Ketubot 20

Kapitel 20

א גיהוץ שלנו ככיבוס שלהם ואי אמרת ניעבד גיהוץ מעברא ליה חומרתא
1 Unser Bleichen gleicht nur ihremWaschen. Wolltest du sagen, man sollte es demnach bleichen, so würde der Bleichstein [das Blut] entfernen.
ב ההוא דאתא לקמיה דרבן גמליאל ב"ר אמר ליה רבי בעלתי ולא מצאתי דם אמרה ליה רבי עדיין בתולה אני אמר להן הביאו לי שתי שפחות אחת בתולה ואחת בעולה הביאו לו והושיבן על פי חבית של יין בעולה ריחה נודף בתולה אין ריחה נודף אף זו הושיבה ולא היה ריחה נודף אמר לו לך זכה במקחך
2 Einst kam jemand vor R. Gamliél b. Rabbi und klagte: Meister ich habe ihr beigewohnt und kein Blut gefunden. Sie aber erwiderte: Meister, ich bin noch Jungfer. Da sprach er: Holt mir zwei Mägde, eine Jungfer und eine Deflorierte. Als man sie ihm! vorführte, setzte er sie auf die Mündung eines Weinfasses. Bei der Deflorierten drang der [Wein]duft durch, bei der Jungfer aber drang der [Wein]duft nicht durch. Alsdann ließ er auch jene aufsetzen, und der [Wein]duft drang nicht durch. Hierauf sprach er zu ihm: Geh, freue dich deines Kaufes. —
ג ונבדוק מעיקרא בגווה גמרא הוה שמיע ליה מעשה לא הוה חזי וסבר דלמא לא קים ליה בגווה דמלתא שפיר ולאו אורח ארעא לזלזולי בבנות ישראל
3 Sollte er doch die Probe mit ihr allein angestellt haben!? — Ihm war es nur aus der Überlieferungund nicht aus Erfahrung bekannt, und er dachte: vielleicht ist die Sache nicht so sicher, und es ist nicht angängig, die Töchter Jisraéls zu verunglimpfen.
ד ההוא דאתא לקמיה דרבן גמליאל הזקן אמר לו רבי בעלתי ולא מצאתי דם אמרה לו רבי ממשפחת דורקטי אני שאין להן לא דם נדה ולא דם בתולים בדק רבן גמליאל בקרובותיה ומצא כדבריה אמר לו לך זכה במקחך אשריך שזכית למשפחת דורקטי
4 Einst kam jemand vor R. Gamliél den Älteren und klagte: Meister, ich habe ihr beigewohnt und kein Blut gefunden. Sie aber erwiderte: Meister, ich bin aus der Familie Dorqaṭi, [deren Angehörige] weder Menstrualblut noch Jungfernblut haben. Da ließ R. Gamliél bei ihren Verwandten nachforschen, und ihre Worte stimmten. Hierauf sprach er zu ihm: Geh, freue dich deines Kaufes; wohl dir, daß dir eine aus der Familie Dorqaṭi beschieden ist. —
ה מאי דורקטי דור קטוע אמר רבי חנינא תנחומים של הבל ניחמו רבן גמליאל לאותו האיש דתני רבי חייא כשם שהשאור יפה לעיסה כך דמים יפים לאשה ותנא משום רבי מאיר כל אשה שדמיה מרובין בניה מרובים
5 Was heißt Dorqaṭi? — Ein verstümmeltes Geschlecht [dor qaṭua͑]. R. Ḥanina sagte: Nichtige Trostworte richtete R. Gamliél an jenen Mann. R. Ḥija sagte nämlich: Wie der Sauerteig dem Teige zuträglich ist, so ist das Blut einem Weibe zuträglich. Ferner wird im Namen R. Meírs gelehrt: Ein Weib, das viel Blut hat, hat auch viele Kinder.
ו אתמר רבי ירמיה בר אבא אמר זכה במקחך אמר ליה ורבי יוסי בר אבין אמר נתחייב במקחך אמר ליה בשלמא למאן דאמר נתחייב היינו דרבי חנינא אלא למאן דאמר זכה מאי זכותא דלא אתי לידי ספק נדה
6 Es wurde gelehrt: R. Jirmeja b. Abba sagt, er habe zu ihm gesagt: freue dich deines Kaufes, und R. Jose b. Abin sagt, er habe zu ihm gesagt: du bist mit deinem Kaufe hereingefallen. — Erklärlich ist die Ansicht desjenigen, welcher ‘hereingefallen’ sagt, nach R. Ḥija, worin aber bestand der Vorzug nach demjenigen, welcher ‘freue dich’ sagt!? — Er war keinem Zweifel hinsichtlich der Menstruation ausgesetzt.
ז ההוא דאתא לקמיה דרבי אמר ליה רבי בעלתי ולא מצאתי דם אמרה לו רבי עדיין בתולה הייתי ושני בצורת הוה ראה רבי שפניהם שחורים צוה עליהן והכניסום למרחץ והאכילום והשקום והכניסום לחדר בעל ומצא דם אמר לו לך זכה במקחך קרי רבי עליהם (איכה ד, ח) צפד עורם על עצמם יבש היה כעץ:
7 Einst kam jemand vor Rabbi und klagte: Meister, ich habe ihr beigewohnt und kein Blut gefunden. Sie aber erwiderte: Meister, ich bin noch Jungfer. Da es ein Jahr der Dürre war und Rabbi sah, daß ihre Gesichter schwarz waren, ließ er sie ins Bad führen und Speise und Trank verabreichen. Alsdann ließ man sie in die Hochzeitskammer gehen, wo er ihr beiwohnte und Blut fand. Hierauf sprach er zu ihm: Geh, freue dich deines Kaufes. Da las Rabbi über sie:<i>Ihre Haut klebt an ihren Knochen, verdorrt ist sie wie Holz</i>.
ח <big><strong>מתני׳</strong></big> בתולה כתובתה מאתים ואלמנה מנה בתולה אלמנה גרושה וחלוצה מן האירוסין כתובתן מאתים ויש להן טענת בתולים:
8 <b>D</b><small>IE</small> M<small>ORGENGABE EINER</small> J<small>UNGFRAU BETRÄGT ZWEIHUNDERT</small> [Zuz], <small>DIE EINER</small> W<small>ITWE EINE</small> M<small>INE</small>. E<small>INE</small> J<small>UNGFRAU, DIE NACH DER</small> V<small>ERLOBUNG</small> W<small>ITWE,</small> G<small>ESCHIEDENE ODER</small> Ḥ<small>ALUÇA GEWORDEN IST, ERHÄLT ZWEIHUNDERT</small> [Z<small>UZ</small>] <small>ALS</small> M<small>ORGENGABE, UND DIE</small> J<small>UNGFERNSCHAFTSANKLAGE KANN GEGEN SIE ERHOBEN WERDEN</small>.
ט <big><strong>גמ׳</strong></big> מאי אלמנה אמר רב חנא בגדתאה אלמנה על שם מנה אלמנה מן האירוסין מאי איכא למימר איידי דהא קרי לה אלמנה הא נמי קרי לה אלמנה
9 GEMARA. Weshalb heißt [die Witwe] ‘Almana’? R. Ḥana aus Bagdad erwiderte: Wegen der Mine. — Wie ist es aber hinsichtlich der Witwe nach der Verlobung zu erklären? — Da jene ‘Almana’ heißt, heißt auch diese ‘Almana’. —
י אלמנה דכתיבא באורייתא מאי איכא למימר דעתידין רבנן דמתקני לה מנה ומי כתב קרא לעתיד אין דכתיב (בראשית ב, יד) ושם הנהר השלישי חדקל הוא ההולך קדמת אשור ותנא רב יוסף אשור זו סליקא ומי הואי אלא דעתידה הכא נמי דעתידה
10 Wie ist es hinsichtlich der in der Schrift genannten Witwezu erklären? — Für die die Rabbanan dereinst eine Mine festsetzen werden. — Erwähnt denn die Schrift das, was erst später eintraf!? — Freilich; so heißt es:<i>der Name des dritten Stromes ist Ḥiddeqel, der in der Ostseite von Ašur fließt</i>, und R. Joseph lehrte, Ašur sei Seleukia. Hat es damals schon bestanden? Vielmehr, weil es später sein wird, ebenso auch hierbei, weil es sein wird.
יא ואמר רב חנא בגדתאה מטר משקה מרוה ומזבל ומעדן וממשיך אמר רבא בר רבי ישמעאל ואיתימא רב יימר בר שלמיא מאי קרא (תהלים סה, יא) תלמיה רוה נחת גדודיה ברביבים תמוגגנה צמחה תברך
11 Ferner sagte R. Ḥana aus Bagdad: Der Regen tränkt, sättigt, düngt, verfeinert und dehnt. Raba b. R. Jišma͑él, manche sagen, R. Jemar b. Šelemja, sagte: Hierauf deutet folgender Schriftvers:<i>seine Furchen tränke, lockere seine Schollen, mit Güssen erweiche es, sein Gewächs segne</i>.
יב אמר רבי אלעזר מזבח מזיח ומזין מחבב מכפר היינו מכפר היינו מזיח מזיח גזירות ומכפר עונות
12 R. Elea͑zar sagte: Der Altar entfernt, nährt, macht beliebt und sühnt. — Sühnen und entfernensind ja identisch!? — Er entfernt die Verhängnisse und sühnt die Sünden.
יג ואמר רב חנא בגדתאה תמרי משחנן משבען משלשלן מאשרן ולא מפנקן אמר רב אכל תמרים אל יורה מיתיבי תמרים שחרית וערבית יפות במנחה רעות בצהרים אין כמותן ומבטלות שלשה דברים מחשבה רעה וחולי מעים ותחתוניות
13 Ferner sagte R. Ḥana aus Bagdad: Datteln erwärmen, sättigen, purgieren, kräftigen und verzärteln nicht. Rabh sagte: Wer Datteln gegessen hat, darf keine Entscheidung treffen. Man wandte ein: Datteln sind morgensund abendszuträglich, zur Vesperzeit schädlich, mittagsunvergleichlich [gut], sie beseitigen dreierlei: trübe Gedanken, Leibschmerzen und Stuhlleiden!? —
יד מי אמרינן דלא מעלו עלויי מעלו ולפי שעתא טרדא מידי דהוה אחמרא דאמר מר השותה רביעית יין אל יורה ואיבעית אימא לא קשיא הא מקמי נהמא הא לבתר נהמא דאמר אביי אמרה לי אם תמרי מקמי נהמא כי נרגא לדיקולא בתר נהמא כי עברא לדשא
14 Sagen wir etwa, daß sie nicht zuträglich sind; zuträglich sind sie, jedoch für den Moment sinnverwirrend. So verhält es sich auch mit dem Weine, denn der Meister sagte, wer ein Viertel[log] Wein getrunken hat, dürfe keine Entscheidung treffen. Wenn du aber willst, sage ich: das ist kein Einwand; eines gilt vor der Mahlzeit und eines nach der Mahlzeit. Abajje sagte nämlich: Mutter sagte mir: Datteln sind vor der Mahlzeit wie eine Axt für die Palme, nach der Mahlzeit aber wie ein Riegel für die Tür.
טו דשא אמר רבא דרך שם דרגא אמר רבא דרך גג פוריא א"ר פפא שפרין ורבין עליה אמר רב נחמן בר יצחק
15 Daša [Tür] erklärte Raba: derekh šam [da durch]. Darga [Treppe] erklärte Raba: derekh gag [zum Dache]. Purja [Bett] erklärte R. Papa: parin verabim [worauf Fruchtbarkeit und Vermehrung erfolgt]. R. Naḥman b. Jiçhauq sagte: