Ketubot 167

Kapitel 167

א וסבר רב תנאו קיים והא איתמר האומר לחבירו על מנת שאין לך עלי אונאה רב אמר יש לו עליו אונאה ושמואל אמר אין לו עליו אונאה
1 aber ist Rabh denn der Ansicht, die Vereinbarung sei gültig, es wird ja gelehrt, daß, wenn jemand zu seinem Nächstengesagt hat: mit der Bedingung, daß du an mich keine Übervorteilungsansprüchehast, er gegen ihn, wie Rabh sagt, Übervorteilungsansprüche habe, und wie Šemuél sagt, keine Übervorteilungsansprüche habe!? –
ב אלא הלכה כרבן שמעון בן גמליאל דאמר המתנה על מה שכתוב בתורה תנאו בטל ולאו מטעמיה דאילו רבן שמעון בן גמליאל סבר מתה יירשנה ורב סבר מתה לא יירשנה
2 Vielmehr, die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, welcher sagt, wenn jemand etwas gegen eine Bestimmung der Tora vereinbart, sei die Vereinbarung nichtig, jedoch nicht wegen seiner Begründung, denn R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, wenn sie stirbt, beerbe er sie, und Rabh ist der Ansicht, wenn sie stirbt, beerbe er sie nicht. –
ג האי מטעמיה ולא כהילכתיה הוא
3 Dies ist ja seine Begründung und nicht seine Lehre!? –
ד אלא הלכה כרבן שמעון בן גמליאל דאמר אם מתה יירשנה ולאו מטעמיה דאילו רבן שמעון בן גמליאל סבר בדאורייתא תנאו בטל הא בדרבנן תנאו קיים ורב סבר אפילו בדרבנן תנאו בטל
4 Vielmehr, die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, welcher sagt, wenn sie stirbt, beerbe er sie, jedoch nicht wegen seiner Begründung, denn R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, [gegen eine Bestimmung] der Tora sei seine Vereinbarung ungültig, gegen eine rabbanitische aber gültig, während Rabh der Ansicht ist, auch gegen eine rabbanitische sei seine Vereinbarung ungültig. –
ה האי כטעמיה וכהילכתיה הוא ורב מוסיף הוא
5 Dies ist ja seine Begründung und seine Lehre, nur ist Rabh weitergehend!? –
ו אלא הלכה כרבן שמעון בן גמליאל דאמר אם מתה יירשנה ולאו מטעמיה דאילו רבן שמעון בן גמליאל סבר ירושת הבעל דאורייתא וכל המתנה על מה שכתוב בתורה תנאו בטל ורב סבר ירושת הבעל דרבנן וחכמים עשו חיזוק לדבריהם כשל תורה
6 Vielmehr, die Halakha ist wie R. Šimo͑n b. Gamliél, welcher sagt, wenn sie stirbt, beerbe er sie, jedoch nicht wegen seiner Begründung, denn R. Šimo͑n b. Gamliél ist der Ansicht, das Erbrecht des Ehemannes sei nach der Tora, und wenn jemand etwas gegen eine Bestimmung der Tora vereinbart, sei die Vereinbarung ungültig, während Rabh der Ansicht ist, das Erbrecht des Ehemannes sei rabbanitisch, nur haben die Weisen für ihre Worte eine ebensolche Festigung getroffen, wie für die der Tora. –
ז ורב סבר ירושת הבעל דרבנן והתנן רבי יוחנן בן ברוקא אומר היורש את אשתו יחזיר לבני משפחה וינכה להן מן הדמים
7 Ist Rabh denn der Ansicht, das Erbrecht des Ehemannes sei rabbanitisch, wir haben ja gelernt: R. Joḥanan b. Beroqa sagte: Wer seine Frau beerbt hat, gebe[die Güter] ihren Familienangehörigen zurück und rechne ihnen den Geldwertab.
ח והוינן בה מאי קסבר אי קסבר ירושת הבעל דאורייתא אמאי יחזיר ואי דרבנן דמים מאי עבידתייהו
8 Dagegen wandten wir ein: Welcher Ansicht ist er: ist er der Ansicht, das Erbrecht des Ehemannes sei nach der Tora, weshalb gebeer zurück, und ist es rabbanitisch, wieso ist der Geldwert abzurechnen!?
ט ואמר רב לעולם קסבר ירושת הבעל דאורייתא וכגון שהורישתו אשתו בית הקברות משום פגם משפחה אמור רבנן לישקול דמי וליהדר
9 Und Rabh erwiderte: Tatsächlich ist er der Ansicht, das Erbrecht des Ehemannes sei nach der Tora, dies aber gilt von dem Falle, wenn seine Frau ihm ein [Familien]grab hinterlassen hat, und wegen der Bemakelung der Familiesagten die Weisen, daß er den Geldwert nehme und es zurückgebe. –
י ומאי ינכה להן מן הדמים דמי קבר אשתו כדתניא המוכר קברו ודרך קברו מעמדו ומקום הספידו באין בני משפחה וקוברין אותו בעל כרחו משום פגם משפחה
10 Welchen Geldwert rechne er ihnen ab? – Den Wert des Grabes seiner Frau. Wie gelehrt wird: Wenn jemand sein [Familien]grab, den Weg zu seinem [Familien]grabe, den Aufstellungsplatz oder seinen Trauerplatz verkauft hat, so kommen die Familienangehörigen und bestatten ihn dazwangsweise wegen der Bemakelung der Familie. –
יא רב לטעמיה דרבי יוחנן בן ברוקא קאמר וליה לא סבירא ליה:
11 Rabh sagte es nach der Ansicht des R. Joḥanan b. Beroqa, während er selber nicht dieser Ansicht ist.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> מי שמת והניח אשה ובעל חוב ויורשין והיה לו פקדון או מלוה ביד אחרים רבי טרפון אומר ינתנו לכושל שבהן רבי עקיבא אומר אין מרחמין בדין אלא ינתנו ליורשין שכולן צריכין שבועה ואין היורשין צריכין שבועה
12 <b>W</b><small>ENN JEMAND GESTORBEN IST UND EINE</small> F<small>RAU</small>, <small>EINEN</small> G<small>LÄUBIGER UND</small> E<small>RBEN HINTERLASSEN</small>, <small>UND EIN</small> D<small>EPOSITUM ODER EIN</small> D<small>ARLEHEN IN FREMDEN</small> H<small>ÄNDEN HAT</small>, <small>SO GEBE MAN ES</small>, <small>WIE</small> R. T<small>RYPHON SAGT</small>, <small>DEM</small> S<small>CHWÄCHSTEN UNTER IHNEN</small>; R. A͑<small>QIBA SAGT</small>, <small>DAS</small> R<small>ECHT KENNE KEIN</small> M<small>ITLEID</small>, <small>VIELMEHR GEBE MAN ES DEN</small> E<small>RBEN</small>, <small>DENN JENE MÜSSEN</small><small>EINEN</small> E<small>ID LEISTEN</small>, <small>DIE</small> E<small>RBEN ABER BRAUCHEN KEINEN</small> E<small>ID</small><small>ZU LEISTEN</small>.
יג הניח פירות תלושין מן הקרקע כל הקודם בהן זכה בהן זכתה אשה יותר מכתובתה ובעל חוב יותר על חובו המותר רבי טרפון אומר ינתנו לכושל שבהן רבי עקיבא אומר אין מרחמין בדין אלא ינתנו ליורשין שכולם צריכין שבועה ואין היורשין צריכין שבועה:
13 H<small>INTERLIESS ER VOM</small> B<small>ODEN GETRENNTE</small> F<small>RÜCHTE</small>, <small>SO ERWIRBT SIE</small>, <small>WER SIE SICH ZUERST</small> [<small>ANEIGNET</small>]. E<small>IGNETE SICH DIE</small> F<small>RAU MEHR AN ALS IHRE</small> M<small>ORGENGABE ODER DER</small> G<small>LÄUBIGER MEHR ALS SEINE</small> S<small>CHULD</small>, <small>SO GEBE MAN DEN</small> Ü<small>BERSCHUSS</small>, <small>WIE</small> R. T<small>RYPHON SAGT</small>, <small>DEM</small> S<small>CHWÄCHSTEN UNTER IHNEN</small>; R. A͑<small>QIBA SAGT</small>, <small>DAS</small> R<small>ECHT KENNE KEIN</small> M<small>ITLEID</small>, <small>VIELMEHR GEBE MAN IHN DEN</small> E<small>RBEN</small>, <small>DENN JENE MÜSSEN EINEN</small> E<small>ID LEISTEN</small>, <small>DIE</small> E<small>RBEN ABER BRAUCHEN KEINEN</small> E<small>ID ZU LEISTEN</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> למה לי למיתני מלוה למה לי למיתני פקדון צריכא דאי תנא מלוה בהא קאמר רבי טרפון משום דמלוה להוצאה ניתנה אבל פקדון דאיתיה בעיניה אימא מודי ליה לרבי עקיבא
14 GEMARA. Wozu braucht er dies von einem Darlehen und von einem Depositum zu lehren? – Beides ist nötig. Würde er es nur vom Darlehen gelehrt haben, so könnte man glauben, R. Tryphon vertrete seine Ansicht nur bei diesem, weil das Darlehen zur Verausgabung bestimmtist, beim Depositum aber, das sich in seinem Zustande befindet, pflichte er R. A͑qiba bei.
טו ואי תנא הא בהא קאמר רבי עקיבא אבל בהך אימא מודי לרבי טרפון צריכא:
15 Und würde er es nur von diesem gelehrt haben, so könnte man glauben, R. A͑qiba vertrete seine Ansicht nur bei diesem, bei jenem aber pflichte er R. Tryphon bei. Daher ist beides nötig.
טז מאי לכושל רבי יוסי ברבי חנינא אומר לכושל שבראיה רבי יוחנן אמר לכתובת אשה משום חינא
16 Was heißt: dem Schwächsten unter ihnen? – R. Jose b. R. Ḥanina sagte, dem Schwächsten hinsichtlich des Beweisantrittes, R. Joḥanan sagt, die Morgengabe der Frau, wegen der Gunstbezeugung.
יז כתנאי ר' בנימין אומר לכושל שבראיה והוא כשר רבי אלעזר אומר לכתובת אשה משום חינא:
17 [Hierüber streiten auch] Tannaím: R. Binjamin sagt, dem Schwächsten hinsichtlich des Beweisantrittes, und dies ist einleuchtend; R. Elea͑zar sagt, die Morgengabe der Frau, wegen der Gunstbezeugung.
יח הניח פירות התלושין: ורבי עקיבא מאי איריא מותר כולהו נמי דיורשין הוו אין הכי נמי ואיידי דאמר רבי טרפון מותר תנא איהו נמי מותר
18 H<small>INTERLIESS ER</small> [<small>VOM</small> B<small>ODEN</small>] <small>GETRENNTE</small> F<small>RÜCHTE</small>. – Wieso gilt dies nach R. A͑qibanur vom Überschusse, alles sollte ja den Erben gehören!? – Dem ist auch so; da aber R. Tryphon vom Überschusse spricht, spricht er ebenfalls vom Überschusse. –