Ketubot 99

Kapitel 99

א ועשיתינהו לזניה אי אמרת בשלמא לאו דינא משום הכי עשיינהו אלא אי אמרת דינא עשיינהו בעי
1 und ich zwang sie, ihn zu ernähren. Allerdings mußte er sie zwingen, wenn du sagst, rechtlich sei man dazu nicht verpflichtet, wozu aber brauchte er sie zu zwingen, wenn du sagst, man sei rechtlich dazu verpflichtet?
ב א"ר אילעא באושא התקינו המבזבז אל יבזבז יותר מחומש תניא נמי הכי המבזבז אל יבזבז יותר מחומש שמא יצטרך לבריות ומעשה באחד שבקש לבזבז [יותר מחומש] ולא הניח לו חבירו ומנו רבי ישבב ואמרי לה רבי ישבב ולא הניחו חבירו ומנו רבי עקיבא
2 R. Ilea͑ sagte: In Uša ordnete man an, wer verschwenderisch spendet, verschwende nicht mehr als ein Fünftel. Desgleichen wird gelehrt: Wer verschwenderisch spendet, verschwende nicht mehr als ein Fünftel, damit er nicht selber der Menschen bedürftig werde. Einst wollte jemand [mehr] verschwenden, da ließ ihn sein Genösse nicht. Das War R. Ješebab. Manche sagen, R. Ješebab wollte es, und sein Genösse ließ ihn nicht. Das war R. A͑qiba.
ג אמר רב נחמן ואיתימא רב אחא בר יעקב מאי קרא (בראשית כח, כב) וכל אשר תתן לי עשר אעשרנו לך
3 R. Naḥman, nach anderen R. Aḥa b. Ja͑qob, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:<i>alles, was du mir gibst, verzehnten</i><i>werde ich es dir</i>. –
ד והא לא דמי עישורא בתרא לעישורא קמא אמר רב אשי אעשרנו לבתרא כי קמא
4 Das zweite Zehntelgleicht ja nicht dem ersten Zehntel!? R. Aši erwiderte: <i>Verzehnten werde ich es,</i> das zweite gleich dem ersten.
ה אמר רב שימי בר אשי ושמועות הללו מתמעטות והולכות וסימניך קטנים כתבו ובזבזו
5 R. Šimi b. Aši sagte: Bei diesen Berichten nehmen [die Überlieferer]ab. Als Merkzeichen diene dir: Unmündige schrieben und verschwendeten.
ו אמר רב יצחק באושא התקינו שיהא אדם מתגלגל עם בנו עד שתים עשרה שנה מכאן ואילך יורד עמו לחייו איני והא אמר ליה רב לרב שמואל בר שילת בציר מבר שית לא תקביל בר שית קביל וספי ליה כתורא
6 R. Jiçḥaq sagte: In Uša ordnete man an, daß ein Mensch mit seinem Sohne bis zu seinem zwölften Lebensjahre Geduld habe, von da ab gehe er ihm ans Leben. – Dem ist ja aber nicht so, Rabh sagte ja zu R. Šemuélb. Šilath: Unter sechs Jahren nimm keinen auf, einen Sechsjährigen nimm auf und stopfe ihn wie einen Ochsen!? –
ז אין ספי ליה כתורא מיהו אינו יורד עמו לחייו עד לאחר שתים עשרה שנה ואב"א לא קשיא הא למקרא הא למשנה
7 Allerdings, man stopfe ihn wie einen Ochsen, aber erst mit zwölf Jahren gehe man ihm ans Leben. Wenn du aber willst, sage ich: das ist kein Einwand; das eine gilt von der Schriftund das andere von der Mišna.
ח דאמר אביי אמרה לי אם בר שית למקרא בר עשר למשנה בר תליסר לתעניתא מעת לעת ובתינוקת בת תריסר
8 Abajje sagte nämlich: Mutter sagte mir: Mit sechs [Jahren] zur Schrift, mit zehn zur Mišna, mit zwölf zum Fastenvon Stunde zur Stunde. [Letzteres gilt] von Mädchen.
ט אמר אביי אמרה לי אם האי בר שית דטרקא ליה עקרבא ביומא דמישלם שית לא חיי מאי אסותיה מררתא דדיה חיורתא בשיכרא נשפייה ונשקייה האי בר שתא דטריק ליה זיבורא ביומא דמישלם שתא לא חיי מאי אסותיה אצותא דדיקלא במיא נשפייה ונשקייה
9 Abajje sagte: Mutter sagte mir: Ein Sechsjähriger, den ein Skorpion gebissen hat am Tage, an dem er das sechste Lebensjahr vollendet, lebt nicht mehr. – Welches Mittel gibt es? – Die Galle eines weißen Storchesin Met; damit reibe man ihn ein und lasse ihn davon trinken. Ein Einjähriger, den eine Hornis gestochen hat am Tage, an dem er das Jahr vollendet, lebt nicht mehr. – Welches Mittel gibt es? – Die Schlingpflanze der Dattelpalme in Wasser; damit reibe man ihn ein und lasse ihn davon trinken.
י אמר רב קטינא כל המכניס את בנו פחות מבן שש רץ אחריו ואינו מגיעו איכא דאמרי חביריו רצין אחריו ואין מגיעין אותו ותרוייהו איתנהו חליש וגמיר איבעית אימא הא דכחיש הא דבריא
10 R. Qaṭṭina sagte: Wenn jemand seinen Sohn unter sechs Jahren in [die Schule] bringt, so läuft er hinter ihm her und erreichtihn nicht. Manche sagen: Seine Kameraden laufen hinter ihm her und erreichenihn nicht. Beides trifft zu: er ist schwächlich und gelehrt. Wenn du aber willst, sage ich: das eine gilt von einem schwächlichen und das andere von einem kräftigen.
יא אמר רבי יוסי בר חנינא באושא התקינו האשה שמכרה בנכסי מלוג בחיי בעלה ומתה הבעל מוציא מיד הלקוחות אשכחיה רב יצחק בר יוסף לר' אבהו דהוה קאי באוכלוסא דאושא אמר ליה מאן מרה דשמעתא דאושא אמר ליה רבי יוסי בר חנינא תנא מיניה ארבעין זימנין ודמי ליה כמאן דמנחא ליה בכיסתיה
11 R. Jose b. Ḥanina sagte: in Uša ordnete man an, daß, wenn eine Frau bei Lebzeiten ihres Ehemannes Nießbrauchgüterverkauft hat und gestorben ist, der Ehemann sie den Käufern abnehmen könne. R. Jiçḥaq b. Joseph traf R. Abahu in einer Volksmenge und fragte ihn, wer der Autor der Lehren von Uša sei. Dieser erwiderte: R. Jose b. Ḥanina. Er lernte es von ihm vierzigmal, und es kam ihm vor, als hätte er es im Beutel.
יב (תהלים קו, ג) אשרי שומרי משפט עושה צדקה בכל עת וכי אפשר לעשות צדקה בכל עת דרשו רבותינו שביבנה ואמרי לה רבי אליעזר זה הזן בניו ובנותיו כשהן קטנים רבי שמואל בר נחמני אמר זה המגדל יתום ויתומה בתוך ביתו ומשיאן
12 <i>Heil denen, die das Recht bewahren, dem, der jederzeit Mildtätigkeit übt</i>. Ist es denn möglich, jederzeit Mildtätigkeit zu üben? Dies erklärten unsere Meister in Jabne, manche sagen, R. Elie͑zer: Das ist, der seine unmündigen Söhne und Töchter ernährt. R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Das ist, der einen Waisenknaben oder ein Waisenmädchen in seinem Hause großzieht und sie verheiratet.
יג (תהלים קיב, ג) הון ועושר בביתו וצדקתו עומדת לעד רב הונא ורב חסדא חד אמר זה הלומד תורה ומלמדה וחד אמר זה הכותב תורה נביאים וכתובים ומשאילן לאחרים
13 <i>Fülle und Reichtum in seinem Hause, seine Mildtätigkeit besteht ewig.</i> R. Hona und R. Ḥisda [erklärten es,] einer sagt, der die Tora lernt und lehrt, und einer sagt, der die Tora, die Propheten und die Hagiographen schreibt und anderen leiht.
יד (תהלים קכח, ו) וראה בנים לבניך שלום על ישראל אמר רבי יהושע בן לוי כיון שבנים לבניך שלום על ישראל דלא אתי לידי חליצה ויבום רבי שמואל בר נחמני אמר כיון שבנים לבניך שלום על דייני ישראל דלא אתי לאינצויי:
14 <i>Und siehe Kinder von deinen Kindern, Friede über Jisraél</i>. R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Sobald deine Kinder Kinder haben, waltet Frieden über Jisraél, da es dann nicht zur Ḥaliça oder Schwagerehekommt. R. Šemuél b. Naḥmani sagte: Sobald deine Kinder Kinder haben, waltet Frieden für die Richter in Jisraél, da es nicht zu Streitigkeitenkommt.
טו זה מדרש דרש ר"א לפני חכמים כו':
15 F<small>OLGENDE</small> L<small>EHRE TRUG</small> R. E<small>LEA͑ZAR DEN</small> W<small>EISEN VOR</small> &amp;<small>C.</small>