Ketubot 129

Kapitel 129

א אין פוסקין יינות לאשה ואם תאמר (הושע ב, ז) אלכה אחרי מאהבי נותני לחמי ומימי צמרי ופשתי שמני ושקויי דברים שהאשה משתוקקת עליהן ומאי נינהו תכשיטין
1 man setze einer Frau keinen Wein aus. Wenn du aber erwiderst, [es heißt ja:]<i>ich will meinen Buhlen nachgehen, die mir mein Brot und mein Wasser, meine Wolle und meinen Flachs, mein Öl und mein Getränk geben</i>, so sind darunterDinge zu verstehen, nach denen die Frau gelüstet, das sind Schmucksachen.
ב דרש רבי יהודה איש כפר נביריא ואמרי לה איש כפר נפור חיל מנין שאין פוסקין יינות לאשה שנאמר (שמואל א א, ט) ותקם חנה אחרי אכלה בשילה ואחרי שתה שתה ולא שתת
2 R. Jehuda aus Kephar Naborja, manche sagen, aus Kephar Nabor Ḥajil, trug vor: Woher, daß man einer Frau keine Weine aussetze? Es heißt:<i>und Ḥanna stand auf nach ihrem Essen zu Šilo und nach (ihrem) Trinken</i>; er trank, sie trank nicht. –
ג אלא מעתה אכלה ולא אכל הכי נמי אנן מדשני קרא בדבוריה קאמרינן מכדי בגוה קא עסיק ואתי מאי טעמא שני ש"מ שתה ולא שתת
3 Demnach wäre auch auszulegen: ihrem Essen und nicht seinemEssen!? – Wir entnehmen dies daraus, daß die Schrift die Redewendung geändert hat. Merke, die Schrift spricht ja von ihr, weshalb denn die Änderung? Dies erkläre man: er trank, sie trank nicht.
ד מיתיבי רגילה נותנין לה רגילה שאני דאמר רב חיננא בר כהנא אמר שמואל רגילה נותנין לה כוס אחד שאינה רגילה נותנין לה שני כוסות
4 Man wandte ein: Ist sie daran gewöhnt, so gebe man ihr!? – Anders ist es, wenn sie daran gewöhnt ist. R. Ḥenana b. Kahana sagte nämlich im Namen Šemuéls: Ist sie daran gewöhnt, so gebe man ihr einen Becher, ist sie daran nicht gewöhnt, so gebe man ihr zwei Becher. –
ה מאי קאמר אמר אביי הכי קאמר רגילה בפני בעלה שני כוסות שלא בפני בעלה נותנין לה כוס אחד אינה רגילה בפני בעלה אלא כוס אחד שלא בפני בעלה אין נותנין לה כל עיקר
5 Wie ist dies zu verstehen? Abajje erwiderte: Er meint es wie folgt: war sie bei ihrem Manne zwei Becher [zu trinken] gewöhnt, so gebe man ihr in Abwesenheit ihres Mannes einen Becher, war sie bei ihrem Manne nur einen Becher [zu trinken] gewöhnt, so gebe man ihr in Abwesenheit ihres Mannes überhauptnicht.
ו ואי בעית אימא רגילה נותנין לה לציקי קדירה דא"ר אבהו א"ר יוחנן מעשה בכלתו של נקדימון בן גוריון שפסקו לה חכמים סאתים יין לציקי קדרה מערב שבת לע"ש אמרה להן כך תפסקו לבנותיכם תנא שומרת יבם היתה ולא ענו אחריה אמן
6 Wenn du aber willst, erkläre ich: wenn sie daran gewöhnt ist, so gebe man ihr, zum Würzen von Speisen. So erzählte R. Abahu im Namen R. Joḥanans: Für die Schwiegertochter des Nikodemon b. Gorjonsetzten die Weisen zwei Seá Wein von Freitag zu Freitag zum Würzen der Speisen aus. Da sprach siezu ihnen: Das mögt ihr euren Töchtern aussetzen! Es wird gelehrt: Sie war Anwärterin der Schwagerehe, deshalb sagten sie nicht: Amen.
ז תנא כוס אחד יפה לאשה שנים ניוול הוא שלשה תובעת בפה ארבעה אפילו חמור תובעת בשוק ואינה מקפדת אמר רבא לא שנו אלא שאין בעלה עמה אבל בעלה עמה לית לן בה
7 Es wird gelehrt: Ein Becher ist für eine Frau zuträglich, zwei sind unanständig, [trinkt sie] drei, so fordert sie mündlich auf, wenn vier, so fordert sie einen Esel auf der Straße auf, ohne daran Anstoß zu nehmen. Raba sagte: Dies nur, wenn ihr Mann nicht bei ihr ist, wenn aber ihr Mann bei ihr ist, ist nichts dabei. –
ח והא חנה דבעלה עמה הואי אכסנאי שאני דאמר רב הונא מנין לאכסנאי שאסור בתשמיש המטה שנאמר (שמואל א א, יט) וישכימו בבקר וישתחוו לפני ה' וישובו ויבאו אל ביתם הרמתה וידע אלקנה את חנה אשתו ויזכרה ה' השתא אין מעיקרא לא
8 Ḥanna hatte ja ihren Mann bei sich!? – Anders verhält es sich bei einem Logiergaste. R. Hona sagte nämlich: Woher, daß einem Logiergaste die Beiwohnung verboten ist? Es heißt:<i>sie machten sich morgens früh auf und bückten sich vor dem Herrn und kehrten zurück; und sie kamen heim nach Rama, da erkannte Elqana sein Weib Ḥanna, und der Herr gedachte ihrer</i>; dann wohl, vorher aber nicht.
ט חומא דביתהו דאביי אתאי לקמיה דרבא אמרה ליה פסוק לי מזוני פסק לה פסוק לי חמרא א"ל ידענא ביה בנחמני דלא הוה שתי חמרא אמרה ליה חיי דמר דהוי משקי ליה בשופרזי כי האי בהדי דקא מחויא ליה איגלי דרעא נפל נהורא בבי דינא
9 Ḥoma, die Frau Abajjes, kam zu Rabaund sprach zu ihm: Setze mir Kost aus. Er setzte sie ihr fest. – Setze mir Wein aus. Da sprach er zu ihr: Mir ist es von Naḥmanibekannt, daß er keinen Wein trank. Sie erwiderte: Beim Leben des Meisters, er gab ihn mir zu trinken in Humpen, wie dieser da. Als sie [mit der Hand] zeigte, wurde ihr Arm entblößt, und ein Licht fiel ins Lehrhaus.
י קם רבא על לביתיה תבעה לבת רב חסדא אמרה ליה בת רב חסדא מאן הוי האידנא בבי דינא אמר לה חומא דביתהו דאביי נפקא אבתרה מחתא לה בקולפי דשידא עד דאפקה לה מכולי מחוזא אמרה לה קטלת ליך תלתא ואתת למיקטל אחרינא
10 Da stand Raba auf, ging nach Hause und forderte die Tochter R. Ḥisdasauf. Da sprach die Tochter R. Ḥisdas zu ihm: Wer war soeben im Lehrhause? Er erwiderte ihr: Ḥoma, die Frau Abajjes. Da ging sie hinter ihr her und schlug sie mit dem Schlüssel einer Truhe, bis sie sie aus ganz Maḥoza jagte, indem sie zu ihr sprach: Du hast bereits drei getötetund willst noch einen anderen töten.
יא דביתהו דרב יוסף בריה דרבא אתאי לקמיה דרב נחמיה בריה דרב יוסף אמרה ליה פסוק לי מזוני פסק לה פסוק לי חמרא פסק לה אמר לה ידענא בהו בבני מחוזא דשתו חמרא
11 Die Frau R. Josephs, des Sohnes Rabas, kam zu R. Neḥemja, dem Sohne R. Josephs, und sprach zu ihm: Setze mir Kost aus. Er setzte sie ihr aus. – Setze mir Wein aus. Er setzte ihn ihr aus. Er sprach: Es ist mir von den Einwohnern von Maḥoza bekannt, daß sie Wein trinken.
יב דביתהו דרב יוסף בריה דרב מנשיא מדויל אתאי לקמיה דרב יוסף א"ל פסוק לי מזוני פסק לה פסוק לי חמרא פסק לה פסוק לי שיראי אמר לה שיראי למה אמרה ליה לך ולחברך ולחברורך:
12 Die Frau R. Josephs, Sohnes des R. Menasja aus Devil, kam zu R. Joseph und sprach zu ihm: Setze mir Kost aus. Er setzte sie ihr aus. – Setze mir Wein aus. Er setzte ihn ihr aus. – Setze mir Seidenzeug aus. Da sprach er zu ihr: Wozu Seidenzeug!? Sie erwiderte: Für dich, für deine Kollegen und für deine Gesellschaft.
יג ונותן לה מטה ומפץ וכו': מפץ ומחצלת למה לה דיהב לה אמר רב פפא באתרא דנהיגי דמלו פוריא בחבלי דמבגר לה
13 F<small>ERNER GEBE ER IHR EIN</small> B<small>ETT</small>, <small>EINE</small> M<small>ATRATZE</small> &amp;<small>C</small>. Wozu braucht er ihr Matratze und Matte zu geben? R. Papa erwiderte: In Orten, wo man das Bett mit Stricken zu bespannen pflegt, die drücken.
יד ת"ר אין נותנין לה כר וכסת משום ר' נתן אמרו נותנין לה כר וכסת היכי דמי אי דאורחה מאי טעמא דת"ק ואי דלאו אורחה מ"ט דרבי נתן
14 Die Rabbanan lehrten: Er braucht ihr nicht Kissen und Polster zu geben; im Namen R. Nathans sagten sie, er müsse ihr Kissen und Polster geben. In welchem Falle: ist sie daran gewöhnt, was ist der Grund des ersten Autors, und ist sie nicht daran gewöhnt, was ist der Grund R. Nathans? –
טו לא צריכא כגון דאורחיה דידיה ולאו אורחה דידה תנא קמא סבר אמר לה כי אזילנא שקילנא להו וכי אתינא מייתינא להו בהדאי ורבי נתן סבר אמרה ליה זימנין דמיתרמי בין השמשות ולא מצית מייתי להו ושקלת להו לדידי ומגנית לי על ארעא:
15 In dem Falle, wenn er daran gewöhnt ist, sie aber nicht; der erste Autor ist der Ansicht, er könne zu ihr sagen: wenn ich [von dir] gehe, nehme ich sie fort, und wenn ich [zu dir] komme, bringe ich sie mit; R. Nathan aber ist der Ansicht, sie könne zu ihm sagen: es kann vorkommen, daß es spät wird und du sie nicht mitbringen kannst, sodann nimmst du meine und läßt mich auf der Erde schlafen.
טז ונותן לה כפה: אמר ליה רב פפא לאביי
16 F<small>ERNER GEBE ER IHR EINE</small> H<small>AUBE</small>. R. Papa sprach zu Abajje: