Ketubot 24

Kapitel 24

א כיון דחזו דמזלזלי בהו תקינו להו מאתן כיון דחזו דקא פרשין מינייהו דאמרי עד דנסבינן אלמנת כהנים ניזיל ניסיב בתולה בת ישראל אהדרינהו למלתייהו:
1 es zeigte sich aber, daß man sie geringschätzte, und sie bestimmten für sie zweihundert [Zuz]. Als sich aber herausstellte, daß man sich von ihnen zurückzog, denn man sagte, anstatt eine priesterliche Witwe zu heiraten, heiraten wir lieber eine jisraélitische Jungfrau, führten sie die ursprüngliche Bestimmung wieder ein.
ב בית דין של כהנים כו': אמר רב יהודה אמר שמואל לא ב"ד של כהנים בלבד אמרו אלא אפי' משפחות המיוחסות בישראל אם רצו לעשות כדרך שהכהנים עושין עושין
2 D<small>AS</small> P<small>RIESTERGERICHT &amp;C</small>. R. Jehuda sagte im Namen Šemuéls: Sie sagten es nicht nur vom Priestergerichte, vielmehr darf jede vornehme Familie in Jisraél, wenn sie es will, nach der Art der Priester verfahren.
ג מיתיבי הרוצה לעשות כדרך שהכהנים עושין כגון בת ישראל לכהן ובת כהן לישראל עושין בת ישראל לכהן ובת כהן לישראל הוא דאיכא צד כהונה אבל בת ישראל לישראל לא
3 Man wandte ein: Wenn jemand nach der Art der Priester verfahren will, beispielsweise bei [der Verheiratung] einer Jisraélitin mit einem Priester oder einer Priesterstochter mit einem Jisraéliten, so darf er dies. Nur bei einer Jisraélitin mit einem Priester oder einer Priesterstochter mit einem Jisraéliten, wo eine priesterliche Seite vorhanden ist, nicht aber bei einer Jisraélitin mit einem Jisraéliten!? —
ד לא מבעיא קאמר לא מבעיא בת ישראל לישראל דלא מצי אמר לה עלויי קא מעלינן ליך אבל בת ישראל לכהן דמצי אמר לה עלויי קא מעלינן ליך אימא לא קמ"ל:
4 Dieser Fall ist selbstverständlich; selbstverständlich ist dies von einer Jisraélitin mit einem Jisraéliten, der nicht sagen kann, er habe sie in einen höheren Stand erhoben, man könnte aber glauben, dies gelte nicht von einer Jisraélitin mit einem Priester, der sagen kann, er habe sie in einen höheren Stand erhoben, so lehrt er uns.
ה <big><strong>מתני׳</strong></big> הנושא את האשה ולא מצא לה בתולים היא אומרת משארסתני נאנסתי ונסתחפה שדהו והוא אומר לא כי אלא עד שלא ארסתיך והיה מקחי מקח טעות רבן גמליאל ורבי אליעזר אומרים נאמנת רבי יהושע אומר לא מפיה אנו חיין אלא הרי זו בחזקת בעולה עד שלא תתארס והטעתו עד שתביא ראיה לדבריה:
5 <b>W</b><small>ENN JEMAND EINE</small> F<small>RAU GEHEIRATET UND BEI IHR KEINE</small> J<small>UNGFERNSCHAFT GEFUNDEN HAT, UND SIE SAGT, SIE SEI NACHDEM ER SIE SICH ANGELOBT HAT GENOTZÜCHTIGT WORDEN, SODASS SEIN</small> F<small>ELD ÜBERSCHWEMMT WORDEN IST, UND ER SAGT, NEIN, BEVOR ER SIE SICH ANGELOBT HAT, SODASS SEIN</small> K<small>AUF EIN IRRTÜMLICHER IST, SO IST SIE, WIE</small> R. G<small>AMLIÉL UND</small> R. E<small>LIE͑ZER SAGEN, GLAUBHAFT</small>. R. J<small>EHOŠUA͑ SAGT, WIR LEBEN NICHT VON IHRER</small> B<small>EHAUPTUNG, VIELMEHR GELTE SIE ALS VOR DER</small> V<small>ERLOBUNG</small> D<small>EFLORIERTE, DIE IHN BETROGEN HAT, BIS SIE DEN</small> B<small>EWEIS FÜR IHRE</small> W<small>ORTE ANGETRETEN HAT</small>.
ו <big><strong>גמ׳</strong></big> אתמר מנה לי בידך והלה אומר איני יודע רב יהודה ורב הונא אמרי חייב ורב נחמן ורבי יוחנן אמרי פטור רב הונא ורב יהודה אמרי חייב ברי ושמא ברי עדיף רב נחמן ורבי יוחנן אמרי פטור אוקי ממונא בחזקת מריה
6 GEMARA. Es wurde gelehrt: [Wenn jemand zu einem sagt:] ich habe bei dir eine Mine, und dieser ihm erwidert: ich weiß es nicht, so ist er, wie R. Jehuda und R. Hona sagen, schuldig, und wie R. Naḥman und R. Joḥanan sagen, frei. R. Hona und R. Jehuda sagen, er sei schuldig, denn von einer sicheren und einer unsicheren [Behauptung] ist die sichere maßgebend. R. Naḥman und R. Joḥanan sagen, er sei frei, denn man lasse das Geld im Besitze des Inhabers.
ז א"ל אביי לרב יוסף הא דרב הונא ורב יהודה דשמואל היא דתנן היתה מעוברת ואמרו לה מה טיבו של עובר זה מאיש פלוני וכהן הוא רבן גמליאל ורבי אליעזר אומרים נאמנת ואמר רב יהודה אמר שמואל הלכה כרבן גמליאל
7 Abajje sprach zu R. Joseph: Die Ansicht R. Honas und R. Jehudas entspricht der Ansicht Šemuéls. Wir haben nämlich gelernt: Wenn sie schwanger ist, und [auf die Frage], welcher Art der Fötussei, erwidert, er sei von jenem Manne, der Priesterist, so ist sie, wie R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, glaubhaft. Hierzu sagte R. Jehuda im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Gamliél.
ח ואמר ליה רב שמואל בר יהודה לרב יהודה שיננא אמרת לן משמיה דשמואל הלכה כרבן גמליאל אף בראשונה מאי אף בראשונה אע"ג דאיכא למימר אוקי ממונא בחזקת מריה אמר רבן גמליאל ברי עדיף
8 R. Šemuél b. Jehuda sprach zu R. Jehuda: Scharfsinniger, du sagtest uns im Namen Šemuéls, die Halakha sei wie R. Gamliél sogar bei der erstenLehre. Was heißt: sogar bei der ersten? Obgleich man sagen sollte, das Geld sei im Besitze des Inhabers zu lassen, dennoch sagt R. Gamliél, die sichere Behauptung sei maßgebend. —
ט לימא רב יהודה ורב הונא דאמרי כר"ג ורב נחמן ורבי יוחנן דאמרי כרבי יהושע
9 Es wäre anzunehmen, daß R. Jehuda und R. Hona der Ansicht R. Gamliéls, und R. Naḥman und R. Joḥanan der Ansicht R. Jehošua͑s seien. —
י אמר לך רב נחמן אנא דאמרי אפילו כרבן גמליאל עד כאן לא קאמר ר"ג התם אלא דאיכא מגו אבל הכא מאי מגו איכא
10 R. Naḥman kann dir erwidern: meine Ansicht gilt auch nach R. Gamliél, denn R. Gamliél sagt es nur da, weil [eine Glaubwürdigkeit]vorliegt, welche [Glaubwürdigkeit] aber liegt hierbei vor!?
יא אי נמי עד כאן לא קאמר רבן גמליאל התם אלא דאמרינן אוקמה אחזקה אבל הכא מאי חזקה אית ליה להאי
11 Oder auch: R. Gamliél sagt es nur da, weil wir sagen, sie sei beim bisherigen Zustandezu belassen, welche Belassung aber gibt es hierbei!?
יב הכי נמי מסתברא כדקא משנינן דרב נחמן הוא דאמר כר"ג
12 Diese unsere Erwiderung, die Ansicht R. Naḥmans stimme mit der des R. Gamliél überein,