Ketubot 31

Kapitel 31

א שהפה שאסר הוא הפה שהתיר ואם יש עדים שהיא של אביו והוא אומר לקחתיה הימנו אינו נאמן:
1 DENN DERSELBE M<small>UND, DER ES</small> <small>VERBOTEN GEMACHT HAT, MACHT ES ERLAUBT</small>. S<small>IND ABER</small> Z<small>EUGEN VORHANDEN, DASS ES DESSEN</small> V<small>ATER GEHÖRTE, SO IST ER, WENN ER SAGT, ER HABE ES VON IHM GEKAUFT, NICHT GLAUBHAFT</small>.
ב <big><strong>גמ׳</strong></big> טעמא דאיכא עדים הא ליכא עדים בעל מהימן לימא תנן סתמא דלא כרבן גמליאל דאי ר"ג הא אמר איהי מהימנא
2 GEMARA. Nur wenn Zeugen vorhanden sind, wenn aber keine Zeugen vorhanden sind, ist der Ehemann glaubhaft. Eine anonyme Lehre widerspricht somit R. Gamliél, denn R. Gamliél sagt, sie sei glaubhaft. —
ג אפילו תימא רבן גמליאל עד כאן לא קאמר ר"ג התם אלא בברי ושמא אבל הכא בברי וברי לא אמר
3 Du kannst auch sagen, nach R. Gamliél, denn R. Gamliél ist dieser Ansicht nur da, wo [sie] ‘bestimmt’ und [er] ‘vielleicht’ sagt, nicht aber hierbei, wo beide es bestimmt behaupten. —
ד ודקארי לה מאי קארי לה הא ברי וברי הוא כיון דרוב נשים בתולות נישאות כי ברי ושמא דמי
4 Was dachte sich der Fragende: hierbei behaupten es ja beide bestimmt!? — Da die meisten Frauen sich als Jungfrauen verheiraten, so ist es ebenso, als würde [sie] ‘bestimmt’ und er ‘vielleicht’ sagen.
ה והכי נמי מסתברא מדקתני ומודה רבי יהושע אי אמרת בשלמא איירי ר"ג במודה שפיר אלא אי אמרת לא איירי ר"ג במודה רבי יהושע למאן מודה
5 Dies ist auch einleuchtend, denn er lehrt, R. Jehošua͑ pflichte bei. Erklärlich ist dies, wenn du sagst, er spreche von einem Falle, hinsichtlich dessen R. Gamliél beipflichtet, wem aber pflichtet R. Jehošua͑ bei, wenn du sagst, er spreche nicht von einem Falle, hinsichtlich dessen R. Gamliél beipflichtet!? —
ו מי סברת ר' יהושע אהאי פירקין קאי אמגו קאי ואפירקין קמא קאי
6 Du glaubst wohl, R. Jehošua͑ beziehe sich auf [die Lehre in] diesem Abschnitte, er bezieht sich auf den Fall von der Glaubwürdigkeitim ersten Abschnitte. —
ז אהייא אילימא אהא היתה מעוברת ואמרו לה מה טיבו של עובר זה מאיש פלוני וכהן הוא ר"ג ור"א אומרים נאמנת רבי יהושע אומר לא מפיה אנו חיין התם מאי מגו איכא הרי כריסה בין שיניה
7 Auf welchen: wenn etwa auf den Fall, wenn sie schwanger ist, und [auf die Frage], welcher Art ihr Fötus sei, erwidert, er sei von jenem Manne, der Priester ist, hinsichtlich dessen R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, sie sei glaubhaft, und R. Jehošua͑ sagt, wir leben nicht von ihrer Behauptung, so liegt ja da keine Glaubwürdigkeit vor, wo ihr der Bauch bis an die Zähnereicht.
ח אלא אהא ראוה מדברת עם אחד ואמרו לה מה טיבו של איש זה איש פלוני וכהן הוא ר"ג ור"א אומרים נאמנת רבי יהושע אומר לא מפיה אנו חיין התם מאי מגו איכא הניחא לזעירי דאמר מאי מדברת נסתרה מגו דאי בעיא אמרה לא נבעלתי וקאמרה נבעלתי מהימנא אלא לרב אסי דאמר מאי מדברת נבעלת מאי מגו איכא
8 Und wenn auf den Fall, wenn man sie mit jemand reden sah, und sie [auf die Frage], welcher Art jener Mann sei, erwidert, es sei N., der Priester ist, hinsichtlich dessen R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, sie sei glaubhaft, und R. Jehošua͑ sagt, wir leben nicht von ihrer Behauptung, so liegt allerdings nach Zee͑ri, welcher sagt, ‘reden’ heiße sich verbergen, eine Glaubhaftigkeit vor, denn, da sie, wenn sie wollte, sagen könnte, sie sei nicht beschlafen worden, und sagt, sie sei beschlafen worden, so ist sie glaubhaft, welche Glaubhaftigkeit liegt aber nach R. Asi vor, welcher sagt, ‘reden’ heiße beschlafen werden!?
ט ואלא אהא היא אומרת מוכת עץ אני והוא אומר לא כי אלא דרוסת איש את ר"ג ור"א אומרים נאמנת ורבי יהושע אומר לא מפיה אנו חיין התם מאי מגו איכא
9 Und wenn auf den Fall, wenn sie sagt, sie sei verletzt, und er sagt, nein, von einem Manne defloriert, hinsichtlich dessen R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, sie sei glaubhaft, und R. Jehošua͑ sagt, wir leben nicht von ihrer Behauptung, so liegt ja auch hierbei keine Glaubhaftigkeit vor.
י בשלמא לרבי אלעזר דאמר במנה ולא כלום מגו דאי בעיא אמרה מוכת עץ אני תחתיך ואית לה מאתים וקאמרה מעיקרא דלית לה אלא מנה מהימנא אלא לר' יוחנן דאמר במאתים ומנה מאי מגו איכא
10 Allerdings liegt nach R. Elea͑zar, welcher sagt, sie streiten, ob eine Mine oder nichts, eine Glaubhaftigkeit vor, denn, da sie, wenn sie wollte, sagen könnte, sie sei unter ihmverletzt worden, sodaß sie zweihundert [Zuz] zu erhalten hätte, und sagt, es sei vorher erfolgt, sodaß sie nur eine Mine zu erhalten hat, so ist sie glaubhaft; welche Glaubhaftigkeit aber liegt nach R. Joḥanan vor, welcher sagt, sie streiten, ob zweihundert [Zuz] oder eine Mine!? —
יא אלא אהא הנושא את האשה ולא מצא לה בתולים היא אומרת משארסתני נאנסתי ונסתחפה שדהו והוא אומר לא כי אלא עד שלא אירסתיך
11 Vielmehr, auf den Fall, wenn jemand eine Frau genommen und bei ihr keine Jungfernschaft gefunden hat, und sie sagt, sie sei, nachdem er sich mit ihr verlobt hat, genotzüchtigt worden, sodaß sein Feld überschwemmt wordenist, und er sagt, nein, bevor er sich mit ihr verlobt hat,
יב ר"ג ור"א אומרים נאמנת ור' יהושע אומר לא מפיה אנו חיין דמגו דאי בעיא אמרה מוכת עץ אני תחתיך דלא קא פסלה נפשה מכהונה וקאמרה נאנסתי דקא פסלה נפשה מכהונה משום הכי קאמר ר"ג דמהימנא וקאמר רבי יהושע לר"ג בהאי מגו דהכא מודינא לך בההוא מגו דהתם פליגנא עילווך
12 hinsichtlich dessen R. Gamliél und R. Elie͑zer sagen, sie sei glaubhaft, und R. Jehošua͑ sagt, wir leben nicht von ihrer Behauptung. Da sie sagen könnte, sie sei unter ihm verletzt, und somit für Priester nicht untauglich geworden, und sagt, sie sei genotzüchtigt, und somit für Priester untauglich geworden, so ist sie nach R. Gamliél glaubhaft. Hierauf bezugnehmend sprach R. Jehošua͑ zu ihm: Bei dieser Glaubhaftigkeitpflichte ich dir bei, bei jener aber streite ich gegen dich. —
יג מכדי האי מגו והאי מגו מאי שנא האי מגו מהאי מגו הכא אין שור שחוט לפניך התם הרי שור שחוט לפניך
13 Merke, in diesem Falle liegt eine Glaubhaftigkeit vor und in jenem Falle liegt eine Glaubhaftigkeit vor, womit ist die eine Glaubhaftigkeit anders als die andere? — Hierbei liegt kein geschlachtetes Rindvor dir, da aber liegt ein geschlachtetes Rind vor dir. —
יד וכיון דרוב נשים בתולות נישאות כי לא אתו עדים מאי הוי אמר רבינא משום דאיכא למימר רוב נשים בתולות נישאות ומיעוט אלמנות וכל הנשאת בתולה יש לה קול
14 Was ist dabei, wenn die meisten Frauen als Jungfrauen heiraten, daß keine Zeugen gekommensind!? Rabina erwiderte: Man sage wie folgt: die meisten Frauen heiraten als Jungfrauen und die wenigsten als Witwen, dagegen aber ist jede Hochzeit einer Jungfrau bekannt,