Ketubot 188

Kapitel 188

א ושמואל דאמר כרבי אלעזר דאמר עדי מסירה כרתי
1 und Šemuél der Ansicht R. Elea͑zars ist, welcher sagt, die Trennung erfolge durch die Zeugen der Übergabe. –
ב לא דכולי עלמא כרבי אלעזר והכא בהא קמיפלגי רב סבר חלוקה עדיפא ושמואל סבר שודא דדייני עדיפא
2 Nein, alle sind sie der Ansicht R. Elea͑zars, und ihr Streit besteht in folgendem: Rabh ist der Ansicht, die Teilung sei zu bevorzugen, und Šemuél ist der Ansicht, das Ermessen der Richter sei zu bevorzugen. –
ג ומי מצית מוקמת ליה לרב כר' אלעזר והאמר רב יהודה אמר רב הלכה כרבי אלעזר בגיטין כי אמריתה קמיה דשמואל אמר אף בשטרות מכלל דרב סבר בשטרות לא אלא מחוורתא רב כר"מ ושמואל כרבי אלעזר
3 Wieso kannst du sagen, Rabh sei der Ansicht R. Elea͑zars, R. Jehuda sagte ja: Rabh sagte, die Halakha sei bei Scheidebriefen wie R. Elea͑zar; als ich dies aber Šemuél vortrug, sagte er, auch bei Schuldscheinen. Demnach ist Rabh der Ansicht, bei Schuldscheinen nicht!? – Am richtigsten ist vielmehr, Rabh ist der Ansicht R. Meírs und Šemuél ist der Ansicht R. Elea͑zars.
ד מיתיבי שני שטרות היוצאים ביום אחד חולקין תיובתא דשמואל אמר לך שמואל הא מני ר"מ היא ואנא דאמרי כר' אלעזר
4 Man wandte ein: Wenn zwei Urkunden am selben Tage ausgestellt worden sind, so teilen sie. Dies ist eine Widerlegung Šemuéls!? – Šemuél kann dir erwidern: Hier ist die Ansicht R. Meírs vertreten, ich aber bin der Ansicht R. Elea͑zars. –
ה אי ר"מ אימא סיפא כתב לאחד ומסר לאחר זה שמסר לו קנה ואי רבי מאיר אמאי קנה האמר עדי חתימה כרתי
5 Wie ist, wenn die des R. Meír, der Schlußsatz zu erklären: wenn er einem [eine Urkunde] geschrieben und einem anderen eine übergebenhat, so hat der erworben, dem er sie [zuerst] übergeben hat. Wieso hat er nach R. Meír erworben, dieser sagt ja, die Trennungerfolge durch die Zeugen der Unterschrift!? –
ו תנאי היא דתניא וחכמים אומרים יחלוקו וכאן אמרו מה שירצה השליש יעשה
6 Hierüber streiten Tannaím, denn es wird gelehrt: Die Weisen sagen, sieteilen; hiersagten sie, der Überbringerhandle nach Gutdünken.
ז אמיה דרמי בר חמא כתבתינהו לנכסה לרמי בר חמא בצפרא לאורתא כתבתינהו למר עוקבא בר חמא
7 Die Mutter des Rami b. Ḥama verschrieb morgens ihr Vermögen Rami b. Ḥama und abends verschrieb sie es Mar U͑qabab. Ḥama.
ח אתא רמי בר חמא לקמיה דרב ששת אוקמיה בנכסא אתא מר עוקבא לקמיה דרב נחמן אוקמיה בנכסא אתא רב ששת לקמיה דרב נחמן א"ל מ"ט עבד מר הכי א"ל ומ"ט עבד מר הכי
8 Da ging Rami b. Ḥama zu R. Šešeth, und er setzte ihn in den Besitz des Vermögens; Mar U͑qaba aber ging zu R. Naḥman, und er setzte ihn in den Besitz des Vermögens. Hierauf ging R. Šešeth zu R. Naḥman und sprach zu ihm: Weshalb entschied der Meister so? Dieser entgegnete: Und weshalb entschied der Meister so?
ט א"ל דקדים א"ל אטו בירושלים יתבינן דכתבינן שעות אלא מר מאי טעמא עבד הכי א"ל שודא דדייני
9 Jener erwiderte: Er war zuerst. Dieser entgegnete: Sind wir denn in Jerušalem, wo man die Stunden einschreibt!? – Weshalb aber entschied der Meister so? Dieser erwiderte: Nach Ermessender Richter.
י א"ל אנא נמי שודא דדייני א"ל חדא דאנא דיינא ומר לאו דיינא ועוד מעיקרא לאו בתורת הכי אתית לה
10 Jener entgegnete: Auch ich verfuhr nach Ermessen der Richter. Da sprach der andere: Erstens bin ich Richter, während der Meister nicht Richter ist, ferner bist du nicht mit dieser Begründunggekommen.
יא הנהו תרי שטרי דאתו לקמיה דרב יוסף חד הוה כתוב בחמשא בניסן וחד הוה כתוב ביה בניסן סתמא אוקמיה רב יוסף לההוא דחמשא בניסן בנכסים
11 Einst wurden R. Joseph zwei [Kauf]urkunden vorgelegt, in einer stand: am fünften Nisan, und in einer stand nur: im Nisan. Da setzte R. Joseph den Inhaber der vom fünften Nisan in den Besitz der Güter.
יב אמר ליה אידך ואנא אפסיד אמר ליה את ידך על התחתונה אימא בר כ"ט בניסן את
12 Da sprach der andere zu ihm: Und ich soll Verlust erleiden!? Dieser erwiderte: Du hast die Unterhand, denn deine ist vielleicht vom neunundzwanzigsten Nisan.
יג א"ל ונכתוב לי מר
13 Hierauf sprach jener: Mag mir nun der Meister