Ketubot 104

Kapitel 104

א אין פודין את השבויין יותר על כדי דמיהם מפני תקון העולם הא בכדי דמיהן פודין אע"ג דפרקונה יותר על כתובתה
1 man kaufe Gefangene nicht über ihren Wert los, als vorsorgendeInstitution. Demnach muß er sie um (den Betrag ihres Wertes loskaufen, auch wenn das Lösegeld die Morgengabe übersteigt,
ב ורמינהי נשבית והיו מבקשין ממנו עד עשרה בכתובתה פעם ראשונה פודה מכאן ואילך רצה פודה רצה אינו פודה ר"ש בן גמליאל אומר אם היה פרקונה כנגד כתובתה פודה אם לאו אינו פודה
2 und dem widersprechend wird gelehrt: Wenn sie gefangen wird und man von ihm das Zehnfache ihres Wertes verlangt, so muß er sie das erste Mal loskaufen, weiter aber kann er sie, wenn er will, loskaufen und wenn er will, nicht loskaufen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, wenn das Lösegeld ihrer Morgengabe entspricht, kaufe er sie los, wenn aber nicht, brauche er sie nicht loszukaufen!? –
ג רבן שמעון בן גמליאל תרי קולי אית ליה:
3 R. Šimo͑n b. Gamliél erleichtert zwiefach.
ד לקתה חייב לרפאותה: תנו רבנן אלמנה ניזונת מנכסי יתומין וצריכה רפואה הרי היא כמזונות רבן שמעון בן גמליאל אומר רפואה שיש לה קצבה נתרפאת מכתובתה שאין לה קצבה הרי היא כמזונות
4 W<small>IRD SIE VERLETZT, SO MUSS ER SIE HEILEN LASSEN.</small> – Die Rabbanan lehrten: Die Witwe ist vom Vermögen der Waisen zu ernähren, und benötigt sie der Heilung, so gleicht dies der Ernährung. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, die begrenzte Heilung sei von der Morgengabe zu bestreiten, die unbegrenzte gleiche der Ernährung.
ה אמר רבי יוחנן עשו הקזת דם בארץ ישראל כרפואה שאין לה קצבה קריביה דרבי יוחנן הוה להו איתת אבא דהות צריכה רפואה כל יומא אתו לקמיה דר' יוחנן אמר להו איזילו קוצו ליה מידי לרופא
5 R. Joḥanan sagte: Den Aderlaß haben sie im Jisraélland der unbegrenzten Heilung gleichgestellt. Verwandte R. Joḥanans hatten die Frau ihres Vaters [zu ernähren], die täglich der Heilung benötigte. Da kamen sie zu R. Joḥanan, und dieser sprach zu ihnen: Geht und vereinbart mit dem Arzte ein Fixum.
ו אמר רבי יוחנן עשינו עצמינו כעורכי הדיינין מעיקרא מאי סבר ולבסוף מאי סבר מעיקרא סבר (ישעיהו נח, ז) ומבשרך לא תתעלם ולבסוף סבר אדם חשוב שאני:
6 Hierauf sagte R. Joḥanan: Wir haben uns zu Anwältengemacht. – Was dachte er zuerst und was dachte er später? – Zuerst sagte er sich, [es heißt:]<i>und deinem Fleische entziehe dich</i><i>nicht,</i> später aber sagte er sich, anders verhält es sich bei einem angesehenen, Manne.
ז <big><strong>מתני׳</strong></big> לא כתב לה בנין דכרין דיהוו ליכי מינאי אינון ירתון כסף כתובתיך יתר על חולקהון דעם אחוהון חייב שהוא תנאי ב"ד בנן נוקבן דיהוין ליכי מינאי יהוין יתבן בביתי ומיתזנן מנכסי עד דתלקחון לגוברין חייב שהוא תנאי בית דין
7 <b>S</b><small>CHRIEB ER IHR NICHT</small>: <small>DIE MÄNNLICHEN</small> K<small>INDER, DIE DU VON MIR HABEN WIRST, SOLLEN AUSSER DEM</small> A<small>NTEILE, DEN SIE MIT IHREN</small> B<small>RÜDERN</small><small>ERHALTEN, DEN</small> B<small>ETRAG DEINER</small> M<small>ORGENGABE ERBEN, SO IST ER DENNOCH DAZU</small><small>VERPFLICHTET, WEIL DIES EINE GERICHTLICHE</small> B<small>ESTIMMUNG IST</small>. [S<small>CHRIEB ER IHR NICHT</small>:] <small>DIE WEIBLICHEN</small> K<small>INDER, DIE DU VON MIR HABEN WIRST, SOLLEN IN MEINEM</small> H<small>AUSE WEILEN UND VON MEINEM</small> V<small>ERMÖGEN ERNÄHRT WERDEN, BIS SIE</small> M<small>ÄNNER NEHMEN, SO IST ER DENNOCH DAZU VERPFLICHTET, WEIL DIES EINE GERICHTLICHE</small> B<small>ESTIMMUNG IST</small>.
ח את תהא יתבא בביתי ומיתזנא מנכסי כל ימי מיגר אלמנותיך בביתי חייב שהוא תנאי בית דין כך היו אנשי ירושלים כותבין אנשי גליל היו כותבין כאנשי ירושלים אנשי יהודה היו כותבין עד שירצו היורשין ליתן לך כתובתיך לפיכך אם רצו יורשין נותנין לה כתובתה ופוטרין אותה:
8 [S<small>CHRIEB ER IHR NICHT</small>:] <small>DU SOLLST IN MEINEM</small> H<small>AUSE WEILEN UND WÄHREND DER GANZEN</small> D<small>AUER DEINER</small> W<small>ITWENSCHAFT IN MEINEM</small> H<small>AUSE ERNÄHRT WERDEN, SO IST ER DENNOCH DAZU VERPFLICHTET, WEIL DIES EINE GERICHTLICHE</small> B<small>ESTIMMUNG IST. SO SCHRIEBEN DIE</small> L<small>EUTE IN</small> J<small>ERUŠALEM, UND WIE DIE</small> L<small>EUTE VON</small> J<small>ERUŠALEM, SCHRIEBEN AUCH DIE</small> L<small>EUTE IN</small> G<small>ALILÄA.</small> D<small>IE</small> L<small>EUTE VON</small> J<small>UDÄA SCHRIEBEN WIE FOLGT: BIS DIE</small> E<small>RBEN DIR DEINE</small> M<small>ORGENGABE AUSZAHLEN WOLLEN.</small> D<small>AHER KÖNNEN DIE</small> E<small>RBEN, WENN SIE WOLLEN, IHR IHRE</small> M<small>ORGENGABE AUSZAHLEN UND SIE ABFINDEN.</small>
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> אמר רבי יוחנן משום רבי שמעון בן יוחאי מפני מה התקינו כתובת בנין דכרין כדי שיקפוץ אדם ויכתוב לבתו כבנו
9 GEMARA. R. Joḥanan sagte im Namen des R. Šimo͑n b. Joḥaj: Sie haben die Morgengabe für die männlichen Kinder deshalb angeordnet, damit jeder angespornt werde, seine Tochter ebenso zu versorgen, wie seinen Sohn. –
י ומי איכא מידי דרחמנא אמר ברא לירות ברתא לא תירות ואתו רבנן ומתקני דתירות ברתא
10 Ist es denn möglich, daß, während der Allbarmherzige sagt, der Sohn erbe und die Tochtererbe nicht, die Rabbanan kommen und anordnen, auch die Tochtererbe!? –
יא הא נמי דאורייתא הוא דכתיב (ירמיהו כט, ו) קחו נשים והולידו בנים ובנות וקחו לבניכם נשים ואת בנותיכם תנו לאנשים בשלמא בנים בידיה קיימי אלא בנתיה מי קיימן בידיה
11 Auch dies erfolgt nach der Tora, denn es heißt:<i>nehmet Weiber und zeuget Söhne und Töchter und nehmet Weiber für eure Söhne und eure Töchter gebet Männern</i>, Allerdings liegt es hinsichtlich der Söhne in seiner Hand, aber liegt es denn hinsichtlich der Töchter in seinerHand!?
יב הא קא משמע לן דנלבשה וניכסה וניתיב לה מידי כי היכי דקפצי עלה ואתו נסבי לה ועד כמה אביי ורבא דאמרי תרוייהו עד לעישור נכסי
12 Vielmehr lehrt er uns folgendes: man kleide sie, hülle sie und gebe ihr etwas mit, damit [Leute] um sie werben und sie heiraten. – Bis wieviel? Abajje und Raba sagten beide, bis zu einem Zehntel des Vermögens. –
יג ואימא דאב לירות דבעל לא לירות אם כן אב נמי מימנע ולא כתב
13 Demnach sollten [die Söhne] nur das erben, was sie vom Vater erhält, nicht aber das, was vom Ehemanne!? – Wenn dem sowäre, würde der Vater unterlassen, ihr etwas zu verschreiben. –
יד ואימא היכא דכתב אב לכתוב בעל היכא דלא כתב אב לא לכתוב בעל לא פלוג רבנן
14 Demnach schreibe es der Ehemann nur dann, wenn der Vater ihr etwas verschreibt, wenn aber der Vater ihr nichts verschreibt, schreibe es der Ehemann nicht!? – Die Rabbanan unterschieden nicht. –
טו בת בין הבנים נמי תירות כנחלה שויוה רבנן
15 Sollte auch die Tochter unter den Söhnen erben!? – Die Rabbanan haben die Morgengabe der Erbschaft gleichgestellt. –
טז בת בין הבנות תירות לא פלוג רבנן ותיגבי ממטלטלי ככתובה שויוה רבנן
16 Sollte die Tochter unter den Töchternerben!? – Die Rabbanan unterschieden nicht. – Sollte sie es auch von beweglichen Güterneinfordern!? – Die Rabbanan haben es der Morgengabegleichgestellt. –
יז תטרוף ממשעבדי ירתון תנן ואימא אף על גב דליכא מותר דינר במקום דקא מיעקרא נחלה דאורייתא לא תקינו רבנן
17 Demnach sollte sie es auch von veräußerten Güterneinfordern!? – Es heißt: erben. – Vielleicht auch in dem Falle, wenn kein Denar Überschuß vorhanden ist!? – In einem Falle, wo dadurch das Erbschaftsgesetz der Tora aufgehoben werden würde, haben die Rabbanan dies nicht angeordnet.
יח רב פפא איעסק ליה לבריה בי אבא סוראה אזיל למיכתב לה כתובתה שמע יהודה בר מרימר נפק אתא איתחזי ליה כי מטו לפיתחא הוה קא מפטר מיניה אמר ליה ניעול מר בהדאי
18 R. Papa verheiratete seinen Sohn in das Haus des Abba aus Sura, und ging hin, um [der Braut] die Morgengabe schreiben zu lassen. Als Jehuda b. Meremar es hörte, ging er ihm entgegen und schloß sich ihm an, und als sie an die Tür herankamen, wollte er sich verabschieden. Da sprach jener: Trete doch der Meister mit mir ein.