Ketubot 32

Kapitel 32

א וזו הואיל ואין לה קול איתרע לה רובא
1 und da ihre nicht bekanntwar, so ist ihre [Angehörigkeit zur] Mehrheit unsicher. —
ב אי כל הנשאת בתולה יש לה קול כי אתו עדים מאי הוי הנך סהדי שקרי נינהו אלא אמר רבינא רוב הנשאת בתולה יש לה קול וזו הואיל ואין לה קול איתרע לה רובא:
2 Welche Bedeutung hat es, wenn jede Hochzeit einer Jungfrau bekannt ist, daß Zeugen gekommen sind, es sind ja falsche Zeugen!? Vielmehr, erwiderte Rabina, die meisten Hochzeiten von Jungfrauen sind bekannt, und da ihre nicht bekannt war, so ist ihre [Zugehörigkeit zur] Mehrheit unsicher.
ג אם יש עדים שיצתה בהינומא וכו': וליחוש דלמא מפקא עדים בהאי בי דינא וגביא והדר מפקא לה לכתובה בהאי ב"ד וגביא בה א"ר אבהו זאת אומרת כותבין שובר רב פפא אמר במקום שאין כותבין כתובה עסקינן
3 W<small>ENN</small> Z<small>EUGEN VORHANDEN SIND, DASS SIE MIT EINEM</small> H<small>INUMA &amp;C. HINAUSGEFÜHRT WURDE</small>. Es sollte doch berücksichtigt werden, sie könnte vor einem Gerichte Zeugen bringen und [die Morgengabe] einfordern, und [vor einem anderen Gerichte] die Urkunde vorlegen und sie wiederum einfordern!? R. Abahu erwiderte: Dies besagt, daß eine Quittung zu schreibensei. R. Papa erwiderte: Dies gilt von Orten, wo keine Urkunde über die Morgengabe geschrieben wird.
ד ואיכא דמתני לה אברייתא איבדה כתובתה הטמינה כתובתה נשרפה כתובתה רקדו לפניה שחקו לפניה העבירו לפניה כוס של בשורה או מפה של בתולים אם יש לה עדים באחד מכל אלו כתובתה מאתים
4 Manche beziehen dies auf folgende Barajtha: Hat sie die Urkunde über ihre Morgengabe verloren, versteckt oder ist sie verbranntworden, so ist [der Umstand entscheidend], ob man vor ihrgetanzt, gespielt, oder an ihr den Verkündungsbecheroder das Jungfernschaftslaken vorübergetragenhat; hat sie Zeugen, die eines davon bekunden, so erhält sie eine Morgengabe von zweihundert [Zuz].
ה וליחוש דלמא מפקא עדים בהאי ב"ד וגביא והדר מפקא לכתובתה בהאי ב"ד וגביא בה א"ר אבהו זאת אומרת כותבין שובר רב פפא אמר במקום שאין כותבין כתובה עסקינן
5 Sollte doch berücksichtigt werden, sie könnte vor dem einen Gerichte Zeugen bringen und [die Morgengabe] einfordern, und [vor einem anderen Gericht] die Urkunde vorlegen und sie wiederum einfordern!? R. Abahu erwiderte: Dies besagt, daß eine Quittung zu schreiben sei. R. Papa erwiderte: Dies gilt von Orten, wo keine Urkunde über die Morgengabe geschrieben wird. —
ו והא איבדה כתובתה קתני דכתב לה איהו סוף סוף מפקא לה וגביא בה מאי איבדה איבדה באור
6 Es heißt ja: hat sie die Urkunde über ihre Morgengabe verloren!? — Wenn jemand eine geschrieben hat. — Aber schließlich kann sie ja diese vorlegen und damit [nochmals] einfordern!? — Unter verloren ist zu verstehen: im Feuer vernichtet. —
ז א"ה היינו נשרפה ועוד הטמינה מאי איכא למימר ותו איבדה למה לי אלא כל איבדה כי הטמינה בפנינו דמי ולא יהבינן לה עד דאמרי עדים נשרפה כתובתה
7 Dies heißt ja demnach verbrannt!? Und wie ist es ferner hinsichtlich des Versteckens zu erklären!? Und wozu wird der Fall vom Verlieren gelehrt!? — Vielmehr, hat sie [die Urkunde] verloren, so ist es ebenso, als würde sie sie vor uns versteckt haben; sie erhält [die Morgengabe] nur dann, wenn Zeugen bekunden, daß die Urkunde verbrannt ist.
ח מאן דמתני לה אברייתא כל שכן אמתני' ומאן דמתני לה אמתני' אבל אברייתא לא כי קושיא:
8 Wer diesauf die Barajtha bezieht, nach dem gilt dies um so mehr von unserer Mišna, und wer dies auf unsere Mišna bezieht, nach dem gilt dies nicht von der Barajtha, wegen des Einwandes.
ט אם יש עדים כו': וליחוש דלמא מפקא עדי הינומא בהאי ב"ד וגביא והדר מפקא עדי הינומא בבי דינא אחרינא וגביא במקום דלא אפשר ודאי כתבינן שובר:
9 W<small>ENN</small> Z<small>EUGEN VORHANDEN SIND &amp;C</small>. Sollte doch berücksichtigt werden, sie könnte [vor einem Gerichte] Zeugen des Hinuma bringen und [die Morgengabe] einfordern, sodann vor einem anderen Gerichte Zeugen des Hinuma bringen und sie wiederum einfordern!? — Wo nicht anders möglich ist, ist entschieden eine Quittung zu schreiben.
י העבירו לפניה כוס של בשורה: מאי כוס של בשורה אמר רב אדא בר אהבה כוס יין של תרומה מעבירין לפניה כלומר ראויה היתה זו לאכול בתרומה מתקיף לה רב פפא אטו אלמנה מי לא אכלה בתרומה אלא אמר רב פפא זו ראשית כתרומה ראשית
10 Was ist dies für ein Verkündungsbecher? R. Ada b. Ahaba erwiderte: Man trug an ihr einen Becher Wein von Hebe vorüber; dies bedeutet: diese ist würdig, Hebe zu essen. R. Papa wandte ein: Darf etwa eine Witwe keine Hebeessen!? Vielmehr, erklärte R. Papa, diese ist [sexuell] Erstling, wie die Hebe Erstlingist.
יא תניא רבי יהודה אומר חבית של יין מעבירין לפניה אמר רב אדא בר אהבה בתולה מעבירין לפניה סתומה בעולה מעבירין לפניה פתוחה אמאי ניעבר קמי בתולה וקמי בעולה לא ניעבר כלל זימנין דתפסה מאתים ואמרה אנא בתולה הואי והאי דלא עברו קמאי אתנוסי הוא דאתניסו
11 Es wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Man trug an ihr ein Faß Wein vorüber. R. Ada b. Ahaba sagte: Vor einer Jungfrau trug man ein geschlossenes und vor einer Deflorierten ein offenes vorüber. — Wozu denn, sollte manvor einer Jungfrau vorübertragen und vor einer Deflorierten überhaupt nicht!? — Sie könnte, wenn sie die zweihundert [Zuz] eingehascht hat, sagen, sie sei Jungfrau gewesen, [das Faß] aber wegen eines Hindernisses nicht vorübergetragen worden.
יב תנו רבנן כיצד מרקדין לפני הכלה בית שמאי אומרים
12 Die Rabbanan lehrten: Wie erfolgt der Tanzvor der Braut? Die Schule Šammajs sagt,