Ketubot 162

Kapitel 162

א ואי סלקא דעתין נתנה כתובה לגבות מחיים נייחד לה שיעור כתובה והשאר ליזבין ולטעמיך ולותבה ממתני' לא יאמר לה הרי כתובתיך מונחת ליך על השלחן אלא כל נכסיו אחראין לכתובתה
1 Wenn man nun sagen wollte, die Morgengabe sei schon bei Lebzeiten einzufordern, so kann er ihr ja [Güter] im Betrage ihrer Morgengabe zuweisen und die übrigen verkaufen!? – Nach deiner Auffassung ist ja auch aus unserer Mišna ein Einwand zu erheben: er kann zu ihr nicht sagen: da liegt deine Morgengabe auf dem Tische!? Vielmehr haften alle seine Güter für ihre Morgengabe. –
ב התם עצה טובה קא משמע לן דאי לא תימא הכי סיפא דקתני וכן לא יאמר אדם לאשתו הרי כתובתיך מונחת ליך על השלחן אלא כל נכסיו אחראין לכתובת אשתו אי בעי ליה לזבוני הכא נמי דלא מצי מזבין אלא עצה טובה קמשמע לן הכא נמי עצה טובה קמ"ל
2 Da lehrt er nur einen gutenRat. Wie wäre, wenn du nicht so erklären wolltest, der Schlußsatz zu verstehen. Er lehrt, ebenso könne niemand zu seiner Frau sagen: da liegt deine Morgengabe auf dem Tische, vielmehr haften all seine Güter für ihre Morgengabe. Darf er etwa, wenn er etwas verkaufen will, dies nicht tun!? Vielmehr lehrt er nur einen guten Rat, ebenso ist auch jenes nur ein guter Rat.
ג אלא דרבי אבא קשיא דרבי אבא נמי לא קשיא משום איבה
3 Aus der Lehre R. Abbas aber ist ein Einwand zu erheben. – Auch aus der Lehre R. Abbas ist kein Einwand zu erheben, denn er tue dies nur, um Mißhelligkeit [zu vermeiden].
ד ההוא גברא דנפלה ליה יבמה בפומבדיתא בעי אחוה למפסלה לה בגיטא מיניה
4 Einst fiel einem eine Schwägerin in Pumbeditha zu, und sein Bruderwollte sie ihm durch einen Scheidebriefungeeignet machen.
ה א"ל מאי דעתיך משום נכסי אנא בנכסי פליגנא לך
5 Da sprach jener zu ihm: Du denkst wohl an die Güter, ich will die Güter mit dir teilen. Hierauf entschied
ו אמר רב יוסף כיון דאמור רבנן לא ליזבין אע"ג דזבין לא הוה זביניה זביני דתניא מי שמת והניח שומרת יבם והניח נכסים במאה מנה אף על פי שכתובתה אינה אלא מנה לא ימכור שכל נכסיו אחראין לכתובתה
6 R. Joseph: Da die Weisen bestimmt haben, er dürfe nichts verkaufen, so ist, wenn er verkauft hat, der Verkaufungültig. Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand gestorben ist, und eine Anwärterin der Schwagerehe und für hundert Minen Güter hinterlassen hat, so darf [der Bruder], auch wenn die Morgengabe nur eine Mine beträgt, nichts verkaufen, denn all seine Güter sind für ihre Morgengabe haftbar.
ז אמר ליה אביי וכל היכא דאמור רבנן לא ליזבין אע"ג דזבין לא הוה זביניה זביני והתנן בית שמאי אומרים תמכור ובית הלל אומרים לא תמכור אלו ואלו מודים שאם מכרה ונתנה קיים שלחוה לקמיה דר' חנינא בר פפי שלחה כדרב יוסף
7 Abajje sprach zu ihm: Ist denn überall, wo die Rabbanan bestimmt haben, er dürfe nicht verkaufen, falls er verkauft hat, der Verkauf ungültig, wir haben ja gelernt: so darf siesie, wie die Schule Šammajs sagt, verkaufen, und wie die Schule Hillels sagt, nicht verkaufen. Diese und jene stimmen überein, daß, wenn sie sie verkauft oder verschenkt hat, es gültig sei!? Als sie sich damit an R. Ḥanina b. Papi wandten, entschied er ihnen wie R. Joseph.
ח אמר אביי אטו ר' חנינא בר פפי כיפי תלה לה שלחוה לקמיה דרב מניומי בריה דרב נחומי שלחה כדאביי ואי אמר בה רב יוסף טעמא אחרינא שלחו לי
8 Da sprach Abajje: Hat etwa R. Ḥanina b. Papi daran Edelsteinegehängt!? Hierauf wandten sie sich damit an R. Minjomi, den Sohn R. Niḥumis, und er entschied ihnen wie Abajje. Sollteaber R. Joseph eine andere Begründung finden, so teile es mir mit.
ט נפק רב יוסף דק ואשכח דתניא הרי שהיה נושה באחיו ומת והניח שומרת יבם לא יאמר הואיל ושאני יורש החזקתי אלא מוציאין מיבם ויקח בהן קרקע והוא אוכל פירות
9 Hierauf ging R. Joseph hinaus, dachte nach und fand folgende Lehre: Wenn jemand, der eine Forderung an seinen Bruder hatte, gestorben ist und eine Anwärterin auf die Schwagerehe hinterlassen hat, so kann diesernicht sagen: da ich Erbe bin, habe ich [die Schuld] erworben, vielmehr ist sie ihm abzunehmen und dafür ein Grundstück zu kaufen, und er genießedie Früchte.
י א"ל אביי דלמא דטבא ליה עבדו ליה א"ל תנא תני מוציאין ואת אמרת דטבא ליה עבדו ליה
10 Abajje erwiderte ihm: Vielleicht haben sie es nur zu seinem Vorteilebestimmt!? Jener entgegnete: Der Autor lehrt, daß man sie ihm abnehme, und du sagst, man habe es zu seinem Vorteile bestimmt!?
יא הדור שלחוה קמיה דרב מניומי בריה דרב נחומי אמר להו הכי אמר רב יוסף בר מניומי אמר רב נחמן זו אינה משנה
11 Als sie es darauf R. Minjomi, dem Sohne R. Niḥumis, mitteilten, sprach er zu ihnen: Folgendes sagte R. Joseph b. Minjomi im Namen R. Naḥmans: Dies ist keine [authentische] Lehre. –
יב מאי טעמא אילימא משום דהוו להו מטלטלי ומטלטלי לכתובה לא משעבדי דלמא רבי מאיר היא דאמר מטלטלי משעבדי לכתובה
12 Aus welchem Grunde: wollte man sagen, weil [Geld] mobiles [Vermögen] ist, und Mobilien für die Morgengabe nicht haftbar sind, so vertritt sie vielleicht die Ansicht R. Meírs, welcher sagt, Mobilien seien für die Morgengabe haftbar;
יג ואלא משום דאמר לה את לאו בעלת דברים דידי את
13 und wollte man sagen, weil er zu ihr sagen kann: du bist nicht meineGläubigerin,