Ketubot 130

Kapitel 130

א האי תנא שליח ערטלאי ורמי מסאני אמר ליה תנא במקום הרים קאי דלא סגיא בלא תלתא זוגי מסאני ואגב אורחיה קא משמע לן דניתבינהו ניהלה במועד כי היכי דניהוי לה שמחה בגוייהו:
1 Dieser Autor geht nackt mit Schuhenbekleidet! Dieser erwiderte: Der Autor spricht von einer gebirgigen Gegend, wo mindestens drei Paar Schuhe erforderlich sind, und nebenbei lehrt er uns, daß er sie ihr zu den Festen gebe, damit sie an ihnen Freude habe.
ב וכלים של חמשים זוז: אמר אביי חמשים זוזי פשיטי ממאי מדקתני במה דברים אמורים בעני שבישראל אבל במכובד הכל לפי כבודו ואי ס"ד חמשים זוז ממש עני חמשים זוז מנא ליה אלא ש"מ חמשים זוזי פשיטי:
2 F<small>ÜR FÜNFZIG</small> Z<small>UZ</small> K<small>LEIDER</small>. Abajje sagte: Fünfzig Zuz Scheidemünze. – Woher dies? – Er lehrt, dies gelte vom Ärmsten in Jisraél, ein Angesehener aber, alles seinem Stande entsprechend. Woher hat, wenn man sagen wollte, wirklich fünfzig Zuz, ein Armer fünfzig Zuz!? Vielmehr sind fünfzig Zuz Scheidemünze gemeint.
ג ואין נותנין לה לא חדשים וכו': ת"ר מותר מזונות לבעל מותר בלאות לאשה מותר בלאות לאשה למה לה אמר רחבה שמתכסה בהן בימי נדתה כדי שלא תתגנה על בעלה
3 E<small>R GEBE IHR NICHT NEUE</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Was von der Kostzurückbleibt, gehört dem Ehemanne, was von den abgetragenen Kleidern zurückbleibt, gehört der Frau. Wozu braucht die Frau die zurückbleibenden abgetragenen Kleider? Reḥaba erwiderte: Damit kleide sie sich während der Tage ihrer Menstruation, damit sie ihrem Manne nicht widerwärtig erscheine.
ד אמר אביי נקטינן מותר בלאות אלמנה ליורשיו התם הוא דלא תתגני באפיה הכא תתגני ותתגני:
4 Abajje sagte: Es ist uns überliefert, daß die zurückbleibenden abgetragenen Kleider einer Witweden Erben gehören. Sonst deshalb, damit sie ihm nicht widerwärtig erscheine, diese aber mag widerwärtig erscheinen.
ה נותן לה מעה כסף וכו': מאי אוכלת רב נחמן אמר אוכלת ממש רב אשי אמר תשמיש
5 F<small>ERNER GEBE ER IHR EINE</small> S<small>ILBERMAA͑</small> &amp;<small>C</small>. Was heißt ‘esse’? R. Naḥman erklärte: wirklich essen. R. Aši erklärte: beiwohnen. –
ו תנן אוכלת עמו לילי שבת בשלמא למ"ד אכילה היינו דקתני אוכלת אלא למאן דאמר תשמיש מאי אוכלת לישנא מעליא כדכתיב (משלי ל, כ) אכלה ומחתה פיה ואמרה לא פעלתי און
6 Wir haben gelernt: Auch esse sie bei ihm in der Nacht zum Šabbath. Erklärlich ist der Ausdruck ‘esse’ nach demjenigen, der ‘wirklich essen’ erklärt, wieso aber heißt es ‘esse’ nach demjenigen, der ‘beiwohnen’ erklärt? – Er gebraucht einen euphemistischen Ausdruck, wie es heißt:<i>sie aß und wischt sich den Mund und spricht: ich habe nichts Unrechtes getan</i>.
ז מיתיבי רשב"ג אומר אוכלת בלילי שבת ושבת בשלמא למ"ד אכילה היינו דקתני ושבת אלא למאן דאמר תשמיש תשמיש בשבת מי איכא והאמר רב הונא ישראל קדושים הן ואין משמשין מטותיהן ביום האמר רבא בבית אפל מותר:
7 Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, sie esse [bei ihm] in der Nacht zum Šabbath und am Šabbath. Allerdings am Šabbath nach demjenigen, der ‘wirklich essen’ erklärt, wieso aber nach demjenigen, der ‘beiwohnen’ erklärt, ist denn die Beiwohnung am Šabbath erlaubt, R. Hona sagte ja, die Jisraéliten seien Heilige und vollziehen die Beiwohnung nicht am Tage!? – Raba sagte, in einem finsteren Raume sei es erlaubt.
ח ואם היתה מניקה: דרש רבי עולא רבה אפיתחא דבי נשיאה אע"פ שאמרו אין אדם זן את בניו ובנותיו כשהן קטנים אבל זן קטני קטנים
8 I<small>ST SIE</small> S<small>ÄUGENDE</small> &amp;<small>C</small>. R. U͑la der Große trug an der Tür des Fürsten vor: Obgleich sie gesagt haben, niemand brauche seine minderjährigen Söhne und Töchter zu ernähren, so muß er sie dennoch ernähren, solange sie ganz klein sind. –
ט עד כמה עד בן שש כדרב אסי דאמר רב אסי קטן בן שש יוצא בעירוב אמו
9 Wie lange? – Bis zum sechsten Lebensjahre. Dies nach R. Asi, denn R. Asi sagte, für ein Kind von sechs Jahren genüge der E͑rub seiner Mutter. –
י ממאי מדקתני היתה מניקה פוחתין לה ממעשה ידיה ומוסיפין לה על מזונותיה מ"ט לאו משום דבעי למיכל בהדה ודלמא משום דחולה היא
10 Woher dies? – Er lehrt, daß, wenn sie Säugende ist, man ihre Händearbeit verringere und ihre Ernährung vermehre; doch wohl aus dem Grunde, weil [das Kind] mit ihr essen muß. – Vielleicht deshalb, weil sie als Kranke gilt!? –
יא אם כן ליתני אם היתה חולה מאי אם היתה מניקה ודלמא הא קא משמע לן דסתם מניקות חולות נינהו איתמר אמר רבי יהושע בן לוי מוסיפין לה יין שהיין יפה לחלב:
11 Wenn dem so wäre, sollte er lehren: ist sie krank, weshalb: ist sie Säugende? – Vielleicht lehrt er uns damit, daß Säugende gewöhnlich als Kranke gelten. Es wurde gelehrt: R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Man füge ihr Wein hinzu, weil Wein der Milch zuträglich ist.
יב <br><br><big><strong>הדרן עלך אף על פי</strong></big><br><br>
12 
יג מתני׳ <big><strong>מציאת</strong></big> האשה ומעשה ידיה לבעלה וירושתה הוא אוכל פירות בחייה בושתה ופגמה שלה
13 D<small>ER</small> F<small>UND EINER</small> F<small>RAU UND IHRE</small> H<small>ÄNDEARBEIT GEHÖREN IHREM</small> M<small>ANNE</small>; <small>VON IHRER</small> E<small>RBSCHAFT GEHÖRT IHM BEI IHREN</small> L<small>EBZEITEN DER</small> F<small>RUCHTGENUSS</small>; B<small>ESCHÄMUNG UND</small> M<small>INDERUNG</small> <small>GEHÖREN IHR</small>.
יד רבי יהודה בן בתירא אומר בזמן שבסתר לה שני חלקים ולו אחד ובזמן שבגלוי לו שני חלקים ולה אחד שלו ינתן מיד ושלה ילקח בהן קרקע והוא אוכל פירות:
14 R. J<small>EHUDA B</small>. B<small>ETHERA SAGT</small>, <small>WENN</small> <small>HEIMLICH</small>, <small>SO GEHÖREN ZWEI</small> T<small>EILE IHR UND EIN</small> T<small>EIL IHM</small>, <small>WENN ÖFFENTTLIGH</small>, <small>SO GEHÖREN ZWEI</small> T<small>EILE IHM UND EIN</small> T<small>EIL IHR</small>. S<small>EINES IST SOFORT AUSZUZAHLEN</small>, <small>FÜR IHRES ABER IST</small> G<small>RUNDBESITZ ZU KAUFEN</small>, <small>UND DER</small> F<small>RUCHTGENUSS GEHÖRT IHM</small>.
טו <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי קא משמע לן תנינא האב זכאי בבתו בקידושיה בכסף בשטר ובביאה זכאי במציאתה ובמעשה ידיה ובהפרת נדריה מקבל את גיטה ואינו אוכל פירות בחייה נישאת יתר עליו הבעל שהוא אוכל פירות בחייה
15 GEMARA. Was lehrt er uns damit, dies wurde ja bereits gelehrt: Der Vater hat Verfügungsrecht über seine Tochter inbetreff ihrer Antrauung durch Geld, Urkunde oder Beiwohnung, ferner hat er Anrecht auf ihren Fund, ihre Händearbeit und die Aufhebung ihrer Gelübde, auch nimmt er ihren Scheidebrief in Empfang, jedoch hat er bei ihren Lebzeiten kein Nießbrauchsrecht. Hat sie sich verheiratet, so ist ihm der Ehemann überlegen, indem er bei ihren Lebzeiten Nießbrauchsrecht hat!? –
טז בושתה ופגמה איצטריכא ליה פלוגתא דרבי יהודה בן בתירא ורבנן:
16 Nötig ist dies wegen Beschämung und Minderung, worüber R. Jehuda b. Bethera und die Rabbanan streiten.
יז תני תנא קמיה דרבא מציאת האשה לעצמה רבי עקיבא אומר לבעלה אמר ליה השתא ומה העדפה
17 Ein Jünger lehrte vor Raba: Der Fund einer Frau gehört ihr selber; R. A͑qiba sagt, ihrem Manne. Da sprach dieser zu ihm: Wenn R. A͑qiba sogar vom Überschusse,