Horayot 26

Kapitel 26

א רב פפא אמר אפילו שופתא מרא גייצי
1 R. Papa erwiderte: Selbst einen Schaufelstil zernagen sie.
ב ת"ר חמשה דברים משכחים את הלימוד האוכל ממה שאוכל עכבר וממה שאוכל חתול והאוכל לב של בהמה והרגיל בזיתים והשותה מים של שיורי רחיצה והרוחץ רגליו זו על גבי זו ויש אומרים אף המניח כליו תחת מראשותיו חמשה דברים משיבים את הלימוד פת פחמין וכל שכן פחמין עצמן והאוכל ביצה מגולגלת בלא מלח והרגיל בשמן זית והרגיל ביין ובשמים והשותה מים של שיורי עיסה ויש אומרים אף הטובל אצבעו במלח ואוכל
2 Die Rabbanan lehrten: Fünf Dinge verursachen Vergeßlichkeit des Studiums: wenn man etwas ißt, wovon eine Maus oder eine Katze gegessen hat; wenn man das Herz von einem Vieh ißt; wenn man häufig Oliven ißt; wenn man vom Waschen zurückgebliebenes Wasser trinkt; und wenn man die Füße einen über dem anderen wäscht. Manche sagen, auch wenn man seine Kleider unter das Kopfende legt. Fünf Dinge erhaltendas Studium: wenn man Weizenbrotißt, und um so mehr Weizen selbst; wenn man gebackeneEier ohne Salz ißt; wenn man häufig Olivenöl ißt; wenn man häufig Wein und Spezereien genießt; und wenn man vom Kneten zurückgebliebenes Wasser trinkt. Manche sagen, auch wenn man den Finger in Salz tunkt und ißt.
ג הרגיל בשמן זית מסייע ליה לרבי יוחנן דאמר רבי יוחנן כשם שהזית משכח לימוד של שבעים שנה כך שמן זית משיב לימוד של שבעים שנה:
3 «Wenn man häufig Olivenöl ißt.» Dies ist eine Stütze für R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte: Wie Oliven ein siebzigjähriges Studium vergessen machen, so läßt Olivenöl ein siebzigjähriges Studium zurückkehren.
ד והרגיל ביין ובשמים: מסייע ליה לרבא דאמר רבא חמרא וריחני פקחין:
4 «Wenn man häufig Wein und Spezereien genießt.» Dies ist eine Stütze für Raba, denn Raba sagte, Wein und Spezereien haben ihn weise gemacht.
ה והטובל אצבעו במלח: אמר ר"ל ובאחת כתנאי ר' יהודה אומר אחת ולא שתים רבי יוסי אומר שתים ולא שלש וסימניך קמיצה
5 «Wenn man den Finger in Salz tunkt.» Reš Laqiš sagte: Einen. Hierüber [streiten] Tannaím: R. Jehuda sagte, einen und nicht zwei; R. Jose sagte, zwei und nicht drei. Als Merkzeichen diene dir der Goldfinger.
ו עשרה דברים קשים ללימוד העובר תחת האפסר [הגמל] וכל שכן תחת גמל [עצמו] והעובר בין שני גמלים והעובר בין שתי נשים והאשה העוברת בין שני אנשים והעובר מתחת ריח רע של נבילה והעובר תחת הגשר שלא עברו תחתיו מים מ' יום והאוכל פת שלא בשל כל צרכו והאוכל בשר מזוהמא ליסטרון והשותה מאמת המים העוברת בבית הקברות והמסתכל בפני המת ויש אומרים אף הקורא כתב שעל גבי הקבר
6 Zehn Dinge sind für das Studium unzuträglich: wenn man unter einem Halfter durchgeht, und um so mehr, wenn unter einem Kamel; wenn man zwischen zwei Kamelen durchgeht; wenn man zwischen zwei Frauen durchgeht; wenn eine Frau zwischen zwei Männern durchgeht; wenn man am schlechten Geruche eines Aases vorübergeht; wenn man unter einer Brücke durchgeht, unter der vierzig Tage kein Wasser gelaufen ist; wenn man ungenügend gekochtes Fleisch ißt; wenn man (Fleisch) aus einem Schaumlöffel ißt; wenn man Wasser aus einem Wasserarm trinkt, der sich durch Gräber hinzieht; und wenn man in das Gesicht eines Toten schaut. Manche sagen, auch wenn man die Inschriften auf den Gräbern liest.
ז ת"ר כשהנשיא נכנס כל העם עומדים ואין יושבים עד שאומר להם שבו כשאב ב"ד נכנס עושים לו שורה אחת מכאן ושורה אחת מכאן עד שישב במקומו כשחכם נכנס אחד עומד ואחד יושב עד שישב במקומו בני חכמים ותלמידי חכמים בזמן שרבים צריכים להם מפסיעין על ראשי העם יצא לצורך יכנס וישב במקומו
7 Die Rabbanan lehrten: Wenn der Fürst eintritt, so muß das ganze Volk aufstehen und darf sich erst dann niedersetzen, wenn er dazu auffordert. Wenn ein Gerichtspräsident eintritt, so muß eine Reihe auf der einen Seite und eine Reihe auf der anderen [aufstehen], bis er sich auf seinen Platz gesetzt hat. Wenn der Obergelehrte eintritt, so steht einer nach dem anderenauf und setzt sich wieder hin, bis er sich auf seinen Platz gesetzt hat. Söhne des Obergelehrten und Gelehrte treten, wenn das Volk sie braucht, über die Köpfe des Publikums; ging er zur Notdurft hinaus, so darf er zurück eintreten und sich auf seinen Platz setzen.
ח בני ת"ח שממונים אביהם פרנס על הצבור בזמן שיש להם דעת לשמוע נכנסים ויושבים לפני אביהם ואחוריהם כלפי העם בזמן שאין להם דעת לשמוע נכנסים ויושבים לפני אביהם ופניהם כלפי העם רבי אלעזר בר ר' [צדוק] אומר אף בבית המשתה עושים אותם סניפין
8 Die Kinder eines Gelehrten, deren Vater Gemeindeverwalter ist, dürfen, wenn sie Verständnis haben, eintreten und sich vor ihren Vater mit dem Rücken zum Volke gewendet hinsetzen, und wenn sie kein Verständnis haben, eintreten und sich vor ihren Vater mit dem Gesichte zum Volke gewendet hinsetzen. R. Elea͑zar b. R. Jiçḥaq sagt, auch bei einem Gastmahle schließe man sie an.
ט [אמר מר] יצא לצורך נכנס ויושב במקומו אמר רב פפא לא אמרו אלא לקטנים אבל לגדולים לא הוה ליה למבדק נפשיה מעיקרא דאמר רב יהודה אמר רב לעולם ילמד אדם עצמו להשכים ולהעריב כדי שלא יתרחק (אמר רבא) האידנא דחלשא עלמא אפילו לגדולים נמי
9 «Ging er zur Notdurft hinaus, so darf er zurück eintreten und sich auf seinen Platz setzen. » R. Papa sagte: Sie sagten dies nur von der kleinen, nicht aber von der großen, weil er sich vorher untersuchen sollte. R. Jehuda sagte nämlich im Namen Rabhs: Man gewöhne sich stets frühmorgens und spätabendszu gehen, damit man sich nicht zu weit zu entfernenbrauche. Raba sagte: Jetzt aber, bei der allgemeinen Schwäche, darf eres, auch wenn er zur großen hinausgegangen war.
י רבי אלעזר ב"ר [צדוק] אומר אף בבית המשתה עושים אותם סניפים אמר רבא בחיי אביהם בפני אביהם
10 «R. Elea͑zar b. Çadoq sagt, auch bei einem Gastmahle schließe man sie an.» Raba sagte: Bei Lebzeiten ihres Vaters, und in Gegenwart ihres Vaters.
יא א"ר יוחנן בימי רשב"ג נישנית משנה זו רבן שמעון בן גמליאל נשיא רבי מאיר חכם רבי נתן אב"ד כי הוה רשב"ג התם הוו קיימי כולי עלמא מקמיה כי הוו עיילי רבי מאיר ורבי נתן הוו קיימי כולי עלמא מקמייהו אמר רשב"ג לא בעו למיהוי היכרא בין דילי לדידהו תקין הא מתניתא
11 R. Joḥanan sagte: Jene Lehre stammt aus den Tagen des R. Šimo͑n b. Gamliél. R. Šimo͑n b. Gamliél war Fürst, R. Meír war Obergelehrter und R. Nathan war Gerichtspräsident. Wenn R. Šimo͑n b. Gamliél eintrat, stand das ganze Publikum vor ihm auf, und wenn R. Meír und R. Nathan eintraten, stand das ganze Publikum auch vor ihnen auf; da sprach R. Šimo͑n b. Gamliél: Sollte es denn gar keinen Unterschied zwischen mir und ihnen geben!? Da setzte er jene Lehre fest.
יב ההוא יומא לא הוו רבי מאיר ורבי נתן התם למחר כי אתו חזו דלא קמו מקמייהו כדרגילא מילתא אמרי מאי האי אמרו להו הכי תקין רשב"ג
12 An jenem Tage waren R. Meír und R. Nathan nicht anwesend, und als sie am folgenden Tag man vor ihnen nicht wie sonst aufstand, fragten sie, was dies bedeute, und man erwiderte ihnen, R. Šimo͑n b. Gamliél habe dies angeordnet.
יג אמר ליה ר"מ לרבי נתן אנא חכם ואת אב"ד נתקין מילתא כי לדידן מאי נעביד ליה נימא ליה גלי עוקצים דלית ליה וכיון דלא גמר נימא ליה (תהלים קו, ב) מי ימלל גבורות ה' ישמיע כל תהלתו למי נאה למלל גבורות ה' מי שיכול להשמיע כל תהלותיו נעבריה והוי אנא אב"ד ואת נשיא
13 Da sprach R. Meír zu R. Nathan: Ich bin Obergelehrter und du bist Gerichtspräsident; wollen wir etwas gegen ihn unternehmen, wie er es gegen uns getan hat. Was wollen wir gegen ihn unternehmen? – Wir wollen ihn auffordern, [den Traktat] U͑qçin vorzutragen, dessen er nicht kundig ist, und da er dies nicht können wird, werden wir ihm folgendes vortragen:<i>Wer kann über die Macht des Herrn sprechen, sein ganzes Lob erzählen;</i> wem geziemt es, über die Macht des Herrn zu sprechen? Dem, der sein ganzes Lob erzählenkann. Sodann werden wir ihn absetzen; ich werde dann Gerichtspräsident und du wirst Fürst werden.
יד שמעינהו רבי יעקב בן קרשי אמר דלמא חס ושלום אתיא מלתא לידי כיסופא אזל יתיב אחורי עיליתיה דרשב"ג פשט גרס ותנא גרס ותנא
14 Dies hörte R. Ja͑qob b. Qodši, und er sagte: Er wird, behüte und bewahre, in Beschämung geraten. Da ging er und setzte sich hinter den Söller des R. Šimo͑n b. Gamliél, und er lernteund wiederholte, lernte und wiederholte.
טו אמר מאי דקמא דלמא חס ושלום איכא בי מדרשא מידי יהב דעתיה וגרסה למחר אמרו ליה ניתי מר וניתני בעוקצין פתח ואמר בתר דאוקים אמר להו אי לא גמירנא כסיפיתנן
15 Da sprach jener: Was soll dies bedeuten, vielleicht hat sich, behüte und bewahre, etwas im Lehrhause ereignet? Da richtete er seine Aufmerksamkeit darauf und lernte mit. Am folgenden Tage sprachen jene zu ihm: Möge doch der Meister kommen und uns aus dem Traktat U͑qçin vortragen. Da begann er und trug vor. Nachdem er geendigt hatte, sprach er zu ihnen: Hätte ich ihn nicht gelernt, so würdet ihr mich der Beschämung ausgesetzt haben.
טז פקיד ואפקינהו מבי מדרשא הוו כתבי קושייתא [בפתקא] ושדו התם דהוה מיפריק מיפריק דלא הוו מיפריק כתבי פירוקי ושדו אמר להו רבי יוסי תורה מבחוץ ואנו מבפנים
16 Da befahl er, und man wies sie aus dem Lehrhause. Hierauf schrieben sie ihre Fragenauf, und warfen sie ins Lehrhaus; wurden sie beantwortet, so waren sie erledigt, und wurden sie nicht beantwortet, so schrieben sie auch die Antworten auf und warfen sie hinein. Da sprach R. Jose: Die Tora ist draußen und wir drinnen!
יז אמר להן רבן [שמעון בן] גמליאל ניעיילינהו מיהו ניקנסינהו דלא נימרו שמעתא משמייהו אסיקו לרבי מאיר אחרים ולר' נתן יש אומרים אחוו להו בחלמייהו זילו פייסוהו [לרבן שמעון ב"ג] רבי נתן אזל רבי מאיר לא אזל אמר דברי חלומות לא מעלין ולא מורידין כי אזל רבי נתן אמר ליה רשב"ג נהי דאהני לך קמרא דאבוך למהוי אב ב"ד שויניך נמי נשיא
17 Da ordnete R. Šimo͑n b. Gamliél an, daß man sie wieder einlasse, jedoch bestrafe, daß man keine Lehre in ihrem Namen vortrage. Alsdann wurde R. Meír[die Bezeichnung] ‘andere sagen’ und R. Nathan [die Bezeichnung] ‘manche sagen’ beigelegt. Hierauf sagte man ihnen im Traume, daß sie hingehen und Abbitte leisten sollen; R. Nathan ging hin, R. Meír aber ging nicht hin, denn er sagte, Träume nützen nicht und schaden nicht. Als R. Nathan zu ihm kam, sprach jener zu ihm: Wenn auch die Würdedeines Vaters dir dazu verholfen hat, Gerichtspräsident zu werden, sollte man dich auch zum Fürsten machen!?
יח מתני ליה רבי לרבן שמעון בריה אחרים אומרים אילו היה תמורה
18 Rabbi lehrte seinen Sohn R. Šimo͑n: Andere sagen: wäre esEingetauschtes,