Ketubot 100

Kapitel 100

א יתיב רב יוסף קמיה דרב המנונא ויתיב רב המנונא וקאמר כשם שאין הבנים יורשין אלא מן הקרקע כך אין הבנות ניזונות אלא מן הקרקע אווש עליה כולי עלמא דשביק ארעא הוא דירתי ליה בניה דלא שביק ארעא לא ירתי ליה בניה
1 R. Joseph saß vor R. Hamnuna, und R. Hamnuna saß und trug vor: Wie die Söhne nur vom Grundbesitze erben, ebenso werden die Töchter nur vom Grundbesitze ernährt. Da begannen alle über ihn zu lärmen: nur den, der Grundbesitz hinterläßt, beerben seine Söhne, und den, der keinen Grundbesitz hinterläßt, beerben seine Söhne nicht!? Hierauf sprach
ב אמר ליה רב יוסף ודלמא כתובת בנין דכרין קאמר מר אמר ליה מר דגברא רבא הוא ידע מאי קאמינא
2 R. Joseph zu ihm: Vielleicht meint der Meister die den männlichen Kindernzu fallende Morgengabe. Jener erwiderte: Der Meister ist ein bedeutender Mann und versteht, was ich meine.
ג אמר רבי חייא בר יוסף רב זן מחיטי דעלייה איבעיא להו פרנסה הויא ומאי עלייה מעילוייא דאב וכדשמואל דאמר שמואל לפרנסה שמין באב
3 R. Ḥija b. Joseph sagte: Rabh ließ Töchter ernähren vom Weizenauf dem Söller. Sie fragten: Handelte es sich um eine Versorgung, und unter Söller ist die Schätzungdes Vaters zu verstehen, nach Šemuél, welcher sagte, bei der Versorgung schätze man [den Willen] des Vaters,
ד או דלמא מזוני ממש הוה ומאי עלייה מדברים טובים שנאמרו בעלייה דאמר רב יצחק בר יוסף בעלייה התקינו שיהו בנות ניזונות מן המטלטלין
4 oder handelte es sich um die wirkliche Ernährung, und unter Söller ist zu verstehen, nach jenen schönen Worten, die im Söller gesprochen wurden? R. Jiçḥaq b. Joseph sagte nämlich: Im Söller ordnete man an, die Töchter auch von beweglichen Gütern zu ernähren. –
ה תא שמע בידיה דרבי בנאי אחוה דרבי חייא בר אבא הוו מטלטלין דיתמי אתו לקמיה דשמואל א"ל זיל זון
5 Komm und höre: Im Besitze des R. Benaj, des Bruders des R. Ḥija b. Abba, befanden sich Waisen gehörige bewegliche Güter, und als sie vor Šemuél kamen, sprach er zu ihm: Geh und ernähre sie[davon].
ו מאי לאו למזוני וכדרב יצחק בר יוסף סבירא ליה לא התם לפרנסה הואי ושמואל לטעמיה דאמר שמואל לפרנסה שמין באב
6 Es handelte sich wohl um die Ernährung, und er war der Ansicht des R. Jiçḥaq b. Joseph. – Nein, da handelte es sich um die Versorgung, und Šemuél vertrat seine eigene Ansicht, denn Šemuél sagte, bei der Versorgung schätze man [den Willen] des Vaters.
ז הוה עובדא בנהרדעא ודון דייני דנהרדעא בפומבדיתא ואגבי רב חנא בר ביזנא אמר להו רב נחמן זילו אהדרו ואי לא מגבינא לכו לאפדנייכו מינייכו
7 Einst ereignete sich ein solcher Fall in Nehardea͑, und die Richter von Nehardea͑ entschieden demgemäß; ebenso in Pumbeditha, und R. Ḥana b. Bizna ließ einfordern. Da sprach R. Naḥman zu ihnen: Geht und widerruft es, sonst lasse ich euch eure Paläste wegnehmen.
ח רבי אמי ורבי אסי סבור למיזן ממטלטלי אמר להו רבי יעקב בר אידי מילתא דר' יוחנן ור"ל לא עבדו בה עובדא אתון עבדין בה עובדא
8 R. Ami und R. Asi wollten von beweglichen Gütern ernähren lassen, da sprach R. Ja͑qob b. Idi zu ihnen: Über einen Fall, über den R. Joḥanan und Reš Laqiš nicht entscheiden wollten, wollt ihr entscheiden!?
ט רבי אלעזר סבר למיזן ממטלטלין אמר לפניו רבי שמעון בן אליקים רבי יודע אני בך שאין מדת הדין אתה עושה אלא מדת רחמנות אלא שמא יראו התלמידים ויקבעו הלכה לדורות
9 R. Elea͑zar wollte von beweglichen Gütern ernähren lassen, da sprach R. Šimo͑n b. Eljaqim vor ihm: Meister, ich weiß zwar, daß du nicht aus Rechtlichkeit, sondern aus Mitleid so handelst, aber die Schüler könnten es sehen und so die Halakha für die Zukunft festsetzen.
י ההוא דאתא לקמיה דרב יוסף אמר להו הבו לה מתמרי דעל בודיא אמר ליה אביי אילו בעל חוב הוה כי האי גוונא מי הוה יהיב ליה מר
10 Einst kam jemand vor R. Joseph, da sprach er zu ihnen: Gebt ihr von den Datteln auf der Matte. Abajje sprach zu ihm: Würde denn der Meister solches selbst einem Gläubigerzusprechen!?
יא אמר ליה דחזייא לבודיא קאמינא
11 Dieser erwiderte: Ich meine solche, die für die Matte reifsind. –