Ketubot 23

Kapitel 23

א אמר רבה זאת אומרת כנסה בחזקת בתולה ונמצאת בעולה יש לה כתובה מנה רב אשי אמר בעלמא לעולם אימא לך לית לה כלל ושאני הכא שהרי כנסה ראשון
1 Rabba sagte: Dies besagt, daß, wenn er sie als Jungfer genommen und sie als Deflorierte befunden wird, sie eine Mine als Morgengabe erhalte. R. Aši aber sagte: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, erhält sie nichts, anders aber ist es hierbei, wo der erste sie bereits heimgeführt hatte. —
ב וניחוש שמא תחתיו זינתה אמר רב שרביא כגון שקידש ובעל לאלתר
2 Es ist ja zu berücksichtigen, sie kann unter ihm gehurthaben!? R. Šerebja erwiderte: Wenn er sie sich angetraut und ihr sofort beigewohnt hat.
ג ואיכא דמתני לה אמתניתין בתולה אלמנה גרושה חלוצה מן הנישואין כתובתן מנה ואין להן טענת בתולין בתולה מן הנישואין היכי משכחת לה כגון שנכנסה לחופה ולא נבעלה
3 Manche beziehen dies auf unsere Mišna: Eine Jungfrau, die nach der Verheiratung Witwe, Geschiedene oder Ḥaluça geworden ist, erhält eine Mine als Morgengabe, und die Jungfernschaftsanklage kann gegen sie nicht erhoben werden. Eine Jungfrau nach der Verheiratung kommt wohl in dem Falle vor, wenn sie unter den Baldachin gekommen, jedoch nicht beschlafen worden ist.
ד אמר רבה זאת אומרת כנסה בחזקת בתולה ונמצאת בעולה כתובתה מנה רב אשי אמר לעולם אימא לך בעלמא לית לה כלל ושאני הכא שהרי נכנסה לחופה
4 Rabba sagte: Dies besagt, daß, wenn er sie als Jungfer genommen und sie als Deflorierte befunden wird, sie eine Mine als Morgengabe erhalte. R. Aši aber sagte: Tatsächlich, kann ich dir erwidern, erhält sie nichts, anders aber ist es hierbei, wo sie bereits unter den Baldachin gekommen war. —
ה וליחוש שמא תחתיו זינתה אמר רב שרביא כגון שקידש ובעל לאלתר
5 Es ist ja zu berücksichtigen, sie kann unter ihm gehurt haben!? R. Šerebja erwiderte: Wenn er sie sich angetraut und ihr sofort beigewohnt hat.
ו מאן דמתני לה אברייתא כל שכן אמתניתין ומאן דמתני לה אמתני' אבל אברייתא לא משום דמצי אמר לה אנא אעדים סמכי:
6 Wer dies auf die Barajthabezieht, nach dem gilt dies um so mehr von unserer Mišna, und wer dies auf unsere Mišna bezieht, nach dem gilt dies nicht von der Barajtha, da er sagen kann, er habe sich auf die Zeugen verlassen.
ז <big><strong>מתני׳</strong></big> האוכל אצל חמיו ביהודה שלא בעדים אינו יכול לטעון טענת בתולים מפני שמתייחד עמה:
7 <b>W</b><small>ER IN</small> J<small>UDÄA</small><small>IM</small> H<small>AUSE SEINES</small> S<small>CHWIEGERVATERS OHNE</small> Z<small>EUGEN ISST, KANN KEINE</small> J<small>UNGFERNSCHAFTSANKLAGE ERHEBEN, WEIL ER MIT IHR INTIM IST</small>.
ח <big><strong>גמ׳</strong></big> מדקתני האוכל מכלל דאיכא דוכתא ביהודה נמי דלא אכיל אמר אביי ש"מ ביהודה נמי מקומות מקומות יש כדתניא א"ר יהודה ביהודה בראשונה היו מייחדין את החתן ואת הכלה שעה אחת קודם כניסתן לחופה כדי שיהא לבו גס בה ובגליל לא היו עושין כן
8 GEMARA. Wenn er ‘wer ißt’ lehrt, so gibt es [auch in Judäa] Orte, wo man nicht ißt? Abajje sagte: Hieraus ist zu entnehmen, daß auch in Judäa der Orts[brauch] verschieden ist. Es wird nämlich gelehrt: R. Jehuda sagte: Früher ließ man in Judäa den Bräutigam und die Braut eine Zeitlang vor dem Eintritt in das Brautgemach allein, damit er mit ihr vertraut werde; in Galiläa tat man es nicht.
ט ביהודה בראשונה היו מעמידין להם שני שושבינין אחד לו ואחד לה כדי למשמש את החתן ואת הכלה בשעת כניסתן לחופה ובגליל לא היו עושין כן
9 Früher gab man ihnen in Judäa zwei Brautzeugen, einen ihm und einen ihr, um den Bräutigam und die Braut beim Eintritt in das Brautgemach zuüberwachen; in Galiläa tat man es nicht.
י ביהודה בראשונה היו שושבינין ישנים בבית שחתן וכלה ישנים בה ובגליל לא היו עושין כן
10 Früher schliefen in Judäa die Brautzeugen im Hause, in dem der Bräutigam und die Braut schliefen; in Galiläa tat man es nicht.
יא וכל שלא נהג כמנהג הזה אינו יכול לטעון טענת בתולים אהייא אילימא ארישא כל שנהג מיבעי ליה
11 Wer nicht nach diesem Brauche handelte, konnte die Jungfernschaftsanklage nicht erheben. Worauf bezieht sich dies: wenn auf den Anfangsatz, so müßte es ja heißen: wer danach handelte,
יב אלא אסיפא כל שלא מושמש מיבעי ליה
12 und wenn auf den Schlußsatz, so müßte es ja heißen: wer nicht überwacht wordenist!?
יג אמר אביי לעולם ארישא ותני כל שנהג אמר ליה רבא והא כל שלא נהג קתני אלא אמר רבא הכי קאמר כל שלא נהג מנהג גליל בגליל אלא מנהג יהודה בגליל אינו יכול לטעון טענת בתולים רב אשי אמר לעולם אסיפא ותני כל שלא מושמש:
13 Abajje erwiderte: Tatsächlich auf den Anfangsatz, und man lese: wer danach handelte. Raba sprach zu ihm: Et lehrt ja aber: wer danach nicht handelte!? Vielmehr, erklärte Raba, ist dies wie folgt zu verstehen: wer in Galiläa nicht nach dem galiläischen Brauch handelte, sondern nach dem judäischen Brauche, konnte die Jungfernschaftsanklage nicht erheben. R. Aši erwiderte: Tatsächlich auf den Schlußsatz, und man lese: wer nicht überwacht worden ist.
יד <big><strong>מתני׳</strong></big> אחת אלמנת ישראל ואחת אלמנת כהנים כתובתה מנה בית דין של כהנים היו גובין לבתולה ארבע מאות זוז ולא מיחו בידם חכמים:
14 <b>S</b><small>OWOHL EINE JISRAÉLITISCHE</small> W<small>ITWE ALS AUCH EINE PRIESTERLICHE</small> W<small>ITWE</small><small>ERHÄLT EINE</small> M<small>INE ALS</small> M<small>ORGENGABE</small>. D<small>AS</small> P<small>RIESTERGERICHT ERHOB FÜR EINE</small> J<small>UNGFRAU VIERHUNDERT</small> Z<small>UZ, UND DIE</small> W<small>EISEN VERWEHRTEN ES IHNEN NICHT</small>.
טו <big><strong>גמ׳</strong></big> תנא ואלמנת כהנים כתובתה מאתים והאנן תנן אחת אלמנת ישראל ואחת אלמנת כהנים כתובתן מנה
15 GEMARA. Es wird gelehrt: Die priesterliche Witwe erhält zweihundert [Zuz] als Morgengabe. — Unsere Mišna lehrt ja aber, sowohl eine jisraélitische Witwe als auch eine priesterliche Witwe erhalte eine Mine als Morgengabe!?
טז אמר רב אשי שתי תקנות הוו מעיקרא תקינו לבתולה ארבע מאות זוז ולאלמנה מנה
16 R. Aši erwiderte: Es sind zwei Bestimmungen getroffen worden. Ursprünglich bestimmten sie vierhundert Zuz für eine Jungfrau und eine Mine für eine Witwe;