Ketubot 166

Kapitel 166

א בעורר אבל בעומד מגופה של קרקע קנו מידו
1 wenn or [sofort] Einsprucherhebt, wenn er aber dabei verbliebenwar, bezog sich die Zueignung auf das Grundstück selbst.
ב אמר אמימר הלכתא מגופה של קרקע קנו מידו אמר ליה רב אשי לאמימר בעורר או בעומד למאי נפקא מינה לכדרב יוסף אמר ליה לא שמיע לי כלומר לא סבירא לי:
2 Amemar sagte: Die Halakha ist, die Zueignung bezieht sich auf das Grundstück selbst. R. Aši sprach zu Amemar: Wenn er [sofort] Einspruch erhob, oder dabei verblieben war? – In welcher Hinsicht ist dies von Bedeutung? – Hinsichtlich der Lehre R. Josephs. Dieser erwiderte: Ich hörte dies nicht. Dies heißt: Ich halte nichts davon.
ג אם כן למה כתב לה וכו': ותימא ליה מכל מילי סליקת נפשך אמר אביי יד בעל השטר על התחתונה
3 W<small>OZU SCHRIEB ER IHR DEMNACH</small> &amp;<small>C</small>. Sie kann ja zu ihm sagen: du hast dich von jedem Anspruche losgesagt!? Abajje erwiderte: Der Besitzer der Urkunde hat die Unterhand. –
ד ואימא מפירי אמר אביי בוצינא טב מקרא
4 Vielleicht hinsichtlich der Früchte!? Abajje erwiderte: Lieber eine Gurke als ein Kürbis. –
ה ואימא מירושה אמר אביי מיתה שכיחא מכירה לא שכיחא וכי מסליק איניש נפשיה ממילתא דלא שכיחא ממילתא דשכיחא לא מסליק איניש נפשיה רב אשי אמר בנכסייך ולא בפירותיהן בנכסייך ולא לאחר מיתה:
5 Vielleicht hinsichtlich der Erbschaft!? Abajje erwiderte: Das Sterben ist gewöhnlich, der Verkauf ist selten, und wenn jemand auf etwas verzichtet, verzichtet er auf das Seltene, auf das Gewöhnliche verzichtet er nicht. R. Aši erwiderte: ‘Auf deineGüter’, nicht aber auf deren Früchte, ‘auf deine Güter’, nicht aber nach dem Tode.
ו רבי יהודה אומר לעולם הוא אוכל פירי פירות: תנו רבנן אלו הן פירות ואלו הן פירי פירות הכניסה לו קרקע ועשתה פירות הרי הן פירות מכר פירות ולקח מהן קרקע ועשתה פירות הרי הן פירי פירות
6 R. J<small>EHUDA SAGT</small>, <small>ER GENIESSE SOLANGE DIE</small> F<small>RÜCHTE</small> &amp;<small>C</small>. Die Rabbanan lehrten: Folgende heißen Früchte und folgende heißen Früchte der Früchte. Wenn sie ihm ein Grundstück eingebracht und es Früchte gebracht hat, so sind es Früchte; wenn er die Früchte verkauft und dafür ein Grundstück gekauft, und dieses Früchte gebracht hat, so sind es Früchte der Früchte.
ז איבעיא להו לרבי יהודה פירי פירות דוקא או דלמא עד עולם דוקא או דלמא תרוייהו דוקא
7 Sie fragten: Sind nach R. Jehuda durchaus [die Worte] ‘Früchte ihrer Früchte’erforderlich, oder durchaus ‘bis ins Unendliche’, oder durchaus beides?
ח אם תמצי לומר פירי פירות דוקא עד עולם למה לי הא קמ"ל כיון דכתב לה פירי פירות כמאן דכתב לה עד עולם דמי
8 Und wozu sind, wenn du sagst, durchaus ‘Früchte ihrer Früchte’, [die Worte] ‘bis ins Unendliche’ nötig? – Folgendes lehrt er uns: schrieb er ‘Früchte ihrer Früchte’, so ist es ebenso, als hätte er ‘bis ins Unendliche’ geschrieben. –
ט ואם תמצי לומר עד עולם דוקא פירי פירות למה לי הא קמ"ל אע"ג דכתב לה פירי פירות אי כתב לה עד עולם אין אי לא לא
9 Und wozu sind, wenn du sagst, durchaus ‘bis ins Unendliche’, [die Worte] ‘Früchte ihrer Früchte’ nötig? – Folgendes lehrt er uns: obgleich er ‘Früchte ihrer Früchte’ geschrieben hat, gilt dies nur dann, wenn er auch ‘bis ins Unendliche’ geschrieben hat, sonst aber nicht. –
י ואם תמצי לומר תרוייהו דוקא תרתי למה לי צריכא דאי כתב לה פירי פירות ולא כתב לה עד עולם הוה אמינא פירי פירות הוא דלא אכיל אבל פירא דפירי פירות אכיל להכי איצטריך עד עולם ואי כתב לה עד עולם ולא כתב לה פירי פירות הוה אמינא לעולם אפירות קאי להכי איצטריך פירי פירות:
10 Wozu ist, wenn du durchaus beides sagst, zweierlei nötig? – Dies ist nötig; würde er nur ‘Früchte ihrer Früchte’ und nicht ‘bis ins Unendliche’ schreiben, so könnte man sagen, nur die Früchte ihrer Früchte genieße er nicht, die Früchte der Früchte ihrer Früchte aber genieße er wohl; daher ist auch ‘bis ins Unendliche’ nötig. Und würde er nur ‘bis ins Unendliche’ und nicht ‘Früchte ihrer Früchte’ schreiben, so könnte man sagen, ‘bis ins Unendliche’ beziehe sich nur auf die Früchte; daher ist auch ‘Früchte ihrer Früchte’ nötig.
יא איבעיא להו כתב לה דין ודברים אין לי בנכסייך ובפירי פירות מהו שיאכל פירות מפירי פירות סליק נפשיה מפירי לא סליק נפשיה או דלמא מכל מילי סליק נפשיה
11 Sie fragten: Genießt er die Früchte, falls er ihr geschrieben hat: ich entsage mich des Rechtes und des Anspruches auf deine Güter und auf die Früchte ihrer Früchte: hat er sich nur der Früchte ihrer Früchte entsagt, nicht aber der Früchte, oder hat er sich aller Ansprüche entsagt? –
יב פשיטא דמכל מילי סליק נפשיה דאי אמרת מפירי פירות סליק נפשיה מפירי לא סליק נפשיה כיון דאכלינהו לפירות פירי פירות מהיכא
12 Selbstverständlich hat er sich aller Ansprüche entsagt, denn wieso kann man sagen, er habe sich nur der Früchte ihrer Früchte und nicht der Früchte entsagt, sobald er die Früchte verzehrt hat, gibt es ja keine Früchte der Früchte mehr!? –
יג וליטעמיך הא דתנן רבי יהודה אומר לעולם הוא אוכל פירי פירות כו' כיון דאכלינהו לפירי פירי פירות מהיכא אלא בדשיירא הכא נמי בדשייר:
13 Wir haben gelernt: R. Jehuda sagt, er genieße solange die Früchte der Früchte &amp;c. Nach deiner Auffassung [ist ja einzuwenden:] sobald er die Früchte verzehrt hat, gibt es ja keine Früchte der Früchte mehr!? Doch wohl, wenn sie zurückbleiben, ebenso auch hierbei, wenn sie zurückbleiben.
יד רבן שמעון בן גמליאל אומר כו': אמר רב הלכה כרבן שמעון בן גמליאל ולא מטעמיה
14 R. Š<small>IMO͑N B</small>. G<small>AMLIÉL SAGT</small> &amp;<small>C</small>. Rabh sagte: Die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, jedoch nicht wegen seiner Begründung. –
טו מאי הלכה כרבן שמעון בן גמליאל ולא מטעמיה אילימא הלכה כרשב"ג דאמר אם מתה יירשנה ולאו מטעמיה דאילו רשב"ג סבר מתנה על מה שכתוב בתורה תנאו בטל ורב סבר תנאו קיים וקסבר ירושת הבעל דרבנן וחכמים עשו חיזוק לדבריהם יותר משל תורה
15 Was heißt, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél, jedoch nicht wegen seiner Begründung? Wollte man sagen, die Halakha sei wie R. Šimo͑n b. Gamliél, daß er sie beerbe, wenn sie stirbt, jedoch nicht wegen seiner Begründung, denn R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, wenn jemand etwas gegen eine Bestimmung der Tora vereinbart, sei die Vereinbarung ungültig, während Rabh der Ansicht ist, die Vereinbarung sei gültig, nur ist er der Ansicht, das Erbrecht des Ehemannes sei rabbanitisch, und die Weisen haben für ihre Worte eine größere Festigung getroffen als für die der Tora;