Keritot 5

Kapitel 5

א לאחותו שהיא בת אביו ובת אמו לומר שאין עונשין מן הדין
1 Dieses ist nötig wegen einer Schwester, die die Tochter seines Vaters und die Tochter seiner Mutter ist, und dies besagt, daß man nicht eine Bestrafung durch einen Schlußfolgere. –
ב ור' יצחק סבר עונשין מן הדין ואיבעית אימא יליף עונש מאזהרה
2 Und R. Jiçḥaq!? – Er ist der Ansicht, man folgere eine Bestrafung durch einen Schluß. Wenn du aber willst, sage ich: er folgert die Bestrafung vom Verbote.
ג א"ר אלעזר א"ר הושעיא כל מקום שאתה מוצא ב' לאוין וכרת אחד חלק חטאת ביניהן ומאי היא מפטם וסך דכתיב (שמות ל, לב) על בשר אדם לא ייסך ובמתכונתו וגו' כרת אחד דכתיב (שמות ל, לג) אשר ירקח כמוהו ואשר יתן ממנו על זר ונכרת מעמיו
3 R. Elea͑zar sagte im Namen R. Hoša͑jas: Wenn du irgendwo zwei Verbote und eine Ausrottung findest, so sind sie hinsichtlich des Sündopfers zu teilen. – Was ist dies? – Wenn jemand das Salböl mengt und sich damit salbt. Es heißt:<i>auf keines Menschen Leib darf es gegossen werden und in seinem Verhältnisse</i><i>&amp;c</i>. Die Ausrottung einmal, denn es heißt:<i>wer dergleichen mischt, wer davon auf einen Gemeinen tut, werde ausgerottet aus seinen Stammesgenossen</i>. –
ד וכי מאחר דלאוין מוחלקים כרת דאחותו דכתב רחמנא ל"ל
4 Wozu braucht, wenn die Verbote zu teilen sind, der Allbarmherzige die Ausrottung wegen seiner Schwesterzu schreiben!? –
ה לר"י כדאית ליה לרבנן מיבעיא להו לומר שאין עונשין מן הדין לר' יצחק מפיק ליה לחייב על אחותו שהיא אחות אביו ושהיא אחות אמו
5 Nach den Rabbanan ist dies nötig, um zu lehren, daß man nicht eine Bestrafung durch einen Schluß folgere, und nach R. Jiçḥaq ist daraus zu entnehmen, daß man schuldig sei wegen einer Schwester, die die Schwester seines Vaters und die Schwester seiner Mutter ist. –
ו ורבנן דנפקא להון מן אחותו דרישא ור' יצחק סבר אחותו דרישא אורחיה דקרא היא ומפיק לחלק מאחותו דסיפיה דקרא לחלק על אחותו שהיא אחות אביו ושהיא אחות אמו
6 Und die Rabbanan!? – Sie entnehmen es aus [dem Worte] <i>Schwester</i> im ersteren [Schriftverse]. – Und R. Jiçḥaq!? – Er ist der Ansicht, im vorangehenden gehört [das Wort] <i>Schwester</i> zur Konstruktion des Schriftverses, und die Teilung entnimmt er aus [dem Worte] <i>Schwester</i> im letzteren Schriftverse, daß [die Verbote] zu teilen sind in dem Falle, wenn es eine Schwester ist, die die Schwester seines Vaters und die Schwester seiner Mutter ist.
ז אמר רנב"י אף אנן נמי תנינא המפטם את השמן המפטם את הקטרת והסך בשמן המשחה
7 R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Auch wir haben demgemäß gelernt: Wer das Öl mengt, wer das Räucherwerk mengt, und wer sich mit dem Salböl salbt.
ח ל"ל דתניא המפטם את הקטרת במיצעא לאו הא קמ"ל מה קטרת לאו בפני עצמו וחייבים עליה כרת בפני עצמו אף מפטם שמן וסך נמי כיון דלאו בפני עצמו חייבים עליו בפני עצמה
8 Wozu lehrt er in der Mitte vom Mengen des Räucherwerkes? Wahrscheinlich lehrt er uns folgendes: wie [das Mengen] des Räucherwerkes ein gesondertes Verbot ist und man dieserhalb der Ausrottung besonders schuldig ist, ebenso ist man wegen des Mengens des Öls und des Salbens, da sie gesonderte Verbote sind, auch besonders schuldig.
ט וכ"ת דקא בעי למיתנא פיטומין בהדי הדדי ניתנהו איפוך המפטם את הקטרת והמפטם את השמן והסך שמן המשחה אמאי פלגיה לשמן לאו הא קמשמע לן דיש חילוק חטאות ביניהן ש"מ:
9 Wolltest du sagen, weil er von den Mengungen nebeneinander lehren will, so sollte er doch umgekehrt lehren: wer das Räucherwerk mengt, wer das Salböl mengt und wer sich mit dem Salböl schmiert. Wenn er aber [die Fälle] vom Öl teilt, so lehrt er uns damit, daß sie hinsichtlich der Sündopfer zu teilen sind. Schließe hieraus.
י הבא על הזכור: תנא במאי קא חשיב
10 W<small>EU EINEN</small> M<small>ANN BESCHLÄFT</small>.
יא אי בגברי דל האשה הנרבעת ובצרא לה חדא אי בנשי קחשיב דל מינהון הבא על הזכור ועל הבהמה ובצרי להו תרתי
11 Von wemspricht der Autor: wenn von Männern, so ist ja die bestiale Beschlafung eines Weibes abzuziehen, und es ist eines weniger, und spricht er von Weibern, so sind ja die Beschlafung eines Mannes und eines Tieres abzuziehen, und es sind zwei weniger!?
יב א"ר יוחנן לעולם תנא גברי קחשיב ותני הכי הבא על הזכור והביא זכור עליו ור' ישמעאל היא דאמרחייב שתים
12 R. Joḥanan erwiderte: Tatsächlich spricht der Autor von Männern, nur lese man wie folgt: wer einen Mann beschläft und sich von einem Manne beschlafen läßt. Dies nach R. Jišma͑él, welcher sagt, man sei dieserhalb zweimal schuldig. –
יג והא מדקתני מגדף בסיפיה ומוקמינן לה כר"ע רישא נמי ר' עקיבא
13 Wenn er aber im Schlußsätze vom Gotteslästerer lehrt, und wir esR. A͑qiba addizieren, so ist ja auch der Anfangsatz nach R. A͑qiba!?
יד וכ"ת ר"ע היא וברישא סבר לה כר' ישמעאל והאמר ר' אבהו הבא על הזכור והביא זכור עליו לר' ישמעאל דמפיק ליה מתרתי קראי (ויקרא יח, כב) מואת זכר לא תשכב (דברים כג, יח) ומולא יהיה קדש מבני ישראל חייב שתים
14 Wolltest du erwidern, nach R. A͑qiba, nur sei er im [Falle des] Anfangsatzes der Ansicht R. Jišma͑éls, so sagte ja R. Abahu: Wer einen Mann beschläft und sich von einem Manne beschlafen läßt, ist nach R. Jišma͑él zweimal schuldig, denn er entnimmt dies aus zwei Schriftversen:<i>mit einem Manne sollst du nicht liegen</i>, und: <i>es soll kein Lustbube von den Söhnen Jisraéls sein</i>,
טו לר"ע אינו חייב אלא אחת דמחד קרא נפיק ליה את זכר לא תשכב קרי ביה לא תשכיב
15 und nach R. A͑qiba nur einmal schuldig, denn er entnimmt dies aus einem Schriftverse: <i>mit einem Manne sollst du nicht liegen</i>, und man lese: nicht belegen lassen!? –
טז אלא רישא ר' ישמעאל ובמגדף סבר לה כר"ע אי הכי ניתני נמי הבא על הבהמה והביא בהמה עליו
16 Vielmehr, der Anfangsatz nach R. Jišma͑él, nur ist er hinsichtlich des Gotteslästerers der Ansicht R. A͑qibas. Demnach sollte er auch lehren: wer ein Vieh beschläft und sich von einem Vieh beschlafen läßt!? –
יז הא אמר אביי הבא על הבהמה והביא בהמה עליו אף לר' ישמעאל אינו חייב אלא אחת דכי כתיב קרא בגברי כתיב
17 Abajje sagte ja: Wer ein Vieh beschläft und sich von einem Vieh beschlafen läßt, ist auch nach R. Jišma͑él nur einmal schuldig, denn die Schrift spricht nur von Männern.
יח ר"א משמיה דרב אמר תנא תני שלשים ושלש חטאות ותני שלש כריתות לסיומינהו בכריתות
18 R. Elie͑zer erklärte im Namen Rabhs: Der Autorlehrt von dreiunddreißig Sündopfern, und zur Ergänzung der Ausrottungssünden nennt er noch dreiAusrottungsfälle.
יט דקתני סיפא פסח ומילה במצות עשה פסח ומילה אמאי קתני להו
19 Im Schlußsatze lehrt er nämlich: wer das Gebot des Pesaḥopfers und der Beschneidung übertritt.
כ ואיתימא לאיתויי קרבן עליהון מי מייתי והתני' הוקשה כל התורה כולה לעבודת כוכבים דכתיב (במדבר טו, כט) תורה אחת יהיה לכם לעושה בשגגה והנפש אשר תעשה ביד רמה
20 Wozu lehrt er es vom Pesaḥopfer und von der Beschneidung: wenn etwa, daß dieserhalb ein Opfer darzubringen sei, so ist ja keines darzubringen, denn es wird gelehrt, die ganze Tora werde mit dem Gesetze vom Götzendienste verglichen, denn es heißt:<i>ein Gesetz gelte euch für den, der versehentlich tut, die Person aber die mit erhobener Hand tut</i>,
כא מה עבודת כוכבים שב ואל תעשה אף כל שב ואל תעשה
21 wie der Götzendienst eine zu unterlassende Handlung ist, ebenso wegen aller anderen zu unterlassenden Handlungen.
כב אלא לאו ש"מ תנא שלשים ושלש חטאות מאן דעבדי בשוגג והדר תנא שלש כריתות לסיומינהו לכריתות ש"מ:
22 Hieraus ist also zu entnehmen, daß er von dreiunddreißig Sündopfernspricht, (wenn versehentlich begangen,) und zur Ergänzung der Ausrottungssünden noch drei Ausrottungsfälle nennt. Schließe hieraus.
כג המחלל את השבת: אמרי שבת מ' חסר אחת הוויין א"ר יוחנן תנא שגגת שבת וזדון מלאכות דלא מחייב אלא חדא
23 W<small>EH DEN</small> Š<small>ABBATH ENTWEIHT</small>. Ich will dir sagen, beim Šabbath sind es ja vierzig [Arbeiten]weniger eine!? R. Joḥanan erwiderte: Er lehrt vom Falle der Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Šabbaths und der Vorsätzlichkeit hinsichtlich der Arbeiten, dessentwegen man nur einmal schuldig ist.
כד דתניא הנה שהיא אחת שגגת שבת וזדון מלאכות
24 Es wird nämlich gelehrt:<i>[Von] diesen</i>, eines, nämlich bei Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Šabbaths und Vorsätzlichkeit hinsichtlich der Arbeiten. –
כה וניתני זדון שבת ושגגת מלאכות דמחייב מ' חסר אחת
25 Sollte er doch vom Falle der Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Šabbaths und der Unvorsätzlichkeit hinsichtlich der Arbeiterlehren, dessentwegen man vierzig weniger einesschuldig ist!?
כו דתניא (ויקרא ד, ב) ועשה מאחת מהנה פעמים שחייב אחת על כולן ופעמים שחייב על כל אחת ואחת דתניא אחת שהיא הנה זדון שבת ושגגת מלאכות
26 Es wird nämlich gelehrt:<i>Und er eines</i><i>von diesen tut</i>; zuweilen ist man ein [Opfer] wegen aller [Arbeiten] schuldig, und zuweilen ist man wegen jeder besonders schuldig. Und es wird gelehrt: <i>Eines, von diesen</i>, nämlich bei Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Šabbaths und Unvorsätzlichkeit hinsichtlich der Arbeiten. –
כז תנא שגגת שבת וזדון מלאכות עדיפא ליה דמחטאת מיהא לא מיפטר
27 Der Autor bevorzugt den Fall der Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Šabbaths und der Vorsätzlichkeit hinsichtlich der Arbeiten, denn er ist trotzdemvom Sündopfer nicht befreit.
כח וכן אתה מוצא גבי עבודת כוכבים דקתני שגגת עבודת כוכבים וזדון עבודות
28 Dasselbe findest du auch beim Götzendienste, wobei er von einem Falle der Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Götzen und der Vorsätzlichkeit hinsichtlich des Dienstes lehrt. –
כט שגגת עבודת כוכבים היכי דמי אילימא דעמד בבית עבודת כוכבים וסבר בית הכנסת היא והשתחוה הרי לבו לשמים
29 In welchem Falle kann es bei Unvorsätzlichkeit hinsichtlich des Götzen Vorkommen: wollte man sagen, wenn jemand in einem Götzentempel steht und im Glauben, es sei ein Bethaus, da anbetet, so hat er ja sein Herz zum Himmelgerichtet;
ל ואלא דחזא אנדרטא וסגיד לה אי דקבליה עליה באלוה בר סקילה הוא ואי דלא קבליה באלוה לאו מידי הוא
30 wenn jemand eine Fürstenbüste sieht und davor niederkniet, so ist ja, wenn er sie als Gott anerkennt, er zu steinigen, und wenn er sie nicht als Gott anerkennt, dies überhaupt nichts;
לא אלא מאהבה ומיראה
31 wenn aus Liebe oder Furcht,
לב הניחא לאביי דאמר חייב אלא לרבא דאמר פטור מאי איכא למימר
32 so ist dies allerdings zutreffend nach Abajje, welcher sagt, er sei schuldig, wie ist es aber nach Raba zu erklären, welcher sagt, er sei frei!? –