Ziege dar, so lehrt er uns.
ח בעא מיניה רבא מרב נחמן נשיאות מהו שתפסיק היכי דמי כגון שאכל חצי כזית חלב כשהוא הדיוט ונתמנה ועבר והשלימו התם הוא דלא מצטרף דאכליה פלגא כשהוא הדיוט ופלגא כשהוא נשיא אבל הכא דאידי ואידי כשהוא הדיוט אכליה מצטרף או דלמא לא שנא מאי
8 Raba fragte R. Naḥman: Gilt die Fürstenwürde als Unterbrechung? Wenn er zum Beispiel Talg im Quantum einer halben Olive als Gemeiner gegessen hat, und nachdem er [zum Fürsten] eingesetzt worden war und zurückgetreten ist, es ergänzt hat; werden sie nur in jenem Fallenicht vereinigt, da er die eine Hälfte als Gemeiner und die andere Hälfte als Fürst gegessen hat, während er in diesem Falle beide Hälften als Gemeiner gegessen hat, oder gibt es hierbei keinen Unterschied? –
ט תפשוט ליה מהא דאמר עולא א"ר יוחנן אכל חלב והפריש קרבן והמיר וחזר בו הואיל ונדחה ידחה הכי השתא מומר לאו בר אתויי קרבן הוא האי בר אתויי קרבן הוא
9 Dies ist aus dem zu entscheiden, was U͑la im Namen R. Joḥanans gesagt hat: wenn jemand Talg gegessen und dieserhalb ein Opfer abgesondert hat, dann abtrünnig wurde und sich darauf bekehrt hat, so wird [das Opfer], da es zurückgesetzt worden war, vollständig verdrängt. – Ist es denn gleich: ein Abtrünniger ist ja zur Darbringung eines Opfers überhaupt nicht geeignet, während dieser zur Darbringung eines Opfers geeignet ist!?
י בעא מיניה רבי זירא מרב ששת אכל ספק חלב כשהוא הדיוט ונתמנה ונודע לו על ספקו מהו אליבא דרבנן דאזלי בתר חטאה לא תבעי לך דמייתי אשם תלוי אלא כי תבעי לך אליבא דרבי שמעון
10 R. Zera fragte R. Šešeth: Wie ist es, wenn er als Gemeiner etwas gegessen hat, worüber [später] ein Zweifel entsteht, ob es nicht Talg war, und er [zum Fürsten] eingesetzt wurde und sich darauf des Zweifels bewußt wird? Nach den Rabbanan, nach welchen man sich nach der Sündenbegehung richte, ist dies nicht fraglich, er muß dann ein Schwebe-Schuldopfer darbringen, fraglich ist es nur nach R. Šimo͑n;
יא מדאשתני לודאי אשתני לספק או דלמא כי אשתני לודאי דאשתני קרבן דידיה אבל הכא דלא אשתני קרבן דידיה אימא לייתי אשם תלוי תיקו
11 gilt die Veränderung auch beim Zweifelhaften, wie beim Zweifellosen, oder aber gilt sie nur beim Zweifellosen, da erein ganz anderes Opfer darzubringen hat, nicht aber beim [Zweifelhaften], da er kein anderes Opfer darzubringen hat, und er muß somit ein Schwebe-Schuldopfer darbringen? – Dies bleibt unentschieden.
יב ת"ר מעם הארץ פרט למומר
12 Die Rabbanan lehrten: <i>Von den Leuten des Volkes,</i> ausgenommen ist der Abtrünnige.
יג ר"ש בר יוסי אומר משום ר"ש (ויקרא ד, כב) אשר לא תעשינה בשגגה ואשם השב בידיעתו מביא קרבן על שגגתו לא שב בידיעתו אינו מביא קרבן על שגגתו
13 R. Šimo͑n b. R. Jose sagte im Namen R. Šimo͑ns:<i>Die nicht ausgeübt werden sollen, und versehentlich sich vergeht;</i> wer aus eigenem Bewußtwerden Buße tut, bringt wegen seines Versehens ein Opfer dar, wer nicht aus eigenem Bewußtwerden Buße tut, bringt wegen seines Versehens kein Opfer dar. –
יד מאי בינייהו א"ר המנונא מומר לאכול חלב ומביא קרבן על הדם איכא בינייהו מ"ס כיון דמומר לאכול חלב לדם נמי מומר הוי ומ"ס לדם מיהא שב בידיעתו הוא
14 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen!? R. Hamnuna erwiderte: Ein Unterschied besteht zwischen ihnen bei einem, der aus Abtrünnigkeit Talg ißt, ob er ein Opfer wegen des Essens von Blut darbringt; einer ist der Ansicht, da er hinsichtlich des Talges abtrünnig ist, gelte er als abtrünnig auch hinsichtlich des Blutes, und einer ist der Ansicht, hinsichtlich des Blutes tut er ja Buße aus eigenem Bewußtwerden. –
טו והא רבא אמר דכולי עלמא מומר לאכול חלב לא הוי מומר לדם אלא הכא באוכל נבלה לתאבון ונתחלף לו בשומן ואכלו קמיפלגי מר סבר כיון דלתאבון אכיל במזיד מומר הוא ומ"ס כיון דאילו אשכח דהיתרא לא אכל דאיסורא לאו מומר הוא
15 Raba sagte ja aber, alle seien der Ansicht, wer hinsichtlich des Talges abtrünnig ist, gelte nicht als abtrünnig auch hinsichtlich des Blutes!? – Vielmehr, sie streiten über einen, der Aas aus Gierißt; wenn ihm [Fett] mit Talg vertauscht worden ist und er ihn gegessen hat. Einer ist der Ansicht, da er es aus Gier auch absichtlich ißt, gelte er [auch in diesem Falle] als Abtrünniger, und einer ist der Ansicht, da er, wenn, er Erlaubtes findet, nicht Verbotenes ißt, gelte er nicht als Abtrünniger.
טז תנו רבנן אכל חלב זהו מומר ואיזהו מומר אכל נבילות וטריפות שקצים ורמשים ושתה יין נסך רבי יהודה אומר אף הלובש כלאים אמר מר אכל חלב זהו מומר ואיזהו מומר אוכל נבילות כו' מאי קאמר
16 Die Rabbanan lehrten: Hat er Talg gegessen, so ist er ein Abtrünniger; ein Abtrünniger ist derjenige, der Aas, Totverletztes, Ekel- und Kriechtiere ißt und Libationswein, trinkt. R. Jose b. R. Jehuda sagt, auch wer Mischgewebeanhat. Der Meister sagte: Hat er Talg gegessen, so ist er ein Abtrünniger; ein Abtrünniger ist derjenige, der Aas &amp;c. ißt. Wie meinter es?
יז אמר רבה בר בר חנה א"ר יוחנן ה"ק אכל חלב לתאבון הרי זה מומר להכעיס הרי זה צדוקי ואיזהו מומר דבסתמו צדוקי הוי אומר אוכל נבילה וטריפה שקצים ורמשים ושתה יין נסך רבי יוסי ברבי יהודה אומר אף הלובש כלאים
17 Rabba b. Bar Ḥana erwiderte im Namen R. Joḥanans: Er meint es wie folgt: ißt er Talg aus Gier, so ist er ein Abtrünniger, wenn aber aus Trotz, so ist er ein Minäer; und ohne weiteres als Minäer gilt ein Abtrünniger, der Aas und Totverletztesißt und Libationswein trinkt. R. Jose b. Jehuda sagt, auch wer Mischgewebe anhat.
יח מאי בינייהו איכא בינייהו כלאים דרבנן מר סבר מדאורייתא הוי מומר דרבנן לא הוי מומר ומר סבר כלאים כיון דמפרסם אסוריה אפי' בדרבנן הוי מומר
18 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? – Ein Unterschied besteht zwischen ihnen beim nur rabbanitisch [verbotenen] Mischgewebe; einer ist der Ansicht, er gelte nur wegen des nach der Tora [verbotenen] als Abtrünniger, nicht aber gelte er wegen des [rabbanitisch] verbotenen als Abtrünniger, und einer ist der Ansicht, auch wegen des rabbanitisch [verbotenen] Mischgewebes gelte er als Abtrünniger, weil das Verbot des Mischgewebes allbekannt ist.
יט פליגי בה רב אחא ורבינא חד אמר לתאבון מומר להכעיס צדוקי וחד אמר להכעיס נמי מומר אלא איזהו צדוקי כל העובד עבודת כוכבים מיתיבי אכל פרעוש אחד או יתוש אחד ה"ז מומר והא הכא דלהכעיס הוא וקא קרי ליה מומר התם דאמר אטעום טעם דאיסורא:
19 Hierüber streiten R. Aḥa und Rabina, einer sagt, wenn er es aus Gier tut, gelte er als Abtrünniger, und wenn aus Trotz, sei er Minäer, und einer sagt, auch wenn aus Trotz, gelte er als Abtrünniger; Minäer sei nur derjenige, der Götzendienst treibt. Man wandte ein: Hat er einen Floh oder eine Mücke gegessen, so gilt er als Abtrünniger. Solches geschieht ja aus Trotz, und er nennt ihn einen Abtrünnigen!? – Dies, wenn er gesagt hat, er wolle nur den Geschmack des Verbotenen kosten.
כ ואיזהו נשיא זה מלך כו': תנו רבנן נשיא יכול נשיא שבט כנחשון בן עמינדב ת"ל (ויקרא ד, כב) מכל מצות ה' אלהיו ולהלן הוא אומר (דברים יז, יט) למען ילמד ליראה את ה' אלהיו
20 W<small>EH IST UNTER</small> F<small>ÜRST ZU VERSTEHEN?</small> D<small>ER</small> K<small>ÖNIG</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten:<i>Ein Fürst,</i> man könnte glauben, der Fürst eines Stammes, wie beispielsweise Naḥšon, der Sohn A͑mminadabs, so heißt es hierbei:<i>von den Verboten des Herrn, seines Gottes,</i> und dortheißt es: <i>auf daß er den</i> <i>Herrn, seinen Gott, fürchten lerne,</i>