Ketubot 19

Kapitel 19

א איתמר אמר רב נחמן אמר שמואל משום רבי שמעון בן אלעזר חכמים תקנו להם לבנות ישראל לבתולה מאתים ולאלמנה מנה והם האמינוהו שאם אמר פתח פתוח מצאתי נאמן א"כ מה הועילו חכמים בתקנתם
1 Es wurde gelehrt: R. Naḥman sagte im Namen Šemuéls im Namen des R. Šimo͑n b. Elea͑zar: Die Weisen sind es, die für die Töchter Jisraéls die Anordnung getroffen haben, daß eine Jungfrau zweihundert [Zuz] und eine Witwe eine Mineerhalte, und sie glauben ihm, wenn er sagt, er habe eine offene Türgefunden. — Was haben die Weisen demnach mit ihrer Anordnung erreicht!?
ב אמר רבא חזקה אין אדם טורח בסעודה ומפסידה
2 Raba erwiderte: Es steht fest, daß niemand sich mit einem Gastmahle abmühtund es verdirbt.
ג תנא הואיל וקנס חכמים הוא לא תגבה אלא מן הזיבורית קנסא מאי קנסא אלא אימא הואיל ותקנת חכמים הוא לא תגבה אלא מן הזיבורית רבן שמעון בן גמליאל אומר כתובת אשה מן התורה
3 Es wird gelehrt: Da dies nur eine von den Weisen angeordnete Geldbuße ist, so kann sie nur vom Schlechtesteneinfordern. — ‘Eine Geldbuße’, wieso denn eine Geldbuße!? — Vielmehr, da dies nur eine Anordnung der Weisen ist, so kann sie nur vom Schlechtesten einfordern. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, die Morgengabe (der Frau) sei eine Anordnung der Tora. —
ד ומי אמר רבן שמעון בן גמליאל הכי והתניא (שמות כב, טז) כסף ישקול כמוהר הבתולות שיהא זה כמוהר הבתולות ומוהר הבתולות כזה מכאן סמכו חכמים לכתובת אשה מן התורה רבן שמעון בן גמליאל אומר כתובת אשה אינה מדברי תורה אלא מדברי סופרים
4 Kann R. Šimo͑n b. Gamliél dies denn gesagt haben, es wird ja gelehrt: <i>Einen Geldbetrag soll er darwägen gemäß der Gabe für Jungfrauen</i>; diese gleicht der Gabe für Jungfrauenund die Gabe für Jungfrauen gleichtdieser. Hierauf stützten sich die Weisen, die Morgengabe (der Frau) in der Tora [angedeutet zu finden]. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, die Morgengabe (der Frau) sei nicht aus der Tora, sondern eine Anordnung der Schriftkundigen. —
ה איפוך ומאי חזית דאפכת בתרייתא איפוך קמייתא
5 Wende es um. — Was veranlaßt dich, die letztere [Lehre] umzuwenden, wende die erstere um!? —
ו הא שמעינא ליה לרבן שמעון בן גמליאל דאמר כתובת אשה מדאורייתא דתנן רבן שמעון בן גמליאל אומר נותן לה ממעות קפוטקיא
6 Wir wissen von R. Šimo͑n b. Gamliél, daß er der Ansicht ist, die Morgengabe (der Frau) sei aus der Tora, denn es wird gelehrt: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, er zahle ihrin kappadokischer Münze.
ז ואי בעית אימא כולה רבן שמעון בן גמליאל היא וחסורי מיחסרא והכי קתני מכאן סמכו חכמים לכתובת אשה מן התורה כתובת אלמנה אינה מדברי תורה אלא מדברי סופרים שרבן שמעון בן גמליאל אומר כתובת אלמנה אינה מדברי תורה אלא מדברי סופרים
7 Wenn du aber willst, sage ich: die ganze Lehre ist von R. Šimo͑n b. Gamliél, nur ist sie lückenhaft und muß wie folgt lauten: hierauf stützten sich die Weisen, die Morgengabe der [Jung]frau in der Tora [angedeutet zu finden]; die Morgengabe der Witwe aber ist nicht aus der Tora, sondern eine Anordnung der Schriftkundigen. R. Šimo͑n b. Gamliél sagte nämlich, die Morgengabe der Witwe sei nicht aus der Tora, sondern eine Anordnung der Schriftkundigen.
ח ההוא דאתא לקמיה דרב נחמן אמר ליה פתח פתוח מצאתי אמר ליה רב נחמן אסבוהו כופרי מברכתא חביטא ליה
8 Einst kam jemand vor R. Naḥman und klagte, er habe eine offene Tür gefunden. Da sprach R. Naḥman: Verabreicht ihm mit der Gerte, Huren liegen vor ihm niedergestreckt. —
ט והא רב נחמן הוא דאמר מהימן מהימן ומסבינן ליה כופרי רב אחאי משני כאן בבחור כאן בנשוי
9 R. Naḥman selber sagte ja aber, er sei glaubwürdig!? — Er ist glaubwürdig, jedoch verabreiche man ihmmit der Gerte. R. Aḥaj erklärte: Das eine gilt von einem Ledigen, das andere von einem Verheirateten.
י ההוא דאתא לקמיה דרבן גמליאל אמר ליה פתח פתוח מצאתי אמר ליה שמא הטיתה אמשול לך משל למה הדבר דומה לאדם שהיה מהלך באישון לילה ואפילה היטה מצאו פתוח לא היטה מצאו נעול
10 Einst kam jemand vor R. Gamliél und klagte, er habe eine offene Tür gefunden. Dieser erwiderte: Vielleicht hast du eine Biegunggemacht? Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Wenn jemand in nächtlicher Dunkelheit geht, so findet er [die Tür], wenn er eine Biegungmacht, offen, und wenn er keine Biegung macht, geschlossen.
יא איכא דאמרי הכי אמר ליה שמא במזיד הטיתה ועקרת לדשא ועברא אמשול לך משל למה הדבר דומה לאדם שהוא מהלך באישון לילה ואפילה היטה במזיד מצאו פתוח לא היטה במזיד מצאו נעול
11 Manche sagen, er habe ihm wie folgt erwidert: Vielleicht hast du absichtlich eine Biegung gemacht und die Tür samt dem Riegelfortgerissen. Ich will dir ein Gleichnis sagen, womit dies zu vergleichen ist. Wenn jemand bei nächtlicher Dunkelheit geht, so findet er [die Tür], wenn er heftig anstößt, offen, und wenn er nicht heftig anstößt, geschlossen.
יב ההוא דאתא לקמיה דרבן גמליאל בר רבי אמר ליה רבי בעלתי ולא מצאתי דם אמרה לו רבי בתולה הייתי אמר להם הביאו לי אותו סודר הביאו לו הסודר ושראו במים וכבסו ומצא עליו כמה טיפי דמים אמר לו לך זכה במקחך
12 Einst kam jemand vor R. Gamliél b. Rabbi und klagte: Meister, ich habe ihr beigewohnt und kein Blut gefunden. Sie aber erwiderte: Meister, ich war Jungfer. Da sprach er zu ihnen: Holt mir das Laken. Als man es ihm holte, ließ er es in Wasser weichen und waschen, worauf sich auf diesem viele Blutfleckezeigten. Hierauf sprach er zu ihm: Geh, freue dich deines Kaufes.
יג אמר ליה הונא מר בריה דרבא מפרזקיא לרב אשי אנן נמי נעביד הכי אמר ליה
13 Hona Mar, der Sohn Rabas, aus Parziqa, sprach zu R. Aši: Sollen auch wir dies tun? Dieser erwiderte: