Ketubot 163

Kapitel 163

א דלמא רבי נתן היא דתניא ר' נתן אומר מנין לנושה בחבירו מנה וחבירו בחבירו מנין שמוציאין מזה ונותנין לזה ת"ל (במדבר ה, ז) ונתן לאשר אשם לו
1 so vertritt sie vielleicht die Ansicht R. Nathans!? Es wird nämlich gelehrt: R. Nathan sagte: Woher, daß, wenn jemand von seinem Nächsten und der Nächste von einem anderen eine Mine zu erhalten hat, man sie diesem abnehme und jenem gebe? Es heißt:<i>er gebe sie dem, dem die Schuld zukommt</i>. –
ב אלא לא אשכחן תנא דמחמיר תרי חומרי בכתובה אלא אי כרבי מאיר אי כר' נתן
2 Wir finden keinen Autor, der bei der Morgengabezwiefach erschwert; vielmehr entweder nur nach R. Meír oder nur nach R. Nathan.
ג אמר רבא א"כ היינו דשמענא ליה לאביי דאמר זו אינה משנה ולא ידענא מאי היא:
3 Raba sprach: Deshalb hörte ich Abajje sagen, dies sei keine [authentische] Lehre, und ich wußte nicht, weshalb.
ד ההוא גברא דנפלה ליה יבמה במתא מחסיא בעא אחוה למיפסלה בגיטא מיניה אמר ליה מאי דעתיך אי משום נכסי אנא בנכסי פליגנא לך אמר ליה מסתפינא דעבדת לי כדעביד פומבדיתאה רמאה אמר ליה אי בעית פלוג לך מהשתא
4 Einst fiel einem eine Schwägerin in Matha Meḥasja zu, und sein Bruder wollte sie ihm durch einen Scheidebrief ungeeignetmachen. Da sprach jener zu ihm: Du denkst wohl an die Güter, ich will die Güter mit dir teilen. Dieser erwiderte: Ich fürchte, du verfährst mit mir wie jener betrügerischePumbedithenser. Jener sprach: Wenn du willst, teilen wirsofort
ה אמר מר בר רב אשי אע"ג דכי אתא רב דימי אמר רבי יוחנן האומר לחבירו לך ומשוך פרה זו ולא תהיה קנויה לך אלא לאחר שלשים יום לאחר ל' יום קנה ואפי' עומדת באגם
5 Hierauf entschied Mar, Sohn des R. Aši: Obgleich R. Dimi, als er kam, im Namen R. Joḥanans sagte, daß, wenn jemand zu seinem Nächsten spricht: geh und ziehediese Kuh an dich, jedoch sei sie dir erst nach dreißig Tagen zugeeignet, sie ihm nach dreißig Tagen zugeeignet ist, selbst wenn sie sich auf der Wiesebefindet,
ו התם בידו הכא לאו בידו
6 [gilt dies hierbei nicht;] da liegt es in seinerHand, hierbei aber liegt es nicht in seiner Hand. –
ז והא כי אתא רבין א"ר יוחנן לא קני לא קשיא הא דא"ל קני מעכשיו הא דלא אמר ליה קני מעכשיו
7 Aber als Rabin kam, sagte er ja im Namen R. Joḥanans, sie sei ihm nicht zugeeignet!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er zu ihm gesagt hat: erwirb sie von jetztab, das andere, wenn er zu ihm nicht gesagt hat: erwirb sie von jetzt ab.
ח בעו מיניה מעולא יבם ואח"כ חילק מהו לא עשה ולא כלום חילק ואח"כ יבם מהו לא עשה ולא כלום
8 Sie fragten U͑la: Wie ist es, wenn er die Schwagerehe vollzogen und nachher geteilt hat? – Er hat nichts getan. – Wie ist es, wenn er geteilt und nachher die Schwagerehe vollzogen hat? – Er hat nichts getan.
ט מתקיף לה רב ששת השתא יבם ואח"כ חילק לא עשה ולא כלום חילק ואח"כ יבם מבעיא שני מעשים הוו
9 R. Šešeth wandte ein: Wenn er nichts getan hat, falls die Schwagerehe vollzogen und nachher geteilt, so ist es ja selbstverständlich, wenn geteilt und nachher die Schwagerehevollzogen!? – Es waren zwei besondereEreignisse.
י כי אתא רבין אמר ר"ל בין יבם ואח"כ חילק בין חילק ואח"כ יבם לא עשה ולא כלום והלכתא לא עשה ולא כלום:
10 Als Rabin kam, sagte er im Namen des Reš Laqiš: Er hat nichts getan, ob die Schwagerehe vollzogen und nachher geteilt, oder geteilt und nachher die Schwagerehe vollzogen. Die Halakha ist: er hat nichts getan.
יא וחכ"א פירות המחוברים לקרקע שלו: אמאי והא כל נכסיו אחראין וערבאין לכתובתה אמר ריש לקיש תני שלה:
11 D<small>IE</small> W<small>EISEN SAGEN</small>, <small>DIE AM</small> B<small>ODEN HAFTENDEN</small> F<small>RÜCHTE GEHÖREN IHM</small>. Wieso denn, all seine Güter sind ja haftbar und bürgen für ihre Morgengabe!? Reš Laqiš erwiderte: Lies: ihr.
יב כנסה הרי היא כאשתו: למאי הלכתא אמר רבי יוסי בר' חנינא לומר שמגרשה בגט ומחזירה מגרשה בגט פשיטא
12 H<small>AT ER SIE GENOMMEN</small>, <small>SO GILT SIE ALS SEINE</small> F<small>RAU</small>. In welcher Hinsicht? R. Jose b. Ḥanina erwiderte: Dies besagt, daß er sich von ihr durch einen Scheidebrief scheiden lassenund sie wiedernehmendarf. – Daß er sich von ihr durch einen Scheidebrief scheiden lassen darf, ist ja selbstverständlich!? –
יג מהו דתימא (דברים כה, ה) ויבמה אמר רחמנא ועדיין יבומין הראשונים עליה לא תיסגי לה בגט אלא בחליצה קא משמע לן
13 Man könnte glauben, da der Allbarmherzige sagt:<i>und vollziehe an ihr die Schwagerehe</i>, hafte ihr noch die frühere Schwagerpflicht an, somit genüge kein Scheidebrief, sondern nur die Ḥaliça, so lehrt er uns. –
יד מחזירה פשיטא
14 Daß er sie wiedernehmen darf, ist ja selbstverständlich!? –