Keritot 13

Kapitel 13

א בת כהן שנישאת לישראל ואכלה בתרומה משלמת הקרן ואינה משלמת את החומש ומיתתה בשריפה
1 Wenn eine Priesterstochter, die mit einem Jisraéliten verheiratet ist, Hebe gegessen hat, so bezahle sie den Grundwert und nicht das Fünftel, und ihre Hinrichtungerfolgt durch Verbrennung.
ב ניסת לאחד מן הפסולין משלמת קרן וחומש ומיתתה בחנק דברי ר"מ
2 Ist sie mit einem der Bemakelten verheiratet, so bezahle sie den Grundwert und das Fünftel, und ihre Hinrichtung erfolgt durch Erdrosselung– so R. Meír;
ג וחכמים אומרים אחת זו ואחת זו משלמת הקרן ואינה משלמת החומש ומיתתה בשריפה
3 die Weisen sagen, diese wie jene bezahle den Grundwert und nicht das Fünftel, und ihre Hinrichtung erfolge durch Verbrennung.
ד אמר רב יוסף מחלוקת בנתינת שמן המשחה ובשינויי דשנינן אבל נתינה דעלמא דברי הכל כזית
4 R. Joseph sagte: Ihr Streit besteht nur über das Auftun des Salböls, nach unserer Erklärung, beim Auftun in anderen Fällenaber ist nach aller Ansicht Olivengröße erforderlich.
ה גופא תני תנא קמיה דר' אלעזר כל שישנו בסך ישנו בבל ייסך וכל שאינו בסך אינו בבל ייסך א"ל שפיר קאמרת לא ייסך כתיב וקרי ביה לא יסיך
5 Der Text. Ein Jünger rezitierte vor R. Elea͑zar: Wer [dem Verbote] des Schmierens unterworfen ist, den zu schmieren ist verboten, und wer [dem Verbote] des Schmierens nicht unterworfen ist, den zu schmieren ist nicht verboten. Da sprach dieser zu ihm: Du hast recht, es heißt: <i>soll nicht gegossen werden</i>, und man lese [auch:] <i>soll nicht gießen</i>.
ו תני רב חנניה קמיה דרבא מנין לכהן גדול שנטל משמן המשחה שעל ראשו ונתן על בני מעיו מנין שהוא חייב שנאמר (שמות ל, לב) על בשר אדם לא ייסך א"ל רב אחא בריה דרבא לרב אשי מ"ש מהא דתניא כהן שסך בשמן של תרומה בן בתו ישראל מתעגל בו ואינו חושש
6 R. Ḥananja lehrte vor Raba: Woher, daß ein Hochpriester schuldig ist, wenn er vom Öl auf seinem Haupte nimmt und auf den Leib tut? Es heißt: <i>es soll nicht auf den Leib eines Menschen gegossen werden</i>. R. Aḥa, der Sohn Rabas, sprach zu R. Aši: Womit ist es hierbei anders als bei folgender Lehre: Wenn ein Priester sich mit Öl von Hebe geschmiert hat, so darf der Sohn seiner Tochter, der Jisraélit ist, ohne Bedenken sich an ihm reiben!?
ז א"ל התם (ויקרא כב, ט) ומתו בו כי יחללוהו כתיב כיון דחלליה הא איתחיל אבל גבי שמן המשחה כתיב (במדבר ו, ז) כי נזר גו' אלהיו עליו שמן משחה קרייה רחמנא דאע"ג דאיתא עליו לא איתחיל:
7 Dieser erwiderte: da [heißt es]:<i>sie sollen daran sterben, wenn sie es entweihen</i>, sobald er esentweiht hat, ist es entweiht, beim <i>Salböl aber heißt es:</i><i>denn [seines Gottes Salböls] Weihe ist auf ihm</i>, der Allbarmherzige nennt es Salböl; auch wenn es an ihm ist, ist es nicht entweiht.
ח על אלו חייבין על זדונו כו': קתני חוץ ממטמא מקדש וקדשיו ממאי מפיק ליה הכי קתני חוץ ממטמא מקדש וקדשיו שאין מביא אשם תלוי
8 W<small>EGEN DIESER MACHT MAN SICH BEI</small> V<small>ORSÄTZLICHKEIT SCHULDIG</small> &amp;<small>C</small>. Er lehrt, ausgenommen ist die Verunreinigung des Heiligtums und des Geheiligten; wovon ausgenommen? – Er meint es wie folgt: ausgenommen ist die Verunreinigung des Heiligtums und des Geheiligten, derentwegen kein Schwebe-Schuldopfer darzubringen ist. –
ט וניתני נמי חוץ ממי שעבר עליו יום הכיפורים שאין מביא אשם תלוי אמר ר"ל כי קתני היכא דאיתיה לחטאת ורחמנא פטריה עבר עליו יום הכיפורים ליתיה לחטאת דקא כפר ליה
9 Sollte er auch lehren: ausgenommen ist der Fall, wenn der Versöhnungstag vorüber ist, daß dann kein Schwebe-Schuldopfer darzubringen ist!? Reš Laqiš erwiderte: Er lehrt Fälle, wo eine Sünde vorhanden ist, der Allbarmherzige ihn aber befreit hat, wenn aber der Versöhnungstag vorüber ist, ist ja überhaupt keine Sünde mehr vorhanden, da sie ihm vergeben worden ist.
י ר' יוחנן אמר במבעט דקאמר אין יום הכפורים מכפר דאי הדר ביה בתר יום הכיפורים בעי לאיתויי אשם תלוי ור"ל סבר מבעט נמי מכפר עליה יום הכיפורים
10 R. Joḥanan erwiderte: Wenn er es ausschlägt, wenn er sagt, der Versöhnungstag sühne nicht; tat er nach dem Versöhnungstage Buße, so hat er ein Schwebe-Schuldopfer darzubringen. Reš Laqiš aber ist der Ansicht, der Versöhnungstag sühne auch dem, der es ausschlägt.
יא ובפלוגתא האומר לא יתכפר לי חטאתי אביי אמר אינה מכפרת רבא אמר מכפרת היכא דאמר לא תיקרב דכולי עלמא לא פליגי דלא מכפרת דכתיב יקריב אותו לרצונו כי פליגי דאמר תיקרב ולא תכפר אביי אמר אין מכפרת דהא אמר לא תכפר רבא אמר מכפרת כיון דאמר תיקרב כפרה ממילא אתי
11 Sie führen folgenden Streit. Wenn jemand sagt, er wolle keine Sühne durch sein Sündopfer, so schafft es ihm, wie Abajje sagt, keine Sühne; Raba sagt, es schaffe ihm Sühne. In dem Falle, wenn er sagt, es solle nicht dargebracht werden, stimmen alle überein, daß es ihm keine Sühne schaffe, denn es heißt:<i>er bringe es dar, willig</i>, sie streiten nur über den Fall, wenn er sagt, es solle dargebracht werden, jedoch nicht sühnen. Abajje sagt, es sühne nicht, denn er sagte ja, es solle nicht sühnen, und Raba sagt, es sühne wohl, denn sobald er sagt, daß es dargebracht werden solle, kommt die Sühne von selbst.
יב והדר ביה רבא כדתניא יכול יהא יום הכיפורים מכפר על שבין ועל שאין שבין ודין הוא ומה חטאת ואשם מכפרין ויוה"כ מכפר מה חטאת ואשם אין מכפרין אלא על השבין אף יוה"כ אין מכפר אלא על השבין
12 Raba ist aber davon abgekommen, denn es wird gelehrt: Man könnte glauben, der Versöhnungstag sühne denjenigen, die Buße tun, als auch denjenigen, die keine Buße tun, und zwar wäre dies aus einem Schluß zu folgern: Sündopfer und Schuldopfer schaffen Sühne und der Versöhnungstag schafft Sühne, wie nun Sündopfer und Schuldopfer nur denjenigen Sühne schaffen, die Buße tun, ebenso schafft auch der Versöhnungslag nur denjenigen Sühne, die Buße tun.
יג לא אם אמרת בחטאת ואשם שאין מכפרין על המזיד כשוגג תאמר ביוה"כ שמכפר על המזיד כשוגג והואיל ומכפר על המזיד כשוגג מכפר על שבין ועל שאין שבין ת"ל (ויקרא כג, כז) אך חלק
13 Aber nein, wenn dies von Sündopfer und Schuldopfer gilt, die nicht bei Vorsätzlichkeit wie bei Unvorsätzlichkeit Sühne schaffen, sollte dies auch vom Versöhnungstage gelten, der bei Vorsätzlichkeit wie bei Unvorsätzlichkeit Sühne schafft? Da er nun bei Vorsätzlichkeit wie bei Unvorsätzlichkeit Sühne schafft, [so könnte man glauben,] er schaffe Sühne sowohl denjenigen, die Buße tun, als auch denjenigen, die keine Buße tun, so heißt es<i>nur</i>, teilend.
יד מאי שבין ושאין שבין אלימא שבין שוגג לא שבין מזיד הא קתני לא אם אמרת בחטאת ואשם כו'
14 Was heißt Buße getan und was heißt keine Buße getan: wollte man sagen, Buße getan heiße, wenn unvorsätzlich, und keine Buße getan, wenn vorsätzlich, so lehrt er ja: aber nein, wenn dies von Sündopfer und Schuldopfer gilt &amp;c.!?
טו אלא כי הא דעולא א"ר יוחנן אכל חלב והפריש קרבן והמיר דתו וחזר בו הואיל ונדחה ידחה
15 Wenn etwa nach der Lehre U͑las im Namen des R. Joḥanan, wenn jemand Talg gegessen und dieserhalb ein Opfer reserviert hat, dann abtrünnig wurde und sich darauf bekehrt hat, [das Opfer], da es verdrängt wordenwar, vollständig verdrängt sei,
טז נהי דאידחי קרבן גברא בר כפרה הוא אלא שבין דאמר יכפר עלי חטאתי שאין שבין דאמר לא תכפר עלי חטאתי ש"מ
16 so ist allerdings das Opfer verdrängt worden, die Person aber ist ja für die Sühne geeignet!? Vielmehr heißt Buße getan, wenn er sagt, sein Sündopfer solle ihm Sühne schaffen, und nicht Buße getan heißt, wenn er sagt, sein Sündopfer solle ihm keine Sühne schaffen. Schließe hieraus. –
יז ורמינהי יכול לא יהא יום הכפורים מכפר אלא על שנתענה בו ולא עשה בו מלאכה וקראו מקרא קודש לא נתענה בו ועשה בו מלאכה ולא קראו מקרא קודש יכול לא יהא יום כיפורים מכפר ת"ל (ויקרא כג, כז) יוה"כ הוא מ"מ ותרוייהו סתם סיפרא הוא קשיין אהדדי
17 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Man könnte glauben, der Versöhnungslag schaffe Sühne nur dann, wenn man sich an ihm kasteiet, keine Arbeit verrichtet und ihn heilige Festberufunggenannt hat, wenn man sich an ihm nicht kasteiet, Arbeit verrichtet und ihn nicht heilige Festberufung genannt hat, schaffe der Versöhnungstag keine Sühne, so heißt es:<i>er ist ein Tag der Sühne</i>, in jedem Falle. Beide sind ja anonyme Lehren im Siphra, und sie widersprechen einander!?
יח אמר אביי לא קשיא הא רבי אליבא דרבי יהודה הא רבי אליבא דידיה דתניא רבי אומר כל עבירות שבתורה בין עשה תשובה ובין לא עשה תשובה יוה"כ מכפר
18 Abajje erwiderte: Das ist kein Widerspruch, eine ist von Rabbi nach R. Jehuda und eine ist von Rabbi nach seiner eigenen Ansicht. Es wird nämlich gelehrt: Rabbi sagte: Der Versöhnungstag sühnt alle in der Tora genannten Sünden, einerlei ob man Buße getan hat oder keine Buße getan hat,
יט חוץ מפורק עול ומגלה פנים בתורה ומפר ברית בשר שאם עשה תשובה יוה"כ מכפר ואם לאו אין יוה"כ מכפר
19 außer wenn jemand das Jochabwirft, das Gesetz falsch deutet, oder das Bündnis des Fleischesbricht; hat er Buße getan, so sühnt es der Versöhnungstag, wenn aber nicht, so sühnt es der Versöhnungstag nicht.
כ רבא אמר הא והא רבי אליבא דנפשיה ומודה רבי בעבירות דיוה"כ גופיה דלא מכפר דאי לא תימא הכי כרת דיוה"כ לרבי כיון דבכל שעתא ושעתא מכפר היכי משכחת לה
20 Raba erwiderte: Beide sind von Rabbi nach seiner eigenen Ansicht, denn Rabbi pflichtet bei, daß er die den Versöhnungstag selbst betreffenden Sünden nicht sühne. Wie könnte, wenn du nicht so sagen wolltest, nach Rabbi die Ausrottung [wegen Entweihung] des Versöhnungstages Vorkommen, wo er doch fortwährend Sühne schafft!? –
כא ומאי קושיא דילמא דעבד עבידתא כולי ליליא ובהדי עמוד השחר מית דלא הוה יממא דלכפר ליה תינח כרת דליליא כרת דיממא היכי משכחת לה
21 Was ist dies für ein Einwand, vielleicht in dem Falle, wenn jemand die ganze NachtArbeit verrichtet hat und beim Morgengrauen gestorben ist; der Tag war noch nicht herangekommen, um ihm Sühne zu schaffen!? – Allerdings die Ausrottung wegen der Nacht, wieso aber kann die Ausrottung wegen des Tages vorkommen!? –
כב ומאי קושיא דילמא בהדי דקאכל נהמא חנקתיה אומצא ומית דלא הוה ליה שהות ביממא דלכפר ליה אי נמי דעבד עבידתיה סמוך לשקיעת החמה אי נמי בהדי דעביד עבידתיה פסקיה מרא לשקיה ומית דלא הוה ליה שהות ביממא דלכפר ליה:
22 Was ist dies für ein Einwand, vielleicht in dem Falle, wenn jemand beim Essen einer Fleischschnitte erstickt ist, sodaß vom Tage keine Zeit blieb, ihm Sühne zu schaffen. Oder auch, wenn jemand unmittelbar vor Sonnenuntergang Arbeit verrichtet hat. Oder auch, wenn einem bei der Arbeit die Axt den Schenkel abgehauen hat und er gestorben ist, sodaß vom Tage keine Zeit blieb, ihm Sühne zu schaffen.
כג וחכמים אומרים אף המגדף כו': מאי אף המגדף שאין בו מעשה
23 D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN, AUCH DER</small> G<small>OTTESLÄSTERER</small> &amp;<small>C</small>. Worauf beziehen sich [die Worte:] auch der Gotteslästerer, der keine Tätigkeit ausübt? –
כד רבנן שמעו לר' עקיבא דתני בעל אוב ולא תני ידעוני אמרו ליה מאי שנא דלא מייתי קרבן משום דלית ביה מעשה מגדף נמי לית ביה מעשה
24 Die Rabbanan hörten R. A͑qiba es vom Totenbeschwörer und nicht vom Wahrsager lehren, da sprachen sie zu ihm: Dieser bringt wohl deshalb kein Opfer, weil er keine Tätigkeit ausübt, und auch der Gotteslästerer übt keine Tätigkeit aus.
כה ת"ר מגדף מביא קרבן הואיל ונאמר בו כרת דברי ר"ע ואומר (ויקרא כד, טו) ונשא חטאו וכללא הוא כל היכא דכתיב ביה כרת מייתי קרבן והא פסח ומילה דכתיב בהו כרת ולא מייתי קרבן
25 Die Rabbanan lehrten: Der Gotteslästerer bringe ein Opfer dar, weil dabei die Ausrottung genannt wird – so R. A͑qiba. Ferner heißt es:<i>er wird seine Sünde tragen</i>. – Ist es denn eine stichhaltige Regel, daß wegen all dessen, wobei die Ausrottung genannt wird, ein Opfer darzubringen ist, auch beim Pesaḥopfer und bei der Beschneidung wird ja die Ausrottung genannt, und dieserhalb ist kein Opfer darzubringen!? –