Ketubot 222

Kapitel 222

א שאין בה סמיכה עמידה שיש בה סמיכה נוחה הימנה
1 gelehnt stehen als ungelehnt sitzen.
ב וכן אמרו יצחק ושמעון ואושעיא אמרו דבר אחד הלכה כר' יהודה בפרדות דתניא רבי יהודה אומר פרדה שתבעה אין מרביעין עליה לא סוס ולא חמור אלא מינה
2 Ferner sagtensie: Jiçḥaq, Šimo͑n und Ošaja lehrten das gleiche, die Halakha sei wie R. Jehuda hinsichtlich der Maultiere. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Wenn ein Maultier brünstig ist, so darf man es weder von einem Pferde noch von einem Esel bespringen lassen, sondern nur von seiner Art.
ג אמר רב נחמן בר יצחק יצחק זה רבי יצחק נפחא שמעון זה ר"ש בן פזי ואמרי לה ר"ל אושעיא זה רבי אושעיא ברבי
3 R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Dieser Jiçḥaq ist R. Jiçḥaq der Schmied; dieser Šimo͑n ist R. Šimo͑n b. Pazi, manche sagen, Reš Laqiš, und dieser Ošaja ist R. Ošaja b. Rabbi.
ד אמר ר' אלעזר עמי הארצות אינן חיים שנאמר (ישעיהו כו, יד) מתים בל יחיו וגו' תניא נמי הכי מתים בל יחיו יכול לכל ת"ל רפאים בל יקומו במרפה עצמו מדברי תורה הכתוב מדבר
4 R. Elea͑zar sagte: Die Leute aus dem gemeinen Volkewerden nicht auferstehen, denn es heißt:<i>die Toten werden nicht aufleben &amp;c.</i> Desgleichen wird gelehrt: <i>die Toten werden nicht anflehen,</i> man könnte glauben, dies gelte von allen, so heißt es:<i>die Schlaffen nicht auferstehen,</i> die Schrift spricht von denen, die bei den Worten der Tora schlaff sind.
ה א"ל ר' יוחנן לא ניחא למרייהו דאמרת להו הכי ההוא במרפה עצמו לעבודת כוכבים הוא דכתיב א"ל מקרא אחר אני דורש דכתיב (ישעיהו כו, יט) כי טל אורות טליך וארץ רפאים תפיל כל המשתמש באור תורה אור תורה מחייהו וכל שאין משתמש באור תורה אין אור תורה מחייהו
5 R. Joḥanan sprach zu ihm: Es ist ihrem Herrn nicht recht, daß du es von ihnen sagst; dieser [Schriftvers] spricht von denen, die beim Götzendienste schlaff sind. Jener erwiderte: Ich lege einen anderen Schriftvers aus; es heißt:<i>denn ein Pflanzentau ist dein Tau, zur Erde wirfst du Schlaffe nieder;</i> wer sich des Lichtes der Tora bedient, den belebt das Licht der Tora, und wer sich des Lichtes der Tora nicht bedient, den belebt das Licht der Tora nicht.
ו כיון דחזייה דקמצטער א"ל רבי מצאתי להן תקנה מן התורה (דברים ד, ד) ואתם הדבקים בה' אלהיכם חיים כולכם היום וכי אפשר לדבוקי בשכינה והכתיב (דברים ד, כד) כי ה' אלהיך אש אוכלה
6 Als er aber sah, wie er sich grämte, sprach er: Meister, ich fand für sie in der Tora ein Mittel. [Es heißt:]<i>ihr aber, die ihr euch dem Herrn, eurem Gott, anschließt, lebt heute alle.</i> Ist es denn möglich, sich der Göttlichkeit anzuschließen, es heißt ja:<i>denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer</i>!?
ז אלא כל המשיא בתו לתלמיד חכם והעושה פרקמטיא לתלמידי חכמים והמהנה תלמידי חכמים מנכסיו מעלה עליו הכתוב כאילו מדבק בשכינה
7 Vielmehr, wer seine Tochter an einen Schriftgelehrten verheiratet, Schriftgelehrten die Geschäfte besorgt und Schriftgelehrte von seinem Vermögen genießen läßt, dem rechnet es die Schrift an, als würde er sich der Göttlichkeit anschließen.
ח כיוצא בדבר אתה אומר (דברים ל, כ) לאהבה את ה' אלהיך ולדבקה בו וכי אפשר לאדם לידבק בשכינה אלא כל המשיא בתו לתלמיד חכם והעושה פרקמטיא לתלמידי חכמים והמהנה תלמידי חכמים מנכסיו מעלה עליו הכתוב כאילו מדבק בשכינה
8 Desgleichen heißt es:<i>den Herrn, deinen Gott, zu lieben &amp;c. und sich ihm anzuschließen.</i> Ist es denn einem Menschen möglich, sich der Göttlichkeit anzuschließen!? Vielmehr, wer seine Tochter an einen Schriftgelehrten verheiratet, Schriftgelehrten die Geschäfte besorgt und Schriftgelehrte von seinem Vermögen genießen läßt, dem rechnet es die Schrift an, als würde er sich der Göttlichkeit anschließen.
ט א"ר חייא בר יוסף עתידין צדיקים שמבצבצין ועולין בירושלים שנאמר (תהלים עב, טז) ויציצו מעיר כעשב הארץ ואין עיר אלא ירושלים שנאמר (מלכים ב יט, לד) וגנותי אל העיר הזאת
9 R. Ḥija b. Joseph sagte: Die Frommen werden dereinst in Jerušalem aufsprossen und emporsteigen, denn es heißt:<i>sie sprossen hervor aus der Stadt wie das Gras der Erde,</i> und unter Stadt ist Jerušalem zu verstehen, wie es heißt:<i>ich werde diese Stadt schirmen.</i>
י וא"ר חייא בר יוסף עתידים צדיקים שיעמדו במלבושיהן ק"ו מחטה מה חטה שנקברה ערומה יוצאה בכמה לבושין צדיקים שנקברו בלבושיהן על אחת כמה וכמה
10 Ferner sagte R. Ḥija b. Joseph: Dereinst werden die Frommen mit ihren Gewändern auferstehen. Dies ist [durch einen Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere, von einem Weizenkorn, zu folgern: wenn ein Weizenkorn, das nackt begraben wird, mit vielen Gewändern hervorkommt, um wieviel mehr die Frommen, die in ihren Gewändern begraben werden.
יא וא"ר חייא בר יוסף עתידה א"י שתוציא גלוסקאות וכלי מילת שנאמר (תהלים עב, טז) יהי פסת בר בארץ
11 Ferner sagte R. Ḥija b. Joseph: Dereinst wird das Jisraélland Kuchen und milesische Gewänder [fertig] hervorbringen, denn es heißt:<i>es sei eine Fülle des Getreides im Lande</i>.
יב ת"ר יהי פסת בר בארץ בראש הרים אמרו עתידה חטה שתתמר כדקל ועולה בראש הרים ושמא תאמר יש צער לקוצרה תלמוד לומר (תהלים עב, טז) ירעש כלבנון פריו הקב"ה מביא רוח מבית גנזיו ומנשבה עליה ומשרה את סלתה ואדם יוצא לשדה ומביא מלא פיסת ידו וממנה פרנסתו ופרנסת אנשי ביתו
12 Die Rabbanan lehrten: <i>Es sei eine Fülle des Getreides im Lande, auf dem Gipfel der Berge.</i> Sie sagten: Dereinst wird das Weizenkorn gleich einer Dattelpalme zum Gipfel der Berge emporsteigen. Vielleicht glaubst du, es werde beschwerlich sein, es zu mähen, so heißt es:<i>es rauscht wie der Lebanon seine Frucht;</i> der Heilige, gepriesen sei er, wird aus seiner Schatzkammer einen Wind entfesseln, der sein Feinmehl lösen wird; jedermann wird dann aufs Feld gehen und volle Handteller heimbringen, zu seiner Verpflegung und zur Verpflegung seiner Hausleute.
יג (דברים לב, יד) עם חלב כליות חטה אמרו עתידה חטה שתהא כשתי כליות של שור הגדול ואל תתמה שהרי שועל קינן בלפת ושקלוהו ומצאו בו ששים ליטרין בליטרא של צפורי
13 <i>Samt des Weizens Nierenfett.</i> Sie sagten: Dereinst wird ein Weizenkorn beiden Nieren eines großen Ochsen gleichen. Dies wundere dich nicht: ein Fuchs horstete einst in einer Rübe, und als man sie wog, hatte sie noch sechzig Litra, nach der Litra von Sepphoris gerechnet.
יד תניא אמר רב יוסף מעשה בשיחין באחד שהניח לו אביו שלשה בדי חרדל ונפשח אחד מהן ונמצאו בו תשעה קבין חרדל ועציו סיככו בו סוכת יוצרין: אמר ר"ש בן תחליפא קלח של כרוב הניח לנו אבא והיינו עולים ויורדים בו בסולם
14 Es wird gelehrt: R. Joseph erzählte: Einst hinterließ einem in Šiḥin sein Vater drei Senfstengel, und als einer von ihnen abplatzte, fand man darin neun Kab Senf, und mit dem Holze überdachte man eine Töpferhütte. R. Šimo͑n b. Taḥlipha erzählte: Unser Vater hinterließ uns einen Kohlstrunk, auf dem wir auf- und abstiegen, wie auf einer Leiter.
טו (דברים לב, יד) ודם ענב תשתה חמר אמרו לא כעולם הזה העולם הבא העולם הזה יש בו צער לבצור ולדרוך העולם הבא מביא ענוה אחת בקרון או בספינה ומניחה בזוית ביתו ומספק הימנה כפטוס גדול ועציו מסיקין תחת התבשיל ואין לך כל ענבה וענבה שאין בה שלשים גרבי יין שנא' (דברים לב, יד) ודם ענב תשתה חמר אל תקרי חמר אלא חומר
15 <i>Und Traubenblut trinkst du schäumend.</i> Sie sagten: Nicht wie diese Welt ist die zukünftige Welt; in dieser Welt muß man sich quälen, [den Wein] zu lesen und zu treten, in der zukünftigen Welt aber wird man eine einzige Traube auf einem Wagen oder einem Kahne holen, sie in einen Winkel des Hauses legen und daraus wie aus einem großen Fasse brauchen; das Holz davon wird man unter dem Kochtopfe brennen. Du hast keine einzige Traube, die nicht dreißig MaßWein faßt, denn es heißt: <i>und Traubenblut trinkst du schäumend,</i> und man lese nicht <i>ḥamer</i> [schäumend], sondern <i>ḥomer.</i>
טז כי אתא רב דימי אמר מאי דכתיב (בראשית מט, יא) אוסרי לגפן עירה אין לך כל גפן וגפן שבא"י שאין צריך עיר אחת לבצור (בראשית מט, יא) ולשורקה בני אתונו אין לך כל אילן סרק שבא"י שאינו מוציא משוי שתי אתונות ושמא תאמר אין בו יין ת"ל (בראשית מט, יא) כבס ביין לבושו ושמא תאמר אינו אדום ת"ל ודם ענב תשתה חמר
16 Als R. Dimi kam, trug er vor: Es heißt:<i>der da bindet an den Weinstock sein Füllen [i͑ro]</i>; du hast keinen einzigen Weinstock im Jisraéllande, zu dessen Ernte nicht eine [ganze] Stadt [i͑r] nötig wäre.<i>Und zu seiner Rebe das Junge seiner Eselin;</i> du hast keinen leeren Baum im Jisraéllande, der nicht eine Last für zwei Eselinnentrüge. Vielleicht glaubst du, es sei kein Wein darin, so heißt es: <i>er wäscht in Wein sein Kleid.</i> Vielleicht glaubst du, er sei nicht rot, so heißt es:<i>und in Traubenblut</i>.
יז ושמא תאמר אינו מרוה ת"ל סותה ושמא תאמר אין בו טעם ת"ל חכלילי עינים מיין כל חיך שטועמו אומר לי לי ושמא תאמר לנערים יפה ולזקנים אינו יפה ת"ל ולבן שנים מחלב אל תיקרי לבן שינים אלא לבן שנים
17 Vielleicht glaubst du, er berausche nicht, so heißt es: <i>Gewand</i>. Vielleicht glaubst du, er habe keinen Geschmack, so heißt es:<i>die Augen von Wein gerötet,</i> jeder Gaumen, der ihn kostet, ruft: mir, mir. Vielleicht glaubst du, er sei nur Jungen zuträglich, Alten aber nicht zuträglich, so heißt es:<i>weiß die Zähne von Milch,</i> und man lese nicht <i>leben šinajim</i> [weiß die Zähne] sondern <i>leben šanim</i> [dem Angejahrten]. –
יח פשטיה דקרא במאי כתיב כי אתא רב דימי אמר אמרה כנסת ישראל לפני הקב"ה רבונו של עולם רמוז בעיניך דבסים מחמרא ואחוי לי שיניך דבסים מחלבא
18 Worauf bezieht sich der Schriftvers nach seinem einfachen Sinne? – Als R. Dimi kam, sagte er: Die Gemeinde Jisraél sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, zwinkeremir mit deinen Augen, süßer als Wein, und zeige mir deine Zähne, süßer als Milch.
יט מסייע ליה לר' יוחנן דאמר ר' יוחנן טוב המלבין שינים לחבירו יותר ממשקהו חלב שנאמר ולבן שנים מחלב אל תקרי לבן שינים אלא לבון שינים
19 Dies ist eine Stütze für R. Joḥanan, denn R. Joḥanan sagte: Wer seinem Nächsten die weißen Zähne[zeigt], tut mehr, als gäbe er ihm Milch zu trinken, denn es heißt: <i>weiß die Zähne von Milch,</i> und man lese nicht <i>leben šinajim</i> [weiß die Zähne] sondern <i>lebon šinajim</i> [weiße die Zähne].
כ רב חייא בר אדא מקרי דרדקי דר"ל הוה איפגר תלתא יומי ולא אתא כי אתא א"ל אמאי איפגרת
20 R. Ḥija b. Ada war der Kinderlehrer des Reš Laqiš; einst blieb er aus und kam drei Tage nicht. Als er kam, fragte ihn dieser, weshalb er ausblieb.
כא א"ל דלית אחת הניח לי אבא ובצרתי ממנה יום ראשון ג' מאות אשכולות אשכול לגרב יום שני בצרתי ג' מאות אשכולות שתי אשכולות לגרב יום שלישי בצרתי ממנה ג' מאות אשכולות שלש אשכולות לגרב והפקרתי יותר מחציה א"ל אי לאו דאיפגרת הוה עבדא טפי
21 Jener erwiderte: Mein Vater hinterließ mir einen Spalierweinstock; am ersten Tage winzerte ich von diesem dreihundert Reben, eine Rebe ein Maß, am zweiten Tag winzerte ich dreihundert Reben, zwei Reben ein Maß, am dritten Tage winzerte ich dreihundert Reben, drei Reben ein Maß, und mehr als die Hälfte gab ich preis. Da sprach er: Wärest du nicht ausgeblieben, würde er noch mehr gebracht haben.
כב רמי בר יחזקאל איקלע לבני ברק חזנהו להנהו עיזי דקאכלן תותי תאיני וקנטיף דובשא מתאיני וחלבא טייף מנייהו ומיערב בהדי הדדי אמר היינו זבת חלב ודבש
22 Einst kam Rami b. Jeḥezqel nach Rene Beraq und sah Ziegen unter Feigenbäumen weiden; von den Feigen troff Honig und Milch von jenen, sodaß sie sich mit einander vermengten. Da sprach er: Das ist [das Land, wo] Milch und Honig fließt.
כג א"ר יעקב בן דוסתאי מלוד לאונו שלשה מילין פעם אחת קדמתי בנשף והלכתי עד קרסולי בדבש של תאינים אמר ר"ל לדידי חזי לי זבת חלב ודבש של צפורי והוי שיתסר מילין אשיתסר מילין אמר רבה בר בר חנה לדידי חזי לי זבת חלב ודבש של כל ארץ ישראל
23 R. Ja͑qob b. Dostaj erzählte: Von Lud nach Ono sind drei Mil; einst brach ich frühmorgens auf und ging bis zu den Knöcheln in Feigenhonig. Reš Laqiš erzählte: Ich sah das Fließen von Milch und Honig in Sepphoris; es waren sechzehn zu sechzehn Mil. Rabba b. Bar Ḥana erzählte: Ich sah das Fließen von Milch und Honig des ganzen Jisraéllandes,